Sammlung von Newsfeeds

Die Kraft der Beispiele

Gabi Reinmann - Januar 17, 2018 - 05:37

Ein neuer Text von Taiga Brahm in der Zeitschrift Educational Design Research (EDeR) – online hier abzurufen – beschreibt anschaulich den Forschungsprozess zur Entwicklung von Interventionen, die Jugendlichen auf einer überfachlichen Ebene (Stichwort Resilienz) im Übergang zwischen Schule und Beruf helfen sollen. Im Fokus steht der Aufbau von Wissen und Können zum Umgang mit Konflikten, zur Zuschreibung von Ursachen und zur Selbstwirksamkeit. Die Autorin beschreibt ihr Vorgehen entlang des Design-Based Research-Ansatzes (mit drei Zyklen) und liefert auf diesem Wege ein instruktives Beispiel für den Einsatz von DBR im Bildungskontext.

Auch im Themenheft „Entwicklungsbezogene (Praxis-)Forschung“ der Online-Zeitschrift Berufs- und Wirtschaftspädagogik finden sich konkrete Beispiele dafür, wie man die Entwicklung bzw. Gestaltung von Interventionen zu einem wissenschaftlichen Akt mit empirischen und theoretischen Anteilen machen kann. Ich denke, dass es ausgesprochen wichtig ist, solche Studien zu publizieren und nicht bei methodologischen Reflexionen stehen zu bleiben, denn es ist die Kraft dieser Bespiele, das Potenzial wie auch die besonderen Herausforderungen von DBR aufzuzeigen. Natürlich ist dann wieder die Meta-Diskussion nötig, um Schwierigkeiten etwa im Einsatz von Methoden (z.B. die Aussagekraft quantitativer Maße), in der Zusammenarbeit mit Praktikern (z.B. unterschiedliche Sichtweisen dazu, wann eine Intervention „erfolgreich“ ist), in der Darstellung des Forschungsprozesses (Umgang mit Redundanzen, „Schleifen“ und kreativen Vorgängen) oder der Generierung theoretischer Erkenntnisse (Form, Geltungsbereich etc.) zu erörtern. Vor diesem Hintergrund geht meine Hoffnung natürlich auch wieder dahin (siehe hier), dass sich Autoren finden, die solche Beispiele öffentlich diskutieren wollen – eine Möglichkeit, die wir in EDeR eingeräumt haben und noch mehr genutzt werden will.

Notions of Disruption – Explorative Studie des SWIR mit einem Kapitel zu „Digitale Kompetenzen“

Weiterbildungsblog - Januar 16, 2018 - 16:31

Digitale Kompetenzen, ihre Bestimmung und ihre Entwicklung, werden dieses Jahr weiter in den Vordergrund rücken. Die mediale Präsenz von Künstlicher Intelligenz, Algorithmen und Automatisierung verschärft den Handlungsdruck. Die Studie von Sabine Seufert, herausgegeben vom Schweizerischen Wissenschafts- und Innovationsrat (SWIR), passt hier genau, denn sie liefert eine Reihe von Perspektiven, Modellen und Empfehlungen, auf die ich hier nur auszugsweise hinweisen kann.

Die Perspektive: Nicht der Ersatz oder das Verschwinden menschlicher Arbeit sollte die Diskussion um die Auswirkungen der Digitalisierung und Automatisierung leiten, sondern die Erweiterung menschlicher Fähigkeiten durch Maschinen, „human augmentation“.

Die Modelle: Das „digital competency framework“, das Sabine Seufert vorstellt, besteht aus drei Komponenten: Digital Literacy („basic understanding of technology“) und Digital Citizenship („socio-economic impact of technology“) bilden die Grundlage für „Personality Development in a Digital Society“ („new human-machine interaction: complementary competences“).

Dabei weist sie immer wieder darauf hin, dass digitale Kompetenzen sich nicht in kognitiven Skills oder dem richtigen Umgang mit bestimmten Tools und Systemen erschöpfen. Es geht immer auch um Kompetenzen in einer digitalisierten Welt! Sie spielt das Modell auch auf der curricularen Ebene durch („spiral curriculum“), liefert dabei aber eher bildungspolitische Vorlagen und weniger konkrete Handlungsanleitungen für einzelne Organisationen und Zielgruppen. Da bleibt also noch genug Arbeit „vor Ort“!

Sechs Empfehlungen schließen ihre Ausführungen. Sie werden in einer einleitenden Summary wie folgt zusammengefasst:
„1. Das Bewusstsein für ergänzende Kompetenzen stärken; 2. Einen nationalen Rahmenlehrplan für digitale Kompetenz entwickeln; 3. Formative Beurteilungen, integrierte Beurteilungssysteme und «Graduation Portfolio»- Systeme einführen; 4. Do-it-yourself-Lernen in Bildungsinstitutionen ermöglichen; 5. Durch die Entwicklung von digitaler Kompetenz bei den Lehrpersonen Kapazitäten aufbauen; 6. Forschung zu digitaler Kompetenz vertiefen, um die Kluft zur «Gesellschaft in der Schleife» zu schliessen.“
Sabine Seufert, in: Notions of disruption. A collection of exploratory studies written and commissioned by the Swiss Science and Innovation Council SSIC, 3/2017 (via scil Blog)

The search for "aha!" moments | Matt Goldman

TEDTalk - Januar 16, 2018 - 15:53
In 1988, Matt Goldman and a few friends created Blue Man Group, an off-Broadway production that became a sensation known for its humor, blue body paint and wild stunts. The show works on the premise that certain conditions can create "aha moments" -- moments of surprise, learning and exuberance -- frequent and intentional rather than random and occasional. Now Goldman is working to apply the lessons learned from Blue Man Group to education, creating Blue School, a school that balances academic mastery, creative thinking and self and social intelligence. "We need to cultivate safe and conducive conditions for new and innovative ideas to evolve and thrive," Goldman says.

Talk about your death while you're still healthy | Michelle Knox

TEDTalk - Januar 16, 2018 - 15:00
Do you know what you want when you die? Do you know how you want to be remembered? In a candid, heartfelt talk about a subject most of us would rather not discuss, Michelle Knox asks each of us to reflect on our core values around death and share them with our loved ones, so they can make informed decisions without fear of having failed to honor our legacies. "Life would be a lot easier to live if we talked about death now," Knox says. "We need to discuss these issues when we are fit and healthy so we can take the emotion out of it -- and then we can learn not just what is important, but why it's important."

Bildung: Mehr Input

Weiterbildungsblog - Januar 15, 2018 - 07:44

Es geht um EdTech, Künstliche Intelligenz und adaptive Lernsysteme. In den USA wird hier kräftig investiert, doch an Deutschland, so Christoph Igel vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), geht der Trend vorbei. Der Artikel stellt einige Projekte und Initiativen vor, nimmt etwas Forschungsgeschichte mit und weist auf die Unterschiede zwischen den Möglichkeiten maschinellen Lernens und heutiger Expertensysteme hin. Die Quintessenz: Lernprozesse sind doch erstaunlich komplex und individuell.

„Gemessen an Wissenserwerb und Gedächtnisausprägung funktionieren adaptive Lernsysteme so gut oder so schlecht wie andere Lernmittel auch.“ Ein Fazit, das auch Escueta und Kollegen ziehen: Verkleinerung der Klassen, direkte Zuwendung und Coaching von Schülern bringe vergleichbare Verbesserungen wie computerunterstützes Lernen, schreiben sie. Das Problem ist nur: Die derzeitige Bildungspolitik macht keines von beiden.“

Wolfgang Stieler und Boris Hänßler, Technology Review, 10. Januar 2018

Top 25 Artikel zu Lernen in 2017 – Eine Sammlung von anderspink

scil - Januar 13, 2018 - 17:45
Um den Jahreswechsel herum wird auf vielen verschiedenen Plattformen ein Rückblick auf das zurückliegende Jahr vorgenommen. So auch bei den content curation-Experten von anderspink: The Top 25 Articles on Learning of 2017: A Curated List, so heisst die Sammlung:     Gegliedert sind die Beiträge in vier Bereiche: „continuous and lifelong learning“ „digital and workplace…

magazin 2017/04 – Themenschwerpunkt Bildungsmarketing

scil - Januar 13, 2018 - 11:34
Das Forum neue Medien in der Lehre Austria <fnm-austria> gibt viel Mal im Jahr ein Magazin heraus. Schwerpunkt im Dezember war das Thema Bildungsmarketing. In seiner Einleitung zum Themenschwerpunkt verweist Michael Kopp auf die Notwendigkeit, dass Bildungsinstitutionen wie Hochschulen und Universitäten ihr Bildungsmarketing professionalisieren. Die kurzen inhaltlichen Beiträge befassen sich u.a. mit folgenden Themen: Hochschulübergreifende…

Führungsmodell für Gesundheitsorganisationen (Center for Creative Leadership)

scil - Januar 13, 2018 - 11:31
Das Center for Creative Leadership (CCL) ist eine 1970 gegründete Non-Profit-Organisation, die sich zum Ziel gesetzt hat, das Wissen um und die Umsetzung von Führung und Führungskräfte-Entwicklung in Unternehmen und Organisationen voranzutreiben. Ausgehend von den Herausforderungen, denen sich Gesundheitsorganisationen (vor allem in den USA) gegenüber sehen, hat das CCL ein Modell für die Führung von…

„Emotionaler Halt im digitalen Dschungel“ – Präsidentenkonferenz des Lehrerdachverbandes

scil - Januar 13, 2018 - 08:57
Beat Zemp, Präsident des Lehrerverbandes, hat mich zur jährlichen Konferenz eingeladen. Folien sind anbei – sowie auch ein gut zusammengefasster Bericht der Veranstaltung. Toni Ritz, Educa, war schon öfters gemeinsam mit mir auf einer Veranstaltung – er hat einen sehr wichtigen Überblick über zentrale Rahmenbedingungen gebracht (Stichwort: Digitale Identität, digitaler Bildungsraum) – der Case Fides…

Wissenschaftlich sein und praktisch werden

Gabi Reinmann - Januar 13, 2018 - 05:32

Langsam gewöhne ich mich an die Blocklehre. Mit Beginn meiner Lehrtätigkeit an der Uni Hamburg im Masterstudiengang Higher Education (MHE), der sich an Personen richtet, die schon eine akademische Bildung und in der Regel auch Berufserfahrung haben (weitere Infos hier), sieht meine Lehrtätigkeit doch sehr viel anders aus als früher:

Die wöchentlich stattfindenden 2 SWS-Veranstaltung, gegebenenfalls auch variiert durch größere Abstände mit Online-Phasen, oder auch schon mal 4 SWS-Veranstaltungen, die den einen oder anderen halben Tag beinhalteten, sind für mich sozusagen Geschichte. Jetzt heißt es, mindestens vier Mal im Semester in der Regel zwei volle Tage in Präsenz zu gestalten (plus Online-Phasen, die mir aber auch schon früher geläufig waren). Ich habe an anderer Stelle in diesem Blog bereits ein paar Erfahrungen berichtet (z.B. hier, hier und hier). Mit „Gewöhnung“ meine ich nicht, dass es langweilig wird, gar bloße Routine aufkommt. Eher erlebe ich es so, dass ich mich nicht mehr so darauf konzentrieren muss, überhaupt ganze Tage zu rhythmisieren, sondern wieder etwas freie geistige Kapazität da ist, neue Freiräume zu erkennen, die ich bisher ungenutzt gelassen habe; allerdings sehe ich auch, dass es Grenzen gibt, die einfach zu akzeptieren sind.

Grenzen sind z.B. die Aufmerksamkeit, die freilich nicht unerschöpflich ist (das gilt auch für die eigene Konzentrationsfähigkeit), die Räumlichkeiten, die einen letztlich einengen, die verschiedenen Geschwindigkeiten und Bedürfnissen, die in der Blocklehre aus meiner Sicht noch deutlicher sichtbar werden als in wöchentlichen Veranstaltungen, die Hoffnung letztlich, das Wichtigste zu einem Thema auch an den beiden Tagen zu erfahren, was in der Regel nicht zu schaffen ist. Durchweg positiv bewerten die Teilnehmer den Austausch untereinander, die Diskussion über die Veranstaltungsthemen. Nun kommt beim MHE dazu, dass die Teilnehmer aus den unterschiedlichsten Fachwissenschaften kommen und daher auch sehr verschiedene Perspektiven auf Theorie und Empirie einbringen ebenso wie heterogene Erfahrungen aus der Lehrpraxis. Um daraus eine Chance zu machen und nicht nur die damit verbundenen Schwierigkeiten – etwa für das Erreichen eines gemeinsamen akademischen Ziels – zu sehen, sind längere Präsenzzeiten vermutlich die einzig realistische Möglichkeit. Und die wollen die Teilnehmer auch nutzen und profitieren entsprechend von Dialog und Diskussion. Mein Ziel ist es, dass die Teilnehmer nach diesen beiden Tagen Fragen haben und sich mit Neugier an die Lektüre machen, dass die Lektüre keine Last oder gar als Pflicht empfunden wird, sondern als Fortsetzung des eingeschlagenen Weges zu einem Verständnis von Hochschuldidaktik, das wissenschaftlich ist und zugleich praktisch werden kann.

Die digitale Disruption in der Bildung: Gig-Education

Weiterbildungsblog - Januar 12, 2018 - 22:14

Noch aus dem alten Jahr: Jürg Arpagaus (PH Luzern) hat in einem kleinen Gedankenspiel die Idee der Gig Economy auf die Bildung „heruntergebrochen“. Herzstück der Gig Economy sind ja „kleine Aufträge, die kurzfristig an eine Vielzahl von unabhängigen Freiberuflern vergeben werden“. So nachzulesen in einem brand eins-Artikel. Die Auftritte von Musikern werden auch gerne als Gigs bezeichnet. In der Gig Economy kommen jetzt noch Online-Plattformen hinzu, die zwischen Auftraggebern und Auftragnehmern vermitteln.

In Zukunft also nach gleichen Prinzipien „Gig Education“? Jürg Arpagaus meint, dass sich dieses Modell auch auf Schule (und andere Bildungsprozesse) übertragen lässt. Betreuung und Unterstützung auf Abruf. Ich glaube, davon sind wir noch ein Stück entfernt. Denn dieses Gedankenexperiment konzentriert sich auf den individuellen Service und auf eine Plattform, die Lernende und Lehrende zusammenführt. Die organisationale bzw. organisatorische Umsetzung ist für den Autor nur eine politische Frage. Doch heute treffen Lernende (Schüler, Studierende) und Lehrende halt nicht auf Plattformen, sondern in Bildungsinstitutionen aufeinander. Vielleicht sollte man noch Teaching Bots in das Bild aufnehmen …
Jürg Arpagaus, PH Luzern/ Blog „Lebenslanges Lernen in der Bildung“, 29. Dezember 2017

Bildquelle: David Graciano (Unsplash)

Learning Analytics

Weiterbildungsblog - Januar 12, 2018 - 21:11

Mit dem Link auf diesen Artikel tue ich mich etwas schwer. Auf der einen Seite ist Learning Analytics noch ein junges Forschungsfeld, das erst seit knapp 10 Jahren in Trendberichten auftaucht. Learning Analytics, das heißt ja: Wie kann man die vielen Daten, die heute in netzgestützten Lernumgebungen anfallen, nutzen, um Lernprozesse gezielt zu unterstützen und zu verbessern? Vor diesem Hintergrund, der natürlich viele Fantasien weckt, sind kurze, überblicksartige Darstellungen des Themas immer herzlich willkommen, vor allem außerhalb der Hochschulen. Das Handbuch E-Learning wäre dafür auch der richtige Ort. Aber man möchte natürlich nicht nur wissen, was Learning Analytics ist, sondern auch, wie es sich in die Praxis „übersetzt“, wer also in welchem Kontext bereits Erfahrungen mit Learning Analytics gesammelt hat. Vielleicht auch noch, wie es sich in einem Lernalltag präsentiert, der sich immer weniger an einem Ort oder in einem einzigen System abspielt.

Auf die erste Frage liefert der Artikel Antworten, beschreibt einen „Learning Analytics Life Cycle“, Ziele, Interessengruppen, Methoden, Barrieren und erste Schritte für die Implementierung. Die zweite, dritte (und weitere) Fragen lässt er leider offen.
Maria Grandl, Behnam Taraghi, Markus Ebner, Philipp Leitner und Martin Ebner, in: Karl Wilbers & Andreas Hohenstein (Hrsg.): Handbuch E-Learning. Köln: Deutscher Wirtschaftsdienst (Wolters Kluwer Deutschland). 72. Erg.-Lfg. Dezember 2017, S. 1-16 (via Academia.edu)

How to put the power of law in people's hands | Vivek Maru

TEDTalk - Januar 12, 2018 - 15:56
What can you do when the wheels of justice don't turn fast enough? Or when they don't turn at all? Vivek Maru is working to transform the relationship between people and law, turning law from an abstraction or threat into something that everyone can understand, use and shape. Instead of relying solely on lawyers, Maru started a global network of community paralegals, or barefoot lawyers, who serve in their own communities and break the law down into simple terms to help people find solutions. Learn more about how this innovative approach to using the law is helping socially excluded people claim their rights. "A little bit of legal empowerment can go a long way," Maru says.

A one-man audio-visual viral sensation | Jacob Collier

TEDTalk - Januar 12, 2018 - 11:52
Jacob Collier is a one-man band and force of nature. In a dynamic, colorful performance, he recreates the magical room at his home in London where he produces music, performing two songs in which he sings every part and plays every instrument -- accompanied by kaleidoscopic visuals that take cues from the music and grow in real time.

How record collectors find lost music and preserve our cultural heritage | Alexis Charpentier

TEDTalk - Januar 11, 2018 - 15:55
For generations, record collectors have played a vital role in the preservation of musical and cultural heritage by "digging" for obscure music created by overlooked artists. Alexis Charpentier shares his love of records -- and stories of how collectors have given forgotten music a second chance at being heard. Learn more about the culture of record digging (and, maybe, pick up a new hobby) with this fun, refreshing talk.

Want to be more creative? Go for a walk | Marily Oppezzo

TEDTalk - Januar 11, 2018 - 15:00
When trying to come up with a new idea, we all have times when we get stuck. But according to research by behavioral and learning scientist Marily Oppezzo, getting up and going for a walk might be all it takes to get your creative juices flowing. In this fun, fast talk, she explains how walking could help you get the most out of your next brainstorm.

Becoming Tech Wise in 2018

Weiterbildungsblog - Januar 11, 2018 - 09:59

Elliott Masie schreibt gerade kleine Protokolle von der CES, der Consumer Electronics Show in Las Vegas, die er zusammen mit 170.000 anderen Neugierigen besucht. Gibt es auf der CES einen Bildungs- oder Lernbereich? Definitiv nicht. Aber für Elliott Masie ist gerade das Motivation zu schauen, welche technologischen Entwicklungen hier gehandelt werden und dann auch in der Arbeitswelt und am Arbeitsplatz Einzug halten.

In diesem kurzen Weckruf für Chief Learning Officers und Bildungsmanager spannt er den Bogen noch etwas weiter: In Zeiten, in denen neue Technologien zum zentralen Treiber für Veränderungen werden, müssen auch CLOs immer häufiger Position beziehen. Elliott Masie listet eine Reihe von Empfehlungen auf, „a learning pathway for learning leaders to get more tech wise in 2018“. Kurz: Sie sollten dem Thema etwas Zeit reservieren – vocabulary time, example time, timeline time, personal time, replacement time, evidence and data time, user experience (UX) time, smart innovation time.

Nur am Rande: Am Ende des Tages hat Elliott Masie auch darüber nachgedacht, warum es auf der CES keine „Learn Tech“-Ecke gibt und vermutet, dass der Brand „Lernen“ die Besucher eher abschrecken würde („Where Has All The Learning Gone?“).
Elliott Masie, Chief Learning Officer, 4. Januar 2018

wb-web weiter auf Erfolgskurs

Weiterbildungsblog - Januar 10, 2018 - 20:34

Kann man das neue Jahr besser starten als mit einer Empfehlung? Es geht um wb-web, das „Portal für Lehrende der Erwachsenen- und Weiterbildung“, betrieben vom Deutschen Institut für Erwachsenenbildung in Bonn und nach zwei Jahren schon eine feste Größe in der Bildungscommunity. Die Redaktion nimmt das Jubiläum zum Anlass, das letzte Jahr Revue passieren zu lassen und einen Blick auf die komenden Ereignisse zu werfen:

„Was erwartet Sie 2018 auf wb-web? Wir haben uns wieder Einiges vorgenommen: Da wären der Relaunch des Forums in Verbindung mit dem Dossier „E-Learning“ im Januar, eine Webinar-Aktion zusammen mit dem Unterstützerkreis anlässlich der didacta, die Entwicklung des Dossiers „Arbeit 4.0″, erste Facebook-Marketing-Kampagnen und aus aktuellem Anlass Inhalte und Aktionen zu den Themen Kulturerbe (Europäisches Kulturerbejahr 2018) und Datenschutz (Datenschutzgrundverordnung 2018).“

Regina Kahle, wb-web, 4. Januar 2018

How we can stop Africa's scientific brain drain | Kevin Njabo

TEDTalk - Januar 10, 2018 - 16:02
How can Africans find solutions to Africa's problems? Conservation biologist Kevin Njabo tells his personal story of how he nearly became part of the group of African scientists who seek an education abroad and never return -- and why he's now building a permanent base on the continent to nurture and support local talent. "I'm not coming back alone. I'm bringing with me Western scientists, entrepreneurs and students," Njabo says. "When that happens, Africa will be on the way to solving Africa's problems."

An Trivialität kaum zu überbieten

Gabi Reinmann - Januar 10, 2018 - 07:49

Nach dem Konzept des Student Engagement „lernen Studierende umso mehr […], je mehr sie sich während ihres Studiums mit sinnvollen Lernaktivitäten beschäftigen“. Wie bitte? Ja, besser nochmal lesen, das ist nämlich ernst gemeint und steht so in einem aktuellen Beitrag (2017) der Zeitschrift für Erziehungswissenschaft von Lars Müller und Edith Braun. Unter dem Titel „Student Engagement. Ein Konzept für ein evidenzbasiertes Qualitätsmanagement an Hochschulen“ (online hier abzurufen) berichten die Autoren, wie sie das US-amerikanische Konzept des Student Engagement an deutsche Verhältnisse anpassen und als Befragungsinstrument an Hochschulen einsetzen. Das Konzept selbst, so meine Einschätzung, ist in der hier demonstrierten Verwendungsweise an Trivialität kaum zu überbieten. Ich wiederhole nochmal: Man lernt umso mehr, je mehr man sich mit Lernaktivitäten beschäftigt. Aha! Dank dieses Konzeptes und diverser empirischer Erkenntnisse wissen wir jetzt auch, dass Lehrenden die Aufgabe zukommt, „Lerngelegenheiten anzubieten und Interaktionen zwischen den Studierenden sowie mit den Lehrenden zu ermöglichen, um das studentische Lernen zu unterstützen […]“ (Müller & Braun, 2017, S. 3). Und noch was: Diese Aufgabe kommt den Hochschulen nun „im Sinne der Qualitätsentwicklung“ zu.

Also, man kann da schon sprachlos werden, wenn solche Konzepte im Gewand der Lehr-Lernforschung als evidenzbasierte Heilsbringer an Hochschulen angepriesen werden, wo offenbar nur Wissenschaftler tätig sind, die noch nie auf die Idee gekommen sind, mit ihrer Lehre Lernen zu ermöglichen, und auch nie darauf kämen, dass Lernen etwas mit Aktivitäten zu tun hat, die von den Studierenden selbst zu erbringen sind. Was soll man da noch sagen? Bruce Macfarlane und Michael Tomlinson haben einen lesenswerten Beitrag mit einer Kritik zum Konzept des Student Engagement verfasst – in der Zeitschrift Higher Education Policy, ebenfalls 2017 (hier das Abstract). Die Autoren kritisieren das Konzept als konfus und suggestiv und weisen auf ähnliche Gefahren einer Rückkehr des Behaviorismus hin, wie das in einem kritischen Beitrag zu Learning Outcomes Mari Murtonen, Hans Gruber und Erno Lethinen tun (siehe hier). Macfarlane und Tomlinson arbeiten in ihrem Text verschiedene mögliche Deutungsrahmen von Student Engagement heraus: Engagement-as-Performativity, Engagement-as-Marketing, Engagement-as-Infantilisation, Engagement-as-Surveillance, Engagement-as-Gamification, Engagement-as-Opposition. In jedem Fall eine lohnende(re) Lektüre!

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