Gestern war ich zusammen mit Marco bei Hedi (Reinmann) und zwar in der Wolfratshauser Bücherei. Sie veranstaltet dort regelmäßig eine sog. Kindergeschichtenschmiede, in der Kinder „Geschichten erfinden“, diese dann aufmalen und ggf. Dritten erzählen. Das ist schon spannend genug. Gestern sind wir dort hingefahren, um "unsere" Geschichte vom Außerirdischen TechPi abzuspielen und die Kinder damit zu begeistern. Im Anschluss daran wurde nun nicht irgendeine, meist märchenhafte Geschichte von den Kindern erfunden, sondern ein neues Abendteuer von TechPi und MaliBu. Dieses mal ging es in den Wald, es ging um Zelten, um Feuermachen, um einen Kompass bauen, weil sich die beiden natürlich verlaufen haben und es ging um Fliegenpilze, die der neugierige TechPi sich in den Mund stopfen wollte. Die Geschichte geht gut aus, keine Frage, dafür sorgen die Kinder schon. Es hat alles (dank Hedi) erstaunlich gut geklappt – anders zwar als das freie Märchen, aber dafür recht nah an der Wirklichkeit und an den Themen der 3. Grundschulklasse (Sachkunde) hier in Bayern. Auf jeden Fall haben wir viel erfahren können wie das Zusammenspiel von Mediengeschichte und eigener (konstruierter) Geschichte im Klassenraum organisiert werden muss. In jedem Fall können wir die Erfahrungen gut in unser aktuelles Projekt Tech Pi 2.0 einbringen.
Naturwissenschaft
Gestern wurde ich in die neue BMW Welt bestellt, um eine erste Führung im Junior Campus zu erleben. Ebenso ging es darum, als Lernexperte (ich bin im Speaker Board) Journalisten gegenüber Rede und Antwort zu stehen. Gabi und ich haben vor ca 5 Jahren die ersten konzeptionellen Schritte mitbegleitet und nun ist es in der Tat erstaunlich, was da auf gut 400 Quadratmetern entstanden ist. Das Team um W. Berchtold (spiel & sport team gmbh) hat sich auf der konkreten Ebene vieles und auch gutes einfallen lassen, um mobilitätsbezogenes Wissen für Kinder attraktiv aufzubereiten und interaktiv-handlungsorientiert erlebar zu machen. Besonders befriedigend war für mich, dass das Thema Analogien so einen hohen Stellenwert bekommen hat ;-), Hermann Rüppell hätte seine wahre Freunde. Man wird jetzt sehen, wie das Konzept von den Kindern angenommen und vor allem auch von Lehrern aufgegriffen wird. Genügend Ankerpunkte im Lehrplan gibt es jedenfalls. Auf jeden Fall ist das Ganze ein neues Segment für das ausserschulische Lernen - hier aber in enger Kopplung zur Schule gedacht. Natürlich sind wir mit diesem Projekt mitten drin in der Diskussion von Ökonomie und Bildung. Ich denke aber - und dies ist ein Standpunkt - dass man als Pädagoge gut beraten ist, an den faktische Entwicklungen in unserer Gesellschaft zu partizipieren, um seine Ideen genau hier in adäquater Form einzubringen. Was damit aber auch gleichzeitig einsetzen muss ist eine Diskussion darüber, wie man den "Grenzverkehr" zwischen Schule und Unternehmen "für beide Seiten produktiv" gestalten kann und muss.
Gestern habe ich im Rahmen der Tagung „Naturwissenschaft entdecken“ an der TU München unser Konzept „Story Anchored Curriculum“ vorgestellt und das ganze dann auch mit der fast fertigen Lernumgebung „Tech Pi und Mali Bu“ konkretisiert. Ha! Die Umgebung wurde noch vor der Tagung fertig, viel Arbeit und viele Hände haben daran mitgewirkt, allen voran Frank Cmuchal, Johannes Metscher, Tim Reischmann und Sascha Gabelmann in der Produktion. Zur Lernumgebung und den Mitwirkenden zu einem anderen Zeitpunkt aber mehr.
Im Grunde war ich ganz zufrieden, obwohl ich mir (wie immer) mehr Diskussion - gerade produktiv-kritische Anmerkungen - gewünscht hätte. Die Idee, mit narrativen Mitteln Unterrichtsinhalte (hier Naturwissenschaftliche für die Grundschule, z.B. Regenwurm und Klimawandel) zu „verpacken“ ist nicht neu. Neu war die systematische Einbindung von eher nüchternen Naturwissenschaftsthemen wie Atmung, natürliche Feinde, Zwitterwesen etc. in eine animierte Flashcomic-Geschichte, ohne das dabei der Storycharakter verloren geht. Zudem haben wir diese Idee mit Web 2.0 Elementen verbunden, was zu neuen didaktischen Szenarien für die Grundschule führt. Mitgenommen habe ich eine Botschaft: es muss „einfach“ sein, von der Bedienung, über die Technik, bis zur Geschichte. Gut ... „einfach“, das kenne ich mittlerweile, aber man erwischt sich doch immer wieder dabei, mehr zu machen, ganz nach dem Motto: mehr ist besser. Aber das Gegenteil ist der Fall, denn man wird im Grundschulkontext an allen Ecken gezwungen, es einfach zu halten. Wahrscheinlich sollte man sich diese Maxime auch für das Erwachsenenlernen auf die Fahne schreiben.
Zusammen mit Lehrer Online entwickln wir in den letzten Wochen ein sog. Story Anchored Curriculum. Das klingt etwas aufgeblasen (sicher wegen den wissenschaftlichen Bezügen), ist aber in der Sache recht einfach: es geht darum, das man durch gut gemachte Geschichten + Visualisierungen die unterschiedlichen Inhalte des Grundschullehrplans (hier Naturwissenschaft) besser zusammenkriegt. D.H. das die Story die Curriculuminhalte vorstrukturiert, Fragen aufwirft, motiviert etc. und das man im nachhinein sich anhand der Geschichte evtl die Inhalte besser merken bzw. rekonstruieren kann. Man kennt das vielleicht von Pumuckel, die Geschichten bleiben hängen und man kann sich MIT der Geschichte auch einigermaßen schwierige Situationen, wo es ums Klauen, Stehlen, Verzeihen geht (Goldkettechen-Story) auch nach längerer Zeit noch vergegenwärtigen. Nun darum geht es so ungefähr.
Das Projekt macht mir viel Spaß, einerseits, weil es immer eine Herausforderung ist, wenn man schwere Themen in ein leichtes Gewandt stecken möchte und mit vielen impliziten Botschaften arbeiten muss, anderseits weil die kleinen Figuren einfach nett sind (auf unserer GT Seite findet man eine erste Visualisierung). Schließlich macht mir die Zusammenarbeit mit Frank Cmuchal dem Zeichner und Jojo Metscher unserem Multimediamann, auch viel Spaß, das ist wirklich ein gutes Team. Das Projekt soll und wird :-) Anfang Oktober fertig sein. Bin insbesondere gespannt ...
Mein Name ist Frank Vohle. In meinem Blog halte ich Gedanken fest, die sich um die Themen Didaktik, Bildung, Innovation & digitale Medien (mediengestützte Wissens- und Lernprozesse) drehen. Derzeit bin ich in folgenden Organisationen aktiv: