Sammlung von Newsfeeds

ForscherIn gesucht: Englisch, Didaktik und Bildungstechnologie-Kompetenz

Peter Baumgartner - Januar 8, 2015 - 09:56

Das Department für Interaktive Medien und Bildungstechnologien sucht eine Forscherin/einen Forscher zum ehebaldigsten Eintritt. Die Stelle ist derzeit auf drei Jahre befristet. Eine unbefristete Verlängerung ist jedoch vorgesehen. Erfahrung und Expertise wird vor allem im pädagogisch-didaktischen Bereich und bildungstechnologischer Kompetenz erwartet. Gute Englischkenntnisse sind Voraussetzung. Ende der Ausschreibungsfrist ist der 15.01.2015. Weiterlesen ...

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2014 Reflections on Gamification for Learning

Weiterbildungsblog - Januar 8, 2015 - 09:09

“The year 2014 was a fantastic year for gamification with lots of companies engaging in gamified solutions …” So steigt Gamification-Experte Karl Kapp in seinen Jahresrückblick ein. Aber dann nimmt er uns doch noch ins Kleingedruckte mit:

- dass nämlich Games und Gamification nach wie vor gerne verwechselt werden (und eine kurze Verständnisklärung immer sinnvoll ist);
- dass sich Gamification weiter verbreitet, aber doch nicht in dem Tempo, das manche Analysten prognostiziert haben;
- dass es bei Gamification nicht primär um “fun”, sondern um “engagement, immersion and emotional effort” geht.

Doch: “The critics argue that there is no research that “fun” leads to an increase in learning. Well guess what, there is no research that “boring” leads to an increase in learning either. So given a choice with two equally non-compelling bodies of research, I pick fun!”
Karl Kapp, Kapp Notes, 5. Januar 2015

The Hype is Dead, but MOOCs Are Marching On

Weiterbildungsblog - Januar 8, 2015 - 07:10

Ein interessantes Interview mit Daphne Koller, Mitbegründerin der größten MOOC-Plattform Coursera. Sie weist z.B. darauf hin, dass “Coursera is currently the second biggest credential supplier on LinkedIn, right after Microsoft”. Gefragt nach ihrem Geschäftsmodell, verweist Daphne Koller auf die “Verified Certificates”, für die offensichtlich immer mehr Nutzer bereit sind zu zahlen. Und sie erzählt, dass Coursera eine neue Plattform entwickelt, die weniger auf das “cohort model” (also Kurse mit festen Startterminen) und stärker auf ein “on-demand model” (jederzeitiger Zugriff auf die Lernmaterialien) setzt. Gefragt, ob denn das “social learning” dabei nicht auf der Strecke bleibt, antwortet sie optimistisch:

“We’ve spent a lot of time thinking about this. We are very committed to the social component of learning. But we’ve realized that in large courses, what matters is that people around you are doing the same thing at the same time. It doesn’t necessarily need to be the same people from the beginning of the course to the end.”

Kurz: Coursera wird zukünftig Online-Kurse entwickeln, die kostenpflichtig sind. Um die Kurse besser vermarkten zu können, müssen sie jederzeit zugänglich sein. Diese Kurse sind offen, da der Zugriff an keine (weiteren) Zugangsbeschränkungen geknüpft ist. Ob man unabhängig von der Buchung eines Zertifikats zukünftig überhaupt noch auf die Lernmaterialien zugreifen kann, bleibt abzuwarten.
Interview mit Daphne Koller, Knowledge@Wharton, 5. Januar 2015

Das O in MOOCs – über die Bedeutung freier Bildungsressourcen in frei zugänglichen Online-Kursen

Weiterbildungsblog - Januar 7, 2015 - 20:57

Die Autoren plädieren in diesem Artikel dafür, das “open” in MOOCs nicht nur im Sinne von “offener Teilnahme”, sondern im Sinne von “open educational resources” (OER) zu verstehen. Das heißt z.B., dass die Lernmaterialien eines MOOCs mit entsprechenden Lizenzen ausgezeichnet werden und frei wiederverwendet werden können. Am Beispiel zweier  MOOC-Plattformen - “oncampus” an der Fachhochschule Lübeck und “iMooX” in Graz - zeigen sie auf, welche Erfahrungen bereits gesammelt wurden, wenn MOOCs als OER entwickelt und angeboten werden. Auf der Habenseiten stehen derzeit allerdings nur die hohen Zugriffszahlen auf die Lernvideos, auch über die Kurstermine hinaus. Über eine aktive Weiterverwendung oder -verarbeitung der Materialien ist noch nichts bekannt. Doch vieles spricht dafür, diesen Weg weiterzuverfolgen. In den Worten der Autoren:

“Ein zukünftiges Bildungssystem ohne freie Bildungsressourcen scheint daher aus heutiger Sicht kaum denkbar, auch wenn noch viele offene Forschungsfragen beantwortet und auch Informations- und Weiterbildungsinitiativen zum Thema OER notwendig sein müssen.”
Martin Ebner, Michael Kopp, Andreas Wittke und Sandra Schön, in: HMD Praxis der Wirtschaftsinformatik, 1-13, Springer, Dezember 2014 (via e-Learning Blog)

Open Badges in 2014

Weiterbildungsblog - Januar 7, 2015 - 17:16

Einen interessanten und schön gestalteten Überblick über die Treffen und Initiativen, die sich im letzten Jahr mit dem Thema Open Badges beschäftigten, bietet diese Timeline. Von daher ist dieser Beitrag auch eine Referenz an Tiki-Toki …
BadgeAlliance, Januar 2015

TED: Aziz Abu Sarah: For more tolerance, we need more ... tourism? - Aziz Abu Sarah (2014)

TEDTalk - Januar 7, 2015 - 15:59
Aziz Abu Sarah is a Palestinian activist with an unusual approach to peace-keeping: Be a tourist. The TED Fellow shows how simple interactions with people in different cultures can erode decades of hate. He starts with Palestinians visiting Israelis and moves beyond ...

4 (weitere) Gründe, warum Programme zur Führungskräfteentwicklung nicht erfolgreich sind…

scil - Januar 7, 2015 - 10:48
In einem Beitrag im September 2014 hatten wir auf einen Beitrag des Magazins Chief Learning Officer verwiesen, in dem Gründe dafür angeführt wurden, warum Programme zur Führungskräfteentwicklung ihre Ziele nicht erreichen / nicht erfolgreich sind. Die dort angeführten Gründe waren…
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Why (Not) Wearables

Weiterbildungsblog - Januar 6, 2015 - 21:53

Der Beginn eines neuen Jahres ist die Zeit der Vorhersagen. Die einen machen in Listenform eine Wette auf die Zukunft. Andere konzentrieren sich auf ein einziges Thema, in dem aus ihrer Sicht verschiedene Fäden zusammenlaufen. Audrey Watters meint, Wearables sind so ein Thema bzw. eine Entwicklung. Denn: “… they do underscore my point: that one of the major purposes of wearable technologies in schools is tracking, data, surveillance.” Die letzten Punkte (und weniger Wearables) führt sie aus. Das heißt aber in letzter Konsequenz: Welche konkreten Technologien und Devices sind durchsetzen, ist gar nicht entscheidend. Google Glass, Oculus Rift, Internet of Things: im Hintergrund werden immer Daten gesammelt und ausgewertet.
Audrey Watters, Hack Education, 6. Januar 2015

A Brief History of Web Literacy and its Future Potential

Weiterbildungsblog - Januar 6, 2015 - 18:28

Ein interessantes Thema, weil die “history of web literacy” untrennbar mit der Geschichte des Internets bzw. des Webs verbunden ist und weil es letztendlich um die Frage geht, wie wir uns einen kompetenten Umgang mit dem Web vorstellen. Doug Belshaw sieht jedenfalls fünf Phasen - von “the Information Superhighway” (1993 - 1997) bis zur “Post-Snowden era” (2013 bis heute). Dabei streift er kurz Stichworte wie Web 2.0, Digital Natives und Apps. Und er kommt zu dem Schluss, dass auch die Enthüllungen der jüngsten Gegenwart für etwas gut waren, nämlich

“… growing realisation that web literacy is not something that necessarily comes naturally. People are not “digital natives” and literacy is something that needs to be continually worked at.”
Doug Belshaw, dmlcentral, 1. Dezember 2014

TED: Daniele Quercia: Happy maps - Daniele Quercia (2014)

TEDTalk - Januar 6, 2015 - 16:02
Mapping apps help us find the fastest route to where we’re going. But what if we’d rather wander? Researcher Daniele Quercia demos “happy maps” that take into account not only the route you want to take, but how you want to feel along the way.

TED: Asha de Vos: Why you should care about whale poo - Asha de Vos (2014)

TEDTalk - Januar 5, 2015 - 15:59
Whales have a surprising and important job, says marine biologist Asha de Vos: these massive creatures are ecosystem engineers, keeping the oceans healthy and stable by ... well, by pooping, for a start. Learn from de Vos, a TED Fellow, about the undervalued work that whales do to help maintain the stability and health of our seas -- and our planet.

MOOCs in 2014: Breaking Down the Numbers

Weiterbildungsblog - Januar 5, 2015 - 08:25

Schon mit Blick auf einige meiner anstehenden Verpflichtungen (u.a. LEARNTEC, SAP-Forum für Personalmanagement) kann ich sagen, dass MOOCs auch 2015 auf der Agenda bleiben. Auch wenn sich einige Initiativen bereits vom Begriff gelöst haben. So zum Beispiel Udacity und Coursera, die ja die Welle mit angestoßen haben; oder die deutschen Hochschulen, die (nachvollziehbar) lieber über die “Digitalisierung” diskutieren wollen, auch wenn das nicht unbedingt einladender klingt.

Wie auch immer: Dhawal Shah hat zum Jahresabschluss einige nützliche Daten und Fakten zusammengetragen. Über “providers” (hier führt Coursera), “subjects” (ganz vorne überraschenderweise “humanities”), “languages” (englisch natürlich), “top searches” und “top courses” (Coursera’s “Developing Innovative Ideas for New Companies: The First Step in Entrepreneurship”). Ein aus Sicht des Autors erwähnenswerter Trend in 2014 war:

MOOC providers roll out their own credentials: Each of the Big 3 MOOC providers introduced their own credentials for paid courses: Udacity’s Nanodegrees, Coursera’s Specializations and edX’s Xseries. MOOCs are also offered in conjunction with universities, like edX’s collaboration with professional education programs and NovoEd’s with Stanford’s School of Business. A few universities experimented with directly offering credits for MOOCs, like Penn State, the University of Oklahoma and some European universities.”

Sein Fazit: “2014: A Year for MOOC Maturation”. Natürlich war dies nicht der letzte Artikel des vergangenen Jahres, der sich mit MOOCs beschäftigte. So durfte vor Weihnachten in der TAZ US-Professor Mohammad Qayoumi über MOOCs und die Bildung in 20 Jahren philosophieren („Der Durchbruch steht noch bevor”); und in der ZEIT sieht Nora Stampfl die Zukunft im Blended Learning, “einer Mischung aus Online- und Offline-Lernelementen” (”Unis können nicht zurück ins analoge Zeitalter”). Nun ja, das war, um es vorsichtig auszudrücken, an der einen oder anderen Stelle schon vorher zu lesen. Aber das war ja alles noch im alten Jahr …
Dhawal Shah, edSurge, 26. Dezember 2014

Prüfungen – ernsthaft …

Gabi Reinmann - Januar 2, 2015 - 15:35

Das Thema Prüfungen beschäftigt mich immer wieder: Ich bin davon überzeugt, dass hier ein rechtliches, politisches und didaktisches Problem gleichermaßen vor uns liegt. Und so lange wir uns mit diesem nicht ernsthaft beschäftigen (und sei es “nur” in Gedankenexperimenten – siehe hier -, die ernsthafter sind als mancher vielleicht meint) und auch ins Kalkül ziehen, Grundlegendes zu verändern, werden wir es mit didaktischen Konzepten jenseits der Vorlesung und des Referat-Seminars weiterhin schwer haben. Im Herbst/Winter 2014 habe ich das Prüfungsthema gleich zweimal in Form von zwei Artikeln (für Herausgeberbände, die 2015 erscheinen) bearbeitet: einmal grundsätzlich mit Fokus auf der “Kompetenzorientierung” (dem ging ein Vortrag in Berlin voraus) und einmal spezifisch im Hinblick auf forschendes bzw. forschungsnahes Lernen. Aus diesem Grund möchte ich auch beide an dieser Stelle noch einmal zusammen als Preprint online verfügbar machen, weil sie gewissermaßen aufeinander aufbauen.

Artikel_Pruefungen1_Berlin_Okt_14_Preprint

Artikel_Pruefungen2_ForschendesLernen_Dez14_Preprint

 

Zeit für … das Zeitpolitische Magazin

Sandra Hofues - Dezember 27, 2014 - 11:18

Über die Feiertage hat sicherlich so mancher Zeit. Auch Zeit dafür, um das Zeitpolitische Magazin zu lesen. So widmet sich die jüngste Ausgabe der privaten Kommunikation und wie sich diese in unterschiedlichen Lebensbereichen durch digitale Medien verändert hat. Das Heft „Privat kommunizieren – digital vernetzt“ macht dabei das breite Spektrum auf: von den Chancen und Möglichkeiten des Mediengebrauchs über den Einfluss der Mediatisierung auf unser soziales Zusammenleben bis hin zu Fragen der Entgrenzung mit/durch Medien. Ich selbst bin mit einem Beitrag zu „digitalen Papierfliegern“ vertreten. Darin stelle ich die Frage danach, wie digitale Medien weniger als Störfaktor in Unterrichtssettings, sondern als (sozialer) Raum für Wissen und Erkenntnis wahrgenommen werden könnten. Dass ich mit diesem Beitrag für eine jüngere Generation von Hochschullehrenden stehen sollte, wurde mir erst durch die Lektüre des Editorials so richtig bewusst (S. 5). Aber damit kann ich ganz gut leben, denn: Medien sind nicht per se gut oder schlecht. Es gilt vielmehr Folgen des Medieneinsatzes abzuschätzen und sie bedacht in vielerlei Settings einzusetzen.

Wir sind angekommen

Gabi Reinmann - Dezember 25, 2014 - 15:36

Ertappt: Ich mag das Warten nicht, ich ärgere mich, wenn ich mal wieder viel zu lange auf den Zug, auf die S-Bahn oder auf eine Entscheidung warten muss, bis ich in einem Vorhaben den nächsten Schritt gehen kann. „Was gibt es Nutzloseres als Warten?“ (Dörpinghaus & Uphoff, 2012, S. 115) Genau! Aber: Wenn man Zeit und Bildung zum Gegenstand eines Buches macht (Quelle: Dörpinghaus, A. & Uphoff, I. K. (2012). Die Abschaffung der Zeit. Wie man Bildung erfolgreich verhindert. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft.), dann kommen eben doch andere Sichtweisen zum Vorschein:

Warten sehen wir heute als Zeitverschwendung an, was konsequent ist, wenn in unserem „Lebenszeitorganisationssystem“ Zeit nur noch als Ressource gilt. Man könne, so die Autoren, Warten aber auch als Entlastung deuten, was keineswegs einfach ist: „Gerade weil das Warten gegen den Druck der Zeit gerichtet ist, widerstrebt es mehr, als auf den ersten Blick angenommen und ist womöglich deshalb so wenig erwünscht. Der Wille will nichts und dadurch werden wir in unserem Denken freigestellt.“ (S. 117). Warten, Pausen, Wiederholung – alles, was sich dem Zeitregime von heute entgegenstellt, kann eine Bedingung für Bildung sein: „Im Moment der Verzögerung – im Warten, Pausieren und Wiederholen – entstehen Spielräume für Bildungsprozesse …“ (S. 123).

Im Verlauf des Buches greifen Dörpinghaus und Uphoff immer wieder auf die Antike zurück – und des Öfteren „zu Wort“ kommt Seneca, der sich bekanntlich (unter anderem) mit der rechten Lebensführung beschäftigt hat. „Es sei töricht, so Seneca, dass wir unser Leben verplanen, ohne dass wir des nächsten Tages Herr sein können. Wie weit reicht denn unsere Zukunft? Wir verschieben unser Leben.“ (S, 133). Zeit solle man stattdessen gestalten, was ausschließt, dass man ihr Sklave ist. „Sklaven werden wir vor allem, wenn wir uns der Illusion hingeben, Herr der Zeit zu sein. Freiheit ist die beste Tarnung der Unfreiheit“ (S. 133). Und aus den „epistulae morales“ zitieren Dörpinghaus und Uphoff: „ …manche Zeit wird uns entrissen, manche gestohlen, manche verrinnt einfach. Am schimpflichsten dennoch ist ein Verlust, der aus Lässigkeit entsteht. Und, wenn du darauf achten wolltest: der größte Teil des Lebens entgleitet unvermerkt, während man Schlechtes tut, ein großer Teil, während man nichts tut, das ganze Leben, während man Belangloses tut“ (S. 134). Das heißt: „Es kommt nicht auf die Frist des Lebens an, sondern vor allem darauf, was wir tun, was wir mit diesem Leben anfangen, welche Dinge uns wichtig sind, ob wir unsere Zeit erfüllen können“ (S. 134). Wie viel Belangloses tun wir in unserem Leben? Ich vermute mal, sehr viel. Und man kann wohl im Vorhinein nicht immer wissen, was genau von Belang ist. Manchmal aber weiß man es, und man handelt dennoch „aus Lässigkeit“ so, wie man meint, handeln zu müssen – etwa unter dem Zeitdiktat einer Institution.

Zeitdruck und Zeitkontrolle identifizieren die beiden Autoren als diejenigen Bedingungen, unter denen Bildung nicht gelingt. „Das Gegenteil der Kontrolle ist die Gelassenheit … Sie bedingt die Klugheit und Besonnenheit. Unter Zeitdruck und in Bedrängnis wird es uns schwerfallen, kluge und wohl abgewogene Entscheidungen zu treffen. In der Gelassenheit verabschieden wir uns von dem Anspruch, alles kontrollieren zu müssen …“ (S. 135). Gelassenheit aber sei nicht mit Ruhe oder Passivität zu verwechseln. „Gelassenheit ist eine Form der Erkenntnis! Sie ist als Haltung der erkennende Umgang mit dem, was nicht in unserer Macht steht, der Umgang mit der Zeit als dem Unverfügbaren schlechthin. Nur in der Gelassenheit sind wir weder Herr noch Knecht der Zeit, können wir sie gestalten, weil sie sich zeigt“ (S. 136).

Gestaltung wiederum verlangt nach der Fähigkeit, das Mögliche zu denken: „Wir brauchen eben nicht allein den Wirklichkeitssinn, der das Faktische nur bejahen kann, sondern vor allem den Möglichkeitssinn, der erfinderisch ist, kritisch und spielerisch. Es kommt doch darauf an, im Wirklichen das Mögliche zu sehen, und diesem Möglichen eine Wirklichkeit zu geben“ (S. 37 f.).

In einem auch online (hier) zugänglichen Artikel aus Forschung & Lehre vom Juli 2014 macht Dörpinghaus klar, dass er der heutigen Hochschulbildung nicht (mehr) zutraut, einen solchen Möglichkeitssinn zu erarbeiten und bei den Studierenden zu entfachen. Stattdessen konstatiert er eine Post-Bildung – quasi eine Steigerung der Halbbildung, die Adorno vor mehr als einem halben Jahrhundert beschrieben hat. Die Post-Bildung selbst sei Kontrolle. Der Bologna-Prozess habe die Universität an die Struktur einer alles verwaltenden Kontrollgesellschaft angepasst. Das Konstrukt „Workload“ – also eine fiktive Zeiteinheit – strukturiere das Studium, nicht mehr aber die Wissenschaften oder ihr Zugang zum Wissen.

Im letzten Kapitel ihres Buches (Wider die Verdummung), findet die Kritik an der Kontrollgesellschaft mit ihrem Zeitregime ihren Höhepunkt – auch in der Sprache (aber wahrscheinlich braucht man drastische Bilder dann, wenn kritische Aussage in gemäßigterer Form einfach nicht gehört werden): „Scheinbar gänzlich frei, sind wir Geiselnehmer und Geisel der Zeit in einem. Satt Lösegeldforderungen gibt es das Versprechen auf Heil. Die Ökonomie tritt in der Moderne als Ökonomie der Zeit das Erbe der Religion an, um die Unsicherheit und Unvorhersehbarkeit berechenbar zu machen. Das Heilsversprechen – Wachstum, Wohlstand und Erfolg – wird zum Symbol quasi-göttlicher Gnade und des Wohlwollens. Es geht um die bestmögliche Ausnutzung von Zeit, um Zeitmanagement und Lebenszeitoptimierung. Dass der Begriff des Nutzens sich gänzlich aus ethische-humanitären Lesarten löst, fällt in quantitativ formalen Zeitkontexten nicht ins Gewicht“ (S. 144). „Wir werden nicht mehr in Räume, sondern in Zeiten gesperrt, unmerklich, als seien wir in der Zeitgestaltung frei. Von diesem Gedanken lebt die kleine Freiheit des großen Zwanges, seine Zeit gewinnbringend zu managen“ (S. 145). Aber wie unterscheidet sich das nun genau: die Zeit zu gestalten und die Zeit zu managen?

Ich denke, eine Antwort auf diese Frage steckt in der Transformation vom Subjekt zum Objekt: War in der Antike die „Selbstsorge“ noch so gemeint, dass man sich um das Leben sorgte, um die Anderen, um das rechte Haushalten und eben auch um die Zeit, so hat die christliche Deutung und Umsetzung von Selbstsorge stets mit Unterwerfung unter eine vorgegebene Ordnung zu tun (S. 145) – ähnlich wie im gegenwärtigen Lebenszeitregime wurde der Mensch Objekt der Sorge. Und so kann man für heute festhalten: „Der nach außen getragene (dann auch ritualisierte, inszenierte) Wille zur Selbstverbesserung gehört zur modernen Zeittechnologie“ (S. 146).

Aber zielt nicht Bildung gerade auch auf eine Selbstverbesserung oder Selbstvervollkommnung ab? „In der Tat verbinden wir mit Bildung auch eine Verbesserung, aber diese geht gerade nicht in der Effizienz auf, sondern betrifft unser Menschsein. […] Das Ziel ist, dass wir die Welt mit anderen Augen sehen, kluge Entscheidungen treffen und in der Lage sind, unser Leben nach vernünftigen Gesichtspunkten zu führen, Bescheid zu wissen.“ (S. 147) Und genau dieses Bildungsverständnis werde mit der Kontrollgesellschaft auf den Kopf gestellt: Bildungssysteme mutieren zu „Zeitdisziplinaranstalten“ und an die Stelle von Mündigkeit tritt blinder Gehorsam – im Gewand der flexiblen Anpassungsleistung. „Mit der Kontrollgesellschaft […] hat sich die Halbbildung zur Verdummung perfektioniert“ (S. 149).

„Nietzsche hat prophezeit, dass eine Zeit kommen wird, in der nicht mehr verstanden werden kann, was Bildung für den Menschen und sein Menschsein bedeutet. Wir sind angekommen“ (S. 149).

TED: Michael Rubinstein: See invisible motion, hear silent sounds. Cool? Creepy? We can't decide - Michael Rubinstein (2014)

TEDTalk - Dezember 23, 2014 - 16:31
Meet the “motion microscope,” a video-processing tool that plays up tiny changes in motion and color impossible to see with the naked eye. Video researcher Michael Rubinstein plays us clip after jaw-dropping clip showing how this tech can track an individual’s pulse and heartbeat simply from a piece of footage. Watch him recreate a conversation by amplifying the movements from sound waves bouncing off a bag of chips. The wow-inspiring and sinister applications of this tech you have to see to believe.

Erschienen: Gerüstet fürs Studium? Lernstrategien und digitale Medien

head.zblog - Dezember 23, 2014 - 12:36

Kurz vor Jahresende ist auch das Buch von Damian Miller zu Lernstrategien im Studium und digitale Medien erschienen; als vorgezogenes Weihnachtsgeschenk lag eine Ausgabe nun in meinem Postfach. Im Verlagstext heißt es dazu:

Dieser Band unterbreitet ausgewählte Resultate der Studie »Lernstrategien und digitale Medien; eine explorative Langzeitstudie« und beschäftigt sich mit den Fragen: Wie nutzen die Studierenden ihre Lernstrategien und die digitalen Medien? Inwiefern verändern sie deren Nutzung im Verlauf des Bachelorstudiums? Gibt es Zusammenhänge? Die Ergebnisse der Studie wurden Expertinnen und Experten aus den Bereichen Lernen, Lernstrategien und digitale Medien zur Interpretation und Diskussion vorgelegt. (Inhaltsverzeichnis und Vorwort)

Im Theorieteil habe ich einen Beitrag zur Bedeutung der Mediennutzung an der Hochschule beisteuern dürfen. Hier habe ich mir Gedanken gemacht, welche Bereiche an der Hochschule eigentlich für die Mediennutzung relevant sind: Bei näherer Betrachtung können vielfältige Bedeutungen ausgemacht werden, abhängig davon, welche Ebene man betrachtet und welchen (disziplinären) Blickwinkel man einnimmt. Diese Perspektiven werden vorgestellt und hinsichtlich Potenzial und Lücken der Betrachtung bewertet. Der Beitrag wollte Bedeutungszuschreibungen aufzeigen und am Schluss unter der Zielperspektive der Gestaltung von Medienbildungsräumen an der Hochschule zusammenführen.

Der zweite Beitrag widmete sich dann der Interpretation und Bewertung der Langzeitstudie. Das Anliegen der vorliegenden Untersuchung bestand neben der Analyse von Lernstrategien Studierender im Laufe des Studiums auch in der Analyse der Medien und Mediennutzung. In meinem Statement habe ich vor allem diesen Teil beleuchtet und gefragt, wie sich die in der Studie erhobene Mediennutzung der Studierenden in die Diskussion von Hochschule und Medien einpassen. Nach der Beleuchtung der allgemeinen Mediennutzung bin ich auf die Veränderungen im Laufe des Studiums eingegangen, bevor ich anschließend daran Medien- und Informationskompetenz als wichtige Aufgabe von Schule und Hochschule aufgrund der Daten begründe sowie auf Anforderungen im Studium hervorgehoben habe.

Ich bin nun gespannt, wie die Studie und die damit zusammenhängende Einordnung eingeschätzt werden, ich jedenfalls werde über die Tage einen vertieften Blick ins Buch werfen.

Erschienen: Grenzenlose Medienbildung in der Schule? in merz Wissenschaft

head.zblog - Dezember 23, 2014 - 12:33

Zum Jahresende erscheint in gewohnter Manier die merz Wissenschaft, dieses Jahr unter dem Thema Bildung mit und über Medien – Perspektiven von Bildungsforschung und Medienpädagogik.  Thematisiert werden in diesem Heft das Feld Medien und Bildungsprozesse aus ganz unterschiedlichen Perspektiven. Rudolf Kammerl fasst es in seinem Editorial wie folgt zusammen

Insgesamt betrachtet eröffnen die Beiträge einen multiperspektivischen Zugang auf das Zusammenspiel von Sozialisation, Bildungsprozessen und (insgesamt wenig vorhandenen) Medienbildungsangeboten in der mediatisierten Gesellschaft. Das Wechselspiel zwischen informellen und formalen Lerngelegenheiten wird deutlich. Die zentrale Rolle der Lehrkräfte für die Umsetzung schulischer Medienbildung und den Einsatz digitaler Medien wird in mehreren Beiträgen gewürdigt und es können internale und externale Gründe für deren Handeln benannt werden. Zusammengeführt werden konnten Beiträge aus unterschiedlichen (Teil-)Disziplinen und forschungsmethodischen Traditionen. Unseres Erachtens werden einerseits Anschlussmöglichkeiten für Zugänge medienpädagogischer Forschung aber auch Impulse für die theoretische und konzeptionelle Weiterentwicklung der Medienpädagogik deutlich.

Auch ich habe einen Artikel besteuern dürfen, der Medienhandeln von Lehrpersonen zu rekonstruieren versucht und dabei auf die Einträge in Weblogs zurückgriff: Wie sehen mediale Handlungspraxen von Lehrpersonen im Institutionsgefüge Schule aus? Ausgehend vom Bloggen als spezifische Form des Medienhandelns und den in den Weblogs dokumentierten Handlungspraxen habe ich aufgezeigt, dass pädagogisches Medienhandeln auch eine verstärkte Auseinandersetzung mit der Schule als Organisation und Bildungsinstitution benötigt. Mehr Informationen und Ergebnisse finden sich auch in der Präsentation zur Herbsttagung der Sektion Medienpädagogik der DGfE.

Wir verabschieden uns für 2014

scil - Dezember 23, 2014 - 12:06
Das Jahr 2014 geht dem Ende zu – der Schreibtisch ist fast aufgeräumt und nur noch ein Türchen in unserem Weihnachtskalender ist noch geschlossen. Wir melden uns wieder Anfang 2015…

TED: Erin McKean: Go ahead, make up new words! - Erin McKean (2014)

TEDTalk - Dezember 22, 2014 - 17:47
In this fun, short talk from TEDYouth, lexicographer Erin McKean encourages — nay, cheerleads — her audience to create new words when the existing ones won’t quite do. She lists out 6 ways to make new words in English, from compounding to “verbing,” in order to make language better at expressing what we mean, and to create more ways for us to understand one another.

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