Sammlung von Newsfeeds

Was haben Sie falsch gemacht?

Gabi Reinmann - November 12, 2016 - 14:22

„[…] in der SPIEGEL-Rangliste steht die Universität Hamburg auf dem vorletzten Platz. Fühlen Sie sich für dieses schlechte Abschneiden mitverantwortlich?“ – „Nein, überhaupt nicht. Ich finde diese Untersuchung aber nützlich, weil sie den Finger auf eine Wunde legt, die von uns Hochschuldidaktikern schon lange beklagt wird. Es ist bestimmt hilfreich, wenn bei den Hochschullehrern, auch den Hamburgern, der Leidensdruck mal erhöht wird.“

Nein, keine Sorge, es handelt sich hier nicht um den Beginn eines aktuellen Interviews. Es ist der Auftakt eines Spiegel-Interviews aus dem Jahre 1990. Es lohnt sich dennoch, dieses gut ein Viertel Jahrhundert altes Gespräch zu lesen, auf das mich eine Teilnehmerin aus unserem Master of Higher Education aufmerksam gemacht hat. Interviewt wird hier der Sozialpsychologe und Hochschuldidaktiker Gerhard Portele, der damals am Interdisziplinären Zentrum für Hochschuldidaktik an der Uni Hamburg Geschäftsführender Direktor war. „Haben Sie die Hochschullehrer fasch beraten?“ – „Die […] Professoren haben Ihre Didaktik-Kurse geschwänzt?“ – „Vielleicht bieten Sie die falschen Seminare an [..]?“ – „Was haben Sie falsch gemacht?“. Portele ist nicht zu beneiden bei diesen Fragen. Seine Antworten sind sachlich, manche ließen sich auch heute noch so formulieren, bei anderen wird deutlich, dass inzwischen doch einige Jahrzehnte ins Land gegangen sind.

Gleich geblieben scheint die Strategie, nach Schuldigen zu suchen, wenn es nicht so läuft, wie man es gerne hätte – ungeachtet dessen, dass komplexe Probleme, wie die in der Hochschullehre, in der Regel multifaktoriell bedingt sind. Gleich geblieben ist aber auch, dass man Professoren, einmal im Amt, nur schwer für die Hochschuldidaktik begeistern kann – jedenfalls mit klassischen Seminaren oder Workshops. Dass Begeisterungsfähigkeit durchaus entfacht werden kann – zumindest punktuell – zeigen andere Initiativen wie Lehrlabore, Ausschreibungen für neue Ideen zur forschungsorientierten Lehre und gezielte Unterstützung von Lehrenden, die eigene Ideen in der Lehre verfolgen möchten.

Die ewige Defizitorientierung (bis zur Schmerzgrenze in Richtung Leidensdruck), die der Hochschuldidaktik immer noch anhaftet, ist meiner Einschätzung und Erfahrung nach höchst kontraproduktiv. Portele berichtet 1990 in seinem Interview, dass nur ein kleiner Teil der Hochschullehrer wirklich daran interessiert seien, wie man die Lehre verbessern kann. Das sagt er 1990, zu Zeiten also, die man heute gerne als die besseren Zeiten vor Bologna bezeichnet: Bessere Zeiten für die Weiterentwicklung der Lehre aber waren es ganz offensichtlich auch nicht. Der Druck in der Forschung, Belastungen aufgrund von Massenbetrieb, wachsende Managementaufgaben – alles wurde schon vor mehr als 25 Jahren beklagt und als Grund dafür angeführt, dass es keinen Freiraum für mehr Engagement in der Lehre gäbe. Natürlich ist das nicht ganz falsch: Man kann nicht immer mehr im gleichen Zeitraum schaffen. Ich bin auch dafür, dass die Lehrverpflichtung generell gesenkt wird (weil es einfach zu viel ist), dass man das Bachelor-Master-System grundlegend reformiert (u.a., weil ein Studium heute länger dauert als früher und genau genommen vieles schlicht gedoppelt wird – die Abschlussarbeit z.B.). Aber alleine das wird vermutlich nichts ändern. Didaktisches Denken und Handeln muss raus aus dem Image der Verpackungskunst (siehe hier) und Teil des Berufsbilds eines verantwortungsbewussten und gestaltungsinteressierten Wissenschaftlers an Hochschulen werden – und statt Schmerzen darf es gerne auch Freude bereiten.

We train soldiers for war. Let's train them to come home, too | Hector Garcia

TEDTalk - November 11, 2016 - 15:54
Before soldiers are sent into combat, they're trained on how to function in an immensely dangerous environment. But they also need training on how to return from the battlefield to civilian life, says psychologist Hector Garcia. Applying the same principles used to prepare soldiers for war, Garcia is helping veterans suffering from PTSD get their lives back.

Lernmaterial gratis und überall

Weiterbildungsblog - November 11, 2016 - 15:41

Im Teaser dieses Freitag-Artikels heißt es: “Das Schulbuch stirbt aus. Sein Nachfolger heißt OER. Diese „open educational resources” gibt es überall im Netz”. Das ist etwas irreführend, denn Autor Christian Füller legt dar, dass trotz der aktuellen politischen Förderung das Thema an vielen Stellen noch lange nicht angekommen ist. Das ist auch kein Wunder, wenn man sich z.B. die ersten Zeilen des deutschsprachigen Wikipedia-Eintrags durchliest. Die versteht kein Mensch. Auch im Artikel sind die Botschaften oft “fließend”: Sind OER Bildungsmaterialien, die offen zugänglich sind? Was man kostenlos herunterladen kann? Dann wäre auch der Freitag-Artikel OER. Oder fängt OER erst dort an, und darauf weist auch Christian Füller hin, wo die freie Verwendung, das “copy, remix and share”, erlaubt ist? Erschwerend kommt hinzu, dass diese Unterscheidung für Lernende oft unerheblich ist, solange sie auf Materialien online und kostenlos zugreifen können. Vielleicht sollte man mit Blick auf den Einstieg gleich mit der Forderung “Schafft die Schulbücher ab!” werben. Das versteht jeder.
Christian Füller, der Freitag, 7. November 2016

Tagungsband zur GML² 2016

Weiterbildungsblog - November 11, 2016 - 12:40

Der Tagungsband zur GML² (Grundfragen Multimedialen Lehrens und Lernens), die am 10./ 11. März dieses Jahres in Berlin stattfand, ist jetzt online. Unter dem Dach des Konferenzthemas “Die offene Hochschule: Vernetztes Lehren und Lernen” wurde ausgelotet, “wie digitale Medien – auch vor dem Hintergrund einer zunehmenden internationalen Vernetzung – zur Öffnung der Hochschulen beitragen können und inwiefern standortübergreifende Lehrformate das Lernen verändern”. Die Beiträge decken ein weites Spektrum ab: Berichte über strategische Projekte (Universität Hamburg und die Hamburg Open Online University) und über aktuelle Bildungsangebote (MOOCs) für Geflüchtete stehen neben einzelnen Fallbeschreibungen. Alles gegliedert in sechs Schwerpunkte und auf 328 Seiten.
Nicolas Apostolopoulos, Wolfgang Coy, Karoline von Köckritz, Ulrike Mußmann, Heike Schaumburg, Andreas Schwill (Hrsg.): GML² 2016, Waxmann (Münster) 2016 

Digitale Transformation und L&D – Beitrag zum ZGP Symposium am 02.11.2016 in Zürich

Weiterbildungsblog - November 11, 2016 - 05:39

Ist Learning & Development (L&D) noch die erste Adresse, wenn Mitarbeiter nach Lernangeboten suchen? Wie stellt sich L&D auf die Entwicklung von Kompetenzen ein, die mit der digitalen Transformation einhergehen? Was bedeutet das letztendlich für ein Leistungsportfolio von L&D, das über den Seminarraum hinausgeht? Einige Antworten auf die letzte Frage skizziert Christoph Meier. Sein Fazit: “L&D muss das Betriebsmodell auf den Prüfstand stellen.”
Christoph Meier, scil-Blog, 10. November 2016

Digitale Transformation und L&D - Beitrag zum ZGP Symposium 2016-11-02 from scil CH

What European Leaders in EdTech Think of the State of MOOCs: Part 3

Weiterbildungsblog - November 10, 2016 - 19:07

Der Begriff MOOC hat seinen Reiz verloren. Neil Harvey von FutureLearn, dem größten europäischen Kursanbieter, spricht lieber von einer “social learning platform”. Andere verweisen auf die vielen unterschiedlichen Formate, die inzwischen unter der Marke MOOC firmieren. Und schließlich gibt es Stimmen, die den Begriff gerne für die Kurse reservieren möchten, die wirklich “open” sind. Diese Rückmeldungen zu MOOCs und einigen anderen Trends wurden auf der BETT, der British Educational Training and Technology Show in London, eingesammelt.
Yoni Dayan, Class Central, 7. November 2016

Easy DIY projects for kid engineers | Fawn Qiu

TEDTalk - November 10, 2016 - 16:10
TED Resident Fawn Qiu designs fun, low-cost projects that use familiar materials like paper and fabric to introduce engineering to kids. In this quick, clever talk, she shares how nontraditional workshops like hers can change the perception of technology and inspire students to participate in creating it.

Digitale Transformation und L&D – Beitrag zum ZGP Symposium am 02.11.2016 in Zürich

scil - November 10, 2016 - 04:47
Die Zürcher Gesellschaft für Personalentwicklung (ZGP) hatte letzte Woche zum Symposium „HRM 4.0 für die Schweiz“ eingeladen. Daniel Huber, Leiter Personal beim Energiedienstleister Alpiq AG, hatte das Programm zusammengestellt und scil für einen Beitrag zum Thema „Digitales L&D“ angefragt. Ich bin der Einladung gerne gefolgt und hatte so Gelegenheit, unsere Sicht auf die digitale Transformation im Bereich L&D den ca.…
Mehr Lesen

Foresight-Studie “Digitale Arbeitswelt”

Weiterbildungsblog - November 9, 2016 - 06:41

Die Studie ist schon einige Monate alt und wurde im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) vom Institut für Innovation und Technik (iit) in Berlin erstellt. Sie stellt die möglichen Entwicklungen der Arbeitswelt in den Branchen Produktion, Medien und Dienstleistungen in einer mittel- und langfristigen Perspektive dar. Die große Klammer bildet der vom BAMS initiierte Dialogprozess “Arbeiten 4.0″ dar, der Ende November 2016 abgeschlossen wird.

In der Foresight-Studie spielen Bildungs- und Lernprozesse eine zentrale Rolle. Kostprobe aus der Zusammenfassung: “Mit der Umsetzung von Arbeitssystemen als permanente Lern - und Tutorensysteme ändert sich die Rolle der institutionellen, formalen beruflichen Weiterbildung fundamental. Werden die Inhalte im Arbeitsprozess digital unterstützt individuell erworben wie auch in der benötigten Qualität und Verlässlichkeit angewendet, sinkt die Bedeutung von formal erworbenen Qualifikationen in vielen Bereichen.” Viele Schaubilder und Referenzen.
Wenke Apt, Marc Bovenschulte, Ernst A. Hartmann und Steffen Wischmann, Institut für Innovation und Technik, Berlin, Februar 2016

Going digital: Fit für die digitale Transformation

scil - November 9, 2016 - 04:46
Neue Herausforderungen Die digitale Transformation fordert die betriebliche Personalentwicklung in mehrfacher Hinsicht heraus: Welche digitalen Kompetenzen braucht es in Zukunft, um in einer digitalisierten Arbeitswelt erfolgreich bestehen zu können? Wie können bzw. sollen diese Kompetenzen effektiv entwickelt werden? Wie muss sich die betriebliche Personalentwicklung aufstellen, um nachhaltig Nutzen stiften zu können? Es gibt Bildungsorganisationen, die sich schon vor einiger Zeit…
Mehr Lesen

Can a divided America heal? | Jonathan Haidt

TEDTalk - November 8, 2016 - 15:03
How can the US recover after the negative, partisan presidential election of 2016? Social psychologist Jonathan Haidt studies the morals that form the basis of our political choices. In conversation with TED Curator Chris Anderson, he describes the patterns of thinking and historical causes that have led to such sharp divisions in America -- and provides a vision for how the country might move forward.

scil wird „grün“

scil - November 8, 2016 - 14:46
Der Blick zurück – woher kommt scil? In 2003 wurde von der Gebert Rüf Stiftung ein Wettbewerb zur Einrichtung eines Kompetenzzentrums für die Schweiz zum Thema „e-Teaching“ ausgeschrieben. Verschiedene schweizerische Hochschulen haben sich an dem Wettbewerb beteiligt – für die Universität St.Gallen haben damals Dieter Euler und Sabine Seufert den Hut in den Ring geworfen. Die Universität St.Gallen hat dann…
Mehr Lesen

Working Out Loud: The making of a movement

Weiterbildungsblog - November 8, 2016 - 11:34

Über “Working Out Loud” habe ich schon eine Weile nicht mehr berichtet. Dabei steht die Idee bei vielen Unternehmen, mit denen ich zu tun habe, auf der ToDo-Liste. Sie verbindet einfach auf charmante Art und Weise persönliche Zielsetzungen, das Netzwerken und eine neue Offenheit. In diesem TED Talk packt John Stepper, der WOL ins Rollen brachte, die Methode in kurze Geschichten und deutet mit “12 Wochen” und “Circles” an, wohin die Reise geht. Bosch, Continental und Telekom erscheinen im Hintergrund als Referenzen … Und Cogneon informiert gerade, dass John Stepper am 24. November in Nürnberg weilt.
John Stepper, TEDxNavesink, YouTube, 10. Mai 2016

There is no university of the future

Weiterbildungsblog - November 8, 2016 - 07:06

Anlass ist das Projekt “42″, auf das ich kürzlich hingewiesen hatte (“University opens without any teachers”). Alastair Creelman weist zu Recht darauf hin, dass es nicht um das eine Hochschulmodell geht, das die Lösung auf heutige und zukünftige Fragen bereit hält. Aber die neuen technologischen Entwicklungen setzen Fantasie frei und erweitern das Spektrum der Möglichkeiten.

“What we are seeing today is experimentation with new models of education and the establishment of a new ecosystem where traditional degrees will still have great relevance but new alternatives will be available. If the new credentials are verifiable and trustworthy and employers accept them then they will become hard currency. They aren’t the same as a university degree but they widen the credential spectrum.”
Alastair Creelman, The corridor of uncertainty, 7. November 2016

openHPI-Forum 2016

Weiterbildungsblog - November 7, 2016 - 16:29

Am 26. und 27. Oktober 2016 hatte openHPI, die Internet-Bildungsplattform des Hasso-Plattner-Instituts (HPI), nach Potsdam eingeladen, um sich über Massive Open Online Courses (MOOCs) auszutauschen. Jetzt stehen einige Stunden Material online. Natürlich sind die Referenten aus dem openHPI und openSAP-Umfeld gut vertreten, wie z.B. Christoph Meinel (openHPI, “Von openHPI zur Vision einer Bildungscloud”), Jan Renz (openHPI, “Analytics und Nano-Learning: Trends und What’s Next in MOOCs”) sowie Michaela Lämmler und Thomas Staubitz (openSAP, “Team Peer Assessment und Team Builder im Einsatz auf openSAP”). Aber auch Vertreter der WHO, von acatech und Signavio berichteten.
tele-Task, Hass0-Plattner-Institut, November 2016

Islamophobia killed my brother. Let's end the hate | Suzanne Barakat

TEDTalk - November 7, 2016 - 16:10
On February 10, 2015, Suzanne Barakat's brother Deah, her sister-in-law Yusor and Yusor's sister Razan were murdered by their neighbor in Chapel Hill, North Carolina. The perpetrator's story, that he killed them over a traffic dispute, went unquestioned by the media and police until Barakat spoke out at a press conference, calling the murders what they really were: hate crimes. As she reflects on how she and her family reclaimed control of their narrative, Barakat calls on us to speak up when we witness hateful bigotry and express our allyship with those who face discrimination.

Triple Peer Review

Gabi Reinmann - November 6, 2016 - 04:23

Was ist ein „Triple Peer Review“? Letztes Jahr hatte ich dazu einen Beitrag in der Zeitschrift Forschung verfasst. Mit Zustimmung des Verlags haben wir diesen inzwischen auch online (hier) verfügbar, um damit die Hintergründe und Zielsetzung des Review-Verfahrens der Zeitschrift Educational Design Research (EDeR) verständlicher zu machen (erst Infos dazu gab es schon mal hier im Blog). Die erste Ausgabe wird übrigens in Kürze verfügbar sein. Nun gibt es endlich eine englische Fassung des Textes, in dem die Entstehung des Triple Peer Review erörtert wird, das wir in EDeR (weitgehend) anwenden. Diese Übersetzung stelle ich zur Verfügung in der Hoffnung, dass nun auch – bei Interesse – unsere englischsprachigen Mitstreiter/innen bei EDeR mehr über den Weg hin zum Triple Peer Review erfahren und nachvollziehen können.

triple-peer-review-en-translation

Seiten