Sammlung von Newsfeeds
TED: Bono: The good news on poverty (Yes, there's good news) - Bono (2013)
Online learning: Campus 2.0
Nun sind MOOCs auch in Vol. 495, Issue 7440, ein Thema, sprich: auf nature.com. Der Autor zeichnet die bekannten Entwicklungslinien nach, beginnt mit Andrew Ng, Daphne Koller und Sebastian Thrun, leitet über zu ihren Unternehmen und arbeitet, sehr vorsichtig und ausgewogen, die bisherigen MOOC-Erfahrungen auf. Der Artikel lässt sich Zeit, spricht von “teething problems” wie z.B. den hohen Abbrecherquoten und ausbaufähigen Social Tools, diskutiert einige Geschäftsmodelle und spekuliert über die Möglichkeiten von “big-data science for education”. Ja, es ist eine Revolution, heißt es, aber: “Colleges and universities will change - perhaps dramatically - but they will not disappear.”
M. Mitchell Waldorf, Nature 495, 160–163, 14. März 2013
TED: Stewart Brand: The dawn of de-extinction. Are you ready? - Stewart Brand (2013)
The futore goes mobile?! – Ergebnisse aus dem Innovationskreis „Zukunftsorientierte Kompetenzentwicklung“
How to organize an education hackathon
Ich habe diesen Artikel aus zwei Gründen gelesen und archiviert: Zum einen beschreibt die Autorin mit dem “education hackathon” (an anderer Stelle nennt sie es “course sprint”), ein interessantes Format, um gemeinschaftlich, online und offline, und in einem definierten Zeitrahmen eine Fragestellung zu diskutieren; zum anderen ist diese Fragestellung, nämlich einen offenen Online-Kurs für die School of Open der Peer-2-Peer-University (P2PU) zu entwickeln, eine spannende Sache. Mit weiteren Materialien (hier).
Debbie Morrison, opensource.com, 11. März 2013
TED: David Anderson: Your brain is more than a bag of chemicals - David Anderson (2013)
Why Mobile Learning Is The Future Of Workplace Learning
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Infographic by Upside Learning
MOOCs - Massive Open Online Courses
Die European University Association (EUA), ein Verband europäischer Hochschulen, hat kürzlich eine Dokumentation zum Stand der MOOC-Aktivitäten herausgegeben. Und da sich ja das Spielfeld laufend verändert, macht es Sinn, regelmäßig den Stand der Entwicklung festzuhalten. Das gelingt dieser Dokumentation. Nach einer Beschreibung des neuen Kursformats, der wichtigsten Anbieter und einiger Eckpunkte des Modells geht der Autor abschließend kurz auf folgende Fragen ein:
“- Are MOOCs a new model? …
- Why have MOOCs been successful in the US, but not elsewhere? …
- Language diversity? …
- Is this the end of universities? …
- Are MOOCs paving the way for new means of knowledge dissemination? …
- Can any university have a MOOC? …”
“Obviously, the two most crucial issues at stake are currently the question of the business model, and the issue of awarding credits. But in whatever way MOOCs may develop in the long run, the fact that they currently get so much attention and cause controversial discussions gives hope that this might inspire a much broader debate on learning and teaching in higher education that seems long overdue.” 18 Seiten, ein gelungener Überblick.
Michael Gaebel, European University Association (EUA), News, 25. Februar 2013
Informal Learning Is Vital to Workforce Development
Eigentlich enthält dieser Artikel nichts Neues: Es ist heute wichtiger denn je, heißt es, Learning & Development als Rahmen für formelle wie informelle Lernprozesse zu sehen. Mentoring, vor allem generationsübergreifend, kann eine Verbindung zwischen beiden Formen des Lernens schaffen. Wie gesagt, nicht unbedingt neu, aber eine beiliegende Grafik listet eine Reihe informeller Lernaktivitäten auf einem Kontinuum von “intentional” bis “incidental” auf. Und das ist sicher nützlich.
Sharon Daniels, T+D Magazine, 8. März 2013
Interaktives Whiteboard: Lehrqualität als organisationale Herausforderung
Gestern hat Christian Kohls von der Firma Smart Technologies an meinem Department und hat unser neues interaktives Whiteboard meinem Team vorgestellt. Als Gäste waren auch das E-Learning Center, die Stabsstelle für Qualitätsmanagement und Lehrentwicklung sowie das “Schwester-”Department Weiterbildungsforschung und Bildungsmanagement … Weiterlesen ...
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Interaktives Whiteboard am IMB – Interview mit Christian Kohls
Was sind die Vorteile gegenüber einem normalen Whiteboard? Digitale Tafelbilder lassen sich sehr gut vorbereiten und während der Lernsitzung dynamisch entwickeln und verändern. Ich kann so zum Beispiel mein Seminar planen, in dem ich bestimme Impulse, Fragen oder Abbildungen in … Weiterlesen ...
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scil Trendstudie – Fokus Stategiethemen
Open Education Week
Diese Woche findet wieder die Open Education Week statt, koordiniert vom OpenCourseWareConsortium (OCW), und ich zitiere kurz aus der Einladung der Veranstalter:
“Once you have a feel for what open education is, there are many ways you can participate in Open Education Week:
CONNECT: Check out the EVENTS AND WEBINARS schedule and join in - participation is open to everyone. Join a study group and register to earn a certificate by studying open courses if you like.
COLLECT: Find out about the diversity of open education efforts around the world. Visit the PROJECTS area and learn about open educational resources and open learning opportunities available to you now. Check out the RESOURCES tab for links to even more information.
CREATE: The “open” in open education means that you are free to modify resources, mix them together in new ways, add your own perspectives and share them back to the world. Find out how through some of the video PRESENTATIONS and WEBINARS. Put your thoughts down in a tweet or blog, create a video, or post a research paper.
SHARE: Tell people about your discoveries via Twitter using the hashtag #openeducationwk. You will be able to see the live Twitter feed on the Open Education Week HOMEPAGE. Let people know that there’s a world of free and open educational opportunities available to them right now.”
Open Education Week, 11. - 15. März 2013
TED: Dan Pallotta: The way we think about charity is dead wrong - Dan Pallotta (2013)
Leveraging a 1000-year-old idea at work
Vielleicht sind Communities of Practice ja das Instrument, das Arbeiten und Lernen ideal miteinander verbindet? John Stepper ist jedenfalls davon überzeugt. Er erinnert an die Tradition der mittelalterlichen Zünfte, spannt den Bogen zu Etienne Wenger und fragt sich, warum das Konzept heute nicht noch stärker eingesetzt wird. Ein Hindernis einer weiteren Verbreitung: “… they are too often distanced from the authority and resources of the corporate hierarchy”. (via Karlheinz Pape)
John Stepper, Blog, 9. März 2013
Meine erste Blended Conference – Ein Rückblick auf das Fachforum Bildung 2013 des DOSB
Seit Januar 2013 arbeite ich mit einer halben Stelle als Projektreferentin beim SALTO-Projekt im Deutschen Olympischen SportBund (DOSB). SALTO verfolgt das Ziel, SALTO, die Qualität im Qualifizierungssystem des organisierten Sports in Deutschland mit einem strategisch angelegten Einsatz digitaler Medien in der Aus-, Fort- und Weiterbildung zu verbessern. Dazu soll ein Bildungspoirtal aufgebaut werden, indem sich später Informationen rund um Einsatz digitaler Medien in der Qualifizierungsarbeit des Sport, aber auch fertiger Fachcontent findet, nur um mal kurz zu erläutern, was wir vorhaben. Genauere Infos zum Projekt und den sechs Teilprojekten finden sich auf der SALTO-Website. Das Projekt ist bereits im Juli 2012 gestartet, aufgrund meines vorhergehenden Projektes konnte ich selbst aber erst im Januar 2013 einsteigen. Und auch wenn der DOSB in Frankfurt sitzt, ich aber in München wohne, wollte ich sehr gerne bei SALTO mitarbeiten, weil ich das Projekt unglaublich spannend finde.
Ich komme aus dem mediendidaktischen Bereich an der Uni, das Verbandswesen im Sport kannte ich bislang nur ganz rudimentär. Seit ich bei SALTO mitarbeite, lerne ich daher ständig neue spannende Dinge. Umso gespannter war ich auf das Fachforum Bildung des DOSB, das jedes Jahr vom Ressort Bildung veranstaltet wird und zu dem Bildungsverantwortliche der Sportverbände von unserer DOSB-Vizepräsidentin für Bildung und Olympische Erziehung, Prof. Dr. Gudrun Doll-Tepper, eingeladen werden. Dieses Jahr stand das Fachforum unter dem Motto „Lehren und Lernen mit digitalen Medien“, ganz im Sinne des SALTO-Projektes. Und damit nicht nur über Potenziale und Grenzen digitaler Medien diskutiert wird, sondern diese von den Teilnehmern auch tatsächlich genutzt werden, wurde das Fachforum zum ersten Mal (so habe ich es mir sagen lassen) als Blended Conference durchgeführt. Was heißt das konkret?
Nun, um die Teilnehmer des Fachforums, ca. 100 an der Zahl, auf die Veranstaltung einzustimmen, startete rund zwei Wochen vor der Veranstaltung eine virtuelle Vor-Phase. Im edubreak-Portal der Ghostthinker wurde ein eigener Bereich für das Fachforum eingerichtet, zudem alle Teilnehmer einen Zugang bekamen. Und dort gab es vor der Tagung bereits kurze Ankündigungsvideos der Hauptredner zu sehen und ein paar kleine Aufgaben zu bearbeiten. Zunächst war ich etwas skeptisch, wie gut die Teilnehmer des Fachforums diese virtuelle Vor-Phase annehmen würden, wurde aber sehr positiv überrascht. Das edubreak-Portal wurde rege genutzt. Die Nutzer stellten sich kurz vor und kommentierten fleißig die Videos. So habe ich bereits vor der Veranstaltung einen Einblick erhalten, wer so alles vor Ort dabei sein wird, wie die Vorerfahrungen mit dem Thema digitale Medien sind und welche Fragen sich den Bildungsverantwortlichen bei diesem Thema stellen.
Vergangenen Freitag und Samstag, 8. und 9. März, fand dann das Fachforum Bildung in Frankfurt am Main statt. Doch nicht nur die virtuelle Vor-Phase war mit digitalen Medien angereichert, sondern auch die eigentliche Veranstaltung vor Ort. So befindet sich einer unserer Hauptrednern, Prof. Dr. Andreas Hebbel Seeger, Professor für Medienmanagement an der MHMK Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation Hamburg, aktuell in Schweden und konnte daher nicht nach Frankfurt kommen. Nichtsdestotrotz wollten wir auf seinen Impulsvortrag zum Thema „Sport mit ‚e‘ – wie digitale Medien Kommunikation, Lehre und Training im Sport verändern“ nicht verzichten. Also wurde sein Vortrag live nach Frankfurt gestreamt und es hat wirklich gut funktioniert. Während des Vortrags konnten die Anwesenden in Frankfurt zudem über ihre Smartphones mit dem Referent interagieren und ihm Feedback auf seine Fragen geben. In seinem Impulsvortrag hat Andreas Hebbel-Seeger viele interessante Möglichkeiten für den Einsatz von Medien im Sport vorgestellt, von verschiedensten Apps fürs Handy über Lernsimulationen etc. Er verwies aber auch darauf, dass man nicht alle Möglichkeiten nutzen muss, nur weil es sie gibt. Sondern dass man sich bewusst für den Einsatz bestimmter digitaler Medien entscheiden sollte.
Nach dem virtuellen Betrag aus Schweden begann das Programm vor Ort. Im Basar der Lernorte konnte man sich zunächst einen Überblick verschaffen, wie andere Institutionen (Kirche, Schule, Universität, Fahrlehrerausbildungsstätte, Unternehmen) digitale Medien für Lehren und Lernen nutzen. Anschließend wurden das SALTO-Projekt vorgestellt und danach in Arbeitsgruppen die einzelnen SALTO-Teilprojekte mit den anwesenden Bildungsreferenten diskutiert. Hintergrund ist, dass die Bildungsverantwortlichen der Sportverbände unsere Kernzielgruppe für das DOSB-Bildungsportal bilden (neben Trainern, Übungsleitern, Vereinsmanagern und auch Jugendleitern. Damit das Bildungsportal später auch wirklich die Bedürfnisse seiner Nutzer erfüllt, wollen wir die Bildungsreferenten von Anfang an in den Entwicklungsprozess einbinden und ihre Anforderungen einfangen. Das Fachforum Bildung bot eine erste gute Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen und abzuklären, inwiefern unsere bisherigen Überlegungen im SALTO-Projekt wirklich den Bedürfnissen der Zielgruppe entsprechen. Für mich als DOSB-Neuling war es sehr spannend, zu hören, inwiefern unsere Ideen in die richtige Richtung gehen, wo noch Anpassungen nötig sind und was wir vielleicht noch gar nicht bedacht haben. Auf jeden Fall habe ich viele interessante Eindrücke mitgenommen, die in unsere Anforderungsanalyse für das Bildungsportal einfließen werden.
Zum Abschluss des Abends hat Dr. Jochen Robes einen Impulsvortrag zum Thema MOOCs gehalten und uns anhand des Beispiels opco11 erläutert, was MOOCs sind, welche Möglichkeiten sie bieten und worauf man achten sollte, wenn man selbst so etwas anbieten will. Ich denke, das war ein spannendes Beispiel, in welcher Form man digitale Medien noch für Lehren und Lernen einsetzen kann.
Der zweite Tag der Veranstaltung widmete sich dann nicht mehr so stark SALTO und den digitalen Medien, sondern der Bildungsarbeit in den Sportverbänden allgemein. Nach einem Vortrag von Prof. Dr. Gudrun Doll-Tepper, einem Bericht aus dem Ressort Bildung und einem Vortrag von Dr. Ulrich Iberer von der PH Ludwigsburg zur Bildungsberichterstattung wurden verschiedene Themen, die die Teilnehmer selbst einreichen konnten, in Form von Thementischen diskutiert.
Mit den beiden Präsenztagen in Frankfurt ist das Fachforum aber noch nicht abgeschlossen. Denn analog zur Vor-Phase wird es auch eine virtuelle Reflexionsphase im edubreak-Portal geben. Hier werden zum einen Videos der Vorträge und der anderen Formate bereitgestellt. Darüber hinaus können die Teilnehmer Diskussionen, die vor Ort nicht zu Ende geführt werden konnten, hier weiterführen. Geplant ist darüber hinaus, die Eindrücke der Teilnehmer zur Veranstaltung hier einzufangen und ihnen nochmal die Gelegenheit zu geben, sich untereinander virtuell auszutauschen. Ich bin schon sehr gespannt, wie diese Phase laufen wird.
Für mich war das Fachforum Bildung eine sehr spannende Veranstaltung. Zum einen war es meine erste Blended Conference und ich finde, es hat gut funktioniert. Natürlich haben wir im Nachhinein noch einige Ideen gehabt, was man hätte anders machen können. Aber man lernt ja zum Glück immer dazu und beim nächsten Mal kann man manches etwas anders gestalten. Das Fachforum Bildung war für mich aber vor allem interessant, weil es mir einen tieferen Einblick in die Bildungsarbeit unserer Sportverbände ermöglicht hat. Als Quereinsteiger beim DOSB bin ich aktuell dabei, ein Gefühl für die Bedürfnisse der Sportverbände zu entwickeln. Denn nur, wenn man diese kennt, kann man aus meiner Sicht ein gutes mediendidaktisches Konzept für unser Bildungsportal entwickeln. Auf dem Fachforum konnte ich mich mit vielen Personen unterhalten, sei es in unseren AGs oder auch in den Pausen, bei der Stadtführung, beim Abendessen… Ich habe daraus sehr viele Eindrücke und Ideen mit nach Hause genommen, die jetzt erstmal verarbeitet werden wollen. Das sehe ich aber absolut positiv. Genau diese Eindrücke brauche ich, um ein Gespür zu bekommen, in welche Richtung wir weiterdenken sollen.
Wann ich die wissenschaftliche Welt nicht mehr verstehe
Im Moment sitze an meinem 19. Dissertationsgutachten (Erstgutachten) seit 2003 (zehn Jahre – mein Gott!). Ich habe keine Ahnung, ob das viel oder wenig ist. Was ich aber sagen kann ist, dass die Gutachtenerstellung immer schon viel Arbeit war und nach wie vor ist. Nun sollte man meinen, dass man mit der Zeit aufgrund wachsender Übung und Erfahrung schneller wird (zehn Jahre gilt ja auch als magische Grenze zur Expertise). Das ist wohl auch der Fall. Ich bemerke aber gleichzeitig, dass meine Gutachten länger werden – nicht so sehr viel, aber doch ein wenig (früher rund acht Seiten, heute um die zwölf Seiten). Nun hatte ich kürzlich ein interessantes Gespräch mit einem Zweitgutachter aus einer anderen Universität. Der Zweitgutachter lobte mein sehr ausführliches und gut nachvollziehbares Gutachten, das er in wirklich allen Punkten unterstreichen könne. Aber er habe da einen wichtigen Hinweis: An seiner Uni bzw. an seiner Fakultät würde man das so nie auslegen können. Es seien ja neben den genannten Stärken doch auch umfangreich Schwächen und sehr genau Defizite dargelegt und da würde man in Frage stellen, ob man die Arbeit überhaupt durchgehen lassen könne.
Das finde ich nun schon sehr interessant. Immerhin werden Dissertationen (anders als Habilitationsschriften) nicht mit „bestanden – nicht bestanden“ bewertet, sondern es gibt Abstufungen: summa cum laude (also in etwa „ausgezeichnet“) – magna cum laude (damit meint man „sehr gut“) – cum laude (damit bringt man zum Ausdruck, dass die Arbeit gut ist) und „rite“ (im Sinne von: „na ja, geht gerade noch so“). Wenn es nun solche Abstufungen gibt und man als Gutachter zu einem Urteil (Auswahl aus vier Optionen) kommen will, braucht man Gründe: Man muss darlegen, was an der Arbeit ausgezeichnet, sehr gut oder eben gut ist, was aber auch weniger gelungen ist. Und was weniger gelungen ist – so wäre auch mein Anspruch als Doktorand – sollte schon konkret benannt sein. Am Ende kommt es dann darauf an, wie man Stärken und Schwächen zueinander in Beziehung setzt, wie man sie gewichtet und was man daraus folgert. Auf diese Weise arbeitet man sich als Gutachter gewissermaßen zu einer Bewertung vor – zu einem begründeten, hoffentlich nachvollziehbaren Urteil. Wenn man nun die Schwächen und Defizite einer Arbeit nur andeutet, eher knapp in das Gutachten einbaut und insbesondere nicht konkretisiert: Bleibt man dann dem Doktoranden wie auch Dritten (nämlich der Fach-Community) nicht eine Begründung für sein Urteil schuldig? Was ist das für eine Fakultätskultur, die fordert, dass man in Gutachten die negativen Punkte einer Arbeit besser nicht so genau benennt?
Natürlich: Wenn man seine Doktoranden gut betreut, sieht man selbstverständlich die Dissertation nicht bei Abgabe das erste Mal. Bei uns ist es so, dass ich alle Kapitel einer Arbeit mindestens zweimal lese und in der Regel auch zweimal ein Feedback mit Hinweisen bis auf die Satzebene gebe. Am Ende bekomme ich dann noch einmal eine vollständige Version. Und auch auf die gibt es in der Regel eine längere Rückmeldung und meistens ist es so, dass Doktoranden dann noch einige Wochen, mitunter Monate, brauchen, um eine zweite „abgabereife“ Fassung zu haben. Auf diese werfe ich dann noch einmal einen letzten Blick. Niemals würde ich diese letzte Fassung „abnicken“, wenn ich der Meinung wäre: Da wird das erforderliche Niveau nicht erreicht. Auch eine Arbeit, bei der es allenfalls auf ein „rite“ hinauslaufen würde, würde ich so lange zurückgeben, bis diese „Wackelstufe“ zwischen „bestanden und nicht-bestanden“ verlassen ist.
Spätestens hier – allerdings auch schon zu früheren Phasen – muss man sich als Betreuer allerdings die Frage stellen: Wann werde ich zum Ko-Autor? Wie viel und mit welchem Konkretisierungsgrad kann, soll, darf ich Verbesserungen anregen, vorschlagen oder einfordern? Ein Feedback muss konstruktiv sein, also Hinweise beinhalten, wie man es besser machen kann, sonst kann der Doktorand damit wenig anfangen. Das lässt sich aber nicht abstrakt bewerkstelligen, sondern muss konkret am einzelnen Beispiel erfolgen. Da kann schon mal die Grenze des „Mitschreibens“ zumindest erreicht werden – und die gilt es dann natürlich, genau nicht zu überschreiten!
Fazit: Die am Ende abgegebene Dissertation, wenn sie denn gut betreut ist, sollte bereits einen umfänglichen „Check“ hinter sich haben. Nur in wenigsten Fällen aber wird sie „perfekt“ im Sinne von „ohne kritisierbare Punkte“ sein (und dann ein „summa cum laude“ erhalten). Vielmehr wird sie zwar das erforderliche Niveau erreicht haben, aber – was sich ja auch in der Benotung zeigt – neben den Stärken mehr oder weniger ausgeprägte Schwächen haben – immer noch, auch und trotz einer intensiven Betreuung, weil man ja eben nicht einfach „mitschreiben“ kann. Und der Zweitgutachter wird noch einmal andere Dinge kritisieren oder auch loben. Und genau dazu – so meine ich jedenfalls – sind die Gutachten da: In diesen muss stehen, wie die Gutachter die Arbeit sehen, welchen wissenschaftlichen Wert die Arbeit aus ihrer Sicht hat, wie verschiedene, möglichst transparent zu machende, Kriterien erfüllt sind, und warum man daher zu welcher Bewertung kommt. Eine solche Bewertung ist niemals „objektiv“ in dem Sinne, dass man zu einem Urteil kommt, auf das alle anderen potenziellen Gutachter exakt auch kommen würden. Genau deswegen ist es ja so wichtig, dass man sein Urteil begründet.
Ich habe das bisher eher intuitiv so gemacht. Seit nun in den letzten eineinhalb Jahren die Plagiatsaffären in den Schlagzeilen waren (vor allem der besonders komplexe „Fall Schavan“), habe ich mich in meinem Vorgehen eigentlich bestätigt gesehen: Auch Gutachter tun gut daran, ihre Bewertungen nachvollziehbar zu begründen (dann müsste man 30 Jahre später nicht rätseln, warum eine Arbeit damals so und heute so bewertet wird). Umso mehr hat mich gewundert, von gänzlich anderen Gepflogenheiten zu hören: Gutachten mit umfänglicher Auflistung von Kritikpunkten und deren Gewichtung gar nicht erst zuzulassen. Ich muss sagen: Da verstehe ich die wissenschaftliche Welt nicht mehr.
Nochmals MOOC-Diskussion: Warum die Aufregung?
In diesem weiterem Beitrag zur MOOC-Diskussion weise ich auf zwei unterschiedliche Ebenen der Diskussion hin: Auf der einen Seite wird inhaltlich über Konzepte, Eigenschaften von MOOCs diskutiert (Proto-Lernen), auf der anderen Seite, sollte aber auch über die Maßstäbe der Bewertung von MOOCs, also über den Rahmen und über den Kontext von MOOCs diskutiert werden (Deutero-Lernen). Weiterlesen ...
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The Road to Nekemte
The road from Debre Markos to Nekemte was again one big experience. We are taking about a ten hour trip on a gravel road ;-). After the trip, we were thoroughly shaken.
The landscape changed several times during the trip. In the beginning we left Debre Markos which is a very busy area with lots of ten production (see yesterdays blogpost). After about 150 km the gravel road began. The earth changed first to a intense red, and then back to a brownish colour near the Abay gorge. The gorge was very dry at the time of the year, but it will be a green paradise after the rainy season. I hope to take my family through this fascinating landscape once the rain stopped after september. The gorge is an experience for itself, as it requires to go down from about 2500 meters above see level to 1200 meters - and after crossing the blue nile, again up. In the bottom of the gorge one encounters almost tropical temperatures, while in the higher regions, the climate is convenient and fresh. Finally towards Nekemte, the landscape eventually becomes very green, Nekemte itself is surrounded by a forestlike area.
Please note: Almost all pictures have been taken from the moving (and shaking) vehicle on a very cloudy day. Hence the brightness and quality of the material is limited. My camera allowed me to fix the shutter-speed to a convincing 1/1000 sec., so that I was able to take pictures from this position. I would have liked to stop every five minutes - but that would not have been so convenient, as the trip was long, and we needed to arrive in Nekemte in the evening ;-). Many beautiful - or even the most beautiful moments of rural ethiopian live are anyways difficult to document. Without any reason it seems hard to me to take pictures from strangers. That would require time to get to know people, and to get their permission for taking close-ups... But every time, I am traveling through such regions, I contemplate the idea of taken this kind of time, and telling a story about rural live in africa through pictures... Anyway, this dream has to wait now ,-).
Tomorrow we are going to start our Training Session in Nekemte.
Business TripsRural Ethiopia