Sammlung von Newsfeeds

Empirisch und analytisch

Gabi Reinmann - Juni 15, 2016 - 05:48

Wie unterscheiden sich Disziplinen in der Konsensfähigkeit ihres Wissenskanons (für die Lehre)? Wie wird in den Disziplinen geforscht? Welcher Art sind die Ergebnisse verschiedener Formen von Forschung? In welchem Verhältnis stehen Wissenschaft und Forschung? Was hat Forschung in verschiedenen Disziplinen mit Praxis, mit Diskurs, mit Ausprobieren und Konstruieren sowie mit Professionalisierung zu tun? Und was bedeutet all das für Forschungsorientierung in der Lehre und mit welchen besonderen Auswirkungen für Forschungsorientierung in der Studieneingangsphase? An anderer Stelle (hier) hatte ich bereits darüber berichtet, dass diese und weitere Fragen den Ausgangspunkt eines Expertenworkshops im März 2016 (im Rahmen unseres BMBF-Projekts FideS) bildeten. Tragend für diesen Workshop waren unsere beiden Referenten Marco Schmitt und Rüdiger Rhein.

An der Stelle möchte ich nun auf die Videoaufzeichnungen der beiden Vorträge hinweisen, die man sich hier ansehen kann. Diese sind schon länger online, weshalb ich darauf längst hätte aufmerksam machen können ;-). Die beiden Zugänge zum Thema – eher empirischer und eher analytischer Art – sind höchst verschieden und auch im Nachhinein denke ich, dass genau die Verschiedenheit bei diesem Thema notwendig ist.

From Content Creation to Content Curation: The Importance of Curation

Weiterbildungsblog - Juni 15, 2016 - 05:04

Auch wenn der Begriff sich etwas gegen eine schnelle Übersetzung sperrt: Content Curation ist in der Weiterbildung angekommen. Denn Inhalte, auch Lerninhalte, sind oft im Überfluss da, müssen aber in irgendeiner Form gefiltert, eingeordnet, geprüft, gesichert, weitergeleitet werden. Ich sehe hier mindestens drei Aspekte:

a) Content Curation als individuelle Kompetenz und Routine: Ich bin selbst in der Lage, die täglichen Informationsflüsse aus internen wie externen Nachrichtenquellen und sozialen Netzwerken nach persönlichen Interessen zu orchestrieren.
b) Content Curation als Aufgabe für L&D: Bildungsexperten nehmen das Thema auf, unterstützen bei der Entwicklung individueller Routinen, suchen Quellen mit interessanten Inhalten und Themen und bieten Filter und Portfolios für ihre Zielgruppen.
c) Content Curation als Tool: Content Curation-Tools bereiten nach konfigurierbaren Regeln Informationen auf, als Apps oder Online-Magazin, die dann weitergeleitet, kommentiert, empfohlen, ergänzt, abonniert usw. werden können.

Marc Rosenberg nimmt das Thema auf und tastet sich an den zweiten Punkt heran. Ein weiterer Artikel soll folgen.
Marc Rosenberg, Learning Solutions Magazine, 14. Juni 2016

LinkedIn, Microsoft, and Higher Ed

Weiterbildungsblog - Juni 15, 2016 - 04:14

Die Nachricht schaffte es gestern sogar in die Tagesschau: Microsoft übernimmt LinkedIn für 26 Milliarden Dollar. Kurzer Webseiten-Check: “Wir bei Microsoft unterstützen Menschen und Unternehmen dabei ihr Potential voll auszuschöpfen.” Und LinkedIn: “Verwalten Sie Ihre berufliche Identität. Bauen Sie Ihr berufliches Netzwerk auf und bleiben Sie auf dem Laufenden.”

Auch die ersten Kommentare hierzulande weisen auf die Aktivitäten von LinkedIn auf dem e-Learning-Markt hin, durch die letztjährige Übernahme von Lynda.com. Amerikanische Kommentatoren sind bei der Einschätzung der Folgen und Möglichkeiten bereits einen Schritt weiter:

“One could imagine a much bigger role for LinkedIn as a competency based education (CBE) goes mainstream. The switch from time-based to skill-based credentialing will be hugely important for some (although not all) sectors of higher education. LinkedIn has the potential to combine professional networking with just-in-time training and alternative credentialing.”
Joshua Kim, Inside Higher Ed, 14. Juni 2016

The secret to effective nonviolent resistance | Jamila Raqib

TEDTalk - Juni 14, 2016 - 15:22
We're not going to end violence by telling people that it's morally wrong, says Jamila Raqib, executive director of the Albert Einstein Institution. Instead, we must find alternative ways to conduct conflict that are equally powerful and effective. Raqib promotes nonviolent resistance to people living under tyranny -- and there's a lot more to it than street protests. She shares encouraging examples of creative strategies that have led to change around the world and a message of hope for a future without armed conflict. "The greatest hope for humanity lies not in condemning violence but in making violence obsolete," Raqib says.

The Second Power of Open

Weiterbildungsblog - Juni 14, 2016 - 08:23

“The First Power of Open” sind Kosteneinsparungen. Das steht hierzulande vielleicht nicht ganz oben auf der Liste, spielt aber im amerikanischen Bildungssystem eine entscheidende Rolle. Mit dem Hinweis auf “the second power” verbindet David Wiley den Ruf nach mehr “open pedagogy”. Ein wichtiger Punkt: Denn “open” oder “open educational resources” bedeuten ja nicht automatisch, dass sich auch die Didaktik eines Bildungsangebots verändert. Ein Kurs, der Videos und andere Lernmaterialien unter eine Creative Commons-Lizenz stellt, muss sich aus Sicht des Lernenden nicht von einem herkömmlichen Online-Kurs unterscheiden.
David Wiley, iterating toward openness, 21. Mai 2016

Going digital: fit für die digitale Transformation (DGUV Tagung, Dresden, 08.06.2016)

scil - Juni 13, 2016 - 21:48
Letzte Woche war ich zu einem Vortrag im Rahmen der 7. IAG-Trainertage der DGUV Akademie Dresden eingeladen. Das Motto der zweitägigen Veranstaltung lautete: „Wie geht lernen 4.0? – Neue Formate in Training und Weiterbildung“. Ich durfte den Keynote-Vortrag am zweiten…
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MOOCs in Europe

Weiterbildungsblog - Juni 13, 2016 - 20:18

31 Beiträge enthält dieser Sammelband, peer-reviewed und entstanden im Kontext der letztjährigen Konferenz “WOW! Europe embraces MOOCs” in Rom. Im Vorwort wird auf das Engagement europäischer Hochschulen hingewiesen, gerade im Vergleich zu den großen amerikanischen Plattformen wie Udacity, Coursera und edX. Doch während man dort dabei ist, sein Geschäftsmodell zu finden (weniger open, mehr kostenpflichtige, marktorientierte Kurse), wird in Europa diskutiert, ob MOOCs nicht Teil eines gesellschafts- und bildungspolitischen Auftrags sind. Fünf Beiträge finden sich deshalb im Kapitel 4, “Business models European MOOCs”.
HOME (Higher education Online: MOOCs the European Way), 10. Juni 2016

3 reasons why we can win the fight against poverty | Andrew Youn

TEDTalk - Juni 13, 2016 - 15:18
Half of the world's poorest people have something in common: they're small farmers. In this eye-opening talk, activist Andrew Youn shows how his group, One Acre Fund, is helping these farmers lift themselves out of poverty by delivering to them life-sustaining farm services that are already in use all over the world. Enter this talk believing we'll never be able to solve hunger and extreme poverty and leave it with a new understanding of the scale of the world's biggest problems.

Unterwegs im Main-Taunus-Kreis

Tamara Specht - Juni 11, 2016 - 19:44

Vergangenen Samstag waren wir unterwegs im Main-Taunus-Kreis. Trotz Regenwetter sind dabei einige schöne Bilder entstanden:

A highly scientific taxonomy of haters | Negin Farsad

TEDTalk - Juni 10, 2016 - 15:22
TED Fellow Negin Farsad weaves comedy and social commentary to cleverly undercut stereotypes of her culture. In this uproarious talk/stand-up hybrid, Farsad speaks on her documentary, The Muslims Are Coming!, narrates her fight with the MTA in New York and offers a detailed breakdown of the different types of haters she's encountered in her work. "Comedy is one of our best weapons," she says. "We've tried a lot of approaches to social justice, like war and competitive ice dancing -- but a lot of things are still kind of awful. I think it's time we try and tell a really good poop joke."

Rolle und Herausforderungen von Online-Kursen (MOOCs) für die Hochschullehre

Weiterbildungsblog - Juni 10, 2016 - 14:10

Die Autoren und Autorinnen beleuchten in diesem Artikel die Herausforderungen, vor denen Entwicklung, Einsatz und Nutzung von xMOOCs an österreichischen Hochschulen stehen: aus Sicht der Lehrenden, der Bildungsinstitutionen, der Studierenden und der öffentlichen Hand. Das Ergebnis ist irgendwie ernüchtend, oder in den Worten der Autoren und Autorinnen: “Man könnte kritisch hinterfragen, ob diese Herausforderungen den Aufwand wert sind …”. Doch: “Andererseits haben österreichische Universitäten einen Bildungsauftrag zu erfüllen, der nicht nur das Regelstudium, sondern auch den Bereich des lebenslangen Lernens umfasst. MOOCs sind ein zeitgemäßes Element, um diesem öffentlichen Bildungsauftrag gerecht zu werden.”
Martin Ebner, Michael Kopp, Alexandra Dorfer-Novak, in: Qualität in Studium und Lehre - Kompetenz - und Wissensmanagement im steirischen Hochschulraum. Springer, 2016. S. 323 - 334 (via ResearchGate)

Drei Tage am Stück

Gabi Reinmann - Juni 10, 2016 - 09:36

Drei Tage Blockkurs zum forschungsnahen Lehren und Lernen mit einer heterogenen Teilnehmer-Gruppe liegen diese Woche hinter mir. Es war nun das dritte Lehrangebot dieser Art (also drei Tage am Stück ohne E-Learning-Anteile), sodass ich inzwischen Vor- und Nachteile zumindest mal benennen kann (ich hatte hier schon mal darauf hingewiesen, dass ich mich dazu nochmal äußern würde).

Die Vorteile eines solchen kompakten Präsenzangebots liegen in jedem Fall darin, dass man erstens die einzelnen Teilnehmer (sofern die Gruppengröße überschaubar bleibt, was in allen drei Veranstaltungen der Fall war) doch ein wenig kennenlernt und auf sie eingehen kann, und dass man zweitens leichter als bei anderen Organisationsformen der Lehre erkennt, ob Verständnis- oder Motivationsprobleme auftreten, gegen die man dann auch eher etwas unternehmen kann. Die Nachteile sehe ich darin, dass sich neue Erkenntnisse nicht „setzen können“, dass also keine Zeit „dazwischen“ vorhanden ist, in der man Gehörtes, Gelesenes (denn ich habe auch kurze Lektüre-Phasen integriert) oder Beobachtetes intensiver reflektieren kann. Natürlich sind drei Tage am Stück auch für alle Beteiligten anstrengend (im Sommer bei steigenden Temperaturen ab Nachmittag sowieso ;-)) und erfordern einen ausgewogenen Wechsel verschiedener Aktivitätsformen. Doch das funktioniert besser als ich zunächst gedacht hatte.

Das dritte (eben zurückliegende) Veranstaltungsangebot war aber auch aufgrund des Themas höchst interessant: Wie verbindet man Lehren, Lernen und Forschen – und zwar in so verschiedenen Fächern wie Lehrerbildung, Germanistik, Anglistik, Rechtswissenschaft, Mathematik, Gesang, aber auch in aufstrebenden Gesundheitswissenschaften oder gar in der Erwachsenenbildung? Was bedeutet Forschung in diesen Fächern? Bereits diese letzt genannte Frage wurde, wie zu erwarten, kontrovers diskutiert bzw. es wurde deutlich, wie unterschiedlich bereits in der kleinen Auswahl an (Sub-)Disziplinen (ein paar waren doppelt besetzt) die Auffassungen davon sind, was Forschung ist und wie Forschung praktiziert wird. Dies deckt sich auch mit unseren Erkenntnissen aus dem Projekt FideS.

Wie vielfältig man die Beziehung zwischen Forschen und Lernen gestalten kann (siehe dazu auch hier), war vielen neu. Zudem war das Interesse groß, auch verwandte Konzepte zum forschenden Lernen näher kennenzulernen (problem-, fall-, projektorientiertes Lernen). Integriert hatte ich in die drei Tage zudem die Frage nach der Verbindung zwischen Forschungs- und Berufsorientierung, was für alle Teilnehmer wichtig war, da auch Studierende selbst eine solche Verbindung erwarten oder gar einfordern. Schließlich – und damit hatte ich in dieser Form gar nicht so gerechnet – stieß das Konzept des forschenden Lehrens bzw. der Scholarship of Teaching-Ansatz auf Resonanz und Interesse. Das hat mich besonders gefreut, zeigt es doch unter anderem, dass wir mit unserem neuen Masterkonzept, in welchem das Projektstudium zusammen mit Anregungen aus dem Scholarship of Teaching-Ansatz eine wichtige Rolle spielt (siehe hier).

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