Sammlung von Newsfeeds

Esther Perel: Rethinking infidelity ... a talk for anyone who has ever loved

TEDTalk - Mai 21, 2015 - 14:54
Infidelity is the ultimate betrayal. But does it have to be? Relationship therapist Esther Perel examines why people cheat, and unpacks why affairs are so traumatic: because they threaten our emotional security. In infidelity, she sees something unexpected — an expression of longing and loss. A must-watch for anyone who has ever cheated or been cheated on, or who simply wants a new framework for understanding relationships.

Community basiertes Lernen zu SAP Produkten – sozial, mobil & spielerisch

Weiterbildungsblog - Mai 21, 2015 - 06:48

SAP Education ist die Schulungsorganisation der SAP. Seit 2014 gehören auch Lern-Communities zu ihrem Portfolio, ein Konzept, das Thomas Jenewein hier kurz vorstellt. “In Lern-Communities - sogenannten “Lernräumen” - können Lerner mit Trainern und anderen Lernen lernen, üben und diskutieren. Diese Lernräume beinhalten neuste Ansätze aus den Bereichen MOOCs, social & mobile Learning sowie Gamification.”

Das Community-Angebot, soweit ich dem Konzept folgen kann, ist fest verwoben mit den formellen Kurs- und Online-Angeboten der SAP Education. Man setzt auf Moderatoren, feste Lernziele, “Missionen”, um Teilnehmer zu motivieren, und ist mit den ersten Rückmeldungen und Ergebnissen ganz zufrieden. Mit Screenshots.
Thomas Jenewein, SAP Community Network, 20. Mai 2015

Steven Wise: Chimps have feelings and thoughts. They should also have rights

TEDTalk - Mai 20, 2015 - 15:00
Chimpanzees are people too, you know. Ok, not exactly. But lawyer Steven Wise has spent the last 30 years working to change these animals' status from "things" to "persons." It's not a matter of legal semantics; as he describes in this fascinating talk, recognizing that animals like chimps have extraordinary cognitive capabilities and rethinking the way we treat them -- legally -- is no less than a moral duty.

Digitalisierung - Problemlöser in der Hochschullehre

Weiterbildungsblog - Mai 20, 2015 - 11:27

Jürgen Handke, Professor am Institut für Anglistik und Amerikanistik der Universität Marburg und Mitstreiter im “Hochschulforum Digitalisierung”, darf hier für eine kleine Videoserie Werbung machen, in der er die Vorteile der Digitalisierung der Lehre vermitteln möchte. Mir hat vor allem der Hinweis auf die “Beweislastumkehr” gefallen:

“Ich hatte gedacht […] , dass mittlerweile eine „Beweislastumkehr” eingetreten sei und die „Digitalisierungsgegner” zeigen müssen, welche Vorteile ein Festhalten an traditionellen Lehr- und Lernmethoden beinhaltet und nicht wir Befürworter ständig auf die Mehrwerte hinweisen müssen.”
Jürgen Handke, Hochschulforum Digitalisierung/ Blog, 20. Mai 2015

Design Patterns/ Didaktische Entwurfsmuster – wie nützlich für die Lehrenden?

scil - Mai 20, 2015 - 08:53
Wir entwickeln derzeit ein SUK Toolkit für Lehrende: wie können Lehrpersonen darin unterstützt werden, Sustainability Kompetenzen ihrer Studierenden in ihrem jeweiligen Fach unterrichten zu können? Neben der Integration neuer Kompetenzen geht es dabei auch darum, neue, aktivierende Lehr-Lernmethoden auszuprobieren. Hierzu…
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Cosmin Mihaiu: Physical therapy is boring -- play a game instead

TEDTalk - Mai 19, 2015 - 14:56
You’ve just been injured, and you’re on the way home from an hour of physical therapy. The last thing you want to do on your own is confusing exercises that take too long to show results. TED Fellow Cosmin Mihaiu demos a fun, cheap solution that turns boring physical therapy exercises into a video game with crystal-clear instructions.

Der Übergang vom Lernen zum Profit

Gabi Reinmann - Mai 19, 2015 - 13:45

Das Spardiktat hat auch die niederländischen Universitäten erreicht. Ein Artikel in der ZEIT (online hier) sowie einer in der taz (hier) schildern hierzu das Beispiel der Universität Amsterdam: Bis Mitte April hatten Studierende sechs Wochen lang ein Uni-Gebäude besetzt, bis es zwangsgeräumt wurde. „Doch was Studierende mithilfe der Lehrkräfte dort auf die Beine stellten und jetzt dezentral fortführen, sucht seinesgleichen in der jüngeren Geschichte europäischer Studentenrevolten“ – so die taz. Im Hintergrund geht es um ein weitreichendes, ja globales Problem: um finanzmarktgetriebene Politik, um Bürokratisierung via Punkteverwaltung, Evaluierung und Mittelakquise, um finanzielle Anreize für eine Absenkung von Niveau und Qualität (dann nämlich, wenn Fakultäten Boni für Studierende erhalten, die möglichst schnell ihren Abschluss machen).

Aber dies bleibt inzwischen nicht mehr unwidersprochen. Die ZEIT zitiert den Politikwissenschaftler Rob Hagendijk: „Überall wehren sich Studenten und Professoren gegen Sparvorgaben, undemokratische Strukturen und die Ökonomisierung der Bildung. Diese Probleme hätten ihre Wurzeln in der Art, wie heute öffentliche Institutionen verwaltet würden, sagt Hagendijk. Das ist eine Revolte gegen die Methoden des New Public Management.“

Die humanistische Bildung, so heißt es weiter im Text, scheine in der westlichen Welt einen langsamen Tod zu sterben – „zu Grabe getragen von einem stetig wachsenden Kader von Bürokraten, die den Übergang vom Lernen zum Profit sicherstellen sollen“. Die taz jedoch sieht im Widerstand der Studierenden und Lehrenden immerhin schon Erfolge. Ein Teil des Erfolgs sei der Kommunikation zuzuschreiben: „Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen und der Verhandlungsverlauf mit der Universität wurden im Netz auf Englisch dokumentiert. Eine Onlinepetition hat mittlerweile 8.000 Unterzeichner, darunter prominente KapitalismuskritikerInnen wie Noam Chomsky, Judith Butler und David Graeber, Mitstreiter von ´Occupy Wallstreet´“. Außerdem fand das Amsterdamer Beispiel Nachahmer an weiteren holländischen Hochschulen, an denen für die Demokratisierung der Hochschulen gestritten wird. ….. und bei uns?

Herausforderung E-Assessment: 6 Empfehlungen für digitales Prüfen an der Hochschule

Weiterbildungsblog - Mai 19, 2015 - 06:59

Um ganz vorne zu beginnen: Im Rahmen des Hochschulforum Digitalisierung hat die Themengruppe “Innovationen in Lern- und Prüfungsszenarien” vor einigen Wochen eine Studie “Digitales Prüfen und Bewerten” veröffentlicht. Die Studie versucht, einen strukturierten Überblick über die Vielfalt der digitalisierten und teil-digitalisierten Prüfungsformate zu geben, die in Hochschulen angewandt werden (71 S.). Da das Feld der E-Assessments oft etwas stiefmütterlich behandelt wird, lohnt sich ein Blick in diese Aufstellung. Nun, in einem nächsten Schritt, hat die Themengruppe sechs Handlungsempfehlungen für Hochschulen und Lehrende entwickelt:

“1. Digitale Prüfungsformate als strategische Option annehmen …
2. Infrastruktur für digitales Prüfen schaffen …
3. Frühzeitig alle Akteure bei der Einführung von E-Assessments beteiligen …
4. Regelmäßigen externen und internen Austausch sichern …
5. Fortbildungsangebote für Lehrende bereitstellen …
6. Zusatzaufwände durch Ressourcenverschiebungen auffangen …”
Ralph Müller-Eisel, Blog “Digitalisierung der Bildung” (Bertelsmann Stiftung), 13. Mai 2015

Martine Rothblatt: My daughter, my wife, our robot, and the quest for immortality

TEDTalk - Mai 18, 2015 - 14:59
The founder of Sirius XM satellite radio, Martine Rothblatt now heads up a drug company that makes life-saving medicines for rare diseases (including one drug that saved her own daughter's life). Meanwhile she is working to preserve the consciousness of the woman she loves in a digital file ... and a companion robot. In an onstage conversation with TED's Chris Anderson, Rothblatt shares her powerful story of love, identity, creativity, and limitless possibility.

Marc My Words: What Exactly Is Mobile Learning?

Weiterbildungsblog - Mai 18, 2015 - 04:13

Der Begriff Mobile Learning “funktioniert” selten. Warum sollte das Lernen mit Hilfe des einen Geräts “mobile” sein, das Lernen mit einem anderen Gerät in der gleichen Situation jedoch nicht? Hier setzt Marc Rosenbergs Kolumne an. Zuerst löst er Mobile Learning von einer bestimmten Technologie. Und dann öffnet er das Feld für eine “mobile strategy”, die auch Performance Support, Knowledge Management und Social Media einschließt. Heraus kommt als Definition: “Mobile Learning is learning - in all forms and formats - that follows you.” Mit Blick auf Märkte, Anbieter und Konferenzen bleibt er an diesem Punkt stehen, obwohl er damit Mobile Learning als Kategorie eigentlich aufgelöst hat.
Marc Rosenberg, Learning Solutions Magazine, 12. Mai 2015 

The Lady Lifers: A moving song from women in prison for life

TEDTalk - Mai 15, 2015 - 15:11
The nine women in this chorus have all been sentenced to life in prison. They share a moving song about their experiences — one that reveals their hopes, regrets and fears. "I'm not an angel," sings one, "but I'm not the devil." Filmed at an independent TEDx event inside Muncy State Prison, it's a rare and poignant look inside the world of people imprisoned with no hope of parole.

The Learner Voice. Part 2

Weiterbildungsblog - Mai 15, 2015 - 09:10

Towards Maturity, die britischen Lernexperten, haben neue Schlüsse aus ihren umfangreichen Umfrageergebnissen gezogen. Dieses Mal haben sie gefragt, wie denn Mitarbeiter heute lernen, und die Ergebnisse auf einzelne Rollen (Line Manager, Salesperson, New Starter) heruntergebrochen. Ganz oben in der Gunst der Lerner stehen “team collaboration” und “manager support”. Aber vielleicht ist ihr abschließender Aufruf das Interessanteste: “Challenge your thinking by conducting your own Learning Landscape Audit”.
Laura Overton, Towards Maturity, 5. Mai 2015

Why No One Uses the Corporate Social Network

Weiterbildungsblog - Mai 15, 2015 - 09:02

Die Botschaft ist klar und eindeutig: Wenn die neuen internen Kollaborations-Plattformen, die Unternehmen landauf, landab einführen, auch genutzt werden sollen, müssen Management und Führungskräfte mit gutem Beispiel vorangehen. Charlene Li spricht vom “engaged leader” und gibt ihm drei Ratschläge mit auf den Weg: 1. “Listen at scale”, 2. “Share to shape”, 3. “Engage to transform”.
Charlene Li, Harvard Business Review, 7. April 2015

Learning and Development 2015

Weiterbildungsblog - Mai 15, 2015 - 07:40

Zum 17. Mal liegt der jährliche Report des Chartered Institute of Personnel and Development (CIPD) vor, der über “current practices and trends within learning and development (L&D)” informiert (45 S.). An der Studie haben 541 Learning & Development-Spezialisten in UK teilgenommen. Die Ergebnisse sind in folgenden Kapiteln zusammengefasst: 1. The role and purpose of learning and development (L&D), 2. Trends in L&D practices and methods, 3. Learning technologies, 4. Leadership development, 5. Talent management, 6. The development of L&D professionals, 7. Assessing the impact of L&D activity, 8. Economic situation and L&D resources.

In Studien dieser Art findet sich selten Überraschendes. Deshalb werden sie vor allem als Quelle genutzt, um sich einen schnellen Überblick über die derzeit eingesetzten Methoden und Formate, die aufgeführten Herausforderungen und Hindernisse zu verschaffen. Die Herausgeber selbst heben dieses Jahr die Kompetenzen der L&D-Spezialisten hervor und weisen hier auf eine “Lücke” hin, die Aufmerksamkeit (”L&D for L&D”) verdient:

“Many report a lack of confidence in using learning technology and yet also predict growth in areas such as e-learning, virtual classrooms and social learning. It’s clear that if we are to maximise the value of our investments, we need to make sure we have the right skills in place first.”
Chartered Institute of Personnel and Development (CIPD), Mai 2015

Roman Mars: Why city flags may be the worst-designed thing you've never noticed

TEDTalk - Mai 14, 2015 - 15:12
Roman Mars is obsessed with flags -- and after you watch this talk, you might be, too. These ubiquitous symbols of civic pride are often designed, well, pretty terribly. But they don't have to be. In this surprising and hilarious talk about vexillology -- the study of flags -- Mars reveals the five basic principles of flag design and shows why he believes they can be applied to just about anything.

Working out loud – den (digitalen) Blick über die Schulter möglich machen

scil - Mai 14, 2015 - 03:52
Jochen Robes hat dieses Thema in seinem Weiterbildungsblog bereits mehrfach aufgegriffen (u.a. “WOL – der digitale Blick über die Schulter”) und mich neugierig gemacht. Jetzt will ich dem einmal nachgehen und für mich etwas genauer klären, was hinter “working out…
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Moderne Lernumgebungen in Unternehmen. Oder: Was geht in 140 Zeichen?

Weiterbildungsblog - Mai 13, 2015 - 19:44

Am 8. Mai durfte ich auf dem Münchener Bildungsforum über “moderne Lernumgebungen” sprechen. Aber eigentlich ging die Vorgabe noch ein Stück weiter: Wie kann man das Bildungsforum selbst “digitalisieren”, wie kann man die Teilnehmer motivieren, selbst und für sich das Thema aufzunehmen, bevor sie es in ihre Organisationen tragen? Deshalb habe ich den Umweg über Twitter als Lernwerkzeug und Teil des Persönlichen Wissensmanagements genommen, bevor ich auf das eingegangen bin, was Unternehmen und Organisationen heute tun bzw. tun können.
Jochen Robes, SlideShare, 8. Mai 2015

Moderne Lernumgebungen in Unternehmen. Oder: Was geht in 140 Zeichen? from Jochen Robes

Wissen im Netz

Weiterbildungsblog - Mai 13, 2015 - 15:14

Für die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift “Wirtschaft & Beruf” (Thema “Zukunft der Beruflichen Bildung”) habe ich wieder mein Blogarchiv durchstöbert und vier Bildungsadressen im Netz kurz vorgestellt: Magenta MOOC, Hamburg Open Online University, Mein Digitales Ich und Working Out Loud. Soweit das im Printformat möglich ist …
Jochen Robes, Wirtschaft & Beruf, Zeitschrift für Corporate Learning, 1/ 2015 (pdf)

The Next Generation Digital Learning Environment: A Report on Research

Weiterbildungsblog - Mai 13, 2015 - 09:09

Der Tenor dieser Studie, die von EDUCAUSE und der Bill & Melinda Gates Foundation durchgeführt wurde: Das Learning Management System wird nicht verschwinden, aber es wird Teil eines Spielfelds, das die Autoren “the next generation digital learning environment (NGDLE)” nennen. Dazu heißt es: “The challenge is to build on the value of the LMS as an administrative tool by retaining what works but not be bound to an outgoing model of teaching and learning.”

Fünf Kernfunktionen von NGDLE wurden identifiziert und beschrieben: “Interoperability and Integration”; “Personalization”; “Analytics, Advising, and Learning Assessment”; “Collaboration” (”The support for collaboration must be a lead design goal, not an afterthought”) sowie “Accessibility and Universal Design”. Wie schon andere Stimmen in jüngster Vergangenheit sehen die Experten nicht mehr eine einzige Applikation (”LMS x.0″), die zukünftig alle Dimensionen des Lehrens und Lernens abdeckt. Stattdessen prognostizieren sie einen “LEGO approach”, der flexibel und dynamisch auf die Bedürfnisse von Institutionen, Lehrenden und Lernenden reagiert.
Malcolm Brown, Joanne Dehoney und Nancy Millichap, EDUCAUSE Learning Initiative (ELI), 27. April 2015

Schreiben für die Lehre: nur was für Alte und Anfänger?

Gabi Reinmann - Mai 13, 2015 - 03:53

Wer schreibt heute eigentlich noch Lehrbücher? Ich meine jetzt nicht Sammelbände mit Einführungscharakter, in denen einzelne Kapitel verschiedener Autor/innen nur lose zusammenhängen, sondern Bücher, die strukturierend und sozusagen navigierend in eine (Teil-)Disziplin einführen und „aus einem Guss“ sind. Wer also schreibt solche Lehrwerke und wer soll sie schreiben? Der wissenschaftliche Nachwuchs, der sich noch in den Anfängen der Karriere befindet, sagen die einen. Die „Alten“, die nichts mehr beweisen müssen, sagen die anderen. Und ist das gut so? Ich finde nein. Wenn ich richtig informiert bin, dann gibt es schon noch Disziplinen, in denen größere Lehrbücher als anerkennenswerte Publikationen gelten, die Einfluss auf ein Fach nehmen und den Autoren Renommee bescheren, wenn sie sich denn durchsetzen (z.B. in der Rechtswissenschaft). In anderen Disziplinen dagegen gelten Lehrbücher eher als Fleißarbeit, in denen gesammelt und zusammengestellt wird, was es schon gibt, ohne dass von diesen eine die (Sub-)Disziplin irgendwie beeinflussende Wirkung ausgeht (z.B. in der Psychologie).

Nun erlaube ich mir für andere Disziplinen kein Urteil, weil die beiden genannten (und wohl weitere) Positionen wohl in der Tat mit dem Aufbau, der Entwicklung und Kultur einer Wissenschaft zu tun haben. Für die Erziehungs-/Bildungswissenschaft und ihre Subdisziplinen halte ich Lehrwerke allerdings für wichtig, und finde, dass diese nicht nur von Wissenschaftler/innen geschrieben werden sollten, die noch am Anfang oder bereits am Ende ihrer Laufbahn stehen. Ich denke, dass Einführungen einen großen Einfluss haben und ohne eine eigene Positionierung des Autors gar nicht verfasst werden können: Allein die Auswahl der Inhalte, deren Umfang und Art der Darstellung sind ja immer auch Interpretationsleistungen und letztlich Werturteile, die nicht nur an Novizen weitergegeben werden, sondern ebenso an Fortgeschrittene und Peers. Ich lese z.B. gerne Einführungen, weil mich interessiert, wie Wissenschaftler/innen Studierenden einen Zugang zu ihrer Disziplin geben, was sie als wichtig herausstellen, wie sie die als wichtig erachteten Aspekte kategorisieren, was sie als „noch wissenschaftlich“ hinzunehmen und was sie weglassen, wo sie absolut und wo relativ argumentieren etc.

Warum schreibe ich das? Weil ich kürzlich mal wieder eine Einführung gelesen habe, nämlich:

Koller, H.-C. (2014). Grundbegriffe, Theorien und Methoden der Erziehungswissenschaft. (7., durchgesehene Auflage). Stuttgart: Kohlhammer.

Die erste Auflage dieser Einführung erschien 2004; das heißt, dass Koller das Lehrbuch im Taschenbuchformat seit zehn Jahren aktualisiert, und das auf der Basis der eigenen Lehre. Koller selbst dazu: „Dieses Buch geht nicht nur auf meine persönlichen Erfahrungen als Hochschullehrer zurück […], sondern ist auch im Kontext einer hochschulpolitischen Debatte entstanden, die unter der Überschrift ´Kerncurriculum Erziehungswissenschaft´ geführt wurde und wird.“ (S. 15). Ein solches Kerncurriculum sei auch an der Universität Hamburg entstanden – in Form eines Rahmenkonzepts. „Das vorliegenden Buch stellt nun meine Version einer Ausgestaltung dieses Rahmenkonzepts dar, die auf mehreren Vorlesungen und Seminaren beruht, die ich seit 2001 an der Universität Hamburg durchgeführt habe“ (S. 17).

Daran sieht man: Gute Einführungen sind nicht eben mal so hingeschrieben, sondern basieren auf einem großen Fundus an Wissen, aber eben auch Erfahrung im Umgang mit Studierenden. Wie man daher auf die Idee kommen kann, Lehrbücher sollten doch vor allem die „Anfänger“ schreiben, erschließt sich mir leider überhaupt nicht.

Kollers Einführung besteht aus zwei Teilen: dem umfangreichere Teil I zu Grundbegriffen und Theorien, in dem sich der Autor mit Erziehung, Bildung und Sozialisation auseinandersetzt, und dem etwas kleineren Teil II zu Methoden, in dem er empirische, hermeneutische und kritische Ansätze aufnimmt.

Koller arbeitet exemplarisch: So behandelt er etwa den Erziehungsbegriff sowohl nach Kant (Erziehungsbegriff der Aufklärung) als auch nach Brezinka und Kron (Erziehungsbegriff der Gegenwart), den Bildungsbegriff nach Humboldt (Bildungsbegriff des Neuhumanismus), aber auch den nach Horkheimer und Klafki (Bildungsbegriff der Gegenwart) und schließlich den Sozialisationsbegriff nach Durkheim (Anfänge der Sozialisationstheorie) sowie den nach Bourdieu (Sozialisationsbegriff der Gegenwart).

Es geht Koller, wie er selber in der Einleitung (S. 17 f.) schreibt, darum, einen Überblick mit einer exemplarischen Vertiefung zu verknüpfen – was ihm meiner Einschätzung nach sehr gut gelingt. Die exemplarische Vertiefung aber ist mehr als eine bloße Auswahl: Sie prägt natürlich auch das Bild von der Erziehungs-/Bildungswissenschaft, das Koller vermittelt. Diese Entscheidungen beim Schreiben generieren immer auch etwas Neues: neue Verbindungen, neue Einsichten. Von daher kann das Verfassen eines Lehrbuchs, so meine Einschätzung, prinzipiell einen wichtigen Beitrag zur jeweiligen Disziplin liefern – jenseits der „nur“ didaktischen Aufbereitung ausgewählter Inhalte für Studierende.

Des Weiteren möchte Koller mit seiner Einführung eine sachliche Darstellung liefern, die dargestellten Inhalte aber auch kritisch etwa hinsichtlich Reichweite und Grenzen hinterfragen. Auch das, so denke ich, wird sehr gut erreicht. Und auch das ist eben mehr als nur eine Fleißarbeit, denn auf diesem Wege werden mitunter neue kritische Fragen gestellt, neue Antworten oder Vorschläge entwickelt, die ebenfalls über die bloße Tradierung des Bekannten hinausgehen können.

Schließlich soll die Einführung, so Koller, nicht nur wissenschaftliche Begriffe, Ansätze und Methoden liefern, sondern auch einen Bezug zu Handlungssituationen in der Praxis von Erziehung und Bildung herstellen. Hier nun verzichtet Koller auf die üblichen Lehrbuchkästen mit Bespielen (die meist ein wenig langweilig sind), sondern wählt ein anderes Verfahren, das ich erst kritisch beäugt habe, das mich im Verlauf der Lektüre aber voll überzeugt hat: Er zieht den Roman „About a boy“ des britischen Autors Nick Hornby heran und holt sich daraus diejenigen Beispiele, die geeignet sind, abstrakte Darstellungen zu veranschaulichen und/oder zu exemplifizieren. Interessanterweise funktioniert das, auch ohne den Roman vorab zu kennen.

Mein Fazit: Es ist an der Zeit, wieder reflektierter über verschiedene Genres wissenschaftlicher Publikationen zu diskutieren. Es geht mir hier nicht nur darum, dass man in der Diskussion um die wissenschaftliche Publikationspraxis die gegenwärtig sehr einseitige Fixierung auf den Fachartikel mit Double Blind Peer Review in einem (natürlich englischsprachigen) Journal mit „hohem Impact Factor“ überdenken und auch andere Formen der Veröffentlichung einbeziehen müsste. Es geht mir auch und explizit darum, das „Schreiben für die Lehre“ nicht nur unter dem Blickwinkel der Vermittlung, sondern auch unter dem der Erkenntnis zu betrachten und in diesem Zusammenhang das Potenzial wieder ins Spiel zu bringen, das dem Produzieren und Rezipieren von Lehrwerken innewohnt.

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