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Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends
Aktualisiert: vor 2 Stunden 50 Minuten

Hamburg gestaltet Zukunft der digitalen Hochschullehre

vor 7 Stunden 5 Minuten

Ich habe immer noch keine Ahnung, wie man das Akronym HOOU ausspricht. Am besten gar nicht, sondern brav von „Hamburg Open Online University“ sprechen. Die ist nämlich heute, knapp drei Jahre nach der Grundsteinlegung, als „öffentlicher Prototyp“ gestartet. In der Pressemitteilung des Hamburger Senats heißt es einleitend:

„Das digitale Kooperationsprojekt Hamburg Open Online University (HOOU) aller staatlichen Hamburger Hochschulen und des UKE geht heute (19. September 2017) mit einer ersten prototypischen Version ans Netz. Die Kernidee der HOOU ist, dass die Hamburger Hochschulen auf einer gemeinsamen Plattform innovative digitale Lernformate entwickeln, die Studierenden und interessierter Öffentlichkeit gleichermaßen zur Verfügung stehen.“

Der Senat, heißt es, unterstützt die HOOU auch in ihrer weiteren Projektphase von 2017 bis Ende 2018 mit rund 8,86 Millionen Euro (nach 3,7 Millionen Euro für 2015/2016). Da sich das Angebot auch an „Interessierte außerhalb der Hochschulen“ richtet, werde ich in den nächsten Tagen mal schauen, ob das „Nicht-Hamburger“ einschließt.
Freie und Hansestadt Hamburg, Pressestelle, 19. September 2017

„Digitale Kompetenzen – Kompetenzentwicklung digital“ – Rückblick auf den 4. scil Trend- & Community Day 2017

vor 7 Stunden 54 Minuten

Christoph Meier berichtet ausführlich vom 4. scil Trend- und Community Day, der letzte Woche im Würth Haus in Rorschach stattgefunden hat (ich hätte also meinen Radausflug nur ein paar Tage verlängern müssen …). Natürlich stand die digitale Transformation und ihre Bedeutung für L&D auch hier über allen Themen und Projekten. Die Hausaufgabe, die man diesem Protokoll ablesen kann: Technologisch auf dem Laufenden bleiben, aber Bildung als Management-Aufgabe nicht aus den Augen verlieren.

Hier eine Auswahl der Stichworte, die in diesem Bericht fallen: digitale Kompetenzen, Learning Apps, Content Curation, MOOCs, Adaptive Learning, Working Out Loud, KI und Teaching Bots. Und viele Links … Sabine Seufert (scil) hat ihren Vortrag, „Personal- und Persönlichkeitsentwicklung in einer digitalen Welt?“, in einem separaten Beitrag veröffentlicht.
Christoph Meier, scil-Blog, 19. September 2017

Who’s building the infrastructure for lifelong learning?

September 18, 2017 - 19:34

Wenn ich es richtig verstanden habe, steht „infrastructure“ hier für so etwas wie eine „konzertierte Aktion“, ein „society-wide commitment“. Das, so die Autorin, Professorin an der London Business School, ist dringend notwendig, um den komplexen Anforderungen eines dynamisch sich verändernden Arbeitsmarktes zu begegnen:

„Part of the challenge of building anticipation and enabling people to engage in lifelong learning is that this is not a single point of intervention. Of course, fundamentally it is the responsibility of each individual to act on the emerging reality that continuous learning is crucial to a productive life. But anticipating jobs and providing access to lifelong learning demands a complex system involving multiple stakeholders:

educators that extend the reach of their programs from being front-ended on teenagers and 20-somethings to delivering educational options to students of all ages; governments that commit to helping citizens understand future job markets and the skills they will require, and that realign tax and financial incentives; and corporations that create work environments that support education and enable employees to engage in extended periods of training.“

Es folgen kurze Hinweise auf erste Piloten: Bildungsanbieter (edX, Coursera, Khan Academy, LinkedIn Learning), Staaten (Frankreich, Dänemark, Singapur), Unternehmen (AT&T, Westpac). Dann der Hinweis auf das Buch der Autorin …
Lynda Gratton, MIT Sloan Management Review, 8. September 2017

Mein Wochenausklang: Die Netzwerke unserer Mitarbeiter*innen

September 15, 2017 - 21:26

„Was machen wir eigentlich mit den Wissensnetzwerken unserer Mitarbeiter*innen? Sind diese Netzwerke unter den Bildung 4.0-Bedingungen nicht auch unser Aufgabengebiet als Personaler*innen?“ Diese Frage stellte mir vor einigen Tagen eine Konferenzteilnehmerin. Und sie setzte damit Fantasie frei, bei mir und bei anderen Teilnehmer*innen, denn das Thema tauchte im Laufe des Tages immer wieder in kleinen Runden auf. Meine Assoziationen: Natürlich sind diese Netzwerke, in denen wir alle stecken, da, und sie werden auch in der Bildungs-Community diskutiert. So hat zum Beispiel Harold Jarche ein Lernmodell entwickelt, das unterschiedliche Arbeits-, Austausch- und Lernprozesse an „Work Teams“, „Communities of Practice“ und „Social Networks“ festmacht („implementing network learning“).

Aus der Perspektive des Mitarbeiters sind Netzwerke etwas, das er im Rahmen seines persönlichen Wissensmanagements pflegt und die auf seine „social reputation“ einzahlen (Wer zählt eigentlich noch Follower? Wer nutzt eigentlich noch „Klout“?). Moderne Lernplattformen und Enterprise Social Networks knüpfen hier an. Aus der Perspektive des Unternehmens könnte man sich an bestehenden Wissensbilanzen orientieren, nach dem Beziehungskapital fragen und möglicherweise bei den Netzwerken landen, in denen man durch seine Mitarbeiter*innen vertreten ist.

Die Frage nach den Netzwerken könnte also ein gezielter Schritt sein, um sich einen Überblick über die „Welt da draußen“ zu verschaffen und zu überlegen, wie man diese Aktivitäten unterstützen und fördern kann. Vielleicht macht es sogar Sinn, diese Netzwerke einmal zu dokumentieren und gezielt in zukünftige Arbeits- und Lernprozesse einzubinden? Die nächsten Stichworte liegen dann schon auf der Hand: Working Out Loud, Learning Out Loud.

Bildquelle: Slava Bowman (Unsplash)

Marketing für betriebliche Bildung? Was L&D Profis von Marketing-Profis lernen können

September 15, 2017 - 18:49

Bildung und Marketing sind zwei Dinge, die nicht automatisch zusammenfinden. Vor allem, wenn es um das innerbetriebliche Lernen geht. Doch wenn man Mitarbeiter motivieren will, sich für eine Sache zu begeistern, dann ist man schon mit einem Bein im Marketing: Wie weckt man ihre Aufmerksamkeit? Wie spricht man sie richtig an? Wie begleitet man sie?

Christoph Meier hat wieder an einem Online-Summit der eLearning Guild teilgenommen und einige Stichworte und Beispiele zum Thema zusammengefasst. Hier eine Auswahl seiner 12 Überschriften bzw. Absätze:
1) Lernaktivitäten als Kundenreise verstehen
2) Emotionen ansprechen
8) Die Zielgruppen gut kennen und verstehen
12) In Kampagnen denken
Christoph Meier, scil-Blog, 31. August 2017

Gute Lösungen finden und teilen mit Entwurfsmustern

September 15, 2017 - 15:13

In einem aktuellen Gastbeitrag auf dem Blog des Hochschulforums Digitalisierung darf Christian Kohls, inzwischen bei der TH Köln angekommen, für Entwurfsmuster bzw. Patterns werben. Man kann diesen Beitrag auf zweierlei Weise lesen und nutzen: Man kann sich in das Prinzip der Entwurfsmuster einführen lassen, ist damit aber schon mit mehr als einem Bein in allen Fragen, die mit Taxonomien, mit der sinnvollen Systematisierung, Klassifizierung und Dokumentation von Szenarien, Methoden und Konzepten zusammenhängen. Oder man schiebt den Überbau vorsichtig beiseite, kümmert sich nicht darum, wo ein Good Practice aufhört und ein Entwurfsmuster bzw. Pattern anfängt, und nutzt einfach die verlinkten Ressourcen: zum Beispiel die Sammlung von Entwurfsmustern (Lehrszenarien) auf e-teaching.org oder der Uni Hamburg. Ganz praktisch.
Christian Kohls, Hochschulforum Digitalisierung/ Blog, 14. September 2017

Bildquelle: Karly Santiago (Unsplash)

Strukturdaten Distance Learning/ Distance Education 2017

September 15, 2017 - 09:12

Nur eine protokollarische Notiz: Seit 1984 werden jährlich Daten zum Fernunterricht (jetzt: Distance Learning/ Distance Education) erhoben. Diese Anbieterstatistik stand und steht traditionell etwas „quer“ zu neuen, offenen Lernformen im Netz. Fernunterricht ist halt hierzulande im Fernunterrichtsgesetz von 1977 „zum Schutz der Teilnehmer“ geregelt. Jetzt hat das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) die methodischen Grundlagen dieser Statistik einer Revision unterzogen. Die Begründung liest sich wie folgt:

„Im Zuge der Digitalisierung verliert die frühere eindeutige Abgrenzung zwischen Bildungsan­geboten in Form von Präsenzseminaren einerseits und (dem per se medienbasierten) Fernunter­richt andererseits jedoch an Bedeutung: So ist die didaktische Konzeption von Bildungsangebo­ten in Form von „Blended Learning“, also in Form eines sequenzierten Lernarrangements mit Präsenz- und medienbasierten Selbstlernphasen, inzwischen weit verbreitet. Von „Fernunter­richt“ abgrenzen lassen sich diese Angebote häufig nur noch anhand der gesetzlichen Definition des Fernunterrichts, gemäß der die Vermittlung der Lerninhalte über Distanz entweder „aus­schließlich“ oder „überwiegend“ (d. h. zu mindestens 51 %) zu erfolgen hat.“

Wie bei Kategorien wie „Weiterbildung“ oder „E-Learning“ darf man auch hier nicht von der Bedeutung des Begriffs ausgehen und einen statistischen Überblick über das jeweilige Feld erwarten, sondern muss genau lesen, was solche Datensammlungen eigentlich erfassen und was nicht. Ein MOOC fällt zum Beispiel nicht zwangsläufig unter Distance Learning/ Education …
Angela Fogolin, Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), September 2017 (pdf)

5 Rules for Successful Microlearning

September 14, 2017 - 15:59

Natürlich kann man unseren acht-wöchigen CL2025 MOOCathon auch mit der Microlearning-Brille betrachten. Bildeten nicht tägliche, kurze Fragen und Aufgaben das Herzstück dieses Lernprozesses? Aber es kam noch etwas dazu: Die täglichen Fragen und Aufgaben sollten keine Themen und Inhalte vermitteln, und sie richteten sich gleichzeitig an über 1.000 Lernende. Diskussion und Erfahrungsaustausch inbegriffen. Spätestens an diesem Punkt zeigt sich, warum Microlearning zwar die kontinuierliche Auseinandersetzung mit einem Thema unterstützen und, im günstigen Fall, neue Lernroutinen verankern kann. Gleichzeitig fußt Microlearning noch auf den traditionellen Vorstellungen vom Lehren und Lernen, von Rollen und Verantwortlichkeiten.

Auch die fünf Regeln, die Alex Khurgin präsentiert, weisen in die richtige Richtung und geben wichtige Hinweise zum Design von Microlearning, ohne jedoch das Potenzial des kollaborativen Lernens anzutasten:

„#1. Align Microlearning Around Moments of Need …
#2. Design for Micro-Behaviors …
#3. Start Microlearning Experiences With an Emotional Hook …
#4. End Microlearning Experiences With a Call-to-Action …
#5. Surround Live Events With Microlearning …“
Alex Khurgin, ATD/ Learning Technologies Blog, 13. September 2017

Bildquelle: Artikel

It’s official – higher education students want staff to be better with digital, not to use more of it

September 14, 2017 - 09:16

Diese Studie („Student digital experience tracker 2017“, 40 S., pdf), an der 22.000 Studierende in UK teilgenommen haben, enthält viele Informationen über die Nutzung und die Erwartungen, was den Einsatz digitaler Systeme und Tools im Studium betrifft. Der Titel der Meldung bildet dabei nur einen Teilaspekt. Kapitelüberschriften lauten u.a.: „Access to basic services and digital devices“, „Course-related digital activities“ und „Institutional-level digital provision and support“. Was nach einer ersten Durchsicht, so Stephen Downes, auffällt: Viele Fragen kreisen um die Einbindung digitaler Systeme und Endgeräte und den Online-Zugriff auf Informationen. Themen wie „‚learn‘, ‚experience new things‘, or ‚go beyond the curriculum'“ mit Hilfe neuer Netztechnologien rücken da schnell in den Hintergrund.
Joint Information Systems Committee (Jisc), News, 11. September 2017

‘Learning and development must treat change like wearing new shoes – uncomfortable but worth it’

September 13, 2017 - 07:05

In einem Special Feature des Raconteur, „Future of Learning“, der in der britischen Times veröffentlicht wurde, macht sich auch Andy Lancaster (CIPD) über den Wandel von Learning & Development Gedanken. Seine Punkte:

„First, we have to ensure that L&D is driven by business need, …“
„This also means changing the style of learning. … we need to deliver learning in smaller chunks of content …“
„Options for self-directed learning are crucial to meet learning needs.“
„L&D now has a role that is far more that of a curator than a creator.“
„Finally, we have to focus on learning effectiveness, what we measure and how we measure it. … L&D professionals must focus on the outputs and impact of their work, not how many training sessions they provide.“

Leider werden – bis auf die Rolle des „Curators“ – vor allem Klassiker aufgezählt. Dass L&D zum Treiber und Mitgestalter neuer, offener, partizipativer und vernetzter Arbeits- und Lernprozesse wird, passte wohl nicht in den Kontext der Beilage, die vor allem noch einmal die Notwendigkeit des lebenslangen Lernens unterstreichen soll.
Andy Lancaster, Raconteur, 12. September 2017

Are We Recreating Segregated Education Online?

September 12, 2017 - 13:23

MOOC-Anbieter sind angetreten, um neuen Zielgruppen den Zugang zu hochwertigen Bildungsangeboten zu ermöglichen. Doch die Suche nach tragfähigen Geschäftsmodellen und zahlungswilligen Kunden kam dazwischen. Vor diesem Hintergrund sieht Amy Ahearn heute zwei Kursmodelle, die er „content-driven“ und „connection-driven“ nennt:

– Content-Driven experiences emphasize what you’ll learn. These are the resources that are typically still free like MOOCs, Khan Academy videos, TED videos, and some adaptive learning platforms.
– Connection-Driven experiences emphasize who you’ll learn with and from. These tend to be small seminar-style workshop classes hosted online — or customized certificate options built into larger online courses. Because there is consumer demand for more human elements in an online learning experience, this is where the business models are moving.“

Kurz: Formen der Interaktion und des Austauschs sind wichtig für erfolgreiche Lernprozesse, aber sie kosten Ressourcen. Also wiederholt sich hier, was auch im klassischen Bildungssystem zu beobachten ist. Wer kleine Klassen, Gruppenarbeit und den direkten Austausch mit Lehrenden und Mitlernern will, muss dafür zahlen. Ob die Appelle helfen, die der Autor an die Beteiligten – Lehrende, Kursanbieter, Philanthropen, Staat – richtet?
Amy Ahearn, EdSurge, 7. September 2017

Rückblick auf den Corporate Learning 2025 MOOCathon als Lernevent

September 11, 2017 - 14:41

Am Donnerstag und Freitag haben wir uns in Frankfurt getroffen, um den Corporate Learning 2025 MOOC mit einem Hackathon abzuschließen: An zwei Tagen wollten wir die Ergebnisse der acht Wochen in einem Wikibook zusammenfassen. Das Wichtigste vorneweg: Der Plan ist aufgegangen und das Ziel wurde erreicht! Karlheinz Pape hat sich am Wochenende bereits hingesetzt und das Gesamtprojekt in einer ersten, ausführlichen Rückblende gewürdigt. Dabei lässt er zuerst die einzelnen Etappen des MOOCathons noch einmal Revue passieren: die Kurswochen, die Abschlussarbeiten, die Wochenzusammenfassungen sowie den Hackathon selbst.

Anschließend hebt Karlheinz hervor,

  • warum der CL2025 ein Lernevent war, obwohl ihm alle klassischen Merkmale einer Bildungsmaßnahme fehlten,
  • wie wichtig die Prinzipien der Selbstorganisation und des hierarchiefreien Arbeitens im Netzwerk für motivierende Lernerfahrungen sind und
  • warum diese Prinzipien auch in Organisation und Unternehmen funktionieren können.

„Jetzt werden viele Einwände kommen, so könne man das aber nicht den Mitarbeitern überlassen, was sie lernen wollen und was nicht. Warum eigentlich nicht? Mitarbeiter haben Ziele in ihrer Organisation zu erreichen. Wer diese eigenen Ziele kennt, der weiß auch wo er noch nicht fit ist, und wird sich genau dort interessieren. Wenn es für ihn hilfreich ist, wird er sich dort engagieren. Da bin ich ganz sicher. Der MOOCathon mit dem Hackathon bestätigt mich erneut in der Annahme, das Lernen so frei und selbstgesteuert ablaufen darf – bei vermutlich sogar besseren Ergebnissen.“

Obwohl der MOOCathon offiziell vorbei ist, kann die Diskussion weitergehen: auf dem Corporate Learning Camp in Frankfurt und auf Wikibooks, denn am Dokument kann jeder weiterschreiben. By the way, auf die beiden Kapitel des Wikibooks, „Vision Corporate Learning 2025“ sowie „Roadmap Corporate Learning 2017-2025“, werde ich in Kürze noch einmal eingehen.
Karlheinz Pape, Corporate Learning Community, 10. September 2017

Wissensarbeit im Wandel

September 11, 2017 - 13:34

1.200 Rückmeldungen aus dem deutschsprachigen Raum haben die Personaldienstleister von Hays (in Zusammenarbeit mit Pierre Audoin Consultants und der Gesellschaft für Wissensmanagement) eingeholt, um mehr über die aktuellen Themen und Problemfelder in der Wissensarbeit zu erfahren. Wobei sie das Konzept des „Wissensarbeiters“ nicht weiter problematisieren, womit sie sich zwar schwierige Eingrenzungs- und Abgrenzungsversuche ersparen, aber den Leser auch mit Fragezeichen zurücklassen.

Die Kernergebnisse der Studie werden wie folgt zusammengefasst:

  1. Wissensarbeit wird durch Routinetätigkeiten blockiert
  2. Spezialisierung verhindert den Blick über den Tellerrand
  3. Wissensarbeiter entwickeln ihre Kompetenzen in Eigenregie

Der letzte Punkt, das merken die Autoren an, geschieht nicht so ganz freiwillig. Vielmehr weichen Wissensarbeiter hier oft den schwierigen Rahmenbedingungen vor Ort aus.
Hays, September 2017

Kompetenzen für die Arbeitswelt von heute und morgen: 21st Century Skills and beyond

September 7, 2017 - 05:53

Vielleicht muten sich die Autoren doch auf knappem Raum etwas zu viel zu: Zuerst die Kompetenzen beschreiben, die in der Arbeitswelt von morgen gefordert werden; und dann noch die Wege skizzieren, auf denen diese Kompetenzen erworben werden können. Was den ersten Punkt betrifft, so wählen sie das (?) „21st Century Skills Modell“, um einige der Kompetenzen aufzuzeigen, mit denen wir uns zukünftig wappnen müssen. Was den zweiten Punkt betrifft, so ist es vielleicht doch etwas zu einfach, kurz auf problem- und erfahrungsbasiertes Lernen und einige aktuelle Ansätze wie den Inverted Classroom hinzuweisen. Aber sie sind hier natürlich nicht die Einzigen, die an dieser Stelle noch mehr Fragezeichen als Antworten haben. Einigkeit herrscht aber dahingehend, dass die bestehenden Lernkonzepte und -wege nicht zum Ziel führen.
Deborah Schnabel und Andre Hartmann, Hochschulforum Digitalisierung/ Blog, 6. September 2017

Bildquelle: Charles Fadel, CC BY 3.0

What do professors think of Coursera’s new subscription model?

September 6, 2017 - 19:13

Coursera, die weltweit größte MOOC-Plattform, verändert immer wieder mal ihr Geschäftsmodell. Jetzt ist man bei einem „subscription model“ gelandet, bei dem Lernende eine monatliche Rate für den Zugriff auf die Online-Kurse zahlen („Introducing Subscriptions for Specializations“, 31.10.2016). Der Begriff MOOC passt hier natürlich nicht mehr und wird auch von Coursera selbst nicht mehr genutzt. Wie geht es aber nun den Lehrenden und ihren Kursen, die sie für Coursera entwickeln? Zumindest die beiden Professoren, die hier zu Wort kommen, sind alles andere als glücklich. Vorneweg: Sie schätzen Coursera als Plattform und Partner. Aber sie sehen, dass ihre Inhalte immer mehr hinter einer Paywall verschwinden und dass sie auf diese Entwicklung immer weniger Einfluss haben. Einer der Professoren hat seinen Ausweg gefunden: Er stellt die gesamten Kursmaterialien als Open Educational Resources (OER) parallel auch auf seiner eigenen Webseite zur Verfügung.
Dhawal Shah, Class Central, 15. August 2017

10 Myths about Modern Workplace Learning

September 5, 2017 - 22:01

Etwas zum Überfliegen. Jane Hart geht zehn Punkte durch, die häufig mit der „Modernisierung des Lernangebots“ verbunden werden, aber am Kern von „Modern Workplace Learning“, wie sie es nennt, vorbeigehen. Zum Beispiel die Vorstellung, dass „MWL simply means modernising training“. Was heißt das? Häufig stehen Aufgaben wie die Einführung von Mobile Learning, die stärkere Nutzung des Virtual Classroom oder die Auseinandersetzung mit Gamification ganz oben auf den ToDo-Listen von Learning & Development. Doch wenn diese Projekte nicht in einen Prozess der Veränderung der Lernkultur und des Lernens eingebettet sind, bewegen sie wenig. Im besten Fall machen sie bestehende Konzepte attraktiver und effizienter.

Weitere Mythen lauten zum Beispiel: „3. MWL is all about the learner“, „4. MWL means providing personalised learning for every individual“ und „8. L&D is responsible for MW“.
Jane Hart, Modern Workplace Learning Magazine, 5. September 2017 

Massive Open Online Courses (MOOCs): Eine Standortbestimmung

September 4, 2017 - 17:36

Heute hatte ich wieder einmal eine Gelegenheit, in kleiner Runde zum Stichwort MOOCs zu präsentieren. Gastgeber war die thyssenkrupp Academy in Essen. Mark Sebastian Pütz, Head of Digital Learning, hatte dort bereits für unseren Corporate Learning 2025 MOOCathon Werbung gemacht und da es heute passte, haben wir die Gelegenheit vor Ort ergriffen, noch einmal nachzulegen. Denn das Konzept des vernetzten Lernens, soweit sind wir uns einig, ist für jedes Unternehmen und sein Learning & Development eine Bereicherung. Es braucht halt nur einen ersten Schritt, ein Pilotprojekt. Also habe ich den Bogen weit gespannt: von Begriff und Entwicklung der MOOC-Plattformen bis zu einigen Eindrücken aus unserem aktuellen MOOCathon.
Jochen Robes, SlideShare, 4. September 2017

 

Massive Open Online Courses (MOOCs): Eine Standortbestimmung von Jochen Robes

Mein Wochenausklang: Lernen wie man lernt

September 1, 2017 - 21:36

Der erfolgreichste Online-Kurs heißt „Learning How to Learn“. Erfolgreich, weil sich bis heute 1,8 Millionen Studierende für ihn eingeschrieben haben. So viele, wie für keinen anderen Kurs. Also im wahrsten Sinne des Wortes ein Massive Open Online Course. Er wurde von der University of California in San Diego entwickelt, und wird von Barbara Oakley, Oakland University in Rochester, Michigan, und Terrence Sejnowski, Salk Institute for Biological Studies, San Diego, durchgeführt. Und anmelden kann man sich für ihn auf der MOOC-Plattform von Coursera (eine neue Runde des vierwöchigen Kurses startet übrigens am 4. September!).

Nun ist ja allgemein bekannt, dass wir Lernen eigentlich nicht lernen müssen. Wir können gar nicht anders als zu lernen. Nicht zu lernen, geht so wenig, wie nicht zu kommunizieren. Auf was zielen dann Kurse wie „Learning How to Learn“ ab? Auf der einen Seite arbeiten sie gegen die Vorstellung vieler Menschen, dass sie eigentlich mit dem Lernen abgeschlossen haben, wenn sie Schule, Hochschule und einige Trainings am Arbeitsplatz hinter sich gebracht haben. Jetzt erzählt alle Welt vom lebenslangen Lernen. Von daher muss man sie daran erinnern, dass sie ja Lernen können. Auf der anderen Seite geht es um Lernwiderstände und Lerntechniken, also die Optimierung der eigenen Lernaktivitäten. In einem Artikel der NYT über „Learning How To Learn“ hieß es kürzlich: „The course provides practical advice on tackling daunting subjects and on beating procrastination, and the lessons engagingly blend neuroscience and common sense.“

Mich würde ja interessieren, ob und, wenn ja, wie Unternehmen, Organisationen und Verwaltungen heute dieses Thema adressieren, wenn sie ihre Mitarbeiter zum selbstorganisierten und kontinuierlichen Lernen ermuntern? Empfehlen sie schon den Kurs auf Coursera?

Bildquelle: Joseph Rosales (Unsplash)

Offen, vernetzt, innovativ: Von Industrie 4.0 zu Bildung 4.0

September 1, 2017 - 17:43

Auf den Titel hatte ich mich bereits letztes Jahr mit dem Veranstalter der Fachtagung Wissensmanagement, der Region Hannover, verständigt, wie immer in der Hoffnung, dass er die Monate bis zum Termin auch trägt. Im Vortrag habe ich dann versucht drei Dinge unter einen Hut zu bringen: einmal eine vorsichtige Ableitung von Bildung 4.0 aus Industrie 4.0 und Arbeiten 4.0; dann einen kurzen Überblick zur Digitalisierung & Bildung mit der Botschaft, dass wir heute „digitale Bildung“ nicht mehr erfinden oder einführen müssen, weil sie längst da ist; und abschließend eine kurze Erwähnung der einzelnen Gestaltungsfelder, wenn man sich systematischer mit dem Bildungsportfolio der eigenen Organisation auseinandersetzen will.

Unmittelbar im Anschluss überraschte uns Tanja Föhr (tanjafoehr.com) gleich mit tollen Sketchnotes zum Vortrag. Es war überhaupt eine sehr kurzweilige Veranstaltung in Hannover. Es gab drei Workshops von Tanja Föhr, Christian Keller (ck2 Wissensmanagement) und Maik H. Wagner (MW Wissenskommunikation) und über 100 interessierte Teilnehmer, einige aus der Gesellschaft für Wissensmanagement (GfWM), die immer wieder mit weiteren Ideen das Themenspektrum erweiterten.

Was nicht unerwähnt bleiben darf: Mein Zug von Frankfurt nach Hannover kam 20 Minuten zu früh (!) in Hannover an. Die Szenen, die sich nach Ankündigung der frohen Botschaft im Abteil abspielten, sind nicht in Worte zu fassen.
Jochen Robes, SlideShare, 1. September 2017

 

Offen, vernetzt, innovativ: Von Industrie 4.0 zu Bildung 4.0 von Jochen Robes

Hochschulen brauchen Strategien für das digitale Zeitalter

September 1, 2017 - 11:32

„Digitalisierung verändert unsere Hochschulen. Diese Veränderung muss gestaltet werden“, heißt es einleitend. Und zwar auf strategischer Ebene. Dabei sehen die Autor*innen zwei Strategien, die sie vorstellen und mit verschiedenen Beispielen unterlegen: a) eine Modernisierungsstrategie, „beispielsweise um existierende Herausforderungen wie die einer zunehmend heterogenen Studierendenschaftzu bewältigen“; b) eine Profilierungsstrategie, wenn Hochschulen die Möglichkeiten der Digitalisierung „mit einer spezifischen institutionellen Identität verknüpfen“. Modernisierung ist die Pflicht, Profilierung die Kür, heißt es. Und: Digitalisierung ist nicht das Problem, sondern das Werkzeug, um mit neuen gesellschaftlichen Herausforderungen umzugehen.

Der Artikel beschreibt wesentliche Themen, die auch im Mittelpunkt der Arbeit des Hochschulforums Digitalisierung stehen. Ich hätte es begrüsst, wenn die Autoren auch die zwei unterschiedlichen, zum Teil widerstreitenden Ziele der Modernisierung, nämlich Effizienz und Innovation, etwas herausgearbeitet hätten. Aber das findet sich vielleicht an anderer Stelle des Sammelbandes.
Jörg Dräger, Julius-David Friedrich, Lisa Mordhorst, Ulrich Müller und Ronny Röwert, in: Rat für Forschung und Technologieentwicklung (austrian council) (Hrsg.): Zukunft und Aufgaben der Hochschulen. Digitalisierung – Internationalisierung – Differenzierung, Wien 2017, S. 263-278

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