2005 haben wir unseren kleinen Verein gegründet. In den ersten Jahren standen zwei wesentliche Dinge auf der Agenda: Herauszufinden, was das Besondere von Ökonomie UND Bildung ist, also eine Art Identitätsfindung jenseits des Mainstreams einer ökonomischen Bildung und zu schauen, dass man mit seinem Verein auch irgendwie sichtbar wird, „Aktionen" macht. Während die Aktionen zumindest im Rahmen der GMW Tagungen und ein paar wenigen Einzelaktionen (z.B. Wirtschaft(s) macht Schule) gelungen ist, war die Identitätsfrage immer schwer und zäh, sicherlich aber auch interessant für diejenigen, die in der Konvergenz und im Autonomieanspruch zweier „Lager" ein Problem oder eine Herausforderung sahen. Zuletzt hatten wir einige Austritte wegen mangelnden Aktionen, wegen mangelnden Interessenmatching, aber auch einen Zugang, immerhin.
Nach einer schwierigen Frühlingssitzung 2011, auf der die Existenz des Vereins diskutiert wurde, haben wir einen deutlichen (inneren) Richtungswechsel gemacht: Von den stratosphärischen Diskussionen nach der Art: „Was IST Bildung, was IST Ökonomie und was ist dann Ökonomie UND Bildung?" sind wir in den Nahbereich der eigenen Interessen gerückt und fragen jetzt ganz unbelastet nach eigenen Projekten, die jeder im Umfeld von Ökonomie und Bildung macht. Das bringt Motivation und Anschaulichkeit für alle Beteiligten mit sich, die Komplexität ergibt sich automatisch durch die Themen. Im Netzwerk finden sich Interessierte zusammen, die zweimal im Jahr über diese Projekte gemeinsam diskutieren wollen, zum Glück desjenigen, der sein Projekt vorstellt, aber auch zum Nutzen derjenigen, die Hinweise geben. Man geht reicher nach Hause als man gekommen ist, was ja ein Kernmerkmal vom guten deutschen „Verein" ist.
So hoffe ich, dass wir beim nächsten Frühjahrstreffen das Formale in 10 min klären können und uns wieder einem neuen interessanten Projekt widmen. Das Treffen bei Wolfgang Berchtold von der Spiel und Sport GmbH (Herbstsitzung) war jedenfalls von der Art wie es sein sollte: Brezen, Kaffee, anspruchsvolles Projekt zum Thema „Orientierung bei Jugendlichen" und willige Diskutanten.

Kommentare
Danke dir Alex für den Kommentar. ja, sei froh, dass du "unbelastet" an die Sache rangehen kannst. Wir werden das jetzt auch so weitermachen, denn es macht viel mehr Freude, wenn man an einem konkreten Projekt diskutiert und von da aus abstrahiert. Vielleicht das ja genau unsere sache. Grüße :) Frank
Hallo Frank,
das ging mir genauso, ich empfand das Treffen und die Diskussion auch als bereichernd :-)
Da ich im Frühjahr wegen eines Uni-Termins nicht dabei sein konnte, war ich sogar "unbelastet" von der Identitätsfrage, wobei ich ja bei der Hinfahrt mit dir sogar darüber gesprochen hatte und für mich hat sie sich nach dem Treffen geklärt ;-)
Liebe Grüße,
Alex