Sammlung von Newsfeeds

MOOCs Find Their Audience: Professional Learners and Universities

Weiterbildungsblog - Juli 7, 2017 - 15:28
In seinem jüngsten Protokoll zeichnet Dhawal Shah noch einmal nach, wie die MOOC-Anbieter seit 2012 langsam, aber bestimmt die Zielgruppe wechseln: von “lifelong learnern” zu “lifelong career learnern”. Dementsprechend wurden Kurse, Features und Preismodelle angepasst. Wer heute nicht bereit ist, in sich und diese Angebote zu investieren, sieht deshalb oft nur noch “a YouTube playlist with a cumbersome user interface”. Die zweite Zielgruppe der MOOC-Anbieter sind die Hochschulen, die man bei der Entwicklung und Verbreitung von Online-Kursen und -Abschlüssen unterstützen möchte.
Dhawal Shah, EdSurge, 6. Juli 2017

MOOCs Find Their Audience: Professional Learners and Universities

Weiterbildungsblog - Juli 7, 2017 - 15:16

In seinem jüngsten Protokoll zeichnet Dhawal Shah noch einmal nach, wie die MOOC-Anbieter seit 2012 langsam, aber bestimmt die Zielgruppe wechseln: von “lifelong learnern” zu “lifelong career learnern”. Dementsprechend wurden Kurse, Features und Preismodelle angepasst. Wer heute nicht bereit ist, in sich und diese Angebote zu investieren, sieht deshalb oft nur noch “a YouTube playlist with a cumbersome user interface”. Die zweite Zielgruppe der MOOC-Anbieter sind die Hochschulen, die man bei der Entwicklung und Verbreitung von Online-Kursen und -Abschlüssen unterstützen möchte.
Dhawal Shah, EdSurge, 6. Juli 2017

Einführung einer „learning experience platform“ bei HP Inc. – Video Präsentation (10′) von Mike Jordan, HP

scil - Juli 7, 2017 - 09:12
Ein 10-minütiges Video aus der Video-Bibliothek zum Chief Learning Officer Symposium 2017. Mike Jordan, HP Inc., berichtet über die Einführung einer neuen Lernplattform. Es geht um Pathgather, eine "learning experience platform (Bersin) bzw. ein "social LMS" mit ausgeprägtem Funktionsumfang im Hinblick auf das Kuratieren von Inhalten. Bei HP Inc. heisst die neue Lernplattform "BrainCandy". Jordan…

Innovation Jam

scil - Juli 7, 2017 - 09:11
Wenn ich zum Thema "informelles Lernen" berichte und unsere Landkarte dazu vorstelle, werde ich gelegentlich gefragt, was sich denn hinter einem "online jam" verbirgt. "Innovation Jam" ist eine von IBM erstmalig in 2003 und dann erneut in 2006 pilotierte Form des technisch moderierten und unterstützten Austauschs mit dem Ziel, organisationale Veränderung und Innovation zu unterstützen.…

Arbeitshilfe für Sitzungen im virtuellen Kursraum / Klassenzimmer

scil - Juli 7, 2017 - 09:11
Ein Whitepaper (in englischer Sprache) von einem Dienstleister, der sich auf die Qualifizierung von Online-Trainern spezialisiert hat: insynctraining.com Es geht u.a. um Planung (Beispiel für eine Planungshilfe), Vorbereitung, Umgang mit technischen Problemen und die Rolle des "Producers". Quelle insynctraining.com (2014): Behind the scenes: Ensuring flawless virtual events.  

Am Puls der Zeit: bildet Netzwerke!

Weiterbildungsblog - Juli 7, 2017 - 07:19

Wohl kaum ein Unternehmen hat seine Erfahrungen mit Enterprise Social Networks (ESN), also den unternehmensinternen Kollaborationsplattformen, so ausführlich dokumentiert und transparent gemacht wie Bosch. Auch in dieser Live-Session, die eine Etappe der Bosch-Woche im Rahmen des Corporate Learning 2025 MOOCathon bildet, berichtet Katharina Krentz offen, was hinter “Bosch Connect” steckt und was seit 2012 unternommen wurde, um Mitarbeiter und Teams bei der Vernetzung und beim Erfahrungsaustausch zu unterstützen. Das kann man an Zahlen festmachen, wie zum Beispiel den 30.000 Communities, die es heute bei Bosch gibt. Oder an Themen wie Community Management oder Working Out Loud, wie es Katharina Krentz im Gespräch tut. Eine lohnenswerte Stunde.
Simon Dückert, Gespräch mit Katharina Krentz, Corporate Learning Community, 5. Juli 2017

Weitere Informationen: Katharina Krentz, “How we organize Working Out Loud @ Bosch”, LinkedIn/ Pulse, 5. Juni 2017
Simon Dückert, “Am Puls der Zeit: bildet Netzwerke!”, SlideShare, 29. Juni 2017

Learning Analytics – ein Fallbeispiel aus dem Bereich Logistik

scil - Juli 7, 2017 - 07:19
Letzte Woche habe ich wieder einmal das Modul „Qualitätsentwicklung für Learning Professionals“ im Rahmen unseres Ausbildungsprogramms „Corporate Learning / Bildungsmanagement“ durchgeführt. Im Mittelpunkt standen wie bisher Grundfragen der Qualitätsentwicklung und ein dreischrittiges Vorgehensmodell: Neu bei dieser Durchführung war der Fokus auf Big Data und Learning Analytics am zweiten Modultag. Die Leitfrage hierzu war, welches Potenzial…

A New World of Corporate Learning Arrives: And It Looks Like TV

Weiterbildungsblog - Juli 6, 2017 - 20:41

Sind Learning Management Systeme überflüssig? Gehen sie im Strudel der offenen Angebote, Plattformen und Formate endgültig unter? Josh Bersin sagt “nein” und legt ausführlich dar, wie sich die LMS-Anbieter gerade neu erfinden. Aus “Learning Management Systemen” werden “Learning Experience Plattformen”. Aus Programmen und Kursen wird “TV-Style Learning”. Der Nutzer wählt “Channel” und stellt sich “Playlists” zusammen. Diese Channel, so deutet Josh Bersin die Zeichen der Zeit, werden auch durch  Drittanbieter, durch “user-generated content” und durch Kollegen gefüllt, denen man folgt. Er schreibt:

“In the new paradigm, these playlists can be curated (i.e. you can recommend them), rated (five stars), and they have comments sections and other tools to let people socialize them. In most big companies these playlists are expected to become dynamic, user-generated programs, available alongside formally developed programs built by L&D or other professionals.”

Internet und YouTube, TV und Netflix und jetzt Kurse und Lernvideos: Alles wächst zusammen. Doch wenn wir einmal vom Wandel in “design” und “user experience” absehen: Ob mit diesen Veränderungen auch Lernende zu Lehrenden werden (user-generated content), wie sich Inhalte mit Konversationen der Lernenden verbinden lassen (Wissen teilen, Erfahrungsaustausch) und wie offen die neuen “learning experience platforms” wirklich sind, bleibt abzuwarten. Josh Bersin weist selbst darauf hin, dass vieles noch in den Kinderschuhen steckt. Aber die Screenshots, die er zusammengetragen hat, zeigen, dass sich etwas verändert.
Josh Bersin, 10. Juni 2017

Bildquelle: Wikimedia

A New World of Corporate Learning Arrives: And It Looks Like TV

Weiterbildungsblog - Juli 6, 2017 - 20:26

Sind Learning Management Systeme überflüssig? Gehen sie im Strudel der offenen Angebote, Plattformen und Formate endgültig unter? Josh Bersin sagt “nein” und legt ausführlich dar, wie sich die LMS-Anbieter gerade neu erfinden. Aus “Learning Management Systemen” werden “Learning Experience Plattformen”. Aus Programmen und Kursen wird “TV-Style Learning”. Der Nutzer wählt “Channel” und stellt sich “Playlists” zusammen. Diese Channel, so deutet Josh Bersin die Zeichen der Zeit, werden auch durch  Drittanbieter, durch “user-generated content” und durch Kollegen gefüllt, denen man folgt. Er schreibt:

“In the new paradigm, these playlists can be curated (i.e. you can recommend them), rated (five stars), and they have comments sections and other tools to let people socialize them. In most big companies these playlists are expected to become dynamic, user-generated programs, available alongside formally developed programs built by L&D or other professionals.”

Internet und YouTube, TV und Netflix und jetzt Kurse und Lernvideos: Alles wächst zusammen. Doch wenn wir einmal vom Wandel in “design” und “user experience” absehen: Ob mit diesen Veränderungen auch Lernende zu Lehrenden werden (user-generated content), wie sich Inhalte mit Konversationen der Lernenden verbinden lassen (Wissen teilen, Erfahrungsaustausch) und wie offen die neuen “learning experience platforms” wirklich sind, bleibt abzuwarten. Josh Bersin weist selbst darauf hin, dass vieles noch in den Kinderschuhen steckt. Aber die Screenshots, die er zusammengetragen hat, zeigen, dass sich etwas verändert.
Josh Bersin, 10. Juni 2017

Mit You(r) Study in Berlin #digiZeit17

Sandra Hofues - Juli 6, 2017 - 09:35

Vor gut drei Monaten ist unser You(r) Study-Projekt in der Förderlinie „Forschung zur digitalen Hochschulbildung“ des BMBF an den Start gegangen. Mit dem Projekt verfolgen wir, d.h. Sandra Aßmann, Taiga Brahm, Mandy Schiefner-Rohs, alle wissenschaftlichen Mitarbeitenden und ich, das Ziel, das Medienhandeln von Studierenden zu erforschen. Wir gehen dabei von der Prämisse eigensinnigen Medienhandelns von Studierenden aus und wollen untersuchen, wie und vor allem warum sich Medienhandeln von Studierenden (nicht) ergibt. Um das Medien- und nicht zuletzt Studierendenhandeln zu rekonstruieren, nutzen wir unterschiedliche Verfahren und Instrumente empirischer Sozialforschung. Wenn man so will, zeichnet das Projekt ein Oszillieren zwischen Methoden und Methodologien aus, wie es u.a. Schlömerkemper von pädagogischer Forschung mit ihrem spezifischen Erkenntnisinteresse einfordert.

Das vergleichsweise aufwendige und in Teilen offen gehaltene Design ist es sicherlich auch, das vor Ort in Berlin bei der Fachtagung des BMBF zu „Hochschulen im digitalen Zeitalter“ die meisten Fragen erzeugt hat. So wurden die Projektkoordinatorin Antonia Weber und ich als Projektleitung nicht nur während der Postersession oft gefragt, wie wir uns die qualitativen Arbeiten im You(r) Study Lab vorstellen und mit welchen Zielgrößen wir hier arbeiten. Wir kamen in vielen Gesprächen an den Punkt, wo Grundannahmen über Hochschul-, Medien- und Bildungsforschung deutlich wurden, die das eigene Erkenntnisinteresse zu leiten scheinen – nicht umgekehrt.

Angesichts des vorliegenden Wissens über Medien(-einsatz) in der Hochschule/Lehre ist das nicht ganz überraschend: Insbesondere die vielen existierenden Konzepte zum Einsatz von Medien in der Lehre führen zu einem gesteigerten Interesse daran, die Wirksamkeit einzelner Szenarien in (eher) testenden bzw. vergleichenden Verfahren zu untersuchen. Die Annahmen in Bezug auf Medien und ihren Nutzen in der Lehre sind dabei klar: Es wird erstens davon ausgegangen, dass Lernen mit digitalen Medien – im Vergleich zum Lernen ohne digitale Medien – einen Unterschied macht. Implizit wird zweitens davon ausgegangen, dass Medien Lernerfolge per se sicherstellen würden. An diesen Grundannahmen zeigt sich meines Erachtens sehr deutlich, an welchem Scheideweg sich Mediendidaktik aktuell befindet: So kann man den über Jahre gezeichneten Weg der Disziplin weiter verfolgen – man bleibt der Forschung in der Disziplin damit sozusagen treu. Gleichzeitig muss die Frage zugelassen werden, inwieweit die genannten Grundannahmen aktueller Medienkultur überhaupt entsprechen und ob sie nicht aus einer Zeit stammen, in der noch in digital und analog unterschieden werden konnte.

Ich verstehe die unterschiedlichen geförderten Projekte daher auch als Ausdruck einer Suchbewegung, in welche Richtung sich Hochschul-, Medien- und Bildungsforschung entwickeln könnte. Insbesondere hoffe ich auf Antworten zu methodologischen Fragen, denn: Wie sich in unserem Projekt-Workshop II unter Beteiligung der Projekte OpenTeach, FLIPPS, ActiveLeaRn, LearnMap und QuaSiD richtigerweise herausgestellt hat, haben nicht wenige Akteur*innen ein Interesse daran, die bestehenden Erkenntnisse zu Medien an der Hochschule zusammenzuführen und aufzuspüren, wie sich Inhalte und Methoden integrieren lassen bzw. welchen Stellenwert Forschungsparadigmen bezogen auf das jeweilige Erkenntnisinteresse haben. Fast schon eine logische Konsequenz ist, die (offene) Frage nach der Gestaltungs- bzw. Entwicklungsorientierung auf’s Tableau zu führen, sollen Befunde nicht nur zur empirischen Forschung, sondern auch zur konkreten Hochschulentwicklung beitragen. Als anregend erwies sich beispielsweise die Frage danach, was an der Hochschule eigentlich ein Befund sein kann und soll.

Apropos Befund: Ich nehme aus Berlin mit, dass viele Projekte nach wie vor Studierende lieber beforschen als mit ihnen zu forschen. Auch hierin zeigen sich Grundannahmen bezogen auf Medien, Didaktik und Lernen – über den primär methodisch orientierten Paradigmenstreit hinaus.

Lernt was Ordentliches! Aber was?

Weiterbildungsblog - Juli 5, 2017 - 22:13

Dass eine gute Ausbildung (”etwas Ordentliches lernen”) zu wirtschaftlichem Wohlstand führt, gilt schon lange nicht mehr (wenn es denn jemals gegolten hat). Sascha Lobo führt zwei Gründe an. Der eine ist empirischer Natur und betrifft die faktische Einkommensentwicklung. Der andere, aktuellere betrifft die Digitalisierung, Automatisierung und weitere Fragezeichen, die hinter der unsicheren Zukunft von Arbeit und Jobs stehen. Auch das ist jetzt keine brandaktuelle Beobachtung. Andererseits wird zu oft “Bildung” gerufen, wenn andere Lösungen zu kompliziert oder wenig opportun erscheinen.

“Denn das Versprechen Bildung gleich guter Job gleich Wohlstand ist defekt. Schon eine ganze Weile. Die unausweichliche Digitalisierung ist daran nicht schuld, aber sie verstärkt den Effekt. Und dafür brauchen wir eine gesellschaftliche Lösung. Schnell.”
Sascha Lobo, Spiegel Online, 5. Juli 2017

“Universitäten sind nicht besonders flexibel - das ist ihre Stärke und Schwäche”

Weiterbildungsblog - Juli 5, 2017 - 21:46

Politisch-korrekt sind die Antworten von Armin Rubner, Ludwig-Maximilians-Universität München, wenn er auf Veränderungen im Hochschulbereich angesprochen wird. Ansonsten versucht er, Künstliche Intelligenz im Bildungssystem zu verorten, wirbt für “Ambiguitätstoleranz” als Zukunftskompetenz und meint, dass an Peer-Review-Verfahren weiter gearbeitet werden sollte. Aber bitte evolutionär, nicht revolutionär.
Michael Intelmann, Interview mit Armin Rubner, Hochschulforum Digitalisierung/ Blog, 5. Juli 2017

“Universitäten sind nicht besonders flexibel – das ist ihre Stärke und Schwäche”

Weiterbildungsblog - Juli 5, 2017 - 21:09

Politisch korrekt sind die Antworten von Armin Rubner, Ludwig-Maximilians-Universität München, wenn er auf Veränderungen im Hochschulbereich angesprochen wird. Ansonsten versucht er, Künstliche Intelligenz im Bildungssystem zu verorten, wirbt für “Ambiguitätstoleranz” als Zukunftskompetenz und meint, dass an Peer-Review-Verfahren weiter gearbeitet werden sollte. Aber bitte evolutionär, nicht revolutionär.
Michael Intelmann, Interview mit Armin Rubner, Hochschulforum Digitalisierung/ Blog, 5. Juli 2017

Lernt was Ordentliches! Aber was?

Weiterbildungsblog - Juli 5, 2017 - 21:06

Dass eine gute Ausbildung, also “etwas Ordentliches lernen”, direkt zu wirtschaftlichem Wohlstand führt, gilt schon lange nicht mehr (wenn es denn jemals gegolten hat). Sascha Lobo führt zwei Gründe an. Der eine ist empirischer Natur und betrifft die faktische Einkommensentwicklung. Der andere, aktuellere betrifft die Digitalisierung, Automatisierung und weitere Fragezeichen, die hinter der unsicheren Zukunft von Arbeit und Jobs stehen. Auch das ist jetzt keine brandaktuelle Beobachtung. Andererseits wird zu oft “Bildung” gerufen, wenn andere Lösungen zu kompliziert oder wenig opportun erscheinen.

“Denn das Versprechen Bildung gleich guter Job gleich Wohlstand ist defekt. Schon eine ganze Weile. Die unausweichliche Digitalisierung ist daran nicht schuld, aber sie verstärkt den Effekt. Und dafür brauchen wir eine gesellschaftliche Lösung. Schnell.”

Sascha Lobo, Spiegel Online, 5. Juli 2017

Ludwik Fleck – je schlechter der Arzt, umso logischer die Therapie

Gabi Reinmann - Juli 5, 2017 - 12:46

Der erste Aufsatz in „Erfahrung und Tatsache“ von Ludwik Fleck trägt den Titel „Über besondere Merkmale des ärztlichen Denkens“. Dieser basiert auf einem Vortrag aus dem Jahre 1927. Ich habe mir beim Lesen ein paar Passagen markiert und möchte diese hier wiedergeben. Es sind Passagen, die mir wichtig vorkamen und von denen ich glaube, dass man diese auch im Zusammenhang mit der Hochschuldidaktik diskutieren könnte – selbst, wenn sie zunächst einmal weit weg erscheinen.

Fleck beschreibt hier, wie seiner Auffassung und Beobachtung nach die Medizin arbeitet und forscht. Ich zitiere oder paraphrasiere ein paar Sätze: So sei es z.B. die Aufgabe der Medizin, aus dem reichhaltigen und chaotischen Material, das ständig hervorgebracht werde, „irgendwelche Gesetze, Zusammenhänge, irgendwelche Typen höherer Ordnung zu finden“ (S. 38). Typen im Sinne von Krankheitseinheiten seien dann ideale, fiktive Bilder, um die sich Krankheitsphänomene gruppieren würden, die individuell und veränderlich sind. Zusammenhänge, die man nicht sieht, müsse man vermuten; dazu brauche man eine spezifische Intuition (S. 39). „Gerade die besten Diagnostiker sind am häufigsten nicht imstande, konkret anzugeben, wonach sie sich in der gegebenen Diagnose gerichtet haben, …“ (S. 40). Man habe in der Medizin eine „charakteristische Diskrepanz von Theorie und Praxis“ (S. 40). Das ließe sich am besten in Erklärungsversuchen für die Wirkung von Heilmitteln zeigen: je kürzer die Lebensdauer einer Heilmethode, desto exakter komme ihre Begründung daher, oder noch kürzer: je schlechter der Arzt, umso logischer seine Therapie (S. 41). Die Welt der Krankheitsphänomene sei irrational als Ganzes, so Fleck, aber durchaus rational im Einzelnen (S. 42). Daher müsse man immer wieder den Blinkwinkel wechseln und von eingenommenen Denkstandpunkten zurücktreten. Fleck spricht sich für eine „spezifisch temporäre und dynamische Fassung der Krankheitsphänomene“ (S. 43) sowie dafür aus, den Krankheitsbegriff zeitlich bzw. geschichtlich zu fassen. Ein Vergleich bringt es gut auf den Punkt: Die Krankheit verhalte sich zu normalen Funktionen wie die Beschleunigung zur Geschwindigkeit (S. 43).

In diesem Aufsatz kündigt sich die Idee der Denkkollektive bereits vorsichtig an. Im Zentrum aber steht, so meine Einschätzung, eher die Frage, wie man in der Medizin eigentlich etwas „erkennt“ – also einen Zusammenhang etwa, auf dessen Basis man therapeutische Entscheidungen trifft. Nun kann man sich freilich fragen, was das auch nur im Entferntesten mit Hochschuldidaktik zu tun hat. Man könnte zum einen sagen: Nichts, was aber egal ist, denn dieser erste Aufsatz weist ja nur den Weg hin zu Flecks Erkenntnistheorie und erst die ist dann auch für Hochschuldbildungsforschung von Interesse. Man könnte sich jedoch zum anderen fragen, ob es nicht doch den einen oder anderen analogen Bezug zum akademischen Lehren und Lernen gibt. Vielleicht wäre das ein möglicher Diskussionspunkt – hier im Blog oder in unserem Kolloquium am 29. September 2017.

„Mensch und Roboter müssen sich kennenlernen“

Weiterbildungsblog - Juli 4, 2017 - 19:48

Jürgen Handke und seine Roboter. Das wird sicher eines der Bilder sein, an die wir uns sofort erinnern, wenn wir in einigen Monaten durch die Bildungsbrille auf das Jahr zurückblicken. Natürlich waren sie auch auf der Fachtagung “Hochschulen im digitalen Zeitalter” präsent, die heute in Berlin zu Ende ging. In diesem Kontext ist auch das Interview entstanden, in dem Jürgen Handke uns auf die neuen Begleiter einzustimmen versucht. Dabei wurde er auch gefragt, welche konkreten Rollen humanoide Roboter in der digitalen Hochschullehre einnehmen können:

“Zunächst einmal: Meine eigene Hochschullehre in Marburg ist bereits digitalisiert. Das Lehr- und Lernkonzept besteht aus einer digitalen Inhaltsvermittlungsphase und einer anschließenden Präsenzphase. Die Lehrenden werden dabei zu Lernbegleitern, die den Studierenden bei der Inhaltsvertiefung und dem Erwerb von Kompetenzen helfen. Und genau hier sehe ich den wichtigsten Ansatzpunkt für humanoide Roboter: Als zusätzliche Assistenten. Durch die Entlastung der Lernbegleiter in den Präsenzphasen ergibt sich mehr Zeit für die individuelle Beratung der Studierenden.”
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Interview mit Jürgen Handke, 3. Juli 2017

Digitalisierung und Berufsbildung: Trends, Erfolgsgeschichten und Herausforderungen

Weiterbildungsblog - Juli 4, 2017 - 19:05

Die Förderstiftung polaris hatte mich eingeladen, im Rahmen ihres Ausbildneranlasses zu sprechen. “Digitale Transformation in der Berufsbildung” war der Titel, und ich habe einige Stichworte zusammengetragen, um aufzuzeigen, in welchem Kontext sich die Berufsbildung heute bewegt (digitale Kompetenzen, Lernkultur) und welche Möglichkeiten ihr zur Verfügung stehen. Nach mir berichteten noch Gerald Ziegler (AMAG Academy) und Danilo Pasquinelli (Berufsbildung Swissavant). Und alles im schönen Luzern …
Jochen Robes, SlideShare, 28. Juni 2017

Digitalisierung und Berufsbildung: Trends, Erfolgsgeschichten und Herausforderungen von Jochen Robes

Artikel zu Praxisphasen als hybride Lern- und Erfahrungsräume zwischen Hochschule und Schule erschienen

head.zblog - Juli 4, 2017 - 14:20
Nun ist er  erschienen, der Band zur Tagung Hybrid Spaces, welche genau vor einem Jahr an der Universität Koblenz-Landau stattfand (link). Entstanden ist ein Band, der die Beiträge nochmals aufbereitet zur Verfügung stellt und so den ein oder anderen Vortrag nochmals zum Lesen zugänglich macht. Auch unser Beitrag zur Analyse der Gestaltung von Schulpraktika unter […]

Junior Science Café zum Thema „Schule 2030“

head.zblog - Juli 3, 2017 - 19:09
Letzte Woche war ich eingeladen zu einem Junior Science Café. Schülerinnen und Schüler des Rittersberg Gymnasiums hatten sich die Frage gestellt, wie Schule wohl im Jahr 2030 aussehen wird. Dazu haben Sie im Rahmen einer Projektwoche eine Bestandsaufnahme zur Medienausstattung der eigenen Schule durchgeführt und sich für eine Podiumsdiskussion zwei Experten eingeladen, die Presse informiert, Flyer […]

The NGDLE: We Are the Architects

Weiterbildungsblog - Juli 3, 2017 - 16:12

Vor zwei Jahren beschäftigte sich eine Arbeitsgruppe mit der Frage, wie zukünftige Lernumgebungen aussehen werden. Dabei entstand die Idee und das Konzept einer “next generation digital learning environment”, kurz: NGDLE. Die aktuelle Ausgabe der EDUCAUSE Review ist ganz diesem Thema gewidmet. Natürlich geht es dabei auch um die Zukunft der Learning Management Systeme (wie wir sie kennen). NGDLE steht für einen komponenten-basierten Ansatz, und das LMS ist hier eine Komponente von vielen. Vielleicht noch für absehbare Zeit eine zentrale Komponente, ein Hub, in dem viele Aktivitäten einer Hochschule zusammenlaufen. Aber eigentlich steht NGDLE für einen dezentralen, lernenden-zentrierten Ansatz. Weitere Stichworte, die Malcolm Brown auf der NGDLE-Agenda sieht, lauten “Interoperability”, “Enterprise IT, the CIO, and the IT Organization”, “Learning Data” und “We, the Architects”.

Und natürlich bewegen sich nicht nur Hochschulen von Systemen zu Umgebungen und Komponenten …
Malcolm Brown, EDUCAUSE Review 52, No. 4 (Juli/August 2017)

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