Sammlung von Newsfeeds

Informelles Lernen mit social media in der betrieblichen Weiterbildung: Erfolgsfaktoren für online Lerngemeinschaften

scil - Januar 10, 2014 - 08:34
Ende 2013 erschien ein Buchbeitrag von Sabine Seufert und mir zu einem Thema, das uns auch in 2014 weiter beschäftigen wird: die Integration von informellem Lernen in die Weiterbildung von Mitarbeitenden in Unternehmen und die Transformation von Weiterbildungsbereichen. Der Originaltitel des Beitrags lautet: “Integrating informal learning into corporate learning via social media” und er ist

TED: Frederic Kaplan: How I built an information time machine - Frederic Kaplan (2013)

TEDTalk - Januar 9, 2014 - 15:55
Imagine if you could surf Facebook ... from the Middle Ages. Well, it may not be as far off as it sounds. In a fun and interesting talk, researcher and engineer Frederic Kaplan shows off the Venice Time Machine, a project to digitize 80 kilometers of books to create a historical and geographical simulation of Venice across 1000 years. (Filmed at TEDxCaFoscariU.)

TED: Sandra Aamodt: Why dieting doesn't usually work - Sandra Aamodt (2013)

TEDTalk - Januar 8, 2014 - 16:00
In the US, 80% of girls have been on a diet by the time they're 10 years old. In this honest, raw talk, neuroscientist Sandra Aamodt uses her personal story to frame an important lesson about how our brains manage our bodies, as she explores the science behind why dieting not only doesn't work, but is likely to do more harm than good. She suggests ideas for how to live a less diet-obsessed life, intuitively.

TED: Roger Stein: A bold new way to fund drug research - Roger Stein (2013)

TEDTalk - Januar 7, 2014 - 16:00
Believe it or not, about 20 years' worth of potentially life-saving drugs are sitting in labs right now, untested. Why? Because they can't get the funding to go to trials; the financial risk is too high. Roger Stein is a finance guy, and he thinks deeply about mitigating risk. He and some colleagues at MIT came up with a promising new financial model that could move hundreds of drugs into the testing pipeline. (Filmed at TED@StateStreet.)

TED: Suzanne Talhouk: Don't kill your language - Suzanne Talhouk (2012)

TEDTalk - Januar 6, 2014 - 16:31
More and more, English is a global language; speaking it is perceived as a sign of being modern. But -- what do we lose when we leave behind our mother tongues? Suzanne Talhouk makes an impassioned case to love your own language, and to cherish what it can express that no other language can. In Arabic with subtitles. (Filmed at TEDxBeirut.)

Hochschuldidaktik als verlängerter Arm des Managements?

Gabi Reinmann - Januar 4, 2014 - 11:36

„Professionalisierung der Lehre“ – so lautet der Titel eines neuen Buchs zur Hochschuldidaktik, das über Weihnachten auf meinem Lesestapel lag (der nur unmerklich kleiner geworden ist). Johannes Wildt hat in diesem Buch einen Überblicksartikel zur Hochschuldidaktik geschrieben [vollständige Angabe: Wildt, J. (2013). Entwicklung und Potenzial der Hochschul-didaktik. In M. Heiner & J. Wildt (Hrsg.), Professionalisierung der Lehre. Perspektiven formeller und informeller Entwicklung von Lehrkompetenz im Kontext der Hochschulbildung (27-57). Bielefeld: Bertelsmann.)]. In diesem zeichnet er aus der eigenen Perspektive, wie er mehrfach betont, die wechselhafte Geschichte der Hochschuldidaktik nach und setzt sich mit den Folgerungen für die Zukunft des Faches auseinander – ein lesenswerter Beitrag, den ich zum Anlass für ein paar Kommentare nehme.

Wildt beginnt in seinem Text mit Humboldts „Bildung durch Wissenschaft“, verweist auf die „Hodegetik“ (man könnte sagen: Wissenschaftspropädeutik) und die Hochschuldpädagogik (Ende des 19. Jahrhunderts), führt auch die „Erziehung zur Demokratie“ nach dem zweiten Weltkrieg an und skizziert kurz die eher geisteswissenschaftlich geprägte Pädagogik mit ihren Ausführungen zur Hochschullehre (Wissenschaftsdidaktik, Bildungs- und Lernplantheorie).

Als „neue Hochschuldidaktik“ bezeichnet Wildt die Entwicklungen seit 1970 (ab hier be-schreibt Wildt sozusagen als „Zeitzeuge“ seine Geschichte der jüngeren Hochschuldidaktik). Die 1970er Jahren waren fruchtbare und innovative Jahre, deren Neuerungen durchaus bis heute „überlebt“ haben: Projektstudium, forschendes Lernen, Handlungs- und Aktionsforschung z.B. haben in dieser Zeit ihren Ursprung. Allein die „kritische Universität“, die Wildt hier ebenfalls nennt, hat sich in vieler Hinsicht leider nicht gehalten. Trotz der hohen Produktivität der Hochschuldidaktik in diesem Jahrzehnt, für die Wildt mehrere Gründe ausmacht, deutet sich hier bereits eine Konzentration des Service-Gedankens bei gleichzeitiger Verabschiedung hochschuldidaktischer Forschungsbemühungen an. Einer der Folgen für die zunehmende Forschungsabstinenz: kein wissenschaftlicher Nachwuchs mehr!

Die 1980er Jahre beschreibt Wildt als Jahre des Stillstands, während das New Public Management Einzug in die Universitäten hält und dort vor allem darauf drängt, dass Qualitäten aller Art quantitativ vermessen werden. Der Aufbau von Akkreditierungsagenturen außerhalb der Universitäten ab den 1990er Jahren ist dann nur eine logische Konsequenz, ebenso der Ausbau der Macht des Managements. Auch die Hochschuldidaktik wird in dieser Entwicklung gewissermaßen zum verlängerten Arm des Managements.

Die 1990er Jahre sind geprägt vom Siegeszug der digitalen Medien – was man fast schon vergessen könnte angesichts des Hypes um MOOCS (Massive Open Online Courses), der 2013 den Eindruck erweckte, als sei das Lehren und Lernen mit digitalen Technologien etwas Brandneues (während ich dies schreibe, sitze ich in einem in die Jahre gekommenen IC und neben mir liegt die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift der Deutschen Bahn mit einem Artikel über die wundersamen Möglichkeiten der digitalen Medien an Hochschulen „Per Klick nach Stanford“ – klar, wohin sonst?). In eben diesen 1990er Jahren hat denn auch die Mediendidaktik einen großen Entwicklungsschub gemacht – allerdings weitgehend unbeachtet von der Hochschuldidaktik; entstanden ist eine Art Parallelwelt. Zudem kann man natürlich nicht an die 1990er Jahre zurückdenken, ohne den Beginn des Bologna-Prozesses im Kopf zu haben. Im Schatten des Bologna-Prozesses, so Wildt, habe sich die Hochschuldidaktik eher unbemerkt von der Öffentlichkeit weiterentwickelt – allerdings, so schränkt er selber ein, weitgehend ohne Forschung und vorrangig in Richtung Bildungsmanagement und kombiniert mit Evaluation, Career Service und wissenschaftlicher Weiterbildung (wobei hochschuldidaktische Weiterbildung allenfalls den Nachwuchs, aber so gut wie gar nicht die Professoren erreicht – bis heute nicht).

Wildt lobt – das sei ihm zugestanden – Inseln der Forschung, wie er sie selber an der TU Dortmund aufgebaut hat. Geht man allerdings auf die aktuelle Seite des dortigen Zentrums für Hochschulbildung, wird deutlich, dass die Hochschuldidaktik an sich wiederum vor allem ein Service-Bereich ist und nur einen Teil EINER Professur unter dreien in diesem Zentrum ausmacht. Trotzdem hat Wildt natürlich Recht, wenn er darauf verweist, wie wichtig es für die Hochschuldidaktik ist, dass man deren Feld (was schon bei Flechsig in den 1970er Jahren angelegt war) nicht nur in der Gestaltung von Lehrveranstaltungen, sondern auch in der Gestaltung von Programmen (inklusive Curriculum-Entwicklung) sowie in der Personal- und Hochschulentwicklung ausmacht, die dann auch ihr Verhältnis etwa zum Qualitätsmanagement einer Universität neu definieren muss.

Die Hochschuldidaktik, so Wildt gegen Ende seines Textes, brauche lokale Präsenz, gleichzeitig aber auch überregionale Resonanz, worin man ihm nur zustimmen kann. Wildt sieht die Hochschuldidaktik in dieser Hinsicht auf einem sehr guten Weg (unter anderem verweist er hierzu mehrfach auf die Deutsche Gesellschaft für Hochschuldidaktik, kurz dghd). Ich kann diesen Optimismus nur ansatzweise teilen: Auch ich sehe einen Schlüssel in der hochschuldidaktischen Forschung, wobei man dann auch darüber sprechen sollte, wie sich eine solche Forschung entwickeln müsste, um ihrem Gegenstand gerecht zu werden (das kann kein wissenschaftstheoretischer und methodischer Monismus sein), und welche Theorien sie braucht. Dass die dghd hier großen Einfluss nimmt oder nehmen kann, kann ich allerdings nicht erkennen. Enttäuschend sind nach wie vor die nur zögerlichen Annäherungsversuche zwischen Hochschul- und Mediendidaktikern. Und warum die Deutsche Gesellschaft für Erziehungswissenschaft immer noch keine Sektion für Hochschuldidaktik hat, ist mir seit langem ein Rätsel. „Bildung durch Wissenschaft“ (und damit die Anfänge der Hochschuldidaktik) ist ein so wertvolles gesellschaftliches Ziel, dass unverständlich bleibt, warum man in der Wissen-schaft mit der Hochschuldidaktik so sehr hadert. Auch die Resonanz unter den weiterbildungsresistenten Professoren – so meine These – ließe sich erhöhen, wenn es denn gelänge, die Hochschuldidaktik aus ihrem Management- und Service-Korsett zu befreien, hochschuldidaktische Forschung zu betreiben und eine klare Verbindung zwischen didaktischen Ansprüchen und denen der gesamten Hochschulentwicklung aufzubauen.

TED: Maysoon Zayid: I got 99 problems... palsy is just one - Maysoon Zayid (2013)

TEDTalk - Januar 3, 2014 - 16:00
"I have cerebral palsy. I shake all the time," Maysoon Zayid announces at the beginning of this exhilarating, hilarious talk. (Really, it's hilarious.) "I'm like Shakira meets Muhammad Ali." With grace and wit, the Arab-American comedian takes us on a whistle-stop tour of her adventures as an actress, stand-up comic, philanthropist and disability activist.

TED: Mick Cornett: How an obese town lost a million pounds - Mick Cornett (2013)

TEDTalk - Januar 2, 2014 - 16:21
Oklahoma City is a midsized town that had a big problem: It was among the most obese towns in America. Mayor Mick Cornett realized that, to make his city a great place to work and live, it had to become healthier too. In this charming talk, he walks us through the interlocking changes that helped OKC drop a collective million pounds (450,000 kilos).

Gute Vorsätze? Wichtige Vorhaben? Klare Ziele?

Sandra Hofues - Januar 1, 2014 - 22:19

Nun ja, von allzu kleinteiligen Überlegungen um die Jahreswende, die man angesichts der Überschrift vielleicht erwarten würde, halte ich wenig. Sie werden zu schnell ad acta gelegt. Hilfreicher finde ich schon den Blick zurück auf das, was war, denn zurückzublicken heißt immer auch vorauszudenken.

2013 war für mich ein besonderes Jahr, das zunächst im Zeichen der Vertretungsprofessur in Heidelberg und damit zusammenhängenden Verpflichtungen in der Lehre stand. Dazu zählten z.B. die Übernahme von 4-5 Lehrveranstaltungen pro Semester, die Begleitung des Schulpraktikums (im Fach Deutsch) sowie die Betreuung von Masterarbeiten. Alle Aufgaben zeitgleich zu übernehmen, gehören zum normalen Pensum. Sie sind aber auch anspruchsvoll in der Umsetzung, wenn man bspw. alle Lehrangebote interessant, interaktiv und projekt- bzw. forschungsorientiert gestalten will. Ob und inwieweit mir letzteres gelungen ist, kann ich rückblickend nicht eindeutig sagen: Selbst wenn ich mich in der Lehre eher als Coach verstehe, steht Hierarchie einer Lehre auf Augenhöhe oft im Wege. Das gilt übrigens auch für Weiterbildungsveranstaltungen. Es besteht einfach Respekt gegenüber Dozierenden, und gerade in Prüfungssituationen – ich denke insbesondere an die bis dato curricular verankerten Disputationen zur Masterarbeit in Heidelberg – verfällt man schnell in klassische Verteilungen und Muster.

Forschungsseitig kamen im vergangenen Jahr einige Vorträge und Publikationen zusammen, die Interessen aus vorherigen Arbeitsstellen bündelten, neue Phänomene (bspw. MOOCs) aufgriffen oder ein Stück weit auch auf das vorausblickten, was ich jetzt in Friedrichshafen mache. So hat Hochschule/Universität über das Jahr hinweg eine wichtige Rolle gespielt, auch Medien und Organisationskultur(en) kamen wiederholt vor. Zugleich hatte ich das Gefühl, dass meine ausbalancierte Sichtweise auf die Dinge oft als „wenig euphorisch“ wahrgenommen wurde, wie es eine Teilnehmerin in einer Weiterbildungsveranstaltung formulierte. Dieser Hinweis galt speziell „den Medien“, denn von einer Mediendidaktikern wird wohl erwartet, dass man digitale Medien(-angebote) als Lösung für alles präsentiert. Dass ich hier eine pädagogische und nicht (informations- bzw. sozio-)technische Sichtweise vertrete, dürfte über das Jahr klar geworden sein, sei es in den Vorträgen zu MOOCs oder zu den (angeblichen) Edupunks, sei es als Jury-Mitglied im MOOC-Production Fellowship oder auf der USA-Reise der Fulbright-Kommission. Entsprechend habe ich mich im vergangenen Jahr viel mit dem Medienbegriff und mit alternativen Konzepten zum Lernen mit Medien auseinander gesetzt, woraus u.a. ein Workshop auf der GMW-Jahrestagung in Frankfurt zu etwaigen Leerstellen der Beschäftigung mit Medien im Kontext Hochschule resultierte (zum Workshop-Blog). Aber auch die Nachbereitung des Medienprojekts „Reflect!“, das wir ebenfalls in diesem Jahr abgeschlossen haben, deutete für Mediendidaktiker in eine ungewohnte, nämlich stärkere medienpädagogische Richtung. Die wesentlichen Ergebnisse daraus wurden im Abschlussbericht für das JFF/BMFSFJ, aber auch in zwei wissenschaftlichen Publikationen aufgegriffen und kürzlich veröffentlicht.

Ja, was noch? Die Pendelei nach Heidelberg und die Vortrags- bzw. Tagungsreisen an unterschiedliche Orte haben mich zunächst sehr geprägt; später begleiteten mich wichtige Entscheidungen.  So verbinde ich mit der zweiten Jahreshälfte vor allem eine Phase des Ankommens an der Zeppelin Universität Friedrichshafen. Und der Kreis schließt sich gewissermaßen, wenn übernächste Woche das Semester an der ZU beginnt und ich neben forschungsseitigen Tätigkeiten und dem gegenseitigen Kennenlernen wieder in die Lehre einsteige. Mal schauen, was ich Ende 2014 davon berichten werde. Happy new year!

Ein Vorsatz für das neue Jahr? Wie wäre es mit Gewissenhaftigkeit?

Gabi Reinmann - Dezember 30, 2013 - 18:31

Unter welchen Bedingungen ist man im Studium erfolgreich? Nein, es ist nicht die Herkunft, es ist nicht die Begabung, und es ist nicht die investierte Zeit an sich, die hier ausschlaggebend ist. Auch moderne Leitbilder wie die soziale Kompetenz, Kreativität und ähnliches scheinen beim Thema Studienerfolg nicht sonderlich wichtig zu sein. Wirklich entscheidend sind Merkmale, die sehr nach sogenannten Sekundärtugenden klingen, nämlich Aufmerksamkeit, Konzentrationsfähigkeit und vor allem Gewissenhaftigkeit – genau: Gewissenhaftigkeit und die setzt sich (so jedenfalls die Theorie) aus Ordentlichkeit, Beharrlichkeit und Zuverlässigkeit zusammen.

Rolf Schulmeister hat auf der Basis seiner ZEITLast-Studie nun schon mehrfach mündlich und schriftlich darauf hingewiesen, dass der Arbeitsaufwand, der theoretisch (!) hinter vergebenen Credit Points steckt (nämlich ca. 25 Stunden pro Credit Point), zum einen höchst unterschiedlich ist, wenn man Studiengänge, aber auch einzelne Studierende miteinander vergleicht, und sich zum anderen nicht als sonderlich relevant für den Studienerfolg herausstellt.

Nun hat er auf der Campus Innovation im November 2013 näher ausgeführt, was man tun kann, um diese inzwischen relativ genau untersuchte Situation an unseren Hochschulen zu verändern. Wer es schafft, sich eine Stunde zu konzentrieren, und im November nicht in Hamburg war, sollte sich den Vortrag hier mal anhören. „One course at a time“ – heißt Schulmeisters Losung und er kann es auch mit zwei empirisch untersuchten Fallbeispielen belegen, dass das funktioniert: Werden Veranstaltungen so geblockt, dass sich Studierende für mehrere Wochen auf EIN Veranstaltungsthema konzentrieren können, fällt es ihnen offenbar leichter, gewissenhaft zu studieren – jedenfalls sind sie erfolgreicher. Allerdings heißt „blocken“ nun nicht, dass man die Studierenden wie in klassischen Blockveranstaltungen (etwa an Wochenenden) tagelang hintereinander kollektiv mit Stoff überhäuft. Blocken mein hier, einen auf knappen Zeitraum sinnvoll verteilten Präsenzunterricht mit angeleitetem bzw. begleitetem Selbststudium zu verknüpfen, und das wiederum heißt: Studierende erhalten zwischen den Präsenzsitzungen Aufgaben, die ihnen die Strukturierung des Selbststudiums erleichtern.

Dass diese Lehrorganisation erfolgreich ist, verwundert mich nicht. Rolfs Erkenntnisse aus der Analyse von 300 Studien (bzw. einer Auswahl daraus, die sich als brauchbar erwiesen hat) sowie seine empirischen Resultate fügen sich für mich persönlich jedenfalls weitgehend widerspruchsfrei in eigene Lehrerfahrungen ein – wenn auch nur in Erfahrungen dazu, was nicht oder nur schlecht funktioniert: Wenn die eigene Veranstaltung eine unter vier, fünf oder mehr Veranstaltungen gleichzeitig ist, konkurrieren meine Erwartungen und Anforderungen mit denen einer ganzen Reihe von Kollegen. Und das überfordert natürlich viele Studierende. Da wird dann mitunter gerechnet und überlegt, wohin man die begrenzte Zeit am besten in welcher Form verteilt – allein schon dieser Versuch einer zeitökonomischen Handlungsweise dürfte bereits einiges an Zeit verschlingen. Und nicht selten habe ich bei Studierenden auch Resignation wahrgenommen – nach dem Motto „Hat eh keinen Sinn mehr“. Andere tun zwar viel, aber verzetteln sich und erlernen nur schwer oder gar nicht Strategien, um das Chaos vor allem in der Prüfungsphase zu vermeiden. Und klar: Am Ende des Semesters kumulieren die Prüfungen von mehreren Veranstaltungen innerhalb eines vergleichsweise kurzen Zeitraums – und jede Prüfung zählt!

Die empirischen Erkenntnisse im Nachgang der ZEITLast-Studie sind vor diesem Hintergrund sehr viel wert, denn: Während die persönlichen Erfahrungen von Hochschullehrern ja leider nicht viel zählen (wobei sie SEHR relevant sein könnten, wenn man sie denn systematisch sammeln und untereinander teilen würde), lässt sich jetzt „evidenzbasiert“ argumentieren, dass und warum man nicht immer an den alten Gewohnheiten der Lehrorganisation (und ich finde man könnte hinzufügen: auch der Prüfungsorganisation) kleben bleiben muss, nur weil man es schon immer so gemacht hat.

Seiten