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Professional Learning in Massive Open Online Courses

Weiterbildungsblog - April 3, 2014 - 22:50

Eine interessante Zusammenfassung einer wissenschaftlichen Studie, die von der Glasgow Caledonian University und der Harvard University durchgeführt wurde. Untersucht wurde das Lernverhalten von Professionals, die 2013 am MOOC “Fundamentals of Clinical Trials” (edX) teilgenommen hatten. Was kam heraus? Die Teilnehmer hatten sich offensichtlich darauf beschränkt, die angebotenen Lernmaterialien zu bearbeiten. Sie blieben in dem gesteckten Rahmen des hoch strukturierten Kurses. Eine Vernetzung mit anderen Teilnehmern sowie eine Verbindung der Lernerfahrungen mit der eigenen Arbeitspraxis fanden nicht statt. Daraus leiten die Autoren folgende Empfehlungen für das Design von MOOCs ab:

  1. “Enable professional learners to link theory learned in the MOOC with their work practice by setting personal goals, or personalizing course goals. …
  2. Help professional learners to reflect on the knowledge gained from the course and how it may be embedded into their work practice before the end of the course. 
  3. Support professional learners to continually monitor their learning to determine its ultimate value beyond their immediate learning experience.
  4. Capitalize on the diversity of motivation, expectation, and prior knowledge and experience that is an inherent within all MOOC cohorts.
  5.  Encourage professional learners to discuss ideas from the course with co-workers in their external professional network as well as with other learners on the course.
  6. Utilize the existing knowledge and experience that professional learners bring to the learning context.”

Allison Littlejohn, Little by Littlejohn, 3. April 2014

TED: Jennifer Golbeck: The curly fry conundrum: Why social media “likes” say more than you might think - Jennifer Golbeck (2013)

TEDTalk - April 3, 2014 - 14:57
Much can be done with online data. But did you know that computer wonks once determined that liking a Facebook page about curly fries means you're also intelligent? Really. Computer scientist Jennifer Golbeck explains how this came about, how some applications of the technology are not so benign -- and why she thinks we should return the control of information to its rightful owners.

Personalized Learning, Flipped Classrooms, Video Watching: Last Gasps of the Old Education

Weiterbildungsblog - April 3, 2014 - 14:46

Cathie Norris und Elliot Soloway erinnern daran, dass einige der neuen Moden nur Verpackungen des Altbekannten sind. Sie nennen es “education as acquiring stuff”. Besser wäre es aus ihrer Sicht ein Fokus auf eine übergreifende Kompetenzentwicklung:

“Social learning, inquiry learning, just-in-time learning, and yes, learning-by-doing, will become the dominant pedagogies. The focus must be on process, must be on skills such as the 4Cs (Critical thinking, Communication, Collaboration, Creativity). Why? Because the kids today need to be prepared to move from job to job - to jobs that haven’t been invented yet.”
Cathie Norris und Elliot Soloway, THE Journal, 31. März 2014

Hochschuldidaktik im Nischenbereich

Gabi Reinmann - April 3, 2014 - 05:14

„Diversität: jenseits von sozialen Kategorien? Heterogenität von Studierenden und Lernerverschiedenheit neu denken“ – so lautete der Titel eines Expertengesprächs organisiert vom Projekt nexus (der HRK) im Universitätsclub Bonn am 01.04.2014. Bei der Veranstaltung handelte es sich um einen ganztätigen Workshop mit rund 30 eingeladenen Gästen. Es gab vier Vorträge und Diskussionen im gesamten Plenum. Die Veranstaltung beschäftigte sich mit Unterschieden (a) im Lernerverhalten (pädagogisches und psychologisches Thema) und (b) in der (soziale) Herkunft (soziologisches Thema) und der damit zusammenhängenden Frage, mit welchen Maßnahmen man der wachsenden Diversität an Hochschulen begegnen kann.

Im Vortrag von Rolf Schulmeister (Universität Hamburg) über „Lernerverschiedenheit und Studienerfolg“ wurde auf der Basis der Daten aus der ZEITLast-Studie noch einmal deutlich, dass einerseits der zeitliche Aufwand der Studierenden in Bachelor-Studiengängen in hohem Maße variiert, andererseits aber die reine Zeitinvestition selbst kein Prädiktor für Studienerfolg (gemessen in Noten) ist. Wichtiger sind vor allem Konzentration (also die Art, wie Zeit investiert wird), Gewissenhaftigkeit bzw. generell die „study habits“ und Motivation – also beeinflussbare Faktoren. Beeinflussbar sind diese Faktoren unter anderem durch die Lehrorganisation. Hier setzte auch der zweite Vortrag von Johann Haag (FH St. Pölten) an: Er berichtete über Erfahrungen an seiner Hochschule, in der Studienprogramme in der Informatik auf Blockunterricht umgestellt worden sind. Erhebungen an mehreren Hochschulen zeigen, dass geblockte Veranstaltungen bzw. geblockte Module Studierende in ihrem Präsenz- und Lernverhalten positiv beeinflussen. In der anschließenden Diskussion wurde allerdings auch darauf hingewiesen, dass sich nicht alle Lehr-Lerninhalte dafür eignen und dass es auch Lehr-Lernziele gibt, bei denen kontinuierliche (wöchentliche) Angebote besser sind. Möglich ist jedoch auch eine Kombination von Blockunterricht und verteiltem Unterricht.

Im Vortrag von Tino Bargl (Universität Konstanz) wurde die soziale Heterogenität im Studium und deren Einfluss auf den Studienerfolg näher beleuchtet. Ein Tenor des Vortrags war, dass sich die Art der Verschiedenheit im Laufe der Zeit ändert. Aktuell sind vor allem neue Zielgruppen für Hochschulen eine Herausforderung (z.B. mit anderen Eingangsvoraussetzungen – „non-traditional“). Neben der Studierfähigkeit müsse immer auch die Studierbarkeit (also die Voraussetzungen, die die Hochschulen bieten) berücksichtigt werden. Ein Praxisbeispiel steuerte Marcus Kottmann (Westfälische Hochschule) bei. Sein Stichwort war „Ausbildung von Talenten“: Er stellte das Modell „meine Talentförderung“ vor. Hervorgehoben wurde die Notwendigkeit, Heterogenität als produktive Chance und nicht als auszugleichendes Defizit zu sehen. Das Beispiel fiel mit seiner Marketing-Sprache etwas aus dem Rahmen, verwies aber auf durchaus wichtige (und andere) Momente im Umgang mit Diversität.

Die Diskussion nach den Beiträgen wie auch im letzten Teil der Veranstaltung bewegte sich auf recht unterschiedlichen Ebenen und driftete auch an einigen Stellen ab. Mehrfach aber wurde das Defizit einer didaktischen Hochschulforschung hervorgehoben. Unter anderem wurde festgehalten: Hochschuldidaktische Forschung ist für das Thema Diversität erforderlich, muss vor allem anwendungsbezogen sein, braucht interdisziplinäre Bezüge und sollte verstärkt in der Forschungsförderung berücksichtigt werden. Entsprechend ungünstig ist die Tatsache, dass sich Hochschuldidaktik – wie mehrere Teilnehmer betonten – nach wie vor im Nischenbereich tummelt.

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