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Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends
Aktualisiert: vor 1 Stunde 37 Minuten

Whatever Happened To MOOCs?

November 23, 2017 - 15:51

Eine kleine Dosis MOOC: Der Autor zeichnet kurz, knapp und korrekt die Entwicklung des noch jungen Phänomens nach. Die Fragen, die er dabei beantwortet, lauten: Where Did the Idea Originate? (hier bietet er drei Lesarten an und ordnet sympathischerweise Stanford und Sebastian Thrun erst im folgenden Absatz ein), What is a MOOC?, What Problems Did MOOCs Intend to Solve?, Do MOOCs Work?

Hier sein Fazit:

„They are still around but strikingly downsized and in the middle of being monetized and re-directed. The initial cheerleaders for MOOCs such as Sebastian Thrun, Daphne Koller, and Andrew Ng formed companies (e.g., Udacity, Coursera) that either stumbled badly, and subsequently altered their business plan. Many of these founders also departed for greener pastures …

MOOCs persist but as in the case of so many other hyped innovations using new technologies, a slimmer, more tempered, and corporate version exists in 2017 awarding certificates and micro-credentials …“

Larry Cuban, Larry Cuban on School Reform and Classroom Practice, 28. Oktober 2017

HR Technology For 2018: Ten Disruptions Ahead

November 22, 2017 - 05:06

Auch dieses Jahr soll der Ausblick des Analysten nicht fehlen. Josh Bersin hat wieder das Spielfeld der HR-Plattformen, Systeme und Tools vermessen und auf 10 „big changes“ heruntergebrochen. Natürlich gilt auch für 2017: „… things are changing faster than ever“. Und natürlich ist fast jeder Trend „most important“ und „the next big thing“. Das gehört zum Klappern des Analysten. Aber was zählt Josh Bersin nun auf?

1. A Massive Shift From „Automation“ To „Productivity“. Weg von der ausschließlichen Suche nach Effizienz. Alle wollen produktiver, kreativer, agiler werden. Kann HR (Software) hier unterstützen?
2. Acceleration Of HRMS And HCM Cloud Solutions, But Not The Center Of Everything. Die Cloud kommt, aber es dauert etwas. Weil es die gesamte Architektur betrifft.
3. Continuous Performance Management Is Here: And You Should Get With It
4. Feedback, Engagement, And Analytics Tools Reign. Hier (zwischen 3 und 4) habe ich fließende Übergänge gesehen. Die Richtung: Das Ende des jährlichen Mitarbeitergesprächs und der Zielvereinbarung. Hin zu Live-Daten und Dashboards. „… but this is still a new world“.

5. Reinvention Of Corporate Learning Is Here (im letzten Jahr hieß es „The Continuing Explosion and Evolution of the Learning Market“, aber das nur am Rande)

“ … a new breed of corporate learning tools has finally arrived, and companies are snapping them up quickly.

These include the „experience platforms,“ a new breed of „micro-learning platforms,“ modernized LMS systems, and new AI-based systems to recommend learning, find learning, and deliver learning. Virtual Reality-based learning is now alive and well, and I expect to see smarter and smarter technologies to help us find „just what we need“ along the lines of performance support. And you can now buy systems that let employees publish and share content without any major effort on your part.“

6. The Recruiting Market Is Thriving With Innovation. Der „war for talent“ ist wieder da. Hier spielt die Musik!
7. The Wellbeing Market Is Exploding. Health, Burnout, jetzt Human Performance. „The next big thing.“ Wenn nicht Privatsphäre und Datenschutz wären. Aber die bringt der amerikanische Analyst erst beim nächsten Punkt ins Spiel.
8. People Analytics Matures And Grows. Jetzt kommen Big Data und AI zu ihrem Recht. Doch: Mehr Daten als Fragen.
9. Intelligent Self-Service Tools. Wieder AI. Und die Frage, wer Ordnung in das Ganze bringt. Aber Josh Bersin sucht noch den richtigen Begriff für diesen Markt …
10. Innovation Within HR Itself. HR als Treiber und „disruptor“. Klingt etwas nach Wunschdenken.

Josh Bersin, Forbes, 2. November 2017

Berufstätige sehen sich nicht für digitale Arbeitswelt gerüstet

November 21, 2017 - 13:12

Es geht um unsere digitalen Kompetenzen und das lebenslange Lernen. Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM) hat eine repräsentative Umfrage durchführen lassen, um etwas über den Stand der Dinge zu erfahren. Die wichtigsten Ergebnisse, die ich mir aus Presseinformation und Foliensatz herausgesucht habe:

  • „Drei Viertel sehen Digitalkompetenz als neue Kernkompetenz“
  • „Die meisten Berufstätigen sehen sich nicht optimal für die digitale Arbeitswelt gewappnet“
  • „Sieben von zehn haben im Job keine Zeit für Weiterbildungen“

Ich überspringe an dieser Stelle einmal die weiteren Details. Denn Umfragen dieser Art sollen und wollen nicht klären, was genau unter digitalen Kompetenzen zu verstehen ist und wo ihre Vermittlung oder Entwicklung anfängt. Es sind vor allem Appelle …

„Der Bitkom fordert eine Initiative von Politik und Wirtschaft, um lebenslanges und informelles Lernen zu stärken. In der beruflichen Weiterbildung sollten die Angebote kontinuierlich verbessert und an die sich wandelnden Anforderungen der Digitalisierung angepasst werden. Für Weiterbildungsangebote zu digitalen Kompetenzen sollten staatliche Programme aufgelegt werden. Die Vermittlung von Digitalkompetenz muss zudem über die gesamte Bildungskette hinweg in den Vordergrund rücken. Um die Bereitschaft zu Weiterbildungen zu erhöhen, sollten für Unternehmen und Erwerbstätige gezielt Anreize geschaffen werden, etwa durch Steuererleichterungen. Neben der Politik seien auch die Unternehmen gefordert, …“

Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM), 17. November 2017

Why completion rates are no longer the metric of success in modern learning

November 21, 2017 - 11:43

Kurse „noch nicht gestartet“ oder „in Bearbeitung“ oder „abgeschlossen“. Klassisches Reporting. Aber heute höchstens noch für das Monitoring von Compliance-Kursen interessant. Denn zu modernen Lernumgebungen gehören ja längst auch kurze Learning Nuggets (on demand), verschiedene Medienformate und informelle Lernaktivitäten auf den Kollaborations-Plattformen der Unternehmen. Das bedeutet: Es stehen viel mehr Daten über Lernaktivitäten zur Verfügung.

Die Autorin der Online-Experten von kineo zählt deshalb auf, was „nach Kirkpatrick“ kommt: Feedback surveys, peer review systems, search queries tracking, xAPI, Google analytics, heatmapping and session recordings. Viele der mithilfe dieser Methoden gewonnenen Informationen helfen, die Bedürfnisse und Anforderungen der Nutzer und die Angebote von L&D näher zusammenzurücken. Ob und was die Messgrößen über den Erfolg von Lernaktivitäten aussagen, liegt im Auge des Betrachters.
Kelsie Scully, kineo, 17. November 2017

Managers Can Support – Not Create – Social Learning Communities

November 20, 2017 - 10:57

Eigentlich steht schon alles im Titel des Beitrags. Aber da Communities auf vielen Wunschlisten stehen, sei es hier noch einmal festgehalten. Manager können Rahmenbedingungen schaffen, unterstützen, aber sie sollten Mitarbeitende nicht verpflichten, einer Community beizutreten. Denn Freiwilligkeit ist ein zentrales Element von Communities (denn sonst sprechen wir über Teams, Arbeitsgruppen oder Projekte). Doch was zeichnet eine Community eigentlich aus? Eine Idee, geteilte Werte, Vertrauen und die Bereitschaft der Mitglieder, ihre Erfahrungen zu teilen, werden erwähnt.

Das klingt alles wiederum sehr klar und einfach. Aber die häufige Suche nach wirklich „funktionierenden“ Communities – und „Funktionieren“ meint hier vor allem das, was zwischen zwei regelmäßigen Treffen passiert – zeigt, dass das Stichwort viel Diskussionsstoff bietet. Der Artikel spricht beispielsweise das Phänomen der „Lurker“, also der nur beobachtenden Teilnehmer, an.
Pamela Hogle, Learning Solutions Magazine, 16. November 2017

Mein Wochenausklang: Ein Werkzeugkasten für 2018

November 17, 2017 - 22:33

Jane Hart stellt ja einmal im Jahr diese schöne und inspirierende Liste der Top 100 Tools for Learning zusammen. Daraus entwickelt sie in den folgenden Monaten oft eine Reihe von Lesehilfen und Ableitungen wie jetzt zum Beispiel den „Modern Professional Learner’s Toolkit 2018“. Also ein Werkzeugkasten für die modernen Wissensarbeiter und Wissensarbeiterinnen. Ich habe jetzt mal die Vorlage genommen und meine eigenen Favoriten (und einige Lücken) festgehalten:

Browser & Search Engine: Ich nutze eigentlich nur und konsequent Firefox. Andere wechseln da häufiger  je nach Situation und Kontext zwischen verschiedenen Suchmaschinen …

Trusted Web Resources: An anderer Stelle habe ich mich ja schon einmal als News-Junkie geoutet. Die New York Times mit diversen Newslettern und Podcasts steht ganz oben auf meiner Liste. Dann die Süddeutsche, die ich gleich digital abonniert habe. Auf beide Quellen würde ich ungern verzichten. Dann der Rest.

News and Curation Tools: Auch wenn alle Welt Feedly nutzt, landen RSS Feeds bei mir in Outlook. Bookmarks werden in Diigo festgehalten und innerhalb von sieben Tagen gelesen oder gelöscht. Hinzu kommen noch unzählige Newsletter, die ich abonniert habe.

Web Course Platforms: Ich muss zugeben, dass ich zwar die Newsletter vieler Kurs-/ MOOC-Plattformen abonniert habe, von Coursera bis FutureLearn, mich auch immer wieder mal für Kurse anmelde, aber ihr wisst, wie der Satz weitergeht …

Social Networks: Twitter steht ganz oben. Dann verlinke ich Nachrichten und Blogbeiträge noch systematisch mit Facebook und Xing und unsystematisch mit LinkedIn. Unsere Corporate Learning Community nutzt Yammer, meine Familie WhatsApp. Projektweise kommt Telegram dazu. Auf Slack ist es gerade ruhiger geworden. Kurz: Die Welt ist und bleibt bunt.

Personal Information System: Eine schwierige Kategorie mit vielen Überlappungen. Hier gehört sicher mein Blog hin, auch Outlook, wo ich viele Notizen mit Kalendereinträgen, Aufgaben und Emails verbinde, und schließlich schätze ich die Notizbücher von Leuchtturm1917, die ich immer mit mir trage. Nachdem Versuche mit Evernote gescheitert sind, steht OneNote noch auf meiner ToDo-Liste.

Blogging or Website Tool: Okay, das ist und bleibt WordPress, das ich gerade auf den neuesten Stand gebracht habe.

Productivity Tools and Apps: Das ist sehr kontextbezogen. Von Google Maps, Dropbox, IrfanView bis … Tendenziell ist Outlook mein Hub, weil ich es seit Jahren, auch im Austausch mit Kunden und Unternehmen, gewöhnt bin. Und ich tendiere zu Desktop-Anwendungen und weniger zu Apps.

Preferred Office Suite: Ich nutze seit einigen Monaten Office 365 und bin eigentlich, bis auf einige Synchronisierungswege zwischen Desktop und Smartphone, ganz zufrieden damit.

Communication & Collaboration: Eine Mischung aus klassischen Werkzeugen wie Outlook (Email) und Skype; dann Google Docs, Dropbox, Etherpads, wenn es um die Zusammenarbeit und den Austausch in Teams und Projekten geht; und schließlich die sozialen Netzwerke, wenn es offen und informeller wird. Auf meiner Aufgabenliste stehen noch Web Conferencing-Tools, die ich bisher nur als Teilnehmer, aber selten als Veranstalter oder Gastgeber nutze. Zoom ist vielleicht mal einen Versuch wert.

Smart Device: Nichts Überraschendes, ein iPhone und ein älteres iPad der zweiten Generation.

Bildquelle: nick farnhill (Flickr, CC BY-SA 2.0)

Mobile Learning Day 2017

November 17, 2017 - 21:22

Am Donnerstag war ich auf dem Mobile Learning Day an der FernUni Hagen. Es war die mittlerweile 9. Auflage dieses Events. „Mobile“ ist dabei längst zur Formel dafür geworden, dass heute die Grenzen zwischen Lebens-, Arbeits- und Lernwelten durchlässig geworden sind und jeder Raum ein potentieller Lernraum ist. Und so reichte das Themenspektrum des #MLD2017 auch von der Künstlichen Intelligenz bis zum eAssessment. Einige Stichworte sowie Links mit Hintergrundinformationen habe ich untenstehend kuratiert.

 

[View the story „Mobile Learning Day 2017“ on Storify]

Holokratie als Organisationsmodell für agile Bildungsorganisationen? 3 Fallbeispiele

November 17, 2017 - 14:32

Warum beschäftigen sich Bildungsorganisationen mit neuen Strukturen und Formen der Zusammenarbeit? Zum einen, weil sie sich mit neuen Kundenbedürfnissen und -anforderungen konfrontiert sehen und auf diese besser und dynamischer („agiler“) reagieren wollen; zum anderen, weil sie sich als Change Agents verstehen, die sich aktiv mit neuen Organisationsmodellen auseinandersetzen, um ihre Erfahrungen anschließend mit anderen Unternehmensbereichen zu teilen.

Ganz konkret geht es um Holokratie (engl. Holacracy), ein Modell, das seit einigen Jahren als Alternative zu traditionellen Formen der Zusammenarbeit und Entscheidungsfindung hoch gehandelt wird. Prominentester „Anwendungsfall“ ist der Onlinehändler Zappos. Von anderen Unternehmen, die auf Holokratie setzen, hört man selten. Um so erstaunlicher, dass Christoph Meier gleich von drei schweizerischen Bildungsorganisationen berichten kann, die sich aktiv mit den eigenen Organisationsstrukturen auseinandergesetzt haben und bereit waren, darüber zu erzählen!

Warum nun Holokratie? Für die CYP, das sich als „führendes Kompetenzzentrum für modernes Lernen der Schweizer Banken“ versteht, war es der Wunsch, sich zu einer agileren Netzwerkorganisation zu wandeln; für ein Team des HR Bereichs der Versicherungsgesellschaft Mobiliar war es ein Experiment, mit dem man schnell an Grenzen gestoßen ist; und für die Swisscom passte es in eine Reihe agiler Arbeitsformen und -Methoden, mit denen man sich dort im Zeichen der digitalen Transformation schon länger beschäftigt.

Die Fallberichte sind lesenswert. Holokratie bildete mal die direkte Vorlage, mal den Anstoß, und immer geht es um Anpassungen, die „vor Ort“ vorgenommen wurden. Ein spannendes Thema, das sicher auch für andere Bildungseinrichtungen interessant ist.
Christoph Meier, scil-Blog, 16. November 2017

Entwicklung digitaler Kompetenzen – drei Lösungsansätze aus der Praxis

November 17, 2017 - 07:49

Ein neuer Werkstattbericht von Joël Krapf und der Schweizerischen Post. Zur Erinnerung: Dort hat man sich entschieden, zwischen digitalen Kompetenzen und Kompetenzen in einer digitalisierten Welt zu unterscheiden und diese Unterscheidung in einem entsprechenden Referenzrahmen abzubilden (siehe Schaubild). Wobei ich anmerken muss, dass es etwas verwirrend ist, wenn dann im Text auch die Kompetenzen in einer digitalisierten Welt als digitale Kompetenzen (manchmal mit Anführungszeichen) bezeichnet werden. Andere sprechen hier deshalb von „future skills“ oder „21st century skills“.

 

 

Aber das nur zur Einordnung. Im Beitrag skizziert Joël Krapf drei Maßnahmen – ein Curriculum für das (Senior) Management, eine externe Ausbildung im «Digital Management» für Führungskräfte, einen Schulungs-Workshop für Schlüsselpersonen aus allen Hierarchiestufen -, die auf das Thema „digitale Kompetenzen“ einzahlen. Wobei er, wenn ich es richtig lese, auf diese Maßnahmen im Ökosystem der Schweizerischen Post gestoßen ist. Sie wurden nicht mit Blick auf das Referenzmodell entwickelt.
Joël Krapf, Blog, 17. November 2017

Neue Studie: Blockchain in Education

November 16, 2017 - 15:59

Blockchain in der Bildung ist ein Thema, in das gerade sehr viel Fantasie gesteckt und das uns sicher noch einige Zeit beschäftigen wird. Die Publikationen zum Thema sind allerdings überschaubar. Umso erfreulicher, dass es jetzt diese umfassende Studie des Joint Research Centre (JRC), das ist der wissenschaftliche Dienst der Europäischen Kommission, gibt. Und noch schöner, dass sich das Hochschulforum Digitalisierung (den Namen des/ der Autor*in kann ich leider gerade nicht entdecken) aufgemacht hat, die 136 Seiten zu lesen und zusammenzufassen. So wissen wir jetzt:

  • Dier Einsatz von Blockchain in der Bildung steckt noch in den Kinderschuhen, doch das (genau!) „disruptive Potenzial“, so die JRC-Autoren, ist da.
  • Die vielversprechendsten Einsatzmöglichkeiten bestehen in der Ausstellung und Verifizierung von Leistungsnachweisen und Zertifikaten, der Verwaltung von geistigem Eigentum, im Datenmanagement und der Studienfinanzierung.
  • Wichtig ist in dieser Phase eine breite grenzüberschreitende Zusammenarbeit, „denn Blockchain entfaltet sein Potential vor allem in der transnationalen Nutzung“.

Ich möchte noch kurz die Träger der vier (!) „Use Case Studies for Blockchain Technology in Education“ ergänzen, die in der Studie kurz vorgestellt werden: Open University UK, University of Nicosia, MIT, Maltese Educational Institutions.
Hochschulforum Digitalisierung, 15. November 2017

Revisiting 70:20:10

November 15, 2017 - 20:29

Die 70:20:10-Formel, so mein Eindruck, ist „angekommen“. Weiterbildung und Lernen spielen sich nicht nur im Seminarraum ab, sondern auch am Arbeitsplatz und im Austausch mit anderen. So weit, so klar. Aber ab und zu treffen sich dann doch noch Experten, Interessierte und manchmal auch Zweifelnde, um sich über die Formel und darüber, was man mit ihr in der Praxis anstellen kann, zu verständigen. So gab es kürzlich einen Twitter-Chat zum Thema, und Clark Quinn versucht hier eine Zusammenfassung.

Zwei Punkte habe ich mir notiert: a) Wenn die Zahlen stören, dann bietet zum Beispiel die Aufteilung in „education – exposure – experience“ eine Alternative; b) Warum nicht die Formel als „design tool“ nutzen, um – ausgehend von den 70 Prozent – für ein Thema Aktivitäten und Angebote auf allen Ebenen zu entwickeln bzw. zu unterstützen?
Clark Quinn, Learnlets, 7. November 2017

Bildquelle: Ryan Tracey (Flickr, CC BY-NC-SA 2.0)

Lernen Bildungsferne lieber offline?

November 15, 2017 - 11:16

Ein Teufelskreis: Bildungsanbieter laden in Seminare und Workshops ein und lassen sich von zufriedenen Teilnehmern bestätigen, dass sie lieber vor Ort zusammenkommen als einen Online-Kurs bearbeiten. So wird das natürlich nichts mit der Digitalisierung in der Weiterbildung, meint Ulrich Schmid (MMB-Institut für Medien- und Kompetenzforschung), und stellt folgende Fragen:

  • Haben Bildungsanbieter wirklich systematisch geprüft, welche Programme sich fachlich und didaktisch besser offline als online durchführen lassen?  Oder hängt man oft nur an bewährten Geschäftsmodellen?
  • Können bestimmte Ziele wie die Entwicklung digitaler Kompetenzen überhaupt durch Offline-Schulungen erreicht werden?
  • Kann man in der heutigen Arbeitswelt überhaupt auf effiziente Online- und OnDemand-Dienste verzichten?

Vor diesem Hintergrund sollte jeder Bildungsanbieter, so Ulrich Schmid, sein bestehendes Portfolio auf den Prüfstand stellen. Bevor andere es tun. Didaktische wie geschäftliche Potenziale sind in jedem Fall da.
Ulrich Schmid, Digitalisierung der Bildung/ Bertelsmann Stiftung, 15. November 2017

3 ways technology can help build business agility

November 14, 2017 - 17:36

Die Autorin leitet ihren Weckruf wie folgt ein: „In this article I explore three ways that organisations can be using learning technologies to enhance the learning experience in ways that increase staff and business agility.“ Die Punkte stimmen: Make connections; Learn on the move; Prioritise learning transfer.

Schließlich: „Your workers are often at the forefront when it comes to adopting L&D technologies – even if they don’t call it learning, they are connecting with others and accessing the learning they need on the move. It’s time to catch up! Are you already using these learning technologies in your L&D strategy?“

Priya Dharni, Towards Maturity, 13. November 2017

Der Tag des Shopping-Wahnsinns

November 14, 2017 - 10:02

In Ökosystemen denken. Bildungsangebote als Experience, als Entertainment, eingebettet in bestehende, lustvolle Interaktionsformate. Nicht online oder offline, sondern dort, wo sich die Menschen aufhalten. Und unter neuem Namen, denn „Weiter-Bildung“ passt irgendwie nicht ins Bild.

Zu diesen Stichworten inspiriert hat Anja C. Wagner Online-Händler Alibaba und der „Singles‘ Day“ (11.11.), mit dem sie uns in ihrem aktuellen Newsletter bekannt macht.
FrolleinFlow / FLOWCAMPUS, The NeWoS, November 2017

Bildquelle: Olaf Kosinsky (Wikipedia, CC BY-SA 3.0 de)

Lern- und Lehrvideos: Gestaltung, Produktion, Einsatz

November 14, 2017 - 09:44

Für das „Handbuch E-Learning“ haben Martin Ebner und Sandra Schön diesen Beitrag geschrieben und als Entwurf veröffentlicht. „Lern- und Lehrvideos sind heute unerlässliche Bestandteile eines zeitgemäßen Unterrichts“, schreiben sie, und nachdem das geklärt ist, zählen sie verschiedene Einsatzmöglichkeiten von Lern- und Lehrvideos auf: von der Suche nach schnellen Antworten auf YouTube bis zu Massive Open Online Courses.

Es folgt ein Überblick über einige wichtige Formate wie Screencasts, Legetechnik-Videos, Tafel- und Whiteboardanschriften, Vorträge, Reportagen, Studioaufzeichnungen, Live-Vorträge, Animationen und Trickfilme, Interviews, Blockbuster (wenn es etwas mehr Budget gibt …) und, als ganz aktueller Trend, 360-Grad-Videos. Ein Lernvideo-Canvas gibt Interessierten schließlich noch eine praktische Starthilfe an die Hand. Für Einsteiger.
Martin Ebner und Sandra Schön, in: Hohenstein, Andreas/Wilbers, Karl (Hrsg.): Handbuch E-Learning, Deutscher Wirtschaftsdienst (Wolters Kluwer Deutschland), Köln, 71. Erg. Lfg., Oktober 2017 (via ResearchGate)

Mein Wochenausklang: Brauchen wir „Microlearning“?

November 10, 2017 - 22:12

In diesen Wochen erreicht mich wieder eine Fülle an Webinar-Angeboten. Ab und zu melde ich mich für eines an, und ab und zu raffe ich mich dann tatsächlich auf, auch einmal reinzuhören. Diese Woche ging es um „Micro-Learning and Gamification“. Ich bin dann doch zur Halbzeit aus dem Angebot ausgestiegen, weil es eher an Einsteiger adressiert war. Aber über den Begriff Microlearning habe ich noch eine Weile nachgedacht.

Ich weiß noch, dass es 2005 eine Microlearning-Konferenz in Innsbruck gab. Auf dieser (oder der nächsten, 2006?) bin ich gewesen. Damals führte der Begriff Microlearning noch beide Welten zusammen: die Internet-Avantgarde, die von Hypertext, RSS und „small pieces, loosely joined“ schwärmte; und die EdTech-Vertreter, die schon an neue Anwendungen für das mobile Lernen glaubten. Mit dem iPhone und YouTube haben dann die letzteren das Feld und den Begriff übernommen.

Was aber den Umgang mit Microlearning nicht leichter gemacht hat. Zwar ist man sich heute einig, dass mit Blick auf Nutzungsroutinen, Aufmerksamkeitsspannen und Vergessenskurven kein Weg an kurzen Lerneinheiten vorbeiführt. Aber hat man damit schon ein pädagogisches Konzept? Wenn ich den Begriff zum Beispiel in der „Mediendidaktik“ von Michael Kerres nachschlage, so werde ich zum Kapitel „Behaviorismus“ geführt. Dort wird Microlearning mit dem mobilen Lernen zusammengebracht, aber auch mit der Warnung, dass sich in kurzen Zeitfenstern nur begrenzte Lerninhalte, sprich: Faktenwissen, sinnvoll bearbeiten lassen. Es liest sich eher wie eine Verlegenheitslösung.

Im eingangs erwähnten Webinar gab es ein Schaubild mit einer Gegenüberstellung von Microlearning und Macrolearning (der Begriff war mir, das nur am Rande, neu). Microlearning, so heißt es da unter anderem, kommt ins Spiel, wenn ich sofort eine Antwort benötige („I need help now“), Macrolearning dagegen antwortet auf „I want to learn something new“. Das eine ist getrieben durch meine Fragen, beim anderen werde ich von Experten geführt. Aber auch diese Unterscheidung wirft Fragen auf, und ich bin nicht sicher, ob sie es in die Neuauflage der „Mediendidaktik“ schaffen wird.

Vielleicht, so mein heutiges Fazit, erweitert Microlearning vor allem den Blick: darauf, dass Lernen ein kontinuierlicher Prozess ist, in dem „große Lernblöcke“ durch kleine Impulse eingeleitet oder durch kurze Refresher fortgeführt werden können; darauf, dass Lernen formal und informell stattfindet und an vielen Stellen, oft hinter unserem Rücken, fest in unseren Alltag eingebettet ist. „Alte“ Newsletter-Dienste versuchen auch, solche Impulse zu setzen. Heute kommen sie als Messenger-Dienste via WhatsApp oder Telegram daher, wie die „tägliche Dosis Politik“ der Bundeszentrale für politische Bildung. Auch eine Form von Microlearning!?

Wächter des Weltwissens – wie Automaten Wikipedia beschützen

November 10, 2017 - 18:22

Die Bertelsmann Stiftung hat ein neues Projekt, „Ethik der Algorithmen“, gestartet, und im Projektblog findet sich dieser Artikel über den Einsatz von Bots in Wikipedia. Über 350 sind es, die heute die Funktionsfähigkeit der Online-Enzyklopädie gewährleisten. Denn während die Zahl der Artikel auf Wikipedia weiter steigt, hat die Zahl der aktiven Autoren von 50.000 auf 30.000 abgenommen. Um diese zu entlasten, werden Bots eingesetzt. Ich glaube, dass es zum Stichwort „Ethik der Algorithmen“ sicher Einsatzfelder gibt, auf denen der Einsatz von Bots strittiger oder überraschender ist. Trotzdem habe ich den folgenden Hinweis in mein persönliches Merkheft übertragen:

„Kernpunkt dabei ist, dass Wikipedia keine weitere soziale Plattform sein will. Das Projekt will  sich nicht darauf verlassen, dass die Leser selbst schon entscheiden, welchen Informationen sie trauen können. …“

Torsten Kleinz, Algorithmenethik/ Bertelsmann Stiftung, 8. November 2017

The Case(s) Against Personalized Learning

November 10, 2017 - 07:59

Die USA sind in der Regel einen Schritt weiter: in der Entwicklung von EdTech, in der Implementierung von EdTech in Schulen und Hochschulen und in der kritischen Auseinandersetzung mit der neuen Praxis und ihren Folgen. Das betrifft auch „personalized learning“, das ja gerne als zentrales Versprechen der Digitalisierung der Bildung gehandelt wird.

„Wissen digital zugänglich zu machen ist ein wichtiger Schritt der Bildungsrevolution. Der nächste heißt Personalisierung.“ (Jörg Dräger/ Ralph Müller-Eiselt: Die digitale Bildungsevolution, 2015, S. 61)

Trotzdem stehen wir noch am Anfang der Entwicklung. Das heißt, auch um Grundsätzliches wie Begriffe und Deutungen wird noch gestritten. Der vorliegende Artikel gibt drei Einwänden Raum:
Argument#1: The Hype Outweighs the Research („The evidence base is very weak at this point“, John F. Pane)
Argument #2: Personalized Learning is Bad for Teachers and Students („It’s behaviorism on a screen“, Alfie Koon)
Argument #3: Big Tech + Big Data= Big Problems („When Facebook promises personalization, it’s really about massive data collection“, Audrey Watters).

Der Artikel wird von weiteren Beiträgen zum Thema begleitet (Special Report: „Personalized Learning: Vision vs. Reality“). Und auch wenn Schulen hier im Mittelpunkt stehen, EdTech und „personalized learning“ sind eine Entwicklung, die keinen Bildungsbereich auslassen wird.
Benjamin Herold, Education Week, 7. November 2017

Online lernen mit MOOCs – ist das was für jedermann?

November 8, 2017 - 21:10

Ein Selbstversuch, den ich nicht so richtig einordnen kann: Ist es 2017 wirklich noch ein „Wagnis“, an einem Online-Kurs teilzunehmen und darüber auf einem Blog zu berichten? Macht es Sinn, mehrere Kurse „auszuprobieren“, um die eigene Lernmotivation und Disziplin zu beobachten? Und um dann Rückschlüsse auf die Abbrecherquoten der MOOC-Plattformen zu ziehen? Und will man als Pädagogin von einem „Erfolg“ sprechen, wenn man es irgendwie geschafft hat, einen Kurs komplett durchzuarbeiten und mit Auszeichnung abzuschließen?

Wenn man diese Fragen einmal beiseiteschiebt, bleiben nützliche Informationen über einige aktuelle Online-Kurse und -Plattformen, ihre Merkmale und mögliche Hürden für Lernende, sich aktiv einzumischen. Allerdings macht die Autorin um die Frage, welche Anbieter ihre Kurse heute noch „MOOCs“ nennen und welche Kurse das Attribut verdienen, einen Bogen. Dafür hat sie zum Abschluss noch einen wichtigen Hinweis, den auch Bildungsanbieter aktiv unterstützen können:

„Hilfreich könnte es sein, die Unverbindlichkeit und Anonymität dadurch abzuschwächen, dass man beispielsweise Freunde in den MOOC einlädt und sich mit diesen verabredet, gemeinsam zu bestimmten Zeiten zu lernen.“

Sabrina Thom, Digitalisierung der Bildung/ Bertelsmann Stiftung, 7. November 2017

Twitter erlaubt Nutzern doppelt so viele Zeichen

November 8, 2017 - 07:08

Schade, es war zu befürchten: Twitter hat die maximale Länge eines Tweets von 140 auf 280 Zeichen erhöht. Mehr Nutzer gewinnen, lautet das Ziel. 328 Millionen sind es jetzt. Daraus „zufriedene Nutzer“ zu machen, hätte auch ein Ziel sein können.
ZEIT Online, 7. November 2017

Bildquelle: freestocks.org (Unsplash)

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