Im
Wintersemester 2009/10 werde ich (nach einer längeren Lehr-Pause) zusammen mit Alexander Florian mal wieder einen Uni-Kurs anbieten. Unter dem Titel: „E-Learning im Sport: Von der klassischen Sportlehre zum webgestützten Coaching“ wollen wir zusammen mit der Sabelschule in München und dem Gymnasium Ottobrunn Neuland im Sportunterricht betreten. Auf dem Plan steht die web- und videogestützte Begleitung von Tanzstunden (mit Savas) sowie Parcourklettern, also recht moderne Formen der klassischen „Leibeserziehung“. Ich freue mich sehr darauf, weil der Sportunterricht an Schulen meiner Meinung nach noch ein relativ unentdecktes Feld für mediengestützte Formate der Reflexion und Kollaboration mit 2.0-Anwendungen ist und sich für Experimente (dieser Art) anbietet. Mit dabei ist im Übrigen auch Stefan Hörterer (GT), der in diesem Seminar die technische Schnittstelle zwischen Schülern, Lehrern und Studierenden betreut.
e-learning
Was hat Hip Hop und Parcourklettern mit e-learning zu tun? Schulsport auf neuen Wegen
Di, 10/27/2009 - 17:11 in
Die letzten beiden Tage war ich auf der IATEL-Tagung in Darmstadt, was sehr interessant war. Gabi musste dort einen Vortrag halten und in einem solchen Fall bietet sich ein Exkurs aus dem Alltag immer an ;-). Schon vor Wochen wollte ich ein Motivationsschreiben zu dieser Tagung einreichen, um dort an den Workshops aktiv teilzunehmen. Leider habe ich das verschwitzt und so konnte ich mich mit dem didaktischen Konzept zum SportCampus nur oberflächlich einbringen. Inhaltlich bot meine Session hierzu nämlich mancherlei Anker: z.B. durch die Anwesenheit von Computerlinguisten und Informatikern, die Interesse an dem Zusammenhang von „Bewegungsvisualisierung und Sprache“ oder „guided tagging“ hatten.
In unserer Session „learning from learner – a smart idea“ haben wir das Ziel verfolgt, die impliziten oder auch fehlenden „Setzungen“ (Annahmen, Bedingungen) zu finden, die hinter dem eigenen Lernkonzept stehen, z.B. gehe ich von einem Novizen-Experten Modell aus? Will ich Sinnverstehen fördern oder bloße Informationsverteilung? Betrachte ich den Lerner als hilfsbedürftig oder neugierig? Welche Vorstellung habe ich von der Community? Wie steht diese mit dem einzelnen Lerner in Verbindung? Hinter diesen Fragen verbergen sich Modelle, z.B. Lernermodell, Communitymodell, Technikmodell, Anwendungsmodell, etc. Es kam im Grunde heraus, dass sich einige Kleingruppen gar keine Gedanken über ihre Modellannahmen machen oder dass das Zusammenspiel (Abhängigkeiten) der Teilmodelle nicht hinreichend berücksichtigt wird. Insofern ist es interessant, s y s t e m a t i s c h nach blinden Flecken der didaktischen und technischen Entwicklungsarbeit zu suchen und dabei für die unterschiedlichen Fachsprachen/ Annahmen der Beteiligten (allem voran Pädagogen und Informatiker) sensibilisiert zu werden.
Ich habe gemerkt, dass die Diskussion „ohne konkreten Fall“ oft schwindlig hoch und allgemein ist, da man immer alle möglichen Modellparameter berücksichtigen muss. Das ist einerseits inspirierend, weil die geistige Beweglichkeit über die Modellgrenzen hinweg hoch ist. Andererseits ist eine solche Diskussion unbefriedigend, weil sie bei informationsarmen Aussagen stehen bleiben muss, z.B., „es kommt darauf an“ ob die Idee Learners from learners funktioniert. Durch eine dichte Beschreibung eines komplexen Falls könnte man die vorgeschlagenen Modelle „aktivieren“, d.h., konkreten Modellparametern zuordnen. Diese Konkretisierung bei gleichzeitiger Modelleeinordnung hätte den großen Vorteil, dass man die zentrale Frage der Ausbalancierung von Modellparametern (model balancing) anschaulich macht. Das ist - glaube ich - sehr lehrrreich, für den Vortragenden und Zuhörer.
Die Abschlussdiskussion am Samstag bündelte nochmal die Ergebnisse aus den Sessions. Gegen Ende ging es nicht mehr um e-learning, sondern um Grundsätzliches: um den Wert der Formung an einer Universität, dem Wert der „Unterwerfung“ der Studenten unter einen „Zwang“, der zur Freiheit und Bindung führt (Sesink). Das sind alte, dialektische Formeln, die immer noch gültig sind. Das Problem der m o d e r n e n Universität ist aber, dass wir uns verstärkt „toten Formen“ unterwerfen, also Regeln und Bindungen, die „weh tun“ OHNE das damit personales Wachstum verbunden ist. So kamen wir abschließend zu einer Hintergrundfolie für e-learning-„Aktivisten“, von der auch Gabi in ihrem Vortrag gesprochen hatte: Ist die subtile Ökonomisierung der Universität im Gewandt einer FORMALISIERUNG Treiber für die Lern-UN-kultur? Ja, das Thema hatten wir schon einmal bei Ökonomie und Bildung. Was tun? Darauf wurde keine Antwort gegeben und ich weiß auch nicht, ob die e-Learning Forschung darauf eine Antwort geben KANN, denn politische Aktivität ist für den modernen Forscher ein „no go“, oder? Wem das zu pessimistisch ist, der sei auf das Spiel von Wey-Han (einer der Referenten) verwiesen: der Nutzer kann hier durch anarchistische Kreativität Grenzen ausloten und letztlich (selbst)aufklärerisch wirken. Zumindest lebt die „Idee des Politischen“ im Spiel weiter … ;-).
Noch vor der Jahreswende ist in der deutschsprachigen Zeitschrift für e-learning, Lernkultur und Bildungstechnologie das Themenheft "E-Learning in Sport und Sportwissenschaft" erschienen. Christoph Igel und ich konnten das Themenheft als Gastherausgeber begleiten. Inhaltlich haben Andreas Hebbel-Seeger (Augsburg/Hamburg), Roland Leser, Manfred Uhlig, Johannes Uhlig (Wien), Ingo Keller (Koblenz-Landau) und Roberta Sturm (Saarbrücken) Beiträge beigesteuert.
Für mich war es eine neue und sehr interessante Erfahrung auch mal als Herausgeber aktiv zu sein. Damit meine ich weniger den um Sorgfalt bemühten Gutachterprozess als vielmehr die Zusammenarbeit mit den Autoren: hier spielt vor allem die Motivierung im Überarbeitungsprozess und Stimmigkeit des Gesamtheftes eine Rolle. Für KollegenInnen in der postdoc-Phase kann man so eine Herausgeberschaft nur empfehlen. An dieser Stelle auch ein Dank an die HerausgeberInnen der Zeitschrift, die diese Art der Nachwuchsförderung bewußt unterstützen.
Ich bin gerade auf der Learntec 08 und habe meinen Marsch durch die Shops hinter mir. Ich geben zu, ich bin übermäßig und vielleicht auch ungerechtfertigt skeptisch, wahrscheinlich wegen des Verkaufsmodus, der in der Luft liegt. Aber nun gut. Gegenüber 2007 ist mir noch kein Ausreißer aufgefallen, viele Plattformanbieter, rapid-learning, Simulationsangebote von der BW, Videoanwendungen jetzt auch auf dem Mobile, eine gut besuchte health care Ecke. Also, alles beim Alten? Nein!!! Es gibt was Neues, Nintendo ist da und ich habe zum ersten mal Wiisports gespielt. Das war klasse und ich war in der Tat verschwitzt. Verschwitzt??? Gar Muskelkater durch Medieneinsatz? Ja, die Bewegung ist eine neue Dimension hier in Karlsruhe, aber eben nur bei Nintendo. Ich habe die Betreuerdame am Ende gefragt, was ich nun denn gelernt habe. Sie hat den Scherz (l e a r n tec) gar nicht recht verstanden und versicherte mir: die Spielregeln. Also, bis jetzt war der Wii Bus (alleine das Format fällt auf, weg von den Ständen) der Höhepunkt.
Mein Name ist Frank Vohle. In meinem Blog halte ich Gedanken fest, die sich um die Themen Didaktik, Bildung, Innovation & digitale Medien (mediengestützte Wissens- und Lernprozesse) drehen. Derzeit bin ich in folgenden Organisationen aktiv: