Sammlung von Newsfeeds

Warum Scheitern kein Fehler ist

Gabi Reinmann - Juni 24, 2016 - 15:31

Was ist eine Tagungsphänographie? Nach Theo Wehner ist das ein subjektiver Bericht, der beschreibend und vor allem anschlussfähig für die ist, die an einer Tagung teilgenommen haben, der zudem nicht hoch-reflektiert, aber doch in der Lage ist, selbst bei denen, die nicht dabei waren, Interesse zu wecken.

Eine solche Tagungsphänographie hat Theo Wehner – offiziell als „Kongressbeobachter“ auf der Probem-Based Learning-Veranstaltung in Zürich bezeichnet – am Ende der Veranstaltung mündlich (Video) vorgetragen sowie schriftlich (Text) festgehalten. Offenbar ist es ihm mit dem (sehr versöhnlichen) Streitgespräch (siehe hier) ähnlich gegangen wie mir, findet dafür aber Erklärungen und nutzt den fehlenden Disput als Aufhänger für seine Beobachtungen. Zu diesen gehören unter anderem, dass die Beiträge zum Problem-based Learning einen weitgehend kognitiven Fokus hatten, praktische Fertigkeiten und emotionale Empfindungen dagegen weitgehend außen vor blieben. Außerdem regt Wehner an, nicht nur nach Erfolgsbedingungen zu suchen, sondern sich auch dem Scheitern zuzuwenden.

Zwei Punkte nehmen ich aus den Beobachtungen und Folgerungen von Theo Wehner vor allem mit: Zum einen finde ich die Idee einer „Tagungsphänographie“ gut. Die werde ich in jedem Fall aufgreifen (z.B. für die Forschungstagung im September 2016). Zum anderen halte ich das Thema Scheitern für sehr relevant – auch in der Hochschuldidaktik. Daher habe ich natürlich auch gleich neugierig in einem Buch gestöbert, auf das mich Theo Wehner gestoßen hat: „Failure Management – Ursachen und Folgen des Scheiterns“, herausgegeben von Sebastian Kunert. An einem Beitrag bin ich hängen geblieben – dem Kapitel zum Scheitern in der Führung von Geri Thomann, Theo Wehner und Christoph Clases. Hier definieren die Autoren Scheitern als „das Erleben der Unmöglichkeit, ein identitätsstiftendes Motiv zu realisieren: Scheitern verweist damit auf die Verunmöglichung der Zielerreichung, Fehler, Irrtümer und das Misslingen hingegen auf die Verfehlung eines antizipierten Ziels. Wer identitätsstiftende Motive nicht kennt, kann – in der Logik dieser Begriffsverwendung – nicht scheitern.“ (S. 99). Ich halte die Präzisierung für sinnvoll und in dieser Form für ein Phänomen, dem wir uns auch in der Hochschuldidaktik genauer widmen sollten.

What walkways teach us about design | Tom Hulme

TEDTalk - Juni 24, 2016 - 14:46
How do you build a product people really want? Allow consumers to be a part of the process. "Empathy for what your customers want is probably the biggest leading indicator of business success," says designer Tom Hulme. In this short talk, Hulme lays out three insightful examples of the intersection of design and user experience, where people have developed their own desire paths out of necessity. Once you know how to spot them, you'll start noticing them everywhere.

Das Bildung 4.0 Manifest

Weiterbildungsblog - Juni 24, 2016 - 06:47

10 Thesen zur Bildung, zur Bildung 4.0. Mit vielen aktuellen Stichworten, Ideen und Verweisen, offen für Kommentare, Ergänzungen und Alternativen, wie man es von den Autorinnen kennt. Was steckt in diesen Thesen drin? Wenn man das Gemeinsame sucht, könnte es lauten: weniger Bürokratie, mehr Agilität (Silicon Valley und die Kreativen winken!), mehr Offenheit, gepaart mit gesellschaftlicher Verantwortung (sofern noch Zeit zum Luftholen bleibt!).

Kurz: Das Manifest mit seinen Thesen ist eine Fundgrube für Bildungsquerdenker. Die andere Seite: Das Manifest richtet sich an alle, es versucht gar nicht erst, “anschlussfähig” zu sein und konkrete Empfehlungen auszusprechen. Bildung 4.0 ist hier Subjekt und Objekt, Ziel, Prozess und Aufgabe gleichermaßen. Das macht es nicht einfacher.

These 1:
Bildung 4.0 muss sich als gesellschaftliches Betriebssystem dem ständigen Wissensfluss anpassen - also responsive sein. Das geht nur ohne Bürokratie.” 

Angelica Laurencon und Anja C. Wagner (gemeinsam mit Christoph Schmitt und Inge Schmidt), FlowCampus, 23. Juni 2016

Bildung für die ganze Welt

Weiterbildungsblog - Juni 24, 2016 - 05:15

Der Titel schwebt im Niemandsland, denn der Aufhänger des Artikels bildet Udacity’s neue Präsenz auf dem deutschen Markt: “Heute, fünf Jahre nach Gründung von Udacity, hat der deutsche Bertelsmann Verlag einen großen Anteil von Udacity übernommen, Udacity hat gerade eine deutsche Niederlassung eröffnet - und Gratis-Bildung für die ganze Welt steht nicht mehr im Mittelpunkt.” Im Mittelpunkt stehen Nanodegrees und IT-Kurse für die Wirtschaft.
Philipp Banse, Deutschlandfunk, 23. Juni 2016

Who are you, really? The puzzle of personality | Brian Little

TEDTalk - Juni 23, 2016 - 15:05
What makes you, you? Psychologists like to talk about our traits, or defined characteristics that make us who we are. But Brian Little is more interested in moments when we transcend those traits -- sometimes because our culture demands it of us, and sometimes because we demand it of ourselves. Join Little as he dissects the surprising differences between introverts and extroverts and explains why your personality may be more malleable than you think.

Herwig Kummer, ÖAMTC: Lernt auch mit Twitter

Weiterbildungsblog - Juni 23, 2016 - 13:37

Herwig Kummer vom Österreichischen Automobil-, Motorrad- und Touringclub ist bereits der dritte Corporate Learning Professional, der sich in dieser kleinen Serie zu Twitter als Lerninstrument bekennt. Davor waren es Anna Gutzmann (Audi) und Martin Geisenhainer (Swisscom).Wer also noch Argumente sucht, um sich oder andere zu überzeugen …

“Würdest Du sagen, Twitter ist ein Learning-Tool für Dich?
Ja, jedenfalls. Twitter ist insofern ein Learning-Tool für mich, weil es mir einen raschen Überblick gibt, was gerade „in Diskussion” ist und wo es interessante Impulse im Web gibt, die ich wohl nie gesucht und deshalb wahrscheinlich auch nicht anders gefunden hätte. Da gibt es jede Menge Stoff zum Lernen.”

Karlheinz Pape, CorporateLearningCamp - CLC16, 22. Juni 2016

Videos in und für die (Hochschul-)Lehre #video #tugraz

Weiterbildungsblog - Juni 23, 2016 - 11:47

Martin Ebner hat im Rahmen der Veranstaltung „High Noon - Didaktik zu Mittag” (!) an der Universität Graz einige Erfahrungen zum Thema “Video” zusammengetragen. Angefangen von einer Übersicht über verschiedene Formate und Einsatzszenarien bis zu kurzen, operativen Handreichungen. Und in der Klammer seiner Zusammenfassung könnten natürlich auch Weiterbildung oder Corporate Learning stehen:

“Videos können die (Hochschul-) Lehre in vielfältigster Weise erweitern, lediglich der didaktische Einsatz sollte wohl überlegt sein.”
Martin Ebner, E-Learning Blog, 22. Juni 2016

Videos in und für die (Hochschul-)Lehre von Martin Ebner

Preface: A decade of Web 2.0 - Reflections, critical perspectives, and beyond

Weiterbildungsblog - Juni 22, 2016 - 15:59

Über zehn Jahre nach Tim O’Reilly’s programmatischen Gedanken über “What is Web 2.0?” hat First Monday wieder ein Themenheft zum Stichwort zusammengestellt (2008 gab es das erste, “Critical perspectives on Web 2.0″). Spurensuche ist angesagt, 10 Artikel liegen vor, von “Web 2.0 user knowledge and the limits of individual and collective power” (Nicholas Proferes) bis “The blogosphere and its problems: Web 2.0 undermining civic Webspaces” (Alexander Halavais). Vielversprechend. Umfangreich.
Michael Zimmer und Anna Lauren Hoffmann, First Monday, Volume 21, Number 6, 6. Juni 2016

How to fix a broken education system ... without any more money | Seema Bansal

TEDTalk - Juni 22, 2016 - 14:54
Seema Bansal forged a path to public education reform for 15,000 schools in Haryana, India, by setting an ambitious goal: by 2020, 80 percent of children should have grade-level knowledge. She's looking to meet this goal by seeking reforms that will work in every school without additional resources. Bansal and her team have found success using creative, straightforward techniques such as communicating with teachers using SMS group chats, and they have already measurably improved learning and engagement in Haryana's schools.

Why genetic research must be more diverse | Keolu Fox

TEDTalk - Juni 21, 2016 - 15:07
Ninety-six percent of genome studies are based on people of European descent. The rest of the world is virtually unrepresented -- and this is dangerous, says geneticist and TED Fellow Keolu Fox, because we react to drugs differently based on our genetic makeup. Fox is working to democratize genome sequencing, specifically by advocating for indigenous populations to get involved in research, with the goal of eliminating health disparities. "The research community needs to immerse itself in indigenous culture," he says, "or die trying."

WISE Announces Global List of Ed Tech ‘Makers and Shakers’

Weiterbildungsblog - Juni 21, 2016 - 06:57

Die Einschätzung dieser Liste muss jeder selbst treffen. Es ist natürlich “name-dropping”. Einige bekannte Namen sind dabei, z.B. Daphne Koller (Coursera), Salman Khan (Khan Academy) oder Sugata Mitra (School in the Cloud), einige bekannte Plattformen, aber von den meisten habe ich noch nichts gehört. Einiges zu entdecken also. Aus Deutschland ist Michaela Meier (papagei.com) dabei.

“The Makers and Shakers of Education Technology Index recognizes the 50 most innovative leaders in EdTech, organized by geographic region, including Europe, the Americas, MENA, and Asia. This year, the index honors those who have used digital and physical technologies to create new ways of learning and who introduce them through play, construction, or interactive design.”
Kristin Decarr, Education News, 19. Juni 2016

HOCHSCHULBILDUNG: Humboldt digital?

scil - Juni 21, 2016 - 03:38
Über Digitalisierung und die Implikationen für die Hochschulbildung wird derzeit viel diskutiert, so auch an unserer Universität. Mein Institutskollege Dieter Euler und unser Prorektor Lukas Gschwend werfen in ihrem Beitrag in der NZZ grundsätzliche Fragen zum Bildungsauftrag von Hochschulen auf.…
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Management 4.0 – Anforderungen an die Führungskräfteentwicklung?

scil - Juni 21, 2016 - 03:31
Digitale Transformation ist derzeit DAS Thema im Hinblick auf unsere Arbeits- und Lebenswelt. Über Digitalisierung und die Implikationen für die Bildung wird derzeit viel diskutiert, so auch an unserer Universität. Auf Plakaten der Swisscom wird mit „Anfeuern 2.0“ geworben –…
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I survived a terrorist attack. Here's what I learned | Gill Hicks

TEDTalk - Juni 20, 2016 - 14:44
Gill Hicks's story is one of compassion and humanity, emerging from the ashes of chaos and hate. A survivor of the London terrorist bombings on July 7, 2005, she shares her story of the events of that day -- and the profound lessons that came as she learned how to live on.

Corporate Learning 2.0 MOOC

Weiterbildungsblog - Juni 20, 2016 - 07:46

Es gab natürlich auch zwei Befragungen der Teilnehmenden am Corporate Learning 2.0 MOOC. Im zweiten Teil der hier verlinkten Präsentation haben Joachim Niemeier und Claudia Bremer einige Ergebnisse festgehalten. Zum Beispiel, dass erfreuliche 46 Prozent der Teilnehmer aus Unternehmen kamen; dass Badges offensichtlich viele motiviert haben, aktiv zum Kurs beizutragen; und schließlich dass “deal with interesting topics” und “getting to know and discuss actual case studies” ganz oben auf der Liste der Dinge stehen, die die Teilnehmenden am Kurs besonders geschätzt haben.
Joachim Niemeier, Slideshare, 17. Juni 2016

Corporate Learning 2.0 MOOC from Joachim Niemeier

Say Goodbye To Knowledge Workers And Welcome To Learning Workers

Weiterbildungsblog - Juni 20, 2016 - 06:01

Es ist zwar nur ein kleines Prosastück, mehr Appell als Analyse, in dem der Autor laut über zwei Begriffe nachdenkt, aber ich will es an dieser Stelle nicht vorenthalten. Hier die Essenz, in der die “lernende Organisation” das Bild des Wandels komplettiert:

“This new movement is the age of the “learning workers.” … Alongside the growth of learning workers comes the growth of learning organizations. These organizations are led by learning workers who adapt and evolve as the industry changes. Instead of having a stiff business plan and set of processes, learning organizations value collaboration and innovation. As the future of work continues to take shape, learning organizations are the ones that will be leading the pack.”
Jacob Morgan, Forbes, 7. Juni 2016

Hoffnung auf Passung

Gabi Reinmann - Juni 18, 2016 - 17:16

Den zweiten Tag des Problem-Based Learning-Kongresses (hier meine Eindrücke zum ersten Tag) konnte ich leider nur bis zur Mittagspause mit verfolgen.  In zwei Sessions habe ich eine ganze Reihe von Beispielen aus Schule, Hochschule und Lehrerbildung mitgenommen.

Ähnlich wie beim forschenden Lernen zeigt sich auch beim problemorientierten Lernen , dass es einerseits gemeinsame (und folglich allgemein-didaktische) Herausforderungen (z.B. Verständlichkeit von Aufgaben, Motivation der Studierenden, tutorielle Unterstützung, Einbettung in Curricula und ECTS-Aufteilungen etc.), andererseits aber auch fachspezifischer Besonderheiten gibt, mit denen man sich auseinandersetzen muss. Dieter Euler z.B. hat vorgestellt, wie er und sein Team mit Design-Based Research die Entwicklung von problemorientierten Aufgaben forschend angeht – eine Vorgehensweise, die offenbar schon noch als ungewohnt wahrgenommen wird.

Mein eigener Vortrag stand am Morgen auf der Agenda. Trotz früher Stunde waren die Reihen erstaunlich gut gefüllt. Wie das, was man sagt, so ankommt, ist ja immer nicht so ganz einfach zu eruieren. Ich hoffe zumindest, dass der Beitrag eine passende weitere Facette zu den drei Vorträgen am Vortag geliefert hat. Wie versprochen, stelle ich das Vortragsmanuskript hier zur Verfügung. Hier findet sich eine zusammenfassende Darstellung des Modells zur akademischen Lehre, das ich für den Vortrag (u. a.) verwendet habe. Im Herbst oder Winter 2016 wird der Text im Artikelformat (mit entsprechenden Anpassungen) in der Zeitschrift für Hochschulentwicklung erscheinen.

Vortragsmanuskript_Zuerich_Juni2016

scil als Gastreferent: Trends im Corporate Learning

scil - Juni 17, 2016 - 18:24
Wir bei scil beobachten Entwicklungen im betrieblichen Lernen. Hierzu analysieren wir Trends und befragen selbst Learning Professionals im Rahmen unserer Trendstudien-Serie. Regelmässig werden wir von Unternehmen und Verbänden eingeladen, um von unseren Erkenntnissen zu berichten. Daniela Schuchmann und ich durften…
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Digitale Teilhabe? Nicht ohne die Kursleitung

Weiterbildungsblog - Juni 17, 2016 - 16:16

Der Deutsche Volkshochschultag, der am 9./ 10. Juni in Berlin stattfand, stand unter dem Motto “Digitale Teilhabe für alle!”. Auf den Veranstaltungsseiten stehen bereits “Impressionen” in Form von Videomitschnitten zur Verfügung. In diesen Kontext weist Joachim Sucker darauf hin, dass der Aufruf nicht zuletzt von engagierten Kursleitungen umgesetzt werden muss. Auf “territorial orientierte” Bildungsanbieter können sie sich nur bedingt verlassen. Also gilt es, selbst aktiv zu werden. Didaktik, Medienkompetenz und Selbstmarketing sind die Stichworte, die ihnen Joachim Sucker zuruft. Zuletzt schließt er den Kreis:

“Volkshochschulen möchten als moderne Bildungseinrichtungen wahrgenommen werden. Dazu braucht es auch innovative Kurse. Sie benötigen also auch innovative Kursleitungen. Sind alle Beteiligten dafür bereit?”
Joachim Sucker, wb-web, 13. Juni 2016

How better tech could protect us from distraction | Tristan Harris

TEDTalk - Juni 17, 2016 - 15:13
How often does technology interrupt us from what we really mean to be doing? At work and at play, we spend a startling amount of time distracted by pings and pop-ups -- instead of helping us spend our time well, it often feels like our tech is stealing it away from us. Design thinker Tristan Harris offers thoughtful new ideas for technology that creates more meaningful interaction. He asks: "What does the future of technology look like when you're designing for the deepest human values?"

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