Sammlung von Newsfeeds

Bildung von oben: Der techno-pädagogische Komplex

Weiterbildungsblog - September 16, 2014 - 14:53

Das Internet ist nicht nur ein Ort der unendlichen Ressourcen und Möglichkeiten, sich zu bilden und zu vernetzen. Das Internet ist auch ein Marktplatz, auf dem sich mächtige Player bewegen und unsere Interessen und unsere Motivation in immer neue Geschäftsmodelle gießen. Da die Übersicht zu behalten und “richtig” von “falsch” zu trennen, ist nicht einfach - und manchmal unmöglich. Schreibt Martin Lindner.

“Und so kommt es, dass bei näherem Hinsehen die Fronten kreuz und quer verlaufen: Haifisch-Kapitalisten aus dem Silicon Valley kritisieren das verkalkte Bildungssystem. Wertkonservative wettern nicht zu Unrecht gegen die Verdatung und Monetarisierung. Einige emanzipatorische Bildungs-Pioniere versuchen, Denkfiguren der Neoliberalen umzufunktionieren. Andere verbünden sich gegen die digitale Technokratie mit reformverweigernden Professoren, die sich um ihre Privilegien sorgen. Universitätsrektoren im Managerwahn umarmen das Internet und schwärmen von „Humboldt 2.0″. Digitale Avantgardisten schreiben Manifeste über den Untergang des Abendlands in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Und alle haben irgendwie Recht.”
Martin Lindner, #PB21 | Web 2.0 in der politischen Bildung, 16. September 2014

Rückblick: #gmw14

Sandra Hofues - September 15, 2014 - 17:03

Auf die Jahrestagung der GMW zurückzublicken, hat über die Jahre an Tradition gewonnen. Dabei ist es mit den Jahren schwieriger geworden, die Essenzen aus der Tagung zu ziehen. Das liegt zum einen an der eigenen Eingebundenheit, zum anderen am Tagungsformat, das eher auf Austausch, denn auf persönlichen Wissenszuwachs angelegt ist. Insofern will ich nur drei Punkte der letzten GMW in Zürich herausgreifen, die ich rückblickend fest erinnere und zugleich zum Weiterdenken nutze(n werde).

Dass die Lern- und Bildungsräume hierbei (1) eine große Rolle spielen, ist nicht weiter verwunderlich. Immerhin gehört die Auseinandersetzung mit (medialen) Bildungsräumen seit einigen Jahren fest zu meinem wissenschaftlichen und praktischen Arbeitsalltag dazu – mit allen Quer- und Schieflagen, die sich infolge falsch verstandener Begriffe oder Konzepte ergeben (so hält sich beständig der Glaube an den virtuellen Raum. Oh je!). Insofern fand ich sowohl die Keynotes (verfügbar auf dem Youtube-Channel der PH Zürich) als auch die weiteren Vorträge und Angebote, die sich explizit „den Räumen“ widmeten, spannend und hilfreich zur Schärfung der (medien-)didaktischen Diskussion über Raumbegriffe und -konzepte. Und damit meine ich vor allem die angeregte Diskussion mit einigen (wenigen) Tagungsteilnehmenden darüber, ob und inwieweit die Raummetapher in “unseren” Kontexten überhaupt brauchbar ist und inwiefern Anleihen bei anderen Fächern oder in anderen Traditionen genommen werden können. Immerhin ist die Diskussion über Lern- und Bildungsräume nicht neu, sondern hat Ursprünge in Medien- und Bildungstheorie sowie in der Raumsoziologie, die allerdings weitestgehend eine etwas andere inhaltliche Ausprägung denn eine bildungssoziologische genommen hat (Stichworte: Stadtplanung, Architektur, Gestaltung). Um es vorweg zu nehmen: Zu einem Ergebnis sind wir in den Gesprächen nicht gekommen, wohl aber zu einem leicht differenzierteren Gebrauch der Begriffe im Verlauf der Tagung selbst.

Entsprechend zurückhaltend wurden in diesem Jahr (2) auch die MOOCs bearbeitet, die 2013 in Frankfurt noch zum Hype-Thema schlechthin gehörten und bei denen man nicht müde wurde, von vielfältigen Bildungspotenzialen ganz im Sinne neuer (virtueller) Bildungsräume zu sprechen. Dass MOOCs in diesem Jahr eher als ein Format (unter vielen) besprochen wurden und sich damit eine gewisse Entspanntheit gegenüber dem Hype eingestellt hat, war schon länger zu erwarten und ist angenehm. Mehr noch: MOOCs reihen sich in der fachwissenschaftlichen wie auch in der praktischen Diskussion in die Reihe unterschiedlicher didaktischer Angebote ein.

Mit dem Tagungsformat ging in diesem Jahr zudem (3) eine Social-Reading-Variante einher, die Eingeweihte bereits vom Buch „Wiki-Weg des Lernens“ (hsrg. von Michele Notari und Beat Döbeli Honegger) kannten und die erstmals auch für den Tagungsband der GMW genutzt wurde. So sollte der Tagungsband nicht mehr nur als PDF verfügbar sein, sondern es sollte möglich werden, im Vorfeld der Tagung an der Diskussion zu einzelnen Artikeln teilzuhaben – bis hin dazu, auf Vorträge vor Ort einzuwirken (ob „flipped“ oder nicht, spielte dabei keine Rolle – vgl. meinen früheren Blogpost dazu). Dass sich nun infolge dieser Darstellungsform die seit ein paar Jahren geführte Diskussion über den Tagungsband neu färbt, ist äußerst interessant (und zwar für das wissenschaftliche Publizieren generell): Während nämlich in den letzten Jahren die Forderung eher in Richtung einer frühen Verfügbarkeit von Inhalten ging, wandelte sich die Forderung auf der GMW’14 dahingehend, dass eine erste Fassung vor der Tagung erreichbar, die finale Fassung aber erst nach der Tagung vorliegen sollte, um bspw. Kritik und Anmerkungen von Teilnehmenden bzw. der Community noch einzubauen. Ich denke, man muss nicht groß unken, wie praktikabel solche Ideen für den wissenschaftlichen Alltag aktuell tatsächlich sind. Dennoch finde ich es wichtig, sie zu explizieren und zuzulassen, sie in den unterschiedlichen Ausprägungen einmal zu denken.

So ist die Nachphase einer Tagung immer auch eine Vorphase zur nächsten GMW, die mich durch das Vorstandsamt sicherlich wieder beanspruchen wird, aber anders als sonst, denn: Ab sofort verstärkt uns Andrea Lißner im Vorstand für die Nachwuchsarbeit. Darüber freue ich mich ganz besonders, da ich so „mein“ Thema in guten Händen weiß, und mich zugleich verstärkt dem Editorial Board und Fragen des wissenschaftlichen Publizierens widmen kann, für die ich bereits letztes Jahr (eigentlich) gewählt wurde.

TED: Rishi Manchanda: What makes us get sick? Look upstream. - Rishi Manchanda (2014)

TEDTalk - September 15, 2014 - 15:00
Rishi Manchanda has worked as a doctor in South Central Los Angeles for a decade, where he’s come to realize: His job isn’t just about treating a patient’s symptoms, but about getting to the root cause of what is making them ill—the “upstream" factors like a poor diet, a stressful job, a lack of fresh air. It’s a powerful call for doctors to pay attention to a patient's life outside the exam room.

Students and their devices

Weiterbildungsblog - September 15, 2014 - 07:29

Clay Shirky hatte ja letzte Woche bereits die Diskussion eröffnet (”Why I Just Asked My Students To Put Their Laptops Away”). Nicholas Carr legt hier noch einmal nach, fast genauso wortgewaltig. Aber er weist vor allem noch einmal darauf hin, dass das Problem weit über den Seminarraum reicht:

“Computers and software can be designed in many different ways, and the design decisions will always reflect the interests of the designers (or their employers). Beyond the laptops-or-no-laptops-debate lies a broader and more important discussion about how computer technology has come to be designed - and why.”
Nicholas Carr, Rough Type, 11. September 2014

Trends im Lernen & Weiterbildung: Rückblick 1. scil Community Day

Weiterbildungsblog - September 15, 2014 - 07:00

Welche Trends wurden auf dem scil Community Day in St. Gallen verhandelt? Tanja Fandel stellt vor:

Trend 1: „Multi-Generational Learning - Verstehen wir uns noch?”
Trend 2: „Learning on Demand” and “Learning on the Go”
Trend 3: „Neue Lernräume”
Trend 4: „Design, Play & Share”
Trend 5: „Big Data Learning”

Eine interessante Mischung aus laufenden und gerade erst beginnenden Abstimmungen, die vor Ort, so das Protokoll, noch um Sessions über “Design Based Research” und “Design Thinking” (an diesem Topic scheint derzeit niemand vorbeizukommen …) ergänzt wurden.
Tanja Fandel, scil-Blog, 12. September 2014

Learning by DESIGN

scil - September 15, 2014 - 04:12
Ein kurzer Nachklapp zu unserem Bericht zum scil Community Day, bei dem wir ja auch eine intensive Session zu “Design thinking” hatten: In der aktuellen Ausgabe von Chief Learning Officer Magazine, zu der ich heute eine Infomail erhalten habe (auf dem Cover steht schon “October”) findet sich ein Artikel über “Learning by DESIGN”, in dem

Neuauflage der Taxonomie

Peter Baumgartner - September 14, 2014 - 20:54

Aus Anlass zu den Arbeiten an der 2. Auflage der "Taxonomie von Unterrichtsmethoden" habe ich mir wieder in verstärktem Maße Strategien überlegt, wie ich die in der "Taxonomie" entwickelten Inhalte, stärker publikumswirksam machen kann. Rückmeldungen hat sich gezeigt, dass das Buch zu komplex geworden ist. Ich plane daher einerseits eine leichter verdauliche Anschlusspublikation (Arbeitstitel: "E-Learning: Didaktischer Mehrwert und Anwendungsszenarien") und andererseits ein interaktives E-Learning Tutorial zum Didaktischen Design, das die in der Taxonomie dargelegten Ideen einem breiteren Publikum zugänglich machen sollen. Weiterlesen ...

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Kroatisch-Lexika im Internet

Peter Baumgartner - September 14, 2014 - 17:10

Diese Beitrag ist eine Artikelsammlung von Rezensionen zu zu Kroatisch-Lexika im Internet. Er ist ein Ergebnis meines Kroatien-Urlaubs 2014, wo ich – nach 25-jähriger Unterbrechung – einen zweiten Versuch mit dem Lernen der kroatischen Sprache begonnen habe. Zum Unterschied von damals, gibt es jetzt viele Ressourcen dazu im Internet. Ich war nicht nur überrascht, wie zahlreich und vielfältig diese Webseiten zum Kroatischen sind, sondern ganz besonders haben mich auch die dahinter stehenden Geschäftsmodelle interessiert. Ich plane diese Rezensionen durch Interviews mit den Webseiten-BetreiberInnen später noch (zu Fallstudien) auszubauen. Weiterlesen ...

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WordPress-Spamattacken unerträglich

Peter Baumgartner - September 14, 2014 - 15:39

Dieser Artikel ist ein virtueller Hilfeschrei: Er beschreibt nicht nur, welchen Wordpress-Spamattacken ich mit meinem Weblog ständig ausgesetzt bin, sondern zeigt auch auf, dass die eigenen Gegenmaßnahmen meine Arbeit behindern und damit wohl als Schuss ins eigene Knie zu klassifizieren sind. – Aber vielleicht weiß da draußen jemand, was ich tun könnte? Weiterlesen ...

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Junge ForscherInnen im Landesmuseum Niederösterreich

Peter Baumgartner - September 13, 2014 - 08:55

Unser Department war am 7. September mit dem Interactive Whiteboard von Smart Technologies im Landesmuseum Niederösterreich in St. Pölten. Bei der Veranstaltung konnten junge ForscherInnen – dem Generalthema des Nachmittags entsprechend – in die Welt der Ernährung eintauchen konnten. Weiterlesen ...

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The New Way of Learning. What has changed for Corporate Learning?

Weiterbildungsblog - September 12, 2014 - 21:15

Als Aufhänger für diesen Vortrag, den ich am Mittwoch im Rahmen eines Webinars gehalten habe, habe ich den Launch des Learning Campus der adidas Group gewählt. Denn hier fallen genau die Stichworte, um weiterzuleiten: sowohl auf die aktuellen Herausforderungen, vor denen Corporate Learning heute steht, aber auch auf die Veränderungen, von denen auch Corporate Learning profitieren kann. MOOCs gehören dazu.
Jochen Robes, SlideShare, 10. September 2014

The New Way of Learning. What has changed for Corporate Learning? from Jochen Robes

Bullshit

Gabi Reinmann - September 12, 2014 - 15:46

Leider habe ich das Problem, dass ich vieles von dem, was ich so lese, unglaublich schnell wieder vergesse. Immerhin erinnere ich mich manchmal dunkel daran, etwas gelesen zu haben, was im Moment für mich oder meine Arbeit bedeutsam sein könnte – aber dann muss ich es suchen und nachlesen. So ist es mir in der letzten Zeit ein paar Mal ergangen: Ich erinnerte mich an den amerikanischen Philosophen Harry Frankfurt und an seine beiden Essays „Bullshit“ und „Über die Wahrheit“ – und lese nach. Mal ganz unabhängig von meinem persönlichen Anlass für diese Erinnerung bietet unsere Gesellschaft, so meine ich, für jeden Anker genug, um vielleicht mit den folgenden Zitaten etwas anfangen zu können bzw. seine eigenen Anschauungsbeispiele zu finden. Daher im Folgenden – unkommentiert – zwei längere Zitate aus den beiden Essays zum Nachdenken.

Frankfurt, H.G. (2014/2006). Bullshit. Frankfurt am Main. Suhrkamp.

Zitat S. 40/41

„Das Wesen des Bullshits liegt […] nicht in der Tatsache, daß er den angesprochenen Sachverhalt oder auch die Überzeugung des Sprechers bezogen auf diesen Sachverhalt falsch darstellt. Das ist ein typisches Merkmal der Lüge, insofern sie etwas Unwahres behauptet. Da Bullshit nicht notwendig wahrheitswidrig sein muß, unterscheidet er sich von der Lüge durch die gefälscht Absicht. Der Bullshitter muß uns nicht täuschen und nicht einmal täuschen wollen, weder hinsichtlich der Tatsachen noch hinsichtlich seiner Vorstellung von den Tatsachen. Er versucht aber immer, uns über sein Vorhaben zu täuschen. Das einzige unverzichtbare und unverwechselbare Merkmal des Bullshitters ist, daß er in einer bestimmten Weise falsch darstellt, worauf er aus ist.

Das ist der entscheidende Unterschied zwischen ihm und dem Lügner. Sowohl der Bullshitter als auch der Lügner erwecken den (allerdings falschen) Eindruck, sie wollten etwas Wahres mitteilen. In beiden Fällen hängt der Erfolg davon ab, daß sie uns in Bezug auf diesen Umstand zu täuschen vermögen. Doch der Lügner verbirgt vor uns, daß er versucht, uns von einer korrekten Wahrnehmung der Wirklichkeit abzubringen. Wir sollen nicht wissen, daß er uns etwas glauben machen möchte, was er selbst für falsch hält. Der Bullshitter hingegen verbirgt vor uns, daß der Wahrheitswert seiner Behauptung keine besondere Rolle für ihn spielt. Wir sollen nicht erkennen, daß er weder die Wahrheit sagen noch die Wahrheit verbergen will. Das heißt nicht, daß seine Rede anarchisch impulsiv wäre, sondern lediglich, daß die Motive, die sein Tun leiten und bestimmen, nichts damit zu tun haben, wie die Dinge, über die er spricht, in Wahrheit sind.

Niemand kann lügen, sofern er nicht glaubt, die Wahrheit zu kennen. Zur Produktion von Bullshit ist solch eine Überzeugung nicht erforderlich. Wer lügt, reagiert auf die Wahrheit und zollt ihr zumindest in diesem Umfang Respekt. Ein aufrichtiger Mensch sagt nur, was er für wahr hält, und für den Lügner ist es unabdingbar, daß er seine Aussage für falsch hält. Der Bullshitter ist außen vor: Er steht weder auf der Seite des Wahren noch auf der des Falschen. Anders als der aufrichtige Mensch und als der Lügner achtet er auf die Tatsachen nur insoweit, als sie für seinen Wunsch, mit seinen Behauptungen durchzukommen von Belang sein mögen. Es ist ihm gleichgültig, ob seine Behauptungen die Realität korrekt beschreiben. Er wählt sie einfach so aus oder legt sie sich so zurecht, daß sie seiner Zielsetzung entsprechen“.

 

Frankfurt, H.G. (2007). Über die Wahrheit. München: Carl Hanser.

Zitat aus der Einleitung (S. 7-10)

„Vor nicht langer Zeit habe ich einen Essay veröffentlicht, der den Titel On Bullshit trägt […]. In diesem Essay habe ich eine vorläufige Analyse des Begriffs Bullshit vorgelegt; das heißt, ich habe die Bedingungen angegeben, die ich für sowohl notwendig als auch hinreichend hielte, um diesen Begriff korrekt anzuwenden. Meine These lautete, daß Leute, die Bullshit produzieren, so tun, als betrieben sie einfach Vermittlung von Informationen, auch wenn sie nichts Derartiges im Sinn haben. Vielmehr sind sie, und das ist das Wesentlichste, Schwindler und Blender, die den Versuch unternehmen, mit dem, was sie sagen, die Meinungen und Einstellungen ihrer Gesprächspartner zu manipulieren. In erster Linie interessiert sie daher die Frage, ob das, was sie sagen, die Wirkung hat, diese Manipulation, herbeizuführen. Dementsprechend ist es ihnen mehr oder weniger gleichgültig, ob das, was sie sagen, wahr oder falsch ist.

In diesem Buch habe ich auch eine Reihe anderer Fragen angesprochen. Ich habe den Unterschied zwischen Bullshit und Lügen untersucht, der von grundlegender Wichtigkeit ist, wiewohl er im allgemeinen nicht näher untersucht wird. Ich habe einige provisorische Behauptungen hinsichtlich der Frage aufgestellt, wie die außergewöhnliche Verbreitung und Beharrlichkeit von Bullshit in unserer Kultur zu erklären ist. Und ich habe die Ansicht vertreten, daß das Produzieren von Bullshit eine heimtückischere Bedrohung darstellt als das Lügen.

Zum damaligen Zeitpunkt schien das erst einmal auszureichen. Später wurde mir jedoch klar, daß ich in meinem Buch einer Frage überhaupt keine Aufmerksamkeit geschenkt hatte, mit der sich jede angemessene Erörterung von Bullshit ganz sicher auseinandersetzen muß. Ich war von einer wichtigen Voraussetzung ausgegangen, von der ich umstandslos angenommen hatte, daß die Mehrzahl meiner Leser sie teilen würde: daß nämlich Gleichgültigkeit gegenüber der Wahrheit eine unerwünschte oder gar verwerfliche Eigenschaft darstelle und daß das Produzieren von Bullshit deshalb zu vermeiden und zu verdammen sei. […].

Mit anderen Worten, ich hatte nicht erklärt, warum Gleichgültigkeit gegenüber der Wahrheit, von der ich behauptet hatte, daß sie für Bullshit charakteristisch sei, etwas derart Schlechtes ist. Selbstverständlich erkennen die meisten Menschen durchaus an und werden mehr oder weniger bereitwillig zugeben, daß die Wahrheit beträchtliche Bedeutung hat. Andererseits sind nur wenige Menschen bereit, etwas wirklich Erhellendes zu der Frage zu sagen, was denn nun genau die Wahrheit so wichtig macht.

Wir alle sind uns darüber im klaren, daß unsere Gesellschaft unablässig enorme Ladungen – mache bewußt, manche lediglich beiläufig hervorgebracht – von Bullshit, Lügen und Täuschungen auszuhalten hat. Es ist jedoch offensichtlich, daß diese Last es irgendwie – zumindest bislang – nicht vermocht hat, unsere Kultur lahmzulegen. Manche Menschen mögen das vielleicht selbstgefällig in der Weise deuten, es zeige, daß die Wahrheit doch nicht so wichtig ist und daß es für uns keinen besonders guten Grund gibt, uns eingehend für sie zu interessieren. Meiner Ansicht nach wäre das ein beklagenswerter Fehler […].“

TED: Uldus Bakhtiozina: Wry photos that turn stereotypes upside down - Uldus Bakhtiozina (2014)

TEDTalk - September 12, 2014 - 14:59
Artist Uldus Bakhtiozina uses photographs to poke fun at societal norms in her native Russia. A glimpse into Russian youth culture and a short, fun reminder not to take ourselves too seriously.

Trends im Lernen & Weiterbildung: Rückblick 1. scil Community Day

scil - September 12, 2014 - 14:55
Am Mittwoch, 10. September 2014 fand unser 1. scil Community Day in St.Gallen statt. Zu diesem Event hatten wir aktuelle Programmteilnehmende, Alumni und Projektpartner eingeladen, um uns zu dem Rahmenthema „Trends im betrieblichen Lernen“ auszutauschen und neu zu vernetzten. Mit 45 Learning Professionals haben wir schliesslich diesen Tag verbracht und möchten hier in unserem Blog

Why I Just Asked My Students To Put Their Laptops Away

Weiterbildungsblog - September 12, 2014 - 07:30

Ich denke, man darf unterscheiden zwischen der individuellen Entscheidung eines Lehrenden, die Nutzung elektronischer Geräte im Unterricht zuzulassen oder abzulehnen. Und der Diskussion der generellen Möglichkeiten, die elektronische Geräte bei der gemeinsamen Auseinandersetzung mit einem Thema bieten. Die Antworten, individuell wie allgemein, hängen nicht zuletzt vom didaktischen Konzept ab. Und noch von einigen anderen Punkten, die Clay Shirky hier offenlegt. Denn es geht ihm gar nicht um Didaktik, sondern um die perfiden Strategien der Geräte- und Software-Entwickler sowie die offensichtlich nicht steuerbaren Reflexe der Studierenden, die gegen ihn arbeiten.

Brilliant geschrieben von einem, der Social Media unterrichtet!

“The fact that hardware and software is being professionally designed to distract was the first thing that made me willing to require rather than merely suggest that students not use devices in class. There are some counter-moves in the industry right now - software that takes over your screen to hide distractions, software that prevents you from logging into certain sites or using the internet at all, phones with Do Not Disturb options - but at the moment these are rear-guard actions. The industry has committed itself to an arms race for my students’ attention, and if it’s me against Facebook and Apple, I lose.”
Clay Shirky, Medium, 9. September 2014

TED: Hans and Ola Rosling: How not to be ignorant about the world - Hans Rosling / Ola Rosling (2014)

TEDTalk - September 11, 2014 - 15:30
How much do you know about the world? Hans Rosling, with his famous charts of global population, health and income data (and an extra-extra-long pointer), demonstrates that you have a high statistical chance of being quite wrong about what you think you know. Play along with his audience quiz — then, from Hans’ son Ola, learn 4 ways to quickly get less ignorant.

Is the ADDIE model appropriate for teaching in a digital age?

Weiterbildungsblog - September 11, 2014 - 07:12

ADDIE ist ein beliebtes, weit verbreitetes Modell, um die Entwicklung von Weiterbildungsangeboten, vor allem von E-Learning oder Multimedia, zu strukturieren. Es teilt die Entwicklung in fünf Phasen auf: Analyse, Design, Develop, Implement, Evaluate. In dieser Hinsicht ist es ein einfaches Management-Werkzeug, das die arbeitsteilige Zusammenarbeit von Experten unterstützt und die gewünschte Qualität eines Bildungsangebots gewährleisten soll. Wer mehr über ADDIE erfahren will, sollte der interaktiven Infografik (s. unten) folgen, die Tony Bates hier verlinkt.

Natürlich steht im Zeichen des digitalen, vernetzten Lernens auch ADDIE auf dem Prüfstand. Zu unflexibel, zu linear, zu fokussiert auf die Entwicklung von Lerninhalten (und weniger auf die Durchführung von Lernprozessen und die Unterstützung von Lehrenden und Lernenden). “Leaving ADDIE for SAM”, heißt es deshalb zum Beispiel. Auch Tony Bates tendiert in diese Richtung.
Tony Bates, e-learning and distant education resources, 9. September 2014

Cognizant Academy: Lessons From A 2020 Learning Organization

Weiterbildungsblog - September 11, 2014 - 05:05

Ob ein Unternehmen oder eine Organisation den Titel “2020 Learning Organization” verdient, ist schwer an einigen Beispielen oder Zeilen festzumachen. Auch mit Blick auf die Initiativen, die Jeanne Meister hier für Cognizant Technology Solutions und ihre Bildungsabteilung, die Cognizant Academy, aufzählt. “Millennial friendly learning” ist ein Stichwort, das nach der Lektüre hängenbleibt, “App’s versus websites” ein anderes. Hinzu kommen die üblichen strategischen Schlaglichter wie “ensure learning meets business goals” oder “partner with CIO”. Oder vielleicht ist es das folgende Statement, das man gerne mitnimmt: “At Cognizant, the classroom is not the first option for learning …”.
Jeanne Meister, Forbes, 10. September 2014

Recent Research Review — Reviewed (and Lamented)

Weiterbildungsblog - September 10, 2014 - 19:19

Es gibt nicht viele Artikel, die sich mit der “Wissenschaft von Training & Development in Organisationen” beschäftigen und systematisch aufarbeiten, inwieweit unser Erfahrungswissen auch eine empirische Grundlage besitzt. Vor zwei Jahren ist ein solcher Artikel in der renommierten Psychological Science in the Public Interest erschienen: “The Science of Training and Development in Organizations. What Matters in Practice” von Eduardo Salas, Scott Tannenbaum, Kurt Kraiger und Kimberly Smith-Jentsch. Fast ein kleines Handbuch, das Will Thalheimer hier noch einmal wunderbar zusammengefasst hat. Doch erst, nachdem er sich einmal kräftig geschüttelt hat:

“In 2012—an excellent research review on training was published in a top-tier journal. Unbelievably, most training practitioners have never heard of this research review. I know because when I speak at conferences and chapters in our field I often ask how many people have read the article. Typically, less than 5% of experienced training practitioners have! Less than 1 in 20 people in our field have read a very important review article.

What the hell are we doing wrong? Why does everyone know what a MOOC is, but hardly anyone has looked at a key research article?”
Will Thalheimer, Will at Work Learning, 7. August 2014

 

TED: Dan Barasch: A park underneath the hustle and bustle of New York City - Dan Barasch (2014)

TEDTalk - September 10, 2014 - 14:55
Dan Barasch and James Ramsey have a crazy plan — to create a park, filled with greenery, underneath New York City. The two are developing the Lowline, an underground greenspace the size of a football field. They're building it in a trolley terminal abandoned in 1948, using technology that harvests sunlight above-ground and directs it down below. It's a park that can thrive, even in winter.

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