Innovatorik für den Spitzensport

Am Dienstag habe ich in Frankfurt auf der Tagung "Innovatorik für den Spitzensport" (Bundesministerium für Sportwissenschaft) einen Vortrag zum Thema "Trainerausbildung 2.0" gehalten, wobei das 2.0 auf unser eRIS Projekt hinweisen soll, indem ein interaktiver Videoplayer und andere Web-Werkzeuge zum Einsatz kommen sollen. Der Vortrag wurde soweit wohlwollend aufgenommen, es gab keine Gegenwehr ;-). Die Fragen gingen in zwei Richtungen: a) Wie groß ist der Aufwand, um die Videos in "angemessener Fom" aufzubereiten und b) Wie motiviert man andere Trainingsteilnehmer das eigenen Trainingsvideo zu kommentieren? Ich hatte mich vor allem bei der ersten Frage festgebissen, weil dahinter die Annahme steckt, dass Experten die Videos nach wissenschaftlichen Kriterien (Optimalbewegung) aufbereiten. Ich habe Herrn Prof. Hartmann von der TU München dann sicher eine spekulative Antwort gegeben, hinter der ich aber stehe: es geht mir als Trainierender nicht darum, dass ich eine aus 100 Topspielern gemittelte Optimalbewegung bekomme, sondern es geht mir persönlich darum, dass ich mein eigenes Bewegungsoptimum finde bzw. konstruiere. So gibt es z.B. im Tennisaufschlag eine ganze Variation von unterschiedlichen Aufschlagstilen. Diese sind zwar in ihrem Grundschema gleich, Schwerpunktverteilung, Armeinsatz und andere Parameter variieren jedoch stark - bei sehr ähnlichen Erfolg. Bezogen auf den angesprochenen Aufwand komme ich also zu dem Ergebnis, dass die "Aufbereitung" des Videos auf der Ebene der Kommentierungen des Eigenvideos liegt und nicht in einer Selektion von idealen Bewegungssequenzen durch Dritte. Das schließt ja gar nicht aus, dass man sich einen Topspieler als Referenz anssieht.

Nun gut, hier gibt es sicher noch eine Menge Gesprächsbedarf, weil natürlich der Ansatz "user generated content" und der Nutzen dieses Ansatzes für die Eigensteuerung (bezogen auf Sportbewegung) in der Tat etwas Neues in der Trainings- und Bewegungswissenschaft ist.

Kommentare

RunningWilli (nicht überprüft) Do, 01/01/1970 - 00:00

Was hältst du eigentlich von der Leistungsdiagnostik? Ich selbst habe mich vor kurzem damit befasst, da ich selbst eine Leistungsdiagnostik gemacht habe: http://www.runningwilli.com/training/erfolg-und-enttaeuschung-bei-der-le...

Dein Feedback würde mich sehr interessieren.

Lg
RunningWilli

Gast Do, 01/01/1970 - 00:00

Sehr geehrter Herr Vohle,

ich schreibe derzeit meine Dissertation zum Thema "motorisches Lernen am KFG vor dem Hintergrund von Informationsverarbeitungstheorien". Das Koordinationsfechtgerät muss man sich wie eine Kinoleinwand vorstellen. Es können Bewegungen und Ziele simuliert werden, die der Fechter bzw. hier der Tischtennisspieler treffen muss. Messen kann ich die Bewegungszeit, die Reaktionszeit, den Auftreffdruck von Klinge oder Ball, den Auftreffwinkel, die Körperposition mit Distanz zum Tischtennistisch oder zum Gegner beim Fechten...
Es wurde die neueste Hardware eingebaut im Bereich Laser- und Ultraschallmessung. Es wird momentan in zwei Bereichen geforscht, der Leistungsdiagnostik und der Trainingsunterstützung. Erste Messungen fanden in Tauberbischofsheim und in Heidenheim statt. Vorgestellt wurde das Projekt auf dem Motoriksymposium 2007 in Gießen. Hauptträger ist die Universität der Bundeswehr.
Wenn Sie Interesse daran haben für Ihre Sportart, so könnte ich Ihnen ein Lehrvideo und weitere Informationen zukommen lassen.

Mit freundlichen Grüßen
Miriam Ködderitzsch-Frank

Erreichbarkeit:
01708827861
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Dr. Frank Vohle, Am Loisachbogen 7a, 82515 Wolfratshausen. Erreichbarkeit: Tel. 08171481212 oder vohle@web.de.


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