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Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends
Aktualisiert: vor 2 Stunden 19 Minuten

Learning Insights 2018. This time it’s personal!

Februar 23, 2018 - 05:50

Die E-Learning-Experten von kineo haben ihren jährlichen Ausblick wieder aufgelegt. Sechs Trends haben sie aus Interviews und einer Online-Befragung von 200 Learning Professionals herausgefiltert:

All power to the learner: Hier dreht sich alles um die Personalisierung, von der Frage nach den Bedürfnissen der Lernenden bis zur Personalisierung der Lernwege durch KI und Algorithmen. Und deshalb auch der Titel „This time it’s personal!“.
Performance support
The challenges of globalisation
The transformers: definitely more than meets the eye: Oder: What digital transformation means for L&D? …
New platform announcement: Es geht, so die kineo-Experten, von der Plattform zu „‘environment’ and ‘ecosystem’“.
Be a consultant for your internal clients

Der Report schließt mit einem Kapitel „What does the modern L&D professional look like?“. In den Antworten ihrer Gesprächsteilnehmer haben sie folgende Rollen gefunden: „The Business Consultant“, „The Market Researcher“, „The Digital Producer“, „The Curator“, „The Translator“ und „The Educator“. Der Report ist übrigens wieder sehr spielerisch gestaltet, angereichert mit vielen Zitaten und kleinen Geschichten. Auch ein Weg, um die eigenen Kompetenzen zu unterstreichen.
kineo, 21. Februar 2018 (Registrierung erforderlich)

Bildquelle: kineo, Learning Insights 2018, S. 8

 

Urheberrecht und freie Lizenzen – 15 Fragen und Antworten

Februar 22, 2018 - 17:32

Wer als Pädagoge digitale Inhalte, Materialien oder Werkzeuge einsetzt, kommt ganz schnell auch mit rechtlichen Fragen in Berührung. Welche Materialien darf ich nutzen? Was ist urheberrechtlich geschützt? Wie kann ich sicherstellen, dass andere meine Materialien so nutzen, wie ich es möchte? Und schon ist man mit mehr als einem Bein im Thema „Freie Unterrichtsmaterialien“ (oder auch: Open Educational Resources, kurz: OER). Jöran Muuß-Merholz hat darüber gerade ein Buch geschrieben (Beltz Verlag) und natürlich unter einer freien Lizenz zur Verfügung gestellt (hier). In diesem Blogpost gibt es das Kapitel „Urheberrecht und freie Lizenzen – die 15 ersten Fragen und Antworten“, also die FAQs, in denen der Autor in einfachen Worten die Grundsätze des Urheberrechts und die Funktionsweise von freien Lizenzen erklärt.
Jöran Muuß-Merholz, Hochschulforum Digitalisierung/ Blog, 21. Februar 2018

Erklärfilme als Umsatzbringer der Stunde

Februar 22, 2018 - 10:06

Das mmb Institut hat die Ergebnisse des 12. mmb Learning Delphi präsentiert. 61 Expertinnen und Experten aus dem deutschsprachigen Raum wurden wieder zu den Trends und Entwicklungen im digitalen Lernen befragt. Die aus meiner Sicht spannendsten Ergebnisse:

– Das Corporate Learning Camp hat sich aus Sicht der befragten Expert*innen als drittes Bildungs-Event hinter Learntec und Online Educa etabliert.
– Langfristig setzen die Befragten mehr auf das informelle, kollaborative Lernen, verbunden mit einer höheren Verantwortung der Lernenden.
– Und Messaging-Dienste wie WhatsApp haben sich zum ersten Mal einen Platz in der Liste der Lernanwendungen erobert, die in den kommenden drei Jahren eine zentrale Bedeutung im Portfolio von Corporate Learning einnehmen werden.

Wie gesagt, das sind meine persönlichen Highlights. Die mmb-Experten setzen zwei weitere Schwerpunkte: Zum einen zeigen die Ergebnisse, dass neben Blended Learning heute auch Videos/Erklärfilme, Micro-Learning, Mobile-Anwendungen und Virtual Classroom-Lösungen zu den Standards in vielen Unternehmen gehören. Und wenn es um den kommerziellen Erfolg von Lernanwendungen geht, zeigen die meisten Expert*innen zuerst auf Erklärfilme. Dazu heißt es:

„Erklärfilme wurden erst im Vorjahr in die Liste der Lernanwendungen aufgenommen. Die Frage nach dem künftigen kommerziellen Erfolg von Lernvideos beantworteten seinerzeit 70 Prozent der Expertinnen und Experten positiv. In diesem Jahr sind es bereits 89 Prozent. Wer dabei an halbprofessionelle YouTube-Videos von Fachleuten denkt, sieht nur einen kleinen Ausschnitt des Markts. Zwar werden hier auch bei vergleichsweise geringen Klickraten bereits Werbefilme vorgeschaltet, die auch eine Einnahme generieren können. Die größere Summe aber fließt von Auftraggebern zu entsprechenden Video-Dienstleistern, die für diese spezielle Lernvideos produzieren, z.B. als Stop-Motion-Trick oder als Präsentation mit Moderator im Vordergrund. Viele Weiterbildungsanbieter und Unternehmen nutzen inzwischen Videofilme als „Stand-alone-Form“, um einen Lerngegenstand allein durch das Video zu vermitteln.“

So erklärt sich auch der Titel der diesjährigen Auflage des Learning Delphis. In den weiteren Befragungsergebnissen geht es unter anderem um die wichtigsten Lernthemen und Zielgruppen, um Geschäftsmodelle digitaler Lernanbieter sowie die wichtigsten Messen und Kongresse.
mmb Institut – Gesellschaft für Medien und Kompetenzforschung mbH, mmb Trendmonitor I/2018, Februar 2018 (pdf)

Bildquelle: mmb Learning Delphi

Jeff Maggioncalda on the rise of alternative credentials, in an interview for the Observatory

Februar 20, 2018 - 21:13

Ich glaube, aus diesem Interview mit dem CEO of Coursera, dem weltweit größten Anbieter für Online-Kurse, wäre mehr zu holen gewesen. So darf Jeff Maggioncalda kurz auf die Zukunft von Micro-Credentials eingehen, versichern, dass es hohe Abbruchquoten bei den Kursen, für die Studierende zahlen, nicht gibt, und über die Bedeutung künstlicher Intelligenz philosophieren.

„My sense is that for management and executive jobs, probably a college degree will remain a really important credential. But for many other types of jobs where specialization is very important, I think certain specialized micro-credentials might be more valued by employers than a university degree.“

Christian Guijosa, Observatory of Educational Innovation | Tecnológico de Monterrey, 16. Februar 2018

Dossier „E-Learning“: Technikgrundlagen für E-Learning

Februar 20, 2018 - 18:44

Ich hatte ja vor einigen Tagen bereits auf den ersten Teil dieses Dossiers der Redaktion „wb-web“ hingewiesen, der sich mit „Didaktik und Methodik“ von E-Learning beschäftigte. Im zweiten Teil geht es jetzt um die technischen Grundlagen. Es gibt wieder nützliche Handlungsanleitungen zu Stichworten wie dem Hosting von Online-Kursen, (natürlich) Lernplattformen, Autorentools, Usability und Barrierefreiheit.

Die Handlungsanleitungen, das muss ich doch noch schnell loswerden, lesen sich manchmal etwas holprig. Das mag daran liegen, dass nicht ganz klar ist, an wen sie sich eigentlich richten: den Trainer, den Bildungsnovizen, den E-Learning-Experten, die Bildungsakademie, die Volkshochschule … Hier wäre es hilfreich gewesen, kurze Geschichten zu erzählen, Fallbeispiele von Nutzern, die etwas Konkretes tun wollen. Dass die Arbeiten von Rolf Schulmeister, mittlerweile fast 15 Jahre alt, immer noch zitiert werden, wenn es um die Beschreibung eines Lernmanagement-Systems geht, ist interessant. Und die Übersicht über freie LMS-Systeme etwas für Historiker.
Angelika Gundermann, wb-web, 16. Februar 2018

Bildquelle: dlohner (Pixabay, CC0)

Mythen der Digitalisierung mit Blick auf Studium und Lernen

Februar 19, 2018 - 19:34

Die Digitalisierung revolutioniert die Bildung, so eine These. Die Investitionen in EdTech, in Educational Technology, über die letztes Jahr viel berichtet wurde, scheinen diese These zu bestätigen. Dagegen setzen die Autoren, Rolf Schulmeister und Jörn Loviscach, auf „verstärkte Aufklärung und empirische Forschung“: „Es wird Zeit, einen kritischen Standpunkt zum Technologie-Determinismus einzunehmen.“ Im vorliegenden Artikel tun sie dies, indem sie sich mit vier Mythen der Digitalisierung auseinandersetzen:

1. Lernen heutige Studierende „digital“?
2. Helfen Notebook, Tablet und Smartphone in der Präsenzlehre?
3. Helfen Vorlesungsaufzeichnungen und Blended Learning?
4. Hilft technisch unterstützte „Aktivierung“ in der Präsenzlehre?

Die Einführung des Artikel und die Formulierung der Fragen lässt erahnen, dass ein einfaches „ja“ hier keine Option ist. Die Autoren verweisen auf Empirisches, auf unzählige Studien und deren Ergebnisse, um ein differenziertes Bild aufzuzeigen. Wobei „Empirie“, und das macht die Sache noch einmal vertrackter, sich in der Regel auf die bestehenden Strukturen, auf den Status Quo der Hochschullehre bezieht. „Helfen“ (um die zentrale Formulierung aus den Fragen der Autoren aufzunehmen) also digitalisierte Konzepte sowie digitale Systeme und Tools, um unter bestehenden Bedingungen des Studierens erfolgreicher zu sein? Nein, zumindest nicht auf den Wegen, die die Mythen suggerieren. Und, nein, wenn sich die Systeme und Tools am Ende des Tages an erfolgreich bestandenen Klausuren messen lassen müssen. Aber könnten diese neuen Möglichkeiten nicht Anlässe bieten, um über bestehende Konzepte des Studiums, des Lehrens und Lernens, nachzudenken?

Der Artikel von Rolf Schulmeister und Jörn Loviscach ist Teil eines Online-Sammelbandes. Weitere Beiträge sind hier abrufbar. (via Gabi Reinmann)
Rolf Schulmeister und Jörn Loviscach, in: Christian Leineweber und Claudia de Witt (Hrsg.): Digitale Transformation im Diskurs, 2017 (via Fernuniversität Hagen) (pdf)

Bidquelle: Fernuniversität Hagen

Mein Wochenausklang: Kann man Lernmotivation fördern?

Februar 16, 2018 - 22:56

Am Mittwoch bin ich in Berlin, auf dem 3. Deutschen Ausbildungsforum, und habe dort ein kleines Zeitfenster, um über Lernmotivation zu diskutieren. Beziehungsweise, wenn alles gut läuft, dann gebe ich anfangs einen kleinen Impuls und der motiviert hoffentlich die Teilnehmer, anschließend mit mir und den anderen zu diskutieren. Schon diese Zeilen deuten an, dass Motivation ein schönes, aber auch vertracktes Thema ist.

Was werde ich in Berlin erzählen? Das große Thema des Forums ist natürlich die „moderne Berufsausbildung“, zu der zweifelsohne auch virtuelle Lernumgebungen gehören. Und nicht erst die großen Online-Kurse mit den ebenso großen Abbruchquoten zeigen uns, dass Motivation etwas ist, über das es sich nachzudenken lohnt. Einerseits sind uns intrinsisch motivierte Lernende am liebsten. Andererseits wollen wir ja die Teilnehmer nicht abschreiben, die es aus anderen Motiven in einen Kurs verschlagen hat.

Im Corporate Learning 2025 MOOCathon stand letztes Jahr eine Kurswoche unter dem Titel: „Wie entstehen aus heutigen Kursteilnehmern die selbstorganisiert Lernenden von morgen?“ Ein Wochentag war der Motivation gewidmet. Und alles drehte sich um die Frage, was hier Corporate Learning eigentlich tun kann, ohne wieder in alte Muster zu verfallen, also Lernende immer wieder zu motivieren. Die Forumsdiskussionen in dieser Woche waren übrigens die intensivsten im ganzen MOOC! Wir hatten in diesem Zusammenhang auch ein paar Themen angestoßen, die es sich zu verfolgen lohnt (wenn man viel Zeit hat …). Zum Beispiel die Figur des Autodidakten, dessen intrinsische Motivation ja niemand in Frage stellt. Oder die Ermöglichungsdidaktik, die ja auch auf den eigenständigen und selbstgesteuerten Lernenden setzt.

Beim Stichwort E-Learning hat man sich lange darauf konzentriert, die Inhalte „motivierend“ zu gestalten. Interaktiv war und ist ein Zauberwort, Storytelling ein anderes, kurze Erklärfilme ein Format, das die Nutzer für nächste Schritte und Taten animieren soll. Motivationsdesign also. Inzwischen gehört die Selbstbestimmungstheorie von Edward L. Deci und Richard M. Ryan zum Handwerkszeug, wenn es um Motivation geht. Auch ich werde in Berlin also aufzeigen, wie man sich mit ihrer Hilfe von der Fixierung auf Lerninhalte und ihre Gestaltung lösen kann. Und von dem Gegensatzpaar von extrinsischer und intrinsischer Motivation.

Um dann werde ich sicher auch bei der Herausforderung landen, die Gabi Reinmann vor einiger Zeit sehr schön beschrieben hat: „Es gehört zu den Antinomien der Pädagogik und Didaktik, dass man Selbstbestimmung zum Ziel hat, aber auf dem Weg dahin allein mit Selbstbestimmung nicht auskommt.“

Monitor Digitale Bildung. Die Weiterbildung im digitalen Zeitalter

Februar 16, 2018 - 18:32

Letzte Woche der „Trendmonitor Weiterbildung“, diese Woche der „Monitor Digitale Bildung“. Die Studien geben sich gerade die Klinke in die Hand. Sei’s drum, die vorliegende Arbeit bildet die vierte und letzte Ausgabe des Monitors Digitale Bildung. Nach Ausbildung, Hochschulen und Schulen war jetzt die Weiterbildung an der Reihe. Herausgegeben wurde die Studie von der Bertelsmann Stiftung, durchgeführt vom mmb Institut. Ihre Grundlage bildet eine repräsentative 360°-Befragung, bei der Lernende, Lehrende und Entscheider zu Wort kamen.

Keine Studie ohne „Kernergebnisse“. Mit Blick auf die einzelnen Perspektiven und Kapitel halten die Autor*innen fest:

„1. Lernende: Digitale Weiterbildung geschieht vor allem informell und online zu Hause.“
„2. Angebote und Methoden: Google & Co. laufen traditionellen Anbietern den Rang ab.“
„3. Teilhabe: Sozial Benachteiligte profitieren bisher nicht von digitaler Weiterbildung.“
„4. Lehrende: Dozenten setzen digitale Lernmedien häufig ein, lassen aber noch viel didaktisches Potenzial ungenutzt.“
„5.  Weiterbildungsmarkt: Private Weiterbildungsanbieter sind öffentlich geförderten Anbietern beim digitalen Lernen oft voraus.“

Weitere Ergebnisse, Anmerkungen und interessante Details finden sich in den einzelnen Kapiteln. Zum Beispiel zur Frage, wie man es sich heute erklären kann, dass immerhin 54 Prozent der Befragten angeben, sich nicht entsinnen zu können, in den vergangenen zwölf Monaten „digital“ gelernt zu haben. Und zwar im weitesten Sinne, inklusive YouTube. Dann die Feststellung, dass nur 1 Prozent der Befragten kostenlose Online-Kurse (MOOCs) genutzt haben (okay, das ist jetzt vielleicht nicht so überraschend). Oder der Punkt, dass sich Lernende zwar an die Zugangswege zu Lernangeboten erinnern, zum Beispiel YouTube, nicht aber daran, von wem eigentlich ein Erklärvideo stammt. Offene Lernmaterialien (OER), das zeigen die Ergebnisse, spielen für Lehrende in der Weiterbildung eine, vorsichtig ausgedrückt, untergeordnete Rolle.

Ulrich Schmid (mmb Institut) hat inzwischen bereits eine kurze Lesehilfe zum Monitor veröffentlicht („Digital First in der Weiterbildung?“). Und über die mit dem Titelbild verbundene Botschaft denke ich noch nach …
Ulrich Schmid, Lutz Goertz und Julia Behrens, Bertelsmann Stiftung (Hrsg.), Februar 2018

Mit mehr Diversität zu einer Universität der Zukunft

Februar 16, 2018 - 10:39

Sascha Friesike, Professor für digitale Innovation der Vrije Universiteit Amsterdam, beschreibt in diesem lesenswerten Interview, wie er sich Hochschulen und Lehre vorstellt: das „Four C“-Konzept des Lernens im Blick haben (Critical Thinking, Collaboration, Communication, Creativity); Diversität in der Lehre und im Lehrkörper; Lehrende, die akzeptieren, dass sie nicht alles wissen können; Studierende, die auch mal mit Ideen zur Verbesserung von Kursen auf Dozenten zugehen. Sogar MOOCs haben in diesem Bild ihren Platz:

„Bei MOOCs habe ich erstmal kein soziales System, in dem ich lernen kann. Daher sind die Abbruchraten bei MOOCs auch so hoch. Aber sie können ein wunderbares Werkzeug sein, wenn ich sie mit einem bestehenden sozialen System kopple. Sagen wir mal eine Abteilung in einer Firma möchte sich zu einem bestimmten Thema besser informieren, dann wäre ein MOOC über den man innerhalb der Firma spricht, eine gute Option. Gerade wenn wir das Zauberwort des lebenslangen Lernens in den Ring werfen, werden wir sehen, dass unsere Universitäten das kapazitiv gar nicht könnten. MOOCs und andere Formate sind daher ungemein wichtig.“

Nadine Winter, Interview mit Sascha Friesike, politik-digital.de, 16. Februar 2018

Bildquelle: Alexis Brown (Unsplash) 

Corporate (E-)Learning in Zeiten der digitalen Transformation

Februar 15, 2018 - 19:19

Christoph Meier hat einen Beitrag online gestellt, der für das Handbuch E-Learning, herausgegeben von Karl Wilbers, entstanden ist und den er gemeinsam mit Daniela Bäcker und Sabine Seufert (alle Universität St. Gallen/ scil) verfasst hat. Der Artikel stellt eine umfassende Übersicht über ein zeitgemäßes Leistungsportfolio betrieblicher Bildungsdienstleister dar. „Zeitgemäß“ bedeutet, dass Kurse als alleinige Antwort auf alle Qualifizierungsbedarfe schon lange zu kurz greifen. Neben den Standard-Trainings identifizieren die Autor*innen deshalb weitere Modalitäten des Lernens:

– Lernen „On Demand“ mit Bibliotheken und Ressourcensammlungen
– Moderierte Lern- und Reflexionsprozesse im Arbeitsfeld und
– Austausch und Lernen von/ miteinander in selbstorganisierten Gruppen

Anschließend zeigen sie systematisch auf, wie diese unterschiedlichen Lernmodalitäten heute durch digitale bzw. netzgestützte Lernumgebungen, -plattformen und -tools unterstützt werden können.

Was diese Übersicht lesenswert macht: Zum einen habe ich keinen aktuellen Trend oder Begriff entdeckt – von MOOCs, über BarCamps bis WOL -, dem die Autor*innen nicht bereits einen Platz in ihrem Bild von Corporate Learning zugewiesen haben. Zum anderen betten sie ihre Ausführungen in ein umfassendes Geschäftsmodell von Corporate Learning ein. Denn ein erweitertes Leistungsportfolio ist nur die halbe Miete, wenn nicht auch das „Kundenerlebnis“, wenn nicht auch Rollen, Prozesse und Infrastrukturen und nicht zuletzt auch die Ertragsmechanik an die neuen Anforderungen angepasst werden.
Christoph Meier, scil/ Blog, 14. Februar 2018

What are the priorities for L&D in the modern workplace? Our survey says …

Februar 15, 2018 - 17:31

„… to see that there is now an increasing interest in non-traditional L&D activities“: Das ist es vor allem, was Jane Hart aus einer Online-Umfrage mitnimmt, zu der sie vor einiger Zeit eingeladen hatte. 173 Personen haben teilgenommen. Nach fünf etwas holzschnittartigen Fragen zur Einstimmung wurden die Teilnehmer gebeten, über die Zeit, die sie in zehn L&D-Aktivitäten investieren, Auskunft zu geben; und zwar mit Blick auf das, was sie heute tun, und das, was sie am liebsten tun würden:

„What Part 2 of this survey shows is that the respondents would like to spend:
– LESS time on classroom training and online courses
– some MORE time on running webinars, designing other types of learning experiences, curation as well as keeping up to date, and
– much MORE time on helping managers develop their teams, and helping individuals learn from daily work and share their knowledge experience – with the most significant increase in work being aimed at helping individuals becoming independent continuous learners.“

Jane Hart, Modern Workplace Learning Magazine, 15. Februar 2018

EmpaT – Interaktive Coaching Avatare für die Bewerbung

Februar 13, 2018 - 09:30

Ein interessantes Projekt: Es geht um eine interaktive 3D-Trainingsumgebung für Bewerbungsgespräche. „Das System erlaubt Bewerbern und Schulungspersonal, die eigenen sozialen und emotionalen Fähigkeiten in einem interaktiven Dialog mit virtuellen Avataren einzuschätzen und zu verbessern.“ Neu ist vor allem die Echtzeit-Analyse sozialer Signale wie Sprache, Mimik, Gestik und Körperhaltung.

Das Projekt heißt EmpaT (Empathische Trainingsbegleiter für den Bewerbungsprozess), wurde vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH (DFKI) in Saarbrücken durchgeführt und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Die Projektergebnisse wurden in diesen Tagen präsentiert und sind hier in komprimierter Form beschrieben.

Ich habe Werkstattberichte aus diesem Projekt in den letzten Monaten gesehen. Wenn dann über die Möglichkeiten und Auswirkungen solcher Bewerbungsumgebungen diskutiert wurde, ging es immer ganz schnell um reale Bewerbungsgespräche. Dass es sich hier um eine Trainingssimulation handelt, wurde ganz schnell ausgeblendet. Vielleicht sogar zu Recht. Denn ich glaube, hier darf man sich nichts vormachen. Wenn das eine funktioniert, wird das andere kommen. Vielleicht sogar mit dem Argument gleich ablaufender bzw. vergleichbarer Auswahlverfahren (ich wollte zuerst „vorurteilsfreier Prozesse“ scheiben, bis mir wieder einfiel, dass die Avatare und Algorithmen ja nicht vom Himmel fallen …).

Avatar: Guten Tag Herr Langer. Schön, dass sie hergefunden haben. Mein Name ist Sonja Schneider und ich werde mit Ihnen das Bewerbungsgespräch durchführen. Bitte setzen sie sich!
– Bewerber: [setzt sich]
Avatar: Gut. Als erstes würde ich gerne zu Ihrem Lebenslauf kommen. Erzählen Sie mir bitte etwas über sich. Was haben Sie bis jetzt gemacht, was für die ausgeschriebene Stelle wichtig wäre?
– Bewerber: Ich bin 26 Jahre alt und habe nach der Schule eine Ausbildung bei […]
Avatar: Was Sie erzählt haben, haben alle anderen Bewerber auch schon gesagt. Sie haben da jetzt nicht gerade herausgestochen.

Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH (DFKI), 9. Februar 2018

Bildquelle: DFKI

Die Siegerprojekte des eLearning AWARD 2018

Februar 12, 2018 - 18:32

Die eLearning Awards 2018, das sind, wenn ich richtig gezählt habe, 63 Kategorien und 63 Siegerprojekte, die von der Jury des eLearning Journals ausgezeichnet wurden. Über die Jury selbst und die Kriterien des Awards habe ich nichts gefunden, und die Kategorien sind alphabetisch geordnet. Mehr kann ich ihnen nicht ablesen.

Was findet man also? 63 kurze Fallbeschreibungen, nicht sehr lesefreundlich, aber man kann schnell die Liste der Unternehmen und ihrer Umsetzungspartner überfliegen und eintauchen, wo man halt hängenbleibt. Die Fallbeschreibungen decken ein breites Spektrum an Lösungen ab: Es reicht von den „Klassikern“, also LMS, WBTs und Assessments, bis zu aktuellen Stichworten wie „adaptiv“, „augmented“, „micro“, „gamification“ und „apps“. Zum Stöbern.
eLearning Journal, 2018

Brauchen die Studierenden von morgen noch E-Learning?

Februar 9, 2018 - 17:29

Martin Ebner, TU Graz, verzichtet in diesem Artikel auf das Kleingedruckte. Stattdessen nimmt er fünf Fragen, um über das Digitale in der Hochschullehre nachzudenken. Sie lauten: „Wer braucht noch E-Learning?“ (sehr schön: „Daher braucht es den Begriff E-Learning zwar in der Theorie, um eine Abgrenzung zu traditionellen Formen vorzunehmen, aber er macht wenig Sinn in der praktischen Anwendung“), „Wie lernt man E-Learning?“, „Wie kommt man zu den Lerninhalten?“, „Wie macht man E-Learning?“ und „Wo lernt man eigentlich?“ Das sind seine Antworten in der Kurzfassung:

„Die Zukunft des Lernens
– ist ohne Medien für Jugendliche (bereits heute) undenkbar;
– benötigt umfassende Medienkompetenzen der Lehrenden und entsprechende organisatorische Rahmenbedingungen sowie ausreichende Infrastruktur;
– ist ohne frei zugängliche Bildungsressourcen kaum umsetzbar;
– ermöglicht eine noch nie dagewesene didaktische Vielfalt
– und passiert schlussendlich überall und jederzeit“.

Martin Ebner, in: Lehre und Digitalisierung. 5. Forum Hochschullehre und E-Learning-Konferenz. Tobina Brinker und Karin Ilg (Hrsg.), UVW UniversitätsVerlagWebler, Bielefeld 2018 (via Academia.edu)

Design Thinking and the new Magenta-MOOC

Februar 9, 2018 - 11:29

Der Hinweis auf Design Thinking allein hätte noch nicht ausgereicht, um diesen Artikel hier zu verlinken. Dafür ist Design Thinking gerade zu allgegenwärtig, die Antwort auf alles, 42. Aber die Telekom hat ja das Label und das Format „Magenta MOOC“ schon mehrmals genutzt, um Themen unternehmensweit zu platzieren. 2014 hieß es „Share your entrepreneurial spirit“, 2016 „Go Digital“ (nachzulesen hier). Wer etwas in die Beschreibungen eintaucht, merkt schnell, dass es sehr spezielle Anpassungen des MOOC-Formats sind.

Jetzt also „Design Thinking“. Auch hier soll es nicht nur um die Methode gehen, wie Tim Höttges schreibt. Sondern um Haltung, um einen „mind shift“. „Our goal is, that everyone at DT gets familiar with this concept.“ Der Kurs begann für Telekom-Mitarbeitende am 15. Januar und endet am 15. März. Ich bin ja schon etwas neugierig zu erfahren, wie er im Detail umgesetzt wurde und wie er aufgenommen wird und hoffe einfach mal, dass auch diese Erfahrungen an irgendeiner Stelle geteilt werden.
Tim Höttges, LinkedIn/ Pulse, 5. Februar 2018

Neuer Sonderband Synergie: Qualität von OER

Februar 8, 2018 - 09:33

Dieser Sonderband zum Fachmagazin Synergie ist wirklich ein Sonderband, das heißt, er ist eigentlich eine wissenschaftliche Studie, die im Umfeld der Hamburg Open Online University (HOOU) entstanden ist und einen ersten Schritt „zu einem deutschen Qualitätsmodell für OER“ darstellen soll. Verfasst wurde er von Olaf Zawacki-Richter und Kerstin Mayrberger.

Im Mittelpunkt der Studie steht eine systematische Auseinandersetzung mit der Entwicklung und Sicherung von Qualität von Open Educational Re­sources (OER). Wobei der Fokus auf der Qualität der Lernmaterialien liegt. Diskutiert werden der Qualitätsbegriff, internationale Ansätze zur Qualitätssicherung und Qualitätskriterien, bevor man sich ersten Empfehlungen für ein Qualitätssicherungsverfahren für OER an der HOOU nähert.

Von einem „deutschen Qualitätsmodell“ ist übrigens explizit die Rede, obwohl ich da immer leicht zusammenzucke. An anderer Stelle heißt es etwas charmanter, dass man sich am Ende des Weges durchaus ein „HOOU-Label“ vorstellen könne …

„Der Aspekt der Qualität spielt spielt eine immer wichtigere Rolle in der Thematik der OER, weil sie unter anderem als Kritikpunkt gegenüber anderen Bildungsmaterialien gewertet werden könnte. Eine Unterscheidung zwischen besserer und schlechterer OER ist also notwendig.“

Redaktion Synergie, Synergie – Fachmagazin für Digitalisierung in der Lehre, Blog, 17. Januar 2018

Working out loud!

Februar 7, 2018 - 19:39

Vielleicht sollte ich vorwegschicken, dass es in diesem Artikel nicht um die Methode „Working out loud“ geht. Sondern um offene Formen des selbstbestimmten Lernens, um Lerngemeinschaften und -communities, um Begegnungsmöglichkeiten für selbstlernende Gruppen. Natürlich gehört Working Out Loud in diesen Kontext, aber auch Corporate MOOCs, Inhouse-Barcamps und FuckUp-Nights. Der Autor beobachtet einen „rasanten Wandel“ in Unternehmen: „Lernen wird zum digitalen Networking-Event, innovative Technologien halten verstärkt Einzug.“ Das ist mutig formuliert, aber da er auf unseren letztjährigen Corporate Learning 2025 MOOCathon verweist und Stimmen aus Bosch, Merck und Continental zitiert, folge ich gerne.
Ernst Timur Diehn, MERTON – Onlinemagazin des Stifterverbandes, 31. Januar 2018

Bildquelle: rawpixel.com (Unsplash)

Why Education is a terrible model for Learning

Februar 7, 2018 - 07:07

„Resources not courses“ ist die Botschaft von Nick Shackleton-Jones, die er nicht müde wird zu verbreiten (siehe „It’s time to switch from courses to resources“). Das heißt: Learning & Development sollte sich vom klassischen Trainingsmodell verabschieden und aufhören, Kurse, Inhalte und Tests zu entwickeln und zu verteilen. Dazu gehören auch LMS und Mobile Learning. Stattdessen lieber Mitarbeitende/ Lernende fragen, was sie benötigen, um ihren Job gut oder besser zu erledigen.

Am Ende des Statements findet sich auch noch ein Platz für Lernplattformen: „I ought to say something positive about the LMS: if you are trying to schedule experiences, then it’s a good tool. An LMS is generally a pretty good event-management system.“
Nick Shackleton-Jones, LinkedIn/ Pulse, 1. Februar 2018

Dossier „E-Learning“

Februar 6, 2018 - 10:27

Der neue wb-web-Dossier widmet sich dem Thema E-Learning. Die erste Folge zur Didaktik und Methodik im E-Learning ist online. Sie enthält eine Reihe von Checklisten (z.B. „E-Learning planen: Von der Ausgangsanalyse zum Feinkonzept“) und Handlungsanleitungen (z.B. „Kontakt und Austausch beim E-Learning“ oder „Lernziele überprüfen im E-Learning“. Weitere Folgen sollen sich mit den technischen Grundlagen des Online-Lernens und dem Einsatz von Social Media-Tools beschäftigen. Nützlich.
Angelika Gundermann, wb-web, 31. Januar 2018

Bildquelle: sandra_schoen (pixabay, CC0)

Tech giants expand their presence in education

Februar 5, 2018 - 20:28

Die Beobachtung des Autors: „Amazon, Google, Microsoft, and other technology companies are growing their presence in online platforms, like edX and Coursera, to offer more courses aimed at individuals that seek training in their software or in tech subjects.“

Langsam schließt sich der Kreis: Coursera, Udacity und edX werden zu Vorposten der IT-Firmen. Sie bieten schnelle, flexible, globale und skalierbare Bildungslösungen, sie entwickeln den Nachwuchs, den die Großen brauchen, und sie folgen ihren Themen.
Alejandro Murillo, Observatory of Educational Innovation | Tecnológico de Monterrey, 2. Februar 2018 

Bildquelle: edX Blog

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