Ich habe vor ein paar Monaten kleine Sonnenblumenkerne gekauft, die habe ich voller Hoffnung in den Boden gesteckt, erst in kleine Töpfe, dann in die freie Wildbahn. Aus diesen klitzekleinen Körnern sind nun riesige Sonnenblumen gewachsen, 2.50 m hoch, vorbei an Schnecken- und Pilzbefall. Interessant ist eigentlich nur, dass sie unterschiedlich hoch sind, also nicht alle sind 2.5 m hoch. Diejenigen, die etwas unter einem Baum stehen und deshalb auf die Morgensonne verzichten müssen, sind halb so groß, mickrig, mit kleinen Blüten, die anderen recken ihre Hälse und dicken Köpfe weit in den Himmel. Die Pracht einer Sonnenblume ist also direkt von der Intensität und Umfang der Sonneneinstrahlen abhängig, klingt mathematisch, was? Hier ist der Beweis. Also, was lernt man daraus? Sonnenblumen in die Sonne ... deshalb heißen sie wohl so. Ich denke natürlich die ganze Zeit gar nicht so sehr an Sonnenblumen, sondern an Schüler in Schulen und Studenten in Unis, die auch sowas wie "Sonne" brauchen, also etwas analoges. Nur was genau?
Mein Name ist Frank Vohle. In meinem Blog halte ich Gedanken fest, die sich um die Themen Didaktik, Bildung, Innovation & digitale Medien (mediengestützte Wissens- und Lernprozesse) drehen. Derzeit bin ich in folgenden Organisationen aktiv:
Kommentare
Hi Chris, na da springt wenigsten einer an auf meine Sonnenanalogie ;-). Dein Kommentar zeigt sehr schön, dass es sich lohnt die Sonnenanalogie als Heuristik dafür zu verwendet über optimale Förderbedingungen (und auch Sackgassen) nachzudenken. Schön finde ich deinen Hinweis auf die Relativität von "Größe"; nicht alles was groß und stark wirkt, ist auch erfüllt oder auch der Hinweis zum Korn, dass die Umwelt, in der jeder "hineingeworfen" wird, massiven Einfluss auf das Wachstum hat. Man entkommt der Natur nur durch eines: Bildung ... leider ist die Durchlässigkeit von Bildungsschicht zu Bildungsschicht in den letzten jahren nicht gewachsen.
So oder ähnlich hat mir mal eine Freundin das Ihrer Meinung nach wichtigste Element in der Erziehung von Kindern erläutert. Würde man es etwas abstrakter ausdrücken, dann könnte man auch von Freiheit und Liebe sprechen bzw. schreiben.
Nun - das ist das erste, was mir bei Sonne einfällt - wohl auch deswegen, weil ich Sonne - trotz ihrer mörderischen Eigenschaften (und mittlerweile nutze ich ja auch Sonnencreme) - als Metapher für Freude, Freundlichkeit usw. interpretiere...
Aber ich vermute, Du willst ja auf was ganz anderes hinaus - aber was?
Nun - mein Vorschlag wäre - um dann beim Sonnenbeispiel zu bleiben - denn ähnlich wäre es ja mit Wasser, Nahrung, usw. - Zuwendung. Zuwendung finanzieller Art zum Beispiel. Und hier wird die Sonnenanalgie spannend, denn es gibt hier tatsächlich ja große Unterschiede. Und entsprechend wachsen die Unis der Sonne entgegen - und andere kämpfen um jeden Quadratzentimeter Licht.
Spannend weiterhin - was konnte denn das Korn dafür von Dir an diesem Ort eingepflanzt worden zu sein. Nein - gleichsam hineingeworfen hast Du sie in ihr sein als seiendes. Und dort sind sie nun - und die einen haben Glück gehabt, die anderen eben Pech.
Die Frage nach der Erfülltheit drängt sich klassischerweise auf - hat denn die kleinere Sonnenblume ein weniger wertvolles - weniger erfülltes Leben - oder ist es nicht einfach nur anders.
Nein - das klingt fast schon zynisch - und ist nicht so gemeint - lassen wir also diese Relativierungsversuche und bleiben wir dabei - In Umstände geworfen zu sein führt zu einem unterschiedlichen Ressourcenhaushalt - und entsprechend der Ausstattung dieses Haushalts kommt der eine weiter und der andere weniger weit.
Bei den Unis könnte man fast meinen, ist es ebenso - aber zum Glück sind die Entscheider der Universitäten nicht festgewachsen - vielleicht an ihren Standort - nicht aber an ihre Strategie - und so bleibt die Chance, sich auf Schatten zu spezialisieren - und damit auch als Schattengewächs hervorragende Ausmaße zu erreichen.