Sammlung von Newsfeeds

Here’s What Will Truly Change Higher Education: Online Degrees That Are Seen as Official

Weiterbildungsblog - März 5, 2015 - 16:58

Was MOOCs bis heute fehlt, sind Abschlüsse, mit denen Teilnehmer auf dem Arbeitsmarkt etwas anfangen können. Okay, jetzt könnte man auf die Certificates hinweisen, die Coursera, Udacity und edX in den letzten Monaten entwickelt haben. Aber das ist, so der Autor, erst die halbe Miete. Interessanter sind Entwicklungen wie Open Badges. Sie können am Monopol der Colleges auf Abschlüsse und Zeugnisse rütteln. Eingebettet in eine entsprechende digitale Infrastruktur können sie weit mehr Informationen über Lernprozesse transportieren als traditionelle Diplome. Und ihre Besitzer könnten diese Informationen, je nach Anlass, individuell steuern.

“In the long run, MOOCs will most likely be seen as a crucial step forward in the reformation of higher education. But their true impact won’t be felt until students and learners of all kinds have access to digital credentials that are also built for the modern world. Then they’ll be able to acquire skills and get jobs for a fraction of what colleges cost today.”
Kevin Carey, New York Times, 5. März 2015

Andy Yen: Think your email's private? Think again

TEDTalk - März 5, 2015 - 16:00
Sending an email message is like sending a postcard, says scientist Andy Yen in this thought-provoking talk: Anyone can read it. Yet encryption, the technology that protects the privacy of email communication, does exist. It's just that until now it has been difficult to install and a hassle to use. Showing a demo of an email program he designed with colleagues at CERN, Yen argues that encryption can be made simple to the point of becoming the default option, providing true email privacy to all.

Trends In Social Learning: Interview with Tony Sheehan

Weiterbildungsblog - März 4, 2015 - 22:47

Warum ist Social Learning heute ein Thema, wird Tony Sheehan (London Business School) gefragt. Und nach einem kurzen Hinweis auf das 70-20-10-Modell weist er auf die Entwicklungen hin, die Social Learning den Boden bereiten: “Time pressure”, “demographic change”, “collaboraton is now the norm” und “problems are increasingly complex”. Und dass natürlich “scale”, also die Chance, mit anderen überhaupt in einen Austausch zu kommen, dem Erfolg von Social Learning nicht abträglich ist.
Steve Rayson, Interview with Tony Sheehan, totara Blog, 4. März 2015

Harry Baker: A love poem for lonely prime numbers

TEDTalk - März 4, 2015 - 16:10
Performance poet (and math student) Harry Baker spins a love poem about his favorite kind of numbers -- the lonely, love-lorn prime. Stay on for two more lively, inspiring poems from this charming performer.

Das erste Semester als “Prof.”

Marc Krüger - März 3, 2015 - 19:37

Einer der Gründe eine Professur an einer Hochschule anzunehmen war, weil ich sehr bewusst die Rolle als Hochschullehrer erleben wollte. Weg vom didaktischen Berater, dessen geringe Lehrverpflichtung – ich hatte in den letzten Jahren nur 2 SWS – im Format der Feiertagsdidaktik leidenschaftlich erfüllt wird, hin zum Lehrenden, der deutlich mehr SWS zu leisten hat und weiteren Verpflichtungen gegenübersteht. Meine Befürchtung, dass hochschuldidaktische Überlegungen in der Lehre dabei zu kurz kommen, hat sich ein Stück weit erfüllt. Aber fangen wir von vorne an:

18 SWS umfasst das Lehrdeputat in Bayern für eine Professur an einer Hochschule für angewandte Wissenschaften. Meine Lehrverpflichtung reduzierte sich auf 14 SWS, weil ich 2 SWS Erlass für die Aufgaben als Studiendekan erhalte, weitere 2 SWS für die hochschuldidaktische Begleitung des Projektes “Der Coburger Weg“. Die Ämter geben Abwechslung, was schön ist, weniger Arbeit sind sie keinesfalls. U.a. bin ich als Studiendekan mit weiteren Kollegen dabei, einen neuen Studiengang vorzubereiten, um nur ein Beispiel der Aufgaben zu nennen. Die Funkstille hier im Blog und auf Twitter sind folglich eine Folge der hohen Arbeitsbelasung. In den 14 SWS habe ich zwei Lehrveranstaltungen durchgeführt, dies allerdings mehrmals. D.h. viermal “Einführung ins wissenschaftliche Arbeiten” und dreimal “Interdisziplinäre Persönlichkeitsentwicklung”.

Demnach waren “nur” zwei Lehrveranstaltungen vorzubereiten, denn beide habe ich vorher noch nicht gehalten. Die Vorbereitungen sind bekanntermaßen mühselig und besonders beim Fach “Einführung ins wissenschaftliche Arbeiten” habe ich deutlich mehr Zeit für die Vorbereitung benötigt, als ich dachte. Dies lag besonders daran, dass ich aus meiner Perspektive als Postdoc einen Einstieg erarbeiten musste, der von Studienanfängern bewältigt werden kann. Klassische didaktische Reduktion, keine einfache Aufgabe für ein Fach, was einem als Handwerkszeug geläufig ist, ich selber aber nie systematisch erlernt habe.

Ich bin wirklich sehr froh, dass ich kein drittes Fach vorbereiten musste. Mir haben mehrere Kollegen berichtet, dass sie im ersten Semester ebenfalls eine reduzierte Anzahl an Stunden und Lehrveranstaltungen hatten. Das ist wirklich empfehlenswert, wenn man von seinen fachlichen und didaktischen Ansprüchen nicht vollends Abschied nehmen will. Aber schauen wir genau dahin, wo ich von meinen Ansprüchen ein Stück weit Abstand nehmen musste:

  • Eingangsvoraussetzungen: Ein Problem von mir war, dass ich immer nur im Haupt-/Masterstudium oder in der Weiterbildung an der Universität gelehrt habe. Damit war es eingangs schwierig abzuschätzen, was ich von Studienanfängern an einer Hochschule für angewandte Wissenschaften erwarten konnte. Ein wenig hat mich mein persönlicher Werdegang dann geleitet. Ich konnte mich teilweise erinnern, was für Kenntnisse und Fertigkeiten ich nach Abschluss der “Fachhochschulreife” hatte. Trotzdem: Es gab immer wieder Momente, wo ich die Studierenden unter- oder überfordert habe. Aus meiner Sicht hilft hier nur Erfahrung, das kann man nicht besser vorbereiten. Ich habe mir die kritischen Punkte notiert und werde sie zum nächsten WiSe überarbeiten.
  • Namen merken: In beiden Lehrveranstaltungen zusammen hatte ich es mit 150 verschiedenen Personen zu tun. Meinen langjährigen Vorsatz, die Lernenden beim Namen zu nennen, habe ich nach Sichtung der Listen über Bord geworfen – es waren einfach zu viele und ich kann mir Namen auch nicht gut merken. Auch dadurch, dass Studierende nicht verlässlich in jeder Stunde anwesend sind, ist es schwer sich die Namen einzuprägen. Immerhin kannte ich am Ende des Semesters ungefähr 20 % der Studierenden und war froh, wenn ich alle auf dem Campus wiedererkannt habe. Hier sehe ich nicht, wie ich das mit einem vertretbaren Aufwand ändern kann. Ein Trost bleibt mir: Ich werde aus dieser Kohorte im 2, 3 und 6ten Semester noch Studierende haben. Dann kenne ich einige und die fehlenden Namen kann ich weiter erlernen.
  • Individuelles Feedback: Als Prüfungsleistung mussten unsere Studierenden u.a. einen wissenschaftlichen Text im Umfang von 3 Seiten verfassen und am Ende des Semesters zur Bewertung abgeben. Alle Studierenden hatten die Möglichkeit mir ihre Texte vor Weihnachten einzureichen. Diese habe ich dann gelesen und Verbesserungsvorschläge unterbreitet. Die Hälfte der Studierenden hat das in Anspruch genommen. Infolge des damit verbundenen Aufwandes hätte ich fast noch unterm Weihnachtsbaum und Silvester wie Neujahr weiterkorrigiert. Nächstes Jahr werde ich nur noch eine Seite zur Korrektur annehmen, das ist sonst kaum zu leisten. Ich will keinesfalls darauf verzichten, aber ein allumfassendes individuelles Feedback kann es bei so vielen Studierenden einfach nicht geben. Dafür hatte ich neben der Lehre im Semester viel zu viele weitere Aufgaben.
  • Didaktische Kreativität: Sich in ein Thema einarbeiten, didaktische Reduktion betreiben und erahnen, was den Studienanfängern abverlangt werden kann, ist fordernd. Je größer zum Semesterbegin dann der Handlungszwang wurde, die Lehrveranstaltung stehen zu haben, desto mehr verfiel ich in eine scheinbare Routine: Ich bereitete die Lehre ein Stück weit so vor, wie ich sie als Studierender selbst erlebt hatte. Schöne Ansätze, wie z.B. das Problembasierte Lernen, habe ich dabei nicht mehr in Erwägung gezogen. Auch das heißt für mich in den kommenden Sommerferien “Nachsitzen” und das vorliegende Lehrveranstaltungskonzept kreativ zu hinterfragen.

Es zeigt sich sehr gut, dass eine Lehrveranstaltung nicht mit dem einmaligen Vorbereiten entgültig entworfen ist. Die Ausarbeitung ist ein Prozess, der sich über mehrere Semester hinzieht. Während ich früher meine Lehrveranstaltung nach einem Semester eher abgerüstet habe, weil sie zu kreativ waren und zu viele Lernziele verfolgten, muss ich hier konstatieren: Es gilt noch aufzurüsten und es bleibt eine Menge finetuning. Bevor jetzt alle denken, es ist alles schief gelaufen: Neben all dem Verbesserungspotenzial bin ich trotzdem recht zufrieden mit der Durchführung und mit den Lernleistungen der Studierenden. Auch die Evaluation ist gut ausgefallen, was motiviert, die TO DO-Liste für das WiSe anzugehen und sich ins Zeug zu legen.

Abschließend werfe ich als didaktischer Berater einen Blick auf die gemachten Erfahrungen: Ich kann jetzt besser nachvollziehen, warum Lehrende zögerlich sind ihre Lehrveranstaltungen mit digitalen Medien oder aktivierenden Methoden zu versehen. Sie scheuen davor Schritt für Schritt entwickelte und anschließend bewährte Konzepte zu “verschlimmbessern”. Für die didaktische Beratung wirft dies aus meiner Sicht eine wichtige Frage auf: Warum konzentrieren wir uns nicht auf die Neuberufenen bei der Entwicklung ihrer Lehrveranstaltungskonzepte, wenn diese am Anfang ihrer Lehrveranstaltungsplanung stehen? Aus meiner Sicht ist das nach diesen Erfahrungen ein strategischer Moment, den es für die Qualitätsverbesserung der Lehre zu nutzen gilt. Auch ich wäre hier für Hilfestellung bei der Lehrveranstaltungsplanung dankbar gewesen. Ich bin mir sicher, entsprechende Ansätze und Erfahrungen gibt es bereits. Wer hier Tipps hat, “nur her damit”.


Topher White: What can save the rainforest? Your used cell phone

TEDTalk - März 3, 2015 - 15:46
The sounds of the rainforest include: the chirps of birds, the buzz of cicadas, the banter of gibbons. But in the background is the almost-always present sound of a chainsaw, from illegal loggers. Engineer Topher White shares a simple, scalable way to stop this brutal deforestation — that starts with your old cell phone.

Tagung | Medienbildung – wozu?

head.zblog - März 3, 2015 - 10:39

„Medienbildung – wozu?“ lautete das diesjährige Thema der Tagung Wissen – Medien – Bildung an der Universität Innsbruck. Ausgerichtet vom interdisziplinären Forum Innsbruck Media Studies der Universität Innsbruck, der AG Medienkultur und Bildung der Gesellschaft für Medienwissenschaft (GfM) sowie der Sektion Medienpädagogik der Österreichischen Gesellschaft für Forschung und Entwicklung im Bildungswesen (ÖFEB) hatte sich die Tagung zum Ziel gesetzt, Facetten, Diskursen und Konzepten von Medienbildung auf den Grund zu gehen, denn

“Der Ausdruck ‘Medienbildung’ fungiert seit einigen Jahren – ähnlich wie zuvor ‘Medienkompetenz’ – als Drehtürbegriff, der in wissenschaftlichen, politischen, technologischen sowie alltagsweltlichen Zusammenhängen verwendet wird. Dabei treffen unterschiedliche Fachdiskurse, theoretische und methodische Herangehensweisen, Praxisanliegen und kontroverse Fragen und Interessen aufeinander. Die Forschungslage in den Bildungs-, Kommunikations- und Medienwissenschaften zu Medienerziehung, Medienkompetenz und Medienbildung muss als disparat bezeichnet werden. Dies betrifft ebenfalls regionale, nationale und transnationale Situationseinschätzungen, Auffassungen von Bedarfslagen, Aufgabenbereichen und Zuständigkeiten sowie Kritikverständnisse, Interventionsmöglichkeiten und Ideen zur Transformation von Lernkulturen. Die Tagung setzt sich zum Ziel in dieser interdisziplinären und internationalen Gemengelage Synergien zu eruieren.“ (Aus dem CfP)

Und das Gemengelage unterschiedlicher Begrifflichkeiten und Konzepte wurde mehr als deutlich: neben genuin medienpädagogischen Beiträgen wurden auch Kolleg_innen andere (Teil-)Disziplinen eingeladen, Positionen zu formulieren und an der Medienpädagogik zu spiegeln. Neben bildungstheoretischen Auseinandersetzungen firmierten Debatten aus der Medientheorie ebenso wie Beiträge aus der Kommunikationswissenschaft, der politischen Bildung, der ästhetischen Bildung oder der Filmwissenschaft. Ähnlich wie die Tagung der Sektion Medienpädagogik der DGfE 2008 in Zürich um die Begriffe Medienbildung und Medienkompetenz, regte auch diese Tagung an, näher hinter Konzepte zu schauen, Diskurslinien sichtbar zu machen und zu diskutieren.

Mein Beitrag zur Tagung war ein Lightning Talk zum Thema „Medienbildung in der Schule – pädagogischer Anspruch oder Utopie?“ , in dem ich nochmals einerseits auf den (pädagogischen) Anspruch einging, Medienbildung auch in der Schule zu ermöglichen, anderseits diese Ermöglichung innerhalb der bisherigen Strukturen und Grammatiken von Schule aber durchaus als Utopie gelten kann. Im Tagungsabstract formulierte ich

Wie müsste sich Schule eigentlich verändern, um Medienbildung zu ermöglichen? Der Beitrag möchte unter Bezugnahme auf Zielvorstellung von Medienbildung in der Schule fragen, ob diese in Schule ermöglicht werden kann bzw. welche Herausforderungen dies für die Schule als Bildungsinstitution bereithält. Eine Verschiebung der Diskussion von Medienkompetenz hin zu Medienbildung in der Schule impliziert dabei veränderte Formen von medienpädagogischer Auseinandersetzung, die allerdings mit (aktuellen) Konzeptionen von Schule im Spannungsverhältnis stehen. Die eigentliche Herausforderung besteht in der Schule damit nicht (nur) in der Integration digitaler Medien, sondern im Arbeiten an geteilten Werten und Normen, die zu einer Transformation von Schule führen (Folien hier).

Passend war die Koppelung meines Beitrags mit einem Beitrag von Stephan Münte-Goussar, der die Veränderungen von Schule in einer Netzwerkgesellschaft ausführte. Die Diskussion im Anschluss drehte sich dann um das Verhältnis von Subjekt, Medien und Schulentwicklung, wobei zum einen klar wurde, dass es zusätzliche disziplinäre Brillen braucht (z.B. Soziologie), als auch zum anderen medientheoretische Arbeiten in der Schule immer noch ausstehen. Klaus Rummler brachte das (Zwischen-)Ergebnis der Runde schön auf den Punkt „Es lohnt sich Begriffe von Medien, Subjekt, Entwicklung für Schule und Unterricht zu reflektieren“

Alles in allem bot die Tagung differenzierte Einblicke und Denkanstöße und ich nehme aus den Debatten mehr als eine Anregung mit.

Jon Gosier: The problem with "trickle-down techonomics"

TEDTalk - März 2, 2015 - 16:29
Hooray for technology! It makes everything better for everyone!! Right? Well, no. When a new technology, like ebooks or health trackers, is only available to some people, it has unintended consequences for all of us. Jon Gosier, a TED Fellow and tech investor, calls out the idea of "trickle-down techonomics," and shares powerful examples of how new tech can make things actually worse if it's not equally distributed. As he says, "the real innovation is in finding ways to include everyone."

Four Reasons to Worry About “Personalized Learning”

Weiterbildungsblog - März 2, 2015 - 05:56

“Personalized Learning” ist ein Versprechen, an das gerne erinnert wird, wenn die Klagen über Massive Open Online Courses oder andere Formen des Online-Lernens zu laut werden. “Nicht mehr massive müssen die Onlinekurse sein, sondern personalized - POOCs statt MOOCs”, heißt es zum Beispiel bei Jörg Dräger. Andere schauen erwartungsvoll auf adaptive Lernsysteme und Learning Analytics - in der Hoffnung auf bessere, weil “passendere” Lernangebote. Alles nur Etikettenschwindel, sagt Alfie Kohn in diesem lesenwerten Artikel, in dem er zwar das Schulsystem anspricht, aber unser Verständnis von Bildung und den Einfluss kommerzieller Interessen im Auge hat.

Personal learning entails working with each child to create projects of intellectual discovery that reflect his or her unique needs and interests. It requires the presence of a caring teacher who knows each child well.

Personalized learning entails adjusting the difficulty level of prefabricated skills-based exercises based on students’ test scores. It requires the purchase of software from one of those companies that can afford full-page ads in Education Week.”
Alfie Kohn, Blog, 23. Februar 2015

my pkm story

Weiterbildungsblog - März 2, 2015 - 05:35

Obwohl Harold Jarche regelmäßig über seinen Entwicklungsweg reflektiert (und ich regelmäßig darauf verweise) und obwohl dieser Beitrag auch in werbender Absicht geschrieben ist, kann ich ihn empfehlen. Das liegt daran, dass Harold Jarche das Thema “Personal Knowledge Management” in den letzten Jahren wie kein anderer beschrieben und vorangetrieben hat. “my pkm story” ist deshalb eine Chronologie einzelner Modelle sowie des Verhältnisses zwischen PKM und KM. Teil dieser Chronologie sind Enterprise Social Networks, also die technische Infrastruktur, um die Prozesse und Flüsse zwischen PKM und KM zu leben.
Harold Jarche, Blog, 27. Februar 2015

Digital Badges / Open Badges Taxonomy

Weiterbildungsblog - März 2, 2015 - 04:15

Einen “first draft of the taxonomy of digital and open badges” wirft Ilona Buchem (Beuth University of Applied Sciences) hier in die Runde und bittet zugleich um Feedback und Ergänzungen. “I have proposed a classification based on three categories - (1) content-related: what the badge represents, (2) issuer-related: who issues the badge, and (3) process-related: how the badge was achieved.”
Ilona Buchem, Medien-Didaktik 2.0, 28. Februar 2015

Medienbildung an der Hochschule? #mwb2015

Sandra Hofues - Februar 28, 2015 - 19:38

Die Tagung „Medien – Wissen – Bildung: Medienbildung wozu?“ hat mich in diesem Jahr besonders angesprochen, wurde doch gefragt nach spezifischen Verständnissen von Bildung, nach Perspektiven für Medienbildung sowie nach sich verändernden Handlungspraktiken, welche im (medialen) Handeln des Einzelnen sichtbar werden. So war es in den letzten beiden Tagen vor Ort in Innsbruck sehr bereichernd, mit Vertreter_innen ganz unterschiedlicher Bezugsdisziplinen über Medien- und Bildungsverständnis zu diskutieren, mit ihnen nach der praktischen Relevanz dieser Fragen zu suchen und die Bedeutung der Praxen umgekehrt wieder in den Diskurs einzubringen. Entsprechend gab es Beiträge auf der Tagung, die sich eher theoretisch Medien, Bildung und Medienbildung näherten, sowie eher gestaltungsorientierte Beiträge, die sich intensiv (aber nicht ausschließlich) mit der Bedeutung normativer Setzungen für eine Anwendung in der Praxis auseinandersetzten (zum detaillierten Programm). In letzteren Bereich fiel sicherlich auch mein Poster, auf dem ich Optionen für eine Medienbildung an der Hochschule offenlegen und vor allem zur Diskussion über die enge Verbindung von Forschungsverständnis, Medien(-begriff) und Bildung(-sbegriff) beitragen wollte. Die Einbindung in ein sog. Educamp gab mir dann viel Raum, mit den Teilnehmenden nach solchen Optionen zu suchen sowie derzeitige Begriffe bzw. Konzepte auch zu schärfen. Weiter beschäftigen werden mich sicherlich die (diversen) Bilder von Medienbildung, die auf der Tagung sichtbar wurden und die u.a. Petra Missomelius auf ihrem Poster festgehalten hat (ein kleiner Eindruck ist schon online). Letzteres ist nicht nur sehenswert, sondern regt auch dazu an, andere Darstellungsweisen für den Ausdruck komplexer Zusammenhänge zu nutzen (wie dies bspw. auch in den Künsten üblich ist).

Neues Forschungsprojekt: FideS (Forschungsorientierung in der Studieneingangsphase)

Sandra Hofues - Februar 28, 2015 - 19:33

Forschendes Lernen oder, weiter gedacht, Forschungsorientierung in Lehre und Studium interessieren mich schon länger. Zuerst habe ich mich mit dem „Königsweg“ forschenden Lernens als Lehrende beschäftigt, als es nämlich um die sinnhafte Gestaltung meiner Methodenkurse ging. Die wissenschaftliche Auseinandersetzung damit und darüber war dann sehr hilfreich: Sie hat mir geholfen, passende Umsetzungen für die eigene Lehre zu finden, Forschungsorientierung aber auch als „größere“ Strategie für Lehre und Studium zu verstehen und selbst darüber zu forschen (bspw. zum Zusammenhang forschenden Lernens in, mit und durch (digitale) Medien). Umso mehr habe ich mich gefreut, als bekannt würde, dass unser kooperatives Forschungsprojekt FideS (Forschungsorientierung in der Studieneingangsphase) vom BMBF bewilligt wurde. Im Vordergrund des Projekts steht zu untersuchen, welches Verständnis von Forschung in unterschiedlichen Fachkulturen vorliegt, wie sich forschendes Lernen in der so wichtigen Phase des Studieneingangs tatsächlich gestaltet, aber auch, wie forschendes Lernen künftig aussehen könnte und welche Rolle u.a. Medien dabei spielen (siehe dazu weiterführend Gabis Post, Mandys Post und Ulrikes Post). Nun geht alles ganz schnell: Schon im April wird das Projekt starten und dann über drei Jahre laufen, die wir hoffentlich für interessante Untersuchungen und Entwicklungen nutzen können.

Helder Guimarães: A magical search for a coincidence

TEDTalk - Februar 27, 2015 - 15:47
Small coincidences. They happen all the time and yet, they pass us by because we are not looking for them. In a delightfully subtle trick, magician Helder Guimarães demonstrates with a deck of cards, a dollar bill and a stuffed giraffe.

Badges come to OpenLearn

Weiterbildungsblog - Februar 27, 2015 - 08:48

Badges bzw. Open Badges gehören zu den Entwicklungen, deren Tragweite ich noch nicht einzuschätzen vermag. Vor allem, wenn es darum geht, nicht nur auf einer einzelnen Plattform die Nutzer zu motivieren (Badges), sondern wenn sie zu einer “globalen” Währung für die Skills werden sollen, die sich Menschen im Netz (und darüber hinaus) erworben haben. Open Badges eben. Aber vielleicht bringt die Entscheidung der Open University, auf ihrer OpenLearn-Plattform zukünftig Badges zu vergeben, das Thema einen großen Schritt weiter. Wie heißt es in der Ankündigung: Aus “Massive Open Online Courses” werden “Badged Open Courses”, aus MOOCs zukünftig BOCs.

“Currently, learners enrolled on any of the 800 short courses on OpenLearn can download an activity record to print or to share online what they have read. Digital badges issued with each BOC and accompanying statement of participation certificate are a different marker of achievement: learners will have not only read full online courses but will have had to have passed online quizzes to earn their digital badge and OU certificate. Pilot research has shown that this will help informal learners build confidence and motivation for learning, providing a record of achievement which they can share with friends, learner communities, employers and educational institutions. Learners will be able to display their completed badges publicly or privately in their My OpenLearn profile and link to other platforms, such as LinkedIn, Twitter and Facebook.”
OpenLearn, 9. Februar 2015

Trends in Distance Education Research: A Content Analysis of Journals 2009-2013

Weiterbildungsblog - Februar 27, 2015 - 07:27

Die aktuelle Ausgabe der International Review of Research in Open and Distance Learning (IRRODL) enthält unter anderem eine Vermessung von Distance Education. Dazu wurden 861 Artikel systematisch untersucht, die in sieben Fachzeitschriften veröffentlicht wurden. Gefragt wurde u.a. nach häufig zitierten Schlagworten, Forschungsfeldern, Forschungsmethoden, theoretischen Ansätzen, Zielgruppen und häufig zitierten Autoren und Studien. Kurz: eine Fundgrube für alle, die mit dem Fach zu tun haben, an langjährigen Trends interessiert sind oder sich gerne in Listen verlieren.

Einige Ergebnisse: Was “the use of research specific keywords” betrifft, liegen “OER”, “Mobile Learning” und “Collaborative Learning” ganz vorne, aber auch “MOOCs” sind bereits unter den zehn meist genannten. Die Theorien und Modelle, auf die sich die Forschungsliteratur am häufigsten bezieht, sind “Community of Inquiry”, “Collaborative Learning”, “Constructivism” und dann, bereits an vierter Stelle, “Connectivism”. George Siemens und Stephen Downes nehmen demzufolge auch bereits die Plätze 11 und 12 der am häufigsten zitierten Autoren ein. Und aus “distance education”, so die Autoren abschließend, scheint wohl langsam “open and distance learning” zu werden.
Aras Bozkurt u.a., International Review of Research in Open and Distance Learning (IRRODL), Vol 16, No 1 (2015), Februar 

Seminarauftakt: Bildungsprojekte gestalten, gesellschaftliche Veränderungen anstoßen

Sandra Hofues - Februar 26, 2015 - 20:38

Lehre wird aus studentischer Sicht oft als Äquivalent zur Vermittlung von Inhalten und Theorien verstanden. Sie wünschen sich daher nicht selten, die theoretischen Inhalte auch innerhalb von Hochschule zur Anwendung zu bringen. Dieser Anwendungs- oder auch Praxisbezug fängt für sie bei Beispielen von Lehrenden innerhalb von Lehrveranstaltungen an. Er zeigt sich genauso in den Geschichten, die Studierende von eigenen (beruflichen) Erfahrungen erzählen. Eine weitere Möglichkeit stellen Seminar- oder Projekt-ähnliche Lehrveranstaltungen dar, die allein durch ihre Form den Wissenstransfer anstoßen wollen. In letztere Kategorie fällt sicherlich auch unsere Lehrveranstaltung „Bildungsprojekte gestalten, gesellschaftliche Veränderungen anstoßen“, die Taiga Brahm und ich im Frühjahrssemester 2015 an der Universität St. Gallen gemeinsam anbieten (zum Blog). Im sog. Kontextstudium bieten wir Studierenden hier die Gelegenheit, entweder selbst Projekte mit Bildungsbezug zu gestalten oder aber bestehende Bildungsprojekte mit wissenschaftlichen Methoden zu untersuchen und Gestaltungsempfehlungen zu ihrer Veränderung/Verbesserung abzugeben. Die Lehrveranstaltung gibt den Studierenden den Raum für eigene Forschungs- und Projektvorhaben, kann für sie aber auch eine Werkstatt zu sein, in der sie das eigene Projekt ausgestalten. Dazu haben wir bspw. den mittleren Teil des Seminars geblockt. Gespannt bin ich aber vor allem darauf, in welche Richtung sich die studentischen Projekte entwickeln, welchen Bildungsbezug sie herstellen oder welches größere (gesamtgesellschaftliche) Ziel sie mit den Projektvorhaben verfolgen. Gleichzeitig wird es interessant, wie man Inhalte (Theorien, Modelle, Konzepte, aber auch Begriffswelten und Zusammenhänge) aus Lehrendensicht so darstellt, dass sie dem Kontextstudium gerecht werden. Darin geht es nämlich unter anderem darum, dem Fachstudium ergänzende Perspektiven interdisziplinär zu entwickeln – und das auf Masterniveau.

MOOC „Managing the Arts“ - Online-Weiterbildung für Kulturmanager weltweit

Weiterbildungsblog - Februar 26, 2015 - 16:54

Ein gerade laufender MOOC, aber ein “Mentored Open Online Course”, veranstaltet vom Goethe-Institut. Das Konzept der Leuphana Universität Lüneburg, das ja auch schon die Grundlage des “Magenta MOOCs” der Deutschen Telekom bildete, kommt hier noch einmal zur Anwendung. In einem 14-wöchigen Online-Kurs lernen Interessierte die Grundlagen des Kulturmanagements theoretisch und praktisch kennen. Das Besondere dieser MOOC-Variante ist die Arbeit in interdisziplinären Kleingruppen und wird wie folgt beschrieben:

“Die Digital School der Leuphana Universität Lüneburg setzt ihr Konzept der „Mentored Open Online Courses” seit 2012 in verschiedenen Online-Lehrformaten um. Angebote der Digital School basieren auf dem Ansatz des kollaborativen, problembasierten Lernens sowie auf der gezielten Betreuung der Teilnehmer. Dies begünstigt den akademischen Austausch innerhalb der Lerngemeinschaft sowie eine intensive Lernerfahrung aller Beteiligten.”
Goethe-Institut, Februar 2015 

Trailer MOOC Managing the Arts from MOOC Managing the Arts on Vimeo.

Ben Wellington: How we found the worst place to park in New York City -- using big data

TEDTalk - Februar 26, 2015 - 15:58
City agencies have access to a wealth of data and statistics reflecting every part of urban life. But as data analyst Ben Wellington suggests in this entertaining talk, sometimes they just don't know what to do with it. He shows how a combination of unexpected questions and smart data crunching can produce strangely useful insights, and shares tips on how to release large sets of data so that anyone can use them.

Eine Kultur mangelnden Respekts

Gabi Reinmann - Februar 26, 2015 - 15:56

Nachdem ich mich Liessmanns „Praxis der Unbildung“ (siehe hier) ziemlich enttäuscht hatte, lag das scheinbar in eine ähnliche Richtung gehende Buch „Der Akademisierungswahn“ von Julian Nida-Rümelin (Nida-Rümelin, J. (2014). Der Akademisierungswahn. Zur Krise beruflicher Bildung und akademischer Bildung. Hamburg: edition Körber-Stiftung.) eine Weile ungelesen herum – zu Unrecht, wie sich herausstellte. Das Buch greift aus meiner Sicht ein hoch relevantes Thema auf und erörtert es differenziert – jenseits einer platten Polemik – und konstruktiv, also mit Vorschlägen für ein Abwenden riskanter Trends in der Bildungspolitik.

Ausgangspunkt von Nida-Rümelins Argumentation ist ein „verhängnisvoller bildungsökonomischer Irrtum“: Er sieht diesen in der hartnäckigen, aber falschen bildungsökonomischen These, es sei notwendig, den Akademikeranteil unbegrenzt auszuweiten. Er belegt diese seine Einschätzung mit Statistiken und anderen empirischen Studien (etwa die geringe Jugendarbeitslosigkeit in Ländern mit einer dualen Berufsausbildung) und begründet sie mit bildungsphilosophischen Argumenten. Auf dieser Basis erläutert er in zwei weiteren Kapiteln zum einen die Krise der beruflichen Bildung und zum anderen die Krise der akademischen Bildung. Der Lösungsansatz, den der Autor favorisiert, setzt darauf, den verschiedenen Bildungswegen – den beruflichen und den akademischen – gleichen Respekt zu zollen und die praktische Dimension der Bildung zu rehabilitieren. Eine gute inhaltliche Zusammenfassung des Buches liefert die Rezension von Jos Schnurer (hier) auf socialnet.

Nida-Rümelin verfolgt ein humanistische Bildungs- und Wissenschaftsideal und spricht sich keineswegs gegen eine Verwissenschaftlichung beruflicher Bildung oder gar gegen mehr Bildung aus. Allerdings sieht er die Zukunft eben nicht in immer mehr universitären Studiengängen für immer mehr Berufe oder immer mehr Theorie für nichtakademische Berufstätigkeit, sondern darin, auf allen, auch den beruflichen, Bildungswegen die eigene Urteilskraft zu schärfen und eigene Entscheidungen von vorgegebenen Regelsystemen zu emanzipieren (S. 94) – also: mehr Persönlichkeitsbildung in die berufliche Bildung bringen anstatt mehr (scheinbar) berufsqualifizierende Studiengänge aus dem Boden stampfen. Vielfalt und Respekt – diese Aufforderung findet sich mehrfach im Buch. „Die aktuellen Nivellierungstendenzen (alle sollten danach streben, eine Hochschulreife zu erwerben und zu studieren; prüfbare und erlernbare Kompetenzen als zentrales Steuerungsinstrument sollen die ganze Vielfalt von Bildungsinhalten ersetzen; die Unterschiedlichkeit nationaler Bildungstraditionen muss verschwinden) sind auch Ausdruck einer Kultur mangelnden Respekts“ (S. 131 f.).

Was Nida-Rümelin über die negativen Folgen des Akademisierungswahns für die akademische Bildung ausführt, kann ich im Großen und Ganzen sehr gut nachvollziehen. Dazu nur ein paar Ausschnitte:

  • „Die moderne Europäische Universität beruht […] auf humanistischen Bildungsidealen, nimmt von der berufsbildenden mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Universität Abschied und stellt das Erkenntnisinteresse und die Idee der Persönlichkeitsbildung durch Forschung in den Mittelpunkt“ (S. 147).
  • „Die strikte Trennung wissenschaftlicher Grundlagenforschung, die zweckfrei zu geschehen hat, von deren Fruchtbarmachung, etwa in Technik und Ökonomie, lässt sich immer weniger aufrechterhalten. […] Die Wissenschaft hat zunehmend also auch eine externe Verantwortung, sodass das interne Ethos epistemischer Rationalität durch ein externes Verantwortungsethos komplettiert werden muss” (S. 150).
  • „Universitäten sind definiert als Einrichtungen, an denen sowohl geforscht als auch gelehrt wird und an denen eine Einheit von Forschung und Lehre im Sinne eines wechselseitigen Bestimmungsverhältnisses besteht: An den Universitäten sollte alle Forschung in der einen oder anderen Form auch in die Lehre einfließen, also für Studienangebote relevant sein” (S. 157 f.).
  • Dem Scheitern des Bologna-Prozesses widmet Nida-Rümelin ein ganzes Kapitel und erläutert des anhand von fünf Irrtümern bzw. Fehlentwicklungen – mit dem Fazit: „Das hohe Maß an Bürokratisierung und Verschulung, das gegenwärtig mit der Umstellung auf modularisierte Studiengänge auch in denjenigen Fächergruppen zu beobachten ist, die bislang wenig strukturiert waren, die in hohem Maße auf Selbststudium setzten und die Leistungskontrolle erst gegen Ende des jeweiligen Studiums vorsahen, behindert sogar gegenwärtig ganz offenkundig die größere Vernetzung, den Austausch von Studierenden in Europa und damit die europäische Bildungsintegration“ (S. 172).
  • Die unterschiedlichen Reaktionen und Strategien mit dem Umgang des Bologna-Prozesses führt Nida-Rümelin unter anderem auf verschiedene Wissenschaftskulturen zurück, und so kommt er zu dem Schluss: „Die aktuelle Krise der akademischen Bildung ist zu einem großen Teil der Rücksichtslosigkeit geschuldet, mit der über die Unterschiedlichkeit der Fächerkulturen hinweggegangen wurde“ (S. 176). „Es sind nicht die Ziele der Bologna-Reform als solche, sondern es ist der Versuch zu kritisieren, zu nivellieren und zu normieren, die Unterschiedlichkeit der Fächerkulturen einzuebnen, die mit der Humboldt-Universität aufgegebene Berufsorientierung auch dort wieder durchzusetzen, wo diese der betreffenden Fachkultur fremd ist […] und die Reform vor allem auch unter dem Aspekt der Verkürzung des Studiums anzugehen“ (S. 179).

Und wer jetzt Interesse entwickelt hat, dem empfehle ich guten Gewissens die Lektüre ;-).

 

 

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