Sammlung von Newsfeeds

Jaap de Roode: How butterflies self-medicate

TEDTalk - Februar 9, 2015 - 15:44
Just like us, the monarch butterfly sometimes gets sick thanks to a nasty parasite. But biologist Jaap de Roode noticed something interesting about the butterflies he was studying — infected female butterflies would choose to lay their eggs on a specific kind of plant that helped their offspring avoid getting sick. How do they know to choose this plant? Think of it as “the other butterfly effect” — which could teach us to find new medicines for the treatment of human disease.

Learning Luminary Interview: Todd Tauber, Bersin

Weiterbildungsblog - Februar 9, 2015 - 06:05

Todd Tauber ist Berater und Analyst bei Bersin by Deloitte und hat eine Menge über die Herausforderungen zu erzählen, vor denen Learning & Development heute steht. Seine Botschaft: L&D muss sich neu erfinden, und das heißt vor allen Dingen, Lernen neu definieren. Denn sobald man akzeptiert hat, dass Lernen nicht nur in Seminaren bzw. via LMS stattfindet, verändert sich automatisch die Agenda von L&D. Todd Taubers Stichworte sind u.a. Suchmaschinen, Performance Support, Videoportale und MOOCs.

“With formal learning, L&D’s job is to create and manage it. However, with informal learning, L&D’s job really is to shape and enable it. That’s a big shift in the way learning professionals view – and do – their jobs. And that means evolving or reimagining some traditional L&D capabilities — like instructional design — to create very different kinds of blended learning experiences.”
Joy Church Millard, Interview mit Todd Tauber, Learning Luminary, 6. Februar 2015

Brian Dettmer: Old books reborn as intricate art

TEDTalk - Februar 6, 2015 - 16:00
What do you do with an outdated encyclopedia in the information age? With X-Acto knives and an eye for a good remix, artist Brian Dettmer makes beautiful, unexpected sculptures that breathe new life into old books.

Das neue Arbeiten im Netz

Weiterbildungsblog - Februar 6, 2015 - 07:01

Eigentlich wollte ich nur kurz einem Link von Martin Ebner folgen, der auf die Publikation eines neuen Essays (”Lehren ​und ​Lernen​​ im ​Wandel​ der ​Digitalität”) hinwies. Aber dann habe ich das gesamte Buch durchgeblättert. Es bietet, sortiert unter Überschriften wie “Die neue Arbeitswelt”, “Informationsbeschaffung”, “Kommunikation und Zusammenarbeit”, “Vernetzung”, “Publizieren”, usw., einen nützlichen Überblick - nicht nur über das Arbeiten, sondern über viele verschiedene, alltägliche Aktivitäten im Netz (und spart immer noch weite Bereiche aus!). Ein Kapitel ist auch der Bildung gewidmet. Dort findet man jeweils zwei Seiten über MOOCs, OER, das Lernen in der Cloud, Webinare und Barcamps. Einstieg und Übersicht, 228 Seiten, gefördert aus Mitteln des Bundeskanzleramts Österreich und natürlich unter einer CC-Lizenz veröffentlicht.
Meral Akin-Hecke und David Röthler (Hrsg.), edition mono/monochrom, Wien, 2015 (pdf)

Widerstand und Dialog

Gabi Reinmann - Februar 6, 2015 - 05:54

Wie sieht die Universität, wie sehen die Hochschulen in der Welt in zehn, zwanzig Jahren aus und was, so eine weitere Frage, wäre wünschenswert? Mit diesen Fragen beginnt Dieter Lenzen ein gerade erschienenes schmales Bändchen (von knapp 100 Seiten) mit dem Titel: Eine Hochschule der Welt. Plädoyer für ein Welthochschulsystem (2015 Wiesbaden: Springer VS).

Ausgangspunkt der Argumentation ist der Globalisierungsprozess, der zurzeit in hoher Geschwindigkeit erfolge, „ohne dass demokratisch legitimierte Organisationen ihn international steuern würden“ (S. 9). Vor dem Hintergrund dieses Globalisierungsprozesses arbeitet Lenzen drei große (Hochschul-)Bildungssysteme heraus, nämlich das kontinentaleuropäische, das atlantische und das ostasiatische.

Um die drei Systeme zu verstehen, führt Lenzen zum einen ausführlicher aus, wie sich in diesen das Verhältnis von Berufsbildung und Hochschulbildung darstellt und inwiefern hier speziell Deutschland eine besondere Situation (nämlich eine starke duale Berufsausbildung) vorweist. Zum anderen widmet er sich dem Verhältnis von Forschung und Lehre, denn auch hier zeichnet sich vor allem das deutsche System dadurch aus, dass Forschung integraler Bestandteil des Hochschulverständnisses, also nicht auf „research universities“ beschränkt ist. Zudem geht Lenzen genauer auf die Genese der drei Systeme ein, deren Analyse vor allem zeige, dass sie gleichzeitig durch Konvergenzen und Divergenzen charakterisiert sind (S. 41). Im Verlauf des Buches zieht Lenzen insgesamt sechs Kategorien heran, anhand derer er die drei Bildungs- inklusive Wissenschaftssysteme und deren dahinter liegenden universitären Grundkonzepte mit Blick auf diese Konvergenzen und Divergenzen vergleicht: die Theorie der Universität – der Bildungsbegriff – der Hochschulzugang – die Hochschulautonomie und akademische Freiheit – die Differenzierung im postsekundaren System – die Hochschulfinanzierung.

  1. Für die Theorie der Universität kommt Lenzen zu dem Schluss, dass es eine hohe Konvergenz unter dem Zeichen des atlantischen System gibt, „die durch eine Ökonomisierung von Forschung (und Lehre) gekennzeichnet ist“ (S. 46).
  2. In Bezug auf den Bildungsbegriff stellt Lenzen eine „hohe Konvergenz zwischen dem atlantischen und dem ostasiatischen System in Bezug auf die spezifische Verständnisausprägung von allgemeiner Bildung als liberal education im kanonischen Sinne“ (S. 53) fest, was verstärkt werde durch die sich ausbreitende englische „Wissenschaftssprache“. „Insofern ist vor einem akademischen Neokolonialismus zu warnen, der im Gewand der durchaus humanitärer Zielvorstellungen keine Persönlichkeiten entstehen lässt, die durch ´Hingabe an die Sache´ (Schleiermacher, Horkheimer) gebildet werden, sondern das standardisierte ´Allgemeine´ in sich selbst mimetisch abbilden“ (S. 53).
  3. Was den Hochschulzugang betrifft, konstatiert Lenzen eine erhebliche Divergenz des deutschen Wegs im Vergleich zum atlantischen und ostasiatischen, die sich beide konvergent entwickeln (Zugang über hohe Kosten und/oder umfangreiche Auswahlprozesse).
  4. Eine starke Konvergenz sieht Lenzen bei der Kategorien der akademischen Freiheit, wenn er schlussfolgert, dass in allen drei Systeme die individuellen Freiheitsrechte erheblich eingeschränkt werden, während mit Blick auf die Hochschulautonomie eher eine unübersichtliche Situation herrsche.
  5. Bei der Differenzierung im postsekundaren System erkennt Lenzen eine „Konvergenz zwischen dem heutigen kontinentaleuropäischen und dem ostasiatischen System in Bezug auf die Generierung signifikanter Differenzen zwischen Elitebildung und Exzellenzforschung auf der einen Seite und zwischen Berufsausbildung und vielleicht eher angewandter Forschung und Entwicklung auf der anderen Seite“ (S. 66).
  6. Was schließlich die Hochschulfinanzierung angeht, so zeigt der Systemvergleich eine hohe Konvergenz des atlantischen und ostasiatischen System dahingehend, dass die Abhängigkeit von nicht-öffentlichen Mitteln ein erhebliches Ausmaß habe, was zwar auch in Europa spürbar wird, aber nicht in vergleichbarem Umfang.

Die Kernfrage des Buches ist, wie sich das Verhältnis der drei universitären Grundkonzepte angesichts dieser Konvergenzen und Divergenzen weiter entwickeln wird: Wird es bei einer Ko-Existenz bleiben (falls von einer solchen noch die Rede sei kann) oder wird eines der Systeme (nämlich das atlantische) dominant werden und die anderen beiden unterordnen oder (so das Plädoyer von Lenzen) findet sich ein gemeinsamer Weg eines Welthochschulsystems, „das einerseits auf Konsens über ein Set von Grundregeln des Wissenschaftssystems beruht und gleichzeitig divergente Auslegungs- und Verwirklichungsformen zulässt, die der Diversität von Regionen, Milieus und kulturellen Praktiken gerecht wird“ (S. 28)? Wenn es, so Lenzen, keine ordnende Intervention gibt, dann sei eine „Atlantifizierung“ naheliegend, also eine Konvergenz zu einem Welthochschulsystem, das atlantisch dominiert sein wird (S. 72). Vor allem werde dann das öffentlich Gut Bildung weiter privatisiert und nicht mehr als öffentliche Aufgabe gesehen, „sondern als Ort verstanden, an dem Lernende sich für ihren Lebenslauf Vorteile verschaffen“ (S. 72); zudem werde sich das Wissenschaftssystem zu einem Subsystem des Wirtschaftssystems wandeln.

Eine Zielvorstellung ist genau das für Lenzen nicht: Eine Eingliederung des Wissenschaftssystems in das Wirtschaftssystem müsse vielmehr beendet werden. Zudem würden nicht nur Naturwissenschaft und Technik vor zahlreichen Herausforderungen stehen, die nach wissenschaftlichen Lösungen verlangen. Es gäbe auch viele soziale Herausforderungen großen Ausmaßes, für die wir wissenschaftliche Lösungen brauchen und die wiederum nach gebildeten Persönlichkeiten verlangen. „E gibt keine intelligentere Konstruktion für ein globales Wissenschaftssystem als die Verpflichtung auf eine humane Weiterentwicklung von Gesellschaft und Menschheit, wie sie im ostasiatischen Harmonieideal und in der kontinentaleuropäischen Bildungsidee angelegt war und ist!“ (S. 81). Auch die „liberal education“-Idee ließe sich hier (was an anderer Stelle des Buches nicht ganz so eindeutig ist) letztlich integrieren: „Im Medium der Bildung/liberal education ist Konvergenz im globalen Maßstab also möglich“ (S. 83). Eine weitere globale Aufgabe sei es, die Freiheit des Lehrens, Lernens und Forschens, wie es in Deutschland verfassungsrechtlich verankert ist, „weltweit durchzusetzen“ (S. 84). Und eine solche Freiheit gäbe es nicht graduell – diese „ist entweder total oder nicht existent“ (S. 85). Das verbiete denn auch eine „inneruniversitäre Qualitätspolizei“ (S. 85). Stattdessen setzt Lenzen auf Kritik, also auf ein wissenschaftsimmanentes Merkmal: „Eine Wissenschaft ohne Kritik ist keine Wissenschaft; insofern muss es selbstverständlich sein, sich auch über die Grenzen der Systeme hinweg der Kritik zu stellen“ (S. 86).

Das Fazit am Ende der Schrift fordert noch einmal den Einsatz auch jedes Einzelnen im Hochschulsystem: „Gegenüber dem atlantischen Konzept ist, in aller Klarheit, für die Länder der kontinentaleuropäischen und ostasiatischen Tradition Widerstand in dem Sinne erforderlich, dass die Gesetze des Marktes, die Bildung als Ware und Grundlagenforschung als Kapitalinvestition deuten, nicht weiter Platz greifen dürfen. […] In diesen Jahren der kritischen Entwicklung eines Welthochschulsystems dürften weniger wohlfeile Papiere von globalen NGOs angezeigt sein, die es allen recht machen wollen, als Aktivitäten innerhalb der Hochschulen und innerhalb der Regionen und Nationen, durch die Mitglieder der Einrichtungen. Diese müssen sich bei ihrem Begehren wie bei ihren Plänen darüber klar werden, dass ihre Aktivitäten Bestandteil eines globalen Prozesses sind, indem zweitweise Widerstand und Dialog Hand in Hand gehen müssen.“ (S. 92).

Ich kann dem Text in sehr vielen Punkten zustimmen. Ich finde es auch gut, dass derartige Texte im Moment entstehen. Schade ist, dass sie nicht besser verfügbar sind – gerade im Zuge der vor kurzem angekündigten Hamburg Open Online University (z.B. hier) wäre ein offener Zugang zu solche einer Schrift nun wirklich wünschenswert

Grade Level: Tracking Online Education in the United States

Weiterbildungsblog - Februar 6, 2015 - 03:55

Die Babson Survey Research Group hat zum zwölften Mal ihren jährlichen Bericht zum Stand des Online-Lernens in den USA veröffentlicht. Das ist, bei allen Unschärfen in der Sache, etwas, das es hierzulande nicht gibt, und von daher schon einen Blick wert. Die Herausgeber selbst nennen es bescheiden “the leading barometer of online learning in the United States”. Es gibt neben der Studie auch eine Infografik und einige Fragezeichen, die die Datenquelle und das kontinuierliche Wachstum des Online-Lernens betreffen (s. Phil Hill, “Babson Study of Online Learning Released”). Hier einige Ergebnisse der Studie:

“- The year-to-year 3.7% increase in the number of distance education students is the lowest recorded over the 13 years of this report series.
- The proportion of chief academic leaders reporting online learning is critical to their long-term strategy reached a new high of 70.8%.
- Only 28.0% of academic leaders say that their faculty accept the “value and legitimacy of online education.”
- The adoption of MOOCs (Massive Open Online Course) is reaching a plateau, only 8.0% of higher education institutions currently offer one, another 5.6% report MOOCs are in the planning stages.
- The proportion of academic leaders who believe that MOOCs represent a sustainable method for offering online courses dropped to 16.3%.”

Online Learning Consortium, 5. Februar 2015

Rückblick: Intensivtage – Forschungswerkstatt Schulentwicklung

head.zblog - Februar 5, 2015 - 22:36

Die letzte Woche stand ganz im Zeichen der Schulentwicklung. Im Projekt “Forschungswerkstatt Schulentwicklung”, gefördert vom Hochschulsonderprogramm Wissen schafft Zukunft – Schnittstelle Schule/Hochschule des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur des Landes Rheinland-Pfalz, stand eine erneute Durchführung an.

Diesmal haben wir die Forschungswerkstatt nicht wie sonst über ein Semester gezogen, sondern eine Intensivwoche an der Bettina von Arnim IGS Otterberg geplant, um zusammen mit Schüler_innen der 11. Klasse zu forschen. Nach einer Einführung in Fragen von Schulentwicklung haben sich Schüler_innen die Themen gesucht, die ihnen bezogen auf ihre Schule am Herzen lagen. Folgende Forschungsprojekte wurden letztendlich bearbeitet:

  • Ausgehend von Nainas Blogpost (Reaktionen auch hier und hier) hat sich eine Gruppe mit der Frage der Notwendigkeit der Integration eines Faches “Lebenskompetenz” in den Unterricht beschäftigt. Hierzu haben Sie Interviews mit Schüler_innen der 13.Klasse, Referendaren und Lehrer_innen der Schule geführt.
  • Eine Gruppe beschäftigte sich mit der Schulraumgestaltung und ging der Frage nach, warum die pädagogische Gestaltung, die einst im Gründungskonzept der Schule festgelegt wurde, nur noch an wenigen Stellen sichtbar ist und durch “klassische” Raumkonzepte ersetzt wurde (z.B. Bankreihen statt Sitzgruppen). Hierzu analysierten sie vor allem Fotos der Schulraumgestaltung im historischen Verlauf.
  • Gruppe 3 hat sich das Thema der Leistungsbeurteilung von Lehrpersonen angenommen und wollte herausfinden, inwieweit die Lehrpersonen ihrer Schule Schülereigenschaften mit Vornamen in Verbindung bringen. Grundlage hierfür waren Studien um den Pygmalion-Effekt sowie verschiedene Vornamen-Studie (hier und hier).
  • Die nächste Gruppe widmete sich der Frage, wie groß die Akzeptanz des Zentralabiturs an der Schule wäre und befragte die Abiturienten zu eingeschätzten Vor- und Nachteilen.
  • Und die letzte Gruppe widmete sich dem Thema digitale Medien und befragte Lehrer_innen nach Hemmnissen des Einsatzes digitaler Medien in ihrer Schule.

Somit standen die Themen für den Recherchentag in der Universitätsbibliothek fest. Nach einer wunderbar zielgruppenspezifischen Bibliotheksführung stürzten sich die Schüler_innen auf Bücher, E-Books und Datenbanken, bevor sie dann die Entwicklung/Adaption von Erhebungsinstrumenten, das Sammeln von Daten und die Auswertung  in Angriff nahmen sowie die Ergebnisse aufbereiteten. Beendet wurde die Forscherwoche mit einer Posterpräsentation, in denen die Schüler_innen ihre Forschungsergebnisse ihren Mitschüler_innen einer Parallelklasse präsentierten. Eine weitere Präsentation wird im März vor der Gesamtkonferenz der Schule stattfinden. Hier ein paar visuelle Einblicke, die Poster werde ich auf der Projektseite hinterlegen, die sich in der nächsten Zeit noch mit Material füllen wird.

Alles in allem bin ich sehr zufrieden von der Forschungswerkstatt (gespannt bin ich natürlich auch, ob die Schüler_innen das ebenso sehen, die Auswertungen laufen noch). Es ist immer wieder erstaunlich, wie offene Formate in der Schule wirken. Zusammen sind wir durch alle Höhen und Tiefen eines Forschungsprozesses gegangen, und gefreut hat mich vor allem die Entwicklung der Schüler_innen während der Woche. So haben alle am Ende eine gelungene Posterpräsentation umgesetzt, die sich kaum von Studierenden unterschied. Hier sah man nochmals das Potenzial, welches Schüler_innen entwickeln, wenn man ihnen auch was zutraut.

Reflektiert man das Konzept, so zeigt es aus meiner Perspektive die Notwendigkeit, Schulentwicklung nicht nur als Schulleitungsaufgabe zu begreifen, sondern Akteure der ganzen Schule einzubinden. Bisher ist das Konzept der partizipativen Schulentwicklung bisher eher marginal beachtet worden (vgl. z.B. Müller, 2002 Kalthoff, 2008). Dabei ergänzt es m.E. bisherige Ansätze von Schulentwicklung um ein wichtiges Element, nämlich um die Schüler_innen (im Dialog mit Lehrer_innen), die  Akteure von Schulentwicklung werden und (wenn man dies in der Schule wertschätzt und anerkennt) auch eigene Schwerpunkte auf die Schulentwicklungsagenda setzen können. So sind im Projekt z.B. Schüler_innen einer gesamten Klasse, und nicht nur Klassensprecher_innen mit Lehrer_innen und der Schulleitung über die Gestaltung von Schule in Kontakt gekommen. Herausfordernd ist allerdings die Nachhaltigkeit derartiger Formen. Im vorliegenden Fall wird es neben der Vorstellung in der Gesamtkonferenz zumindest auch im Unterricht durch die Lehrerin weitergeführt. Ich bin aber gespannt, welche weiteren Kreise der Stein darüber hinaus zieht, den wir in der Intensivwoche ins Wasser geworfen haben. So haben sich bereits einige kleinere Massnahmen am Horizont angedeutet (u.a. die Entwicklung einer Schüler_innen-Lehrer_innen-Fortbildung im Bereich der digitalen Medien oder die Frage nach der (Schul-)Raumgestaltung).

Quellen:

Althoff, M. (2008). Partizipation , Steuerung und Verständigung – Schulentwicklung als dialogischer Prozess. In T. Rihm (Hrsg.), Teilhaben an Schule (S. 121-132). Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.

Müller, S. (2002). Partizipation von Schülerinnen und Schülern in Schulentwicklungsprozessen. In T. Bohl, W. Helsper, H. G. Holtappels & C. Schelle (Hrsg.), Handbuch Schulentwicklung. (S. 273-276). Bad Heilbrunn: Klinkhardt.

„Digitales Lehren und Lernen an den staatlichen Hamburger Hochschulen“

Weiterbildungsblog - Februar 5, 2015 - 21:27

Als ich Marc Göcks vom Multimedia Kontor Hamburg neulich gefragt habe, ob es denn schon so etwas wie ein Konzept zur Idee der Hamburg Open Online University gäbe, hat er mich auf die Drucksache 20/14262 des Hamburger Senats hingewiesen. Sie enthält eine ausführliche Beschreibung der Ziele der Hamburger Digitalisierungsstrategie sowie einiger Kernelemente. Auch Hinweise auf die in 2015 geplanten Maßnahmen und die zur Verfügung stehenden finanziellen Ressourcen fehlen nicht. Ein sehr ambitioniertes Projekt, das sich die Hamburger da vorgenommen haben!

“Die zentralen konzeptionellen Elemente der Idee der „Hamburg Open Online University“ stellen eine selbst entwickelte und -betriebene gemeinsame Plattform aller Hamburger Hochschulen, die Etablierung von lernendenzentrierten eLearning-Ansätzen, (zum Beispiel in Form von Problem Based Learning und Project-Based Learning), die Entwicklung von frei verfügbaren Lehr- und Lernmaterialien (OER/Open Educational Resources) für verschiedene didaktische Szenarien sowie die Etablierung von Strukturen für Qualifizierungsmaßnahmen („Digital Qualification“) und Supportstrukturen in den Hochschulen dar.”
Hamburgische Bürgerschaft, Parlamentsdatenbank, Drucksache 20/14262, 13. Januar 2015 (links in der Navigation „Dokumentennummer” wählen und dann 14262 eintragen)

TED: Tom Wujec: Got a wicked problem? First, tell me how you make toast - Tom Wujec (2013)

TEDTalk - Februar 5, 2015 - 16:01
Making toast doesn’t sound very complicated -- until someone asks you to draw the process, step by step. Tom Wujec loves asking people and teams to draw how they make toast, because the process reveals unexpected truths about how we can solve our biggest, most complicated problems at work. Learn how to run this exercise yourself, and hear Wujec’s surprising insights from watching thousands of people draw toast.

TED: Ben Ambridge: 10 myths about psychology: Debunked - Ben Ambridge (2014)

TEDTalk - Februar 4, 2015 - 15:58
How much of what you think about your brain is actually wrong? In this whistlestop tour of dis-proved science, Ben Ambridge walks through 10 popular ideas about psychology that have been proven wrong — and uncovers a few surprising truths about how our brains really work.

“Wichtigste Erfindung seit dem Buchdruck”

Weiterbildungsblog - Februar 4, 2015 - 05:49

Klare Worte von Rafael Reif, dem Präsidenten des Massachusetts Institute of Technology (MIT). Und viele Absätze, die es wert wären, kurz zitiert zu werden! Wenn man bedenkt, dass das MIT 2002 die Verbreitung von Open Educational Resources (OER) mit angestoßen hat, dass es aktiv mit Massive Open Online Courses (via edX) experimentiert, sind diese Einschätzungen vielleicht nicht überraschend.

“Wie werden die Universitäten nach dieser Revolution aussehen?
Ich kann Ihnen nur sagen, wie das MIT in zehn Jahren aussehen wird, aber ich glaube, viele Universitäten weltweit werden ähnlich aussehen. Die Ausbildung bei uns besteht aus drei Komponenten. Erstens: das Lernen von bestehendem Wissen. Zweitens: das Verbessern von bestehendem Wissen. Drittens: die Anwendung des Wissens, um etwas Neues zu schaffen. Den letzten Punkt nennt man Innovation. Digitales Lernen können wir nur für den ersten Teil nutzen. Aber wir gewinnen damit mehr Zeit für die beiden anderen Komponenten.”

Wobei Rafael Reif sich durchaus vorstellen kann, dass nicht nur bestehendes Wissen online gelernt wird. Wichtig ist aus seiner Sicht: “Die Universitäten sollten sich ernsthaft damit beschäftigen, wie sie dieses mächtige Instrument nutzen können, um das zu verbessern, was sie anbieten. Wenn sie das nicht tun, dann werden die neuen Modelle des Lernens sie überrollen. Denn diese neuen Modelle bieten ein viel aufregenderes Lernumfeld. Es ist Wunschdenken, dass digitale Lernformen eine Mode sind, die vorbeigehen wird. Sie werden bleiben. In drei bis vier Jahren sind sie Teil unseres Alltags.”

Wie gesagt, erfrischend offene Worte eines Hochschulpräsidenten, die man schnell lesen sollte, bevor die NZZ sie wieder hinter einer Bezahlschranke verschwinden lässt …
Michael Furger, Interview mit Rafael Reif, NZZ, 1. Februar 2015

OERRH OER Evidence Report 2013-2014

Weiterbildungsblog - Februar 4, 2015 - 03:45

Herausgeber dieses Reports ist der OER Research Hub (”OER Research Hub gathers research on the impact of open educational resources (OER) on learning and teaching practices”). 11 Hypothesen über den Einfluss von OER auf die heutige Lehr- und Lernpraxis hat man mit Daten aus verschiedenen Quellen unterfüttert. Obwohl das zusammengetragene Zahlenmaterial beeindruckend ist, kann ich nicht widerstehen, aus der Einleitung zu zitieren:

“Awareness of OER and Creative Commons is growing, but OER repositories remain relatively unused and unknown compared with the main three educational resource sites of YouTube, Khan Academy and TED. This suggests that brand awareness of OER and easy location is a major obstacle to overcome for the next generation of OER projects.”
de los Arcos, B., Farrow, R., Perryman, L.-A., Pitt, R. & Weller, M., OER Research Hub, 2014 (via OER Research Hub Blog)

15 Predictions for Tech and Design in 2015

Weiterbildungsblog - Februar 3, 2015 - 17:27

Fitness, Gesundheit, Ernährung, Sicherheit, Kleidung sind einige der Themen dieser Aufzählung, die jedem Stichwort zwei Zeilen widmet und es mit Unternehmen verlinkt, die für entsprechende Produkte stehen. Bildung kommt auch einmal vor:

Adaptive Education Personalizes Learning
Adaptive technologies will become omnipresent both in and out of the classroom, providing students with the ability to learn content at their own pace and potentially test out of areas when they are ready. Real-time data will lead to more actionable items for students and teachers-allowing for a personalized path to success.
Companies to watch: Knewton, Aleks, Alt School, Dreambox, Kidaptive

Frog Design, Wired, 2. Februar 2015

Klasse für die Masse – Digitales Lernen revolutioniert das Bildungswesen

Weiterbildungsblog - Februar 3, 2015 - 16:53

Jörg Dräger (Bertelsmann Stiftung) bringt in diesem Vortrag, gehalten auf der “Digitizing Europe Conference”, seine Botschaft noch einmal auf den Punkt: Digitales Lernen revolutioniert das Bildungswesen, indem es Massifizierung und Personalisierung zusammenbringt. “Klasse für die Masse” also. Das ist zwar noch ein Blick in die Zukunft, aber die Entwicklung, die er vorstellt, ist naheliegend und plausibel. Doch der Lernende, das wird auch deutlich, bleibt in diesem Szenario Nutzer, Kunde, Konsument. Ob sie von daher das Bildungswesen revolutionieren wird, darüber darf bzw. muss man diskutieren.
Jörg Dräger, Blog “Digitalisierung der Bildung” (Bertelsmann Stiftung), 2. Februar 2015

TED: Bruce Aylward: Humanity vs. Ebola. The winning strategies in a terrifying war - Bruce Aylward (2014)

TEDTalk - Februar 3, 2015 - 16:00
“Ebola threatens everything that makes us human,” says Bruce Aylward of the World Health Organization. With calm measure, he walks us through how the Ebola epidemic exploded — and how international alarm only fed the exponential growth of the problem. He shares four strategies critical to beating Ebola — and how they are succeeding, starting in Lofa County, Liberia, which was at the center of the outbreak but where no new case has been registered in weeks. The fight against Ebola is not won, he underscores, but if we do things right, we can look optimistically at our ability to fight back against epidemics. 

TED: Zeynep Tufekci: How the Internet has made social change easy to organize, hard to win - Zeynep Tufekci (2014)

TEDTalk - Februar 2, 2015 - 16:02
Today the speed at which we spread information is so fast that a single email can launch a worldwide awareness campaign, as with the Occupy movement. Yet as techno-sociologist Zeynep Tufekci seeks to show, the ease of social media can actually hurt social change in the long run. From Gezi to the Arab Spring to Ukraine to Hong Kong, she shows how today's movements can miss out on the benefits of doing things the hard (and slow) way.

Social Learning zwischen Management, Unternehmenskultur und Selbstorganisation

Weiterbildungsblog - Februar 2, 2015 - 15:37

Den Vortrag hatte ich bereits Ende Oktober gehalten. Jetzt gibt es auch eine “lesbare” Fassung, geschrieben für das Fachmagazin “W&B - Wirtschaft und Beruf”. Im Artikel steige ich mit einem Hinweis auf die alltäglichen Routinen vieler Menschen ein, in denen Social Learning heute gelebt wird. Unternehmen wiederum, die nicht bei Seminaren und Workshops stehenbleiben wollen und können, entdecken das Potenzial des gemeinsamen Lernens in Netzwerken und Communities. So z.B. die Credit Suisse, deren Projekt “Discover Social Learning” ich im Artikel kurz vorstelle. Ich schließe mit einem Blick auf wichtige Rahmenbedingungen für Social Learning.
Jochen Robes, W&B - Wirtschaft und Beruf, Zeitschrift für berufliche Bildung, 6/ 2014 (pdf)

Social Learning zwischen Management, Unternehmenskultur und Selbstorganisation from Jochen Robes

(K)eine Crash-Methode

Gabi Reinmann - Januar 31, 2015 - 10:35

Wie bekommt man am besten Zugang zu Wissenschaft und Forschung? Ist forschendes Lernen (im eigentlichen Sinne, also: selber forschen) möglichst früh im Studium der beste Weg? Es gibt gute Gründe, die dafür sprechen; es gibt viele Erfahrungen, die zeigen, dass das auch sehr schwierig ist. Klar aber scheint zu sein: Wer in die Forschung als Studierender im ersten und zweiten oder auch dritten und vierten Semester einsteigt, braucht Unterstützung, braucht Anforderungen, die zu bewältigen sind, und das verlangt nach einem Einstiegsniveau, das einerseits die Grundsätze von Forschung beibehält, andererseits aber auch nicht völlig frustriert. Man kann allerdings auf dem Standpunkt stehen, dass studentische Forschung zu Studienbeginn immer scheitern muss – das ist gewissermaßen die Crash-Methode (also kein Crash-Kurs, sondern ein bewusster Kollisionskurs). Ich halte das motivationspsychologisch nicht für sinnvoll und auch nicht für nötig: Im Gegenzug aber ist wohl die Haltung erforderlich, dass studentische Forschung zu Studienbeginn nicht perfekt sein muss, aber erstmals eine Idee davon vermitteln sollte, was es heißt, zu forschen.

Ich denke, mit solchen oder andere Überlegungen im Hintergrund kann man zum Buch von Heinz Moser greifen: „Instrumentenkoffer für die Praxisforschung“, aktuell in der inzwischen 6. (überarbeiteten) Auflage erschienen. Was kennzeichnet Praxisforschung nach Moser? Kennzeichen sind: (a) schnelle und ökonomische Ergebnisse, (b) mehrperspektivische Zugriffe, (c) anschlussfähiges Wissen, (d) robuste Methoden und (d) eine dichte Beschreibung (Moser, 2014, S. 9 f.). Eines der Kernziele von Praxisforschung in diesem Sinne, so Moser, ist: die Praxis zu reflektieren (S. 11 f.) – und das ist sicher ein guter Ausgangspunkt für ein erstes eigenes Forschungsprojekt (selbst früh im Studium).

Zu Mosers (2014) Kernannahmen, die er auch im Buch vermittelt, gehört, dass Wissenschafts- und Praxissystem ein Teil der Gesellschaft sind, „welche auf ihre je eigene Weise beobachten“ (S. 18). Wissenschaft und Praxis “beziehen sich auf dieselbe Welt und die darin lebenden Menschen. Nur die ´Scheinwerfer´, mit denen sie die ´gemeinsame´ Welt beleuchten, sind unterschiedlich“ (S. 20). Wobei das „nur“ schnell gesagt ist. Alltägliches Handeln (und Beobachten) sowie wissenschaftliches Handeln (und Beobachten) unterscheiden sich natürlich schon erheblich (S. 24 f.) – und genau diese Unterschiede zu begreifen und darin einen Sinn zu erkennen, dürfte zu Beginn zu den größten Herausforderungen für Studierende gehören.

Praxisforschung bezeichnet Moser (2014) als eine Form der „Forschung als Recherche“ (S. 30) bzw. als „recherchierende Forschung“ (S. 36 f.), (a) in der der Forschende eine detektivische, gleichzeitig mit dem „Forschungsgegenstand verstrickte“, Rolle hat, (b) in der das Prinzip der Abduktion eine wichtige Rolle spielt (S. 30 f.), und (c) mit der als Ergebnis die Chance entsteht, informierte und damit auch bessere praktische Entscheidungen zu treffen (S. 46 f.). In diesem Sinne passt „Praxisforschung“, so meine Einschätzung, gut als Rahmen für forschendes Lernen zu Studienbeginn, denn: Damit eröffnet sich ein prinzipiell gangbarer, auch für Anfänger anschlussfähiger Zugang zur Welt der Forschung.

Moser beschreibt auf einem einfachen Niveau und sehr verständlich, worauf Praxisforschende achten sollen, in welche Fallen speziell Anfänger/innen immer wieder tappen, welche Methoden zur Erhebung und Auswertung von Daten möglich (und eben auch umsetzbar) sind und mit welchen praktischen Strategien man die Anforderungen an eine gute Planung, systematische Durchführung und übersichtliche Berichterstellung bewältigen kann.

Nicht überzeugen kann mich der Versuch, unter das Label der Praxisforschung verschiedene Forschungstypen wie Design-Based Research, Praxisuntersuchungen, Evaluationsstudien und Aktionsforschung zu subsumieren (Moser, 2014, S. 53 ff.) – und das aus mehreren Gründen: Zum einen denke ich, dass dieser Unterordnungsversuch für Studienanfänger in dieser Form zu verwirrend ist. Das bedeutet nicht, dass ich es unwichtig finde, sich mit verschiedenen Forschungsansätzen und den jeweils zugrundeliegenden Auffassungen von Wissenschaft, Erkenntnis und legitimen Methoden auseinanderzusetzen – im Gegenteil. Es stellt sich allerdings die Frage, WANN man das macht und welchen Erfolg es zeitigt, wenn man das in allzu rudimentärer Form auch noch in die ersten eigenen wissenschaftlichen Schritte integriert. Zum anderen komme ich auch mit der Art der hier vorgeschlagenen Ordnung nicht klar (was aber jetzt eine längere Auseinandersetzung erfordern würde). Schließlich bin ich relativ sicher, das Design-Based Research für Studienanfänger kein geeigneter Forschungsansatz ist, denn das Besondere an diesem Ansatz, nämlich die praxisinduzierte, aber eben auch theoriegeleitete Entwicklung, die Implementierung und Evaluation entwickelter Maßnahmen inklusive eines zyklischen und iterativen Verfahrens, dürfte als EIN Projekt im Studium eine Überforderung sein. Wohl aber kann ich es mir sehr gut vorstellen, Studierende in einzelne Phasen solcher Forschungsarbeiten gezielt zu integrieren.

Fazit: Einmal abgesehen von der skizzierten methodologischen Skepsis, die ich bei der Zuordnung verschiedener Forschungsansätze zu einer „Praxisforschung“ habe, halte ich den „Instrumentenkoffer“ von Moser für ein sehr hilfreiches Werk (und Werkzeug) insbesondere für einen Einstieg in das forschende Lernens – gerade auch zu Beginn des Studiums.

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