Seniorenheim und Kindergarten?

Gestern war ich mit "den Jungs" ein paar Stunden im Grünen. Die Jungs kommen aus Bielefeld, sind bürgerlich im Bereich Personalentwicklung, Marketing und Senioren-Dienstleistung unterwegs. Es war ein sehr gelungener Tag, mit Bergwanderung, Fußballmatch, Schwimmen und Biergartentalk. Einer der Jungs beschäftigt sich mit Seniorenpflege und zwar im betel e.V. in Ostwestphalen. Ersagte mir, dass er gerade den Aufbau eines Seniorenheims von der Architektenauswahl bis zur Schlüsselübergabe geleitet hätte. Im Gespräch erwähnte er auch, dass ein Kindergarten direkt gegenüber des Heims liegen würde. Daraufhin stellte ich im folgende Idee vor: was haben alte Menschen und Kinder gemeinsam? Sie haben Zeit (die "Erwachsenen in der Mitte haben keine Zeit und Großfamilien, wo die Alten noch unter einem einem Dach mit den Jungen wohnten, giebt es nicht mehr viele). Es geht aber nicht nur um Zeit, sondern, darum, dass alte Menschen in Heimen deshalb verwarlosen, weil ihnen der Sinn (zum Leben) abhanden kommt; wir reden von Verwahranstalten. Auf der anderen Seite kann man Kindern feststellen, dass Erwachsene (es müssen ja nicht immer die Eltern sein) wenig, weniger Zeit für ihre Kinder (oft berufsbedingt) haben. Ein ganz großes Defizit ist, dass die Erfahrungen der Alten durch Erzählung nicht mehr tradiert werden - Erzählung dient der Tradierung und der Entwicklung neuer Gedanken. Wir haben auf jedenfall darüber gesponnen, ob wir nicht einen Pilotprojekt starten, wo die Alten regelmäßigen Kontakt zum Kindergarten haben und die Alten den Jungen über das Leben oder auch aus Büchern erzählen. Ein solches Projekt könnte man zusammen mit der Stiftung Erzählen und dem betel e.V. initiieren. In den nächsten Tagen werde ich mit Norbert sprechen und hören, was er von der Idee hält

Kommentare

Frank Vohle Do, 01/01/1970 - 00:00

Vielen Dank für das Interesse! Es ist leider bei der Idee geblieben. Hier kann ich also von keiner Umsetzung berichten. Vor allem wurde diskutiert, dass sich die Alten bei den Kindern rel. schnell anstecken könnten (Erkältung etc.). Aber ob das ein ausreichender Grund ist? Frank Vohle

Gast (nicht überprüft) Do, 01/01/1970 - 00:00

Ich befasse mich im Zuge einer Arbeit genau mit diesem Thema. Mich würde interessieren: Haben Sie den Gedanken umgesetzt? Wenn ja wie waren die Reaktionen? Haben Sie Berichte der involvierten Personen (Senioren/Kinder/Betreuer)?
Ich würde mich wirklich sehr über weitere Informationen freuen!
mit freundlichen Grüßen, Anita Hafner

Frank Vohle Do, 01/01/1970 - 00:00

1) Zu viele Idee, zuwenig Power für die Umsetzung (besser ist: 99% Transpiration 1% inspiration) :-)

2) Bei der ersten Recherche hat sich ergeben, dass Menschen in Altenheimen Gefahr laufen sich anzustecken, dies aber gefürchtet ist (Abwehrsystem). Kinder sind aber die reinen "Ansteckungsmonster" wie ihnen jede Mutter (und jeder Vater!) von kleinen Kindern sagen kann (nicht böse gemeint!!!). Also: das Matching funktioniert nur bei Konzepten wie Betreutes Wohnen, bei denen die älteren Semester noch gesundheitlich fit sind und die Gefahr einer Ansteckung nicht sonderlich hoch ist.

Soweit. Haben sie Interesse die Idee weiter zu verfolgen?

Gast Do, 01/01/1970 - 00:00

Gute Idee. Was ist aus der Projektidee geworden?



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