Sammlung von Newsfeeds

Kompetenzanerkennungskompetenz Bottom-up – #dukannstwas

Weiterbildungsblog - Dezember 1, 2014 - 17:56

Hier kurz die Einleitung und die ersten Zeilen eines Beitrags, den ich als Gastblogger auf dem Blog „Aus- und Weiterbildung“ der Bertelsmann Stiftung zum Stichwort “Kompetenzanerkennung” geschrieben habe:

Dieser Beitrag ist der 3. Post im Rahmen des #dukannstwas Blogstöckchens, das wir vor einigen Tagen geworfen hatten und das nun von einigen Autoren aufgriffen worden ist. Heute schreibt Jochen Robes über Kompetenzanerkennungskompetenz als Bottom-Up-Ansatz. Das Blogstöckchen kann jederweit weitergeworfen oder aufgefangen werden.

Auf der politischen Agenda hat die Validierung des informellen Lernens bzw. die Frage der Anerkennung informell erworbener Kompetenzen ihren festen Platz. Doch die Antworten sind nicht leicht zu finden: Denn es geht um Regeln und Standards, die über einzelne Lebensbereiche und Lebensräume hinweg gelten, um Interessen und Bedarfe, die durchaus unterschiedlich gesehen und eingeschätzt werden, sowie um Zuständigkeiten und Kosten.

Parallel zu dieser Diskussion, an der seit vielen Jahren nationale Institutionen und europäische Kommissionen beteiligt sind, greift aber auch hier die Dynamik der Netze und das Internet als Lernort und Bildungsraum. Wissensarbeiter entkoppeln sich von der offiziellen, bildungspolitischen Suche nach Verfahren und Lösungen. Viele nutzen aktiv und fachbezogen die sozialen Netzwerke und Communities, teilen, bloggen, twittern und bauen über Jahre hinweg ein Online-Profil auf, das ihre individuellen Wege der Kompetenzentwicklung transparent macht. Und innovative Dienste und Start-Ups bieten bereits eine Reihe von Instrumenten, die den Nutzer hier unterstützen, von ePortfolios, über Scores bis Badges. …”
Jochen Robes, Blog „Aus- und Weiterbildung”/ Bertelsmann Stiftung, 1. Dezember 2014

TED: Oren Yakobovich: Hidden cameras that film injustice in the world’s most dangerous places - Oren Yakobovich (2014)

TEDTalk - Dezember 1, 2014 - 16:05
To see is to believe, says Oren Yakobovich — which is why he helps everyday people use hidden cameras to film dangerous situations of violence, political fraud and abuse. His organization, Videre, uncovers, verifies and publicizes human-rights abuses that the world needs to witness.

Next Generation Online Learning

Weiterbildungsblog - Dezember 1, 2014 - 13:32

Der Autor bietet zuerst fünf Ansatzpunkte, die unterschiedliche Schwerpunkte des Online-Lernens skizzieren, Schwerpunkte, die mehr bieten als einen “video-at-the-back-of-the-classroom approach”: “1. Instructional Courseware, 2. Social by Design, 3. Discovery Learning, 4. Education at the Scale of the World, 5. Instructional Modules and Just-in-Time Learning”.

Doch “next generation online learning” bedeutet, noch einen Schritt weiter zu gehen und den Studierenden zum “co-architect” des Lernprozesses zu machen: “It requires an instructor to reimagine the classroom as a community of practice. It entails having students participate actively in the process of meaning making: of constructing, critiquing, and applying knowledge.”
Steven Mintz, Inside Higher Ed, 19. November 2014

Jeden Tag ein Türchen… – Der scil Weihnachtskalender

scil - Dezember 1, 2014 - 04:59
Hier ist der scil Weihnachtskalender 2014. Keine Schokolade, aber ein paar witzige und nützliche Dinge für Learning Professionals… Viele Spass damit! (P.S. Die Links zu den Ressourcen verbergen sich jeweils hinter dem gelben Stern)

Bildung erfolgreich verhindern

Gabi Reinmann - November 30, 2014 - 14:59

Vor wenigen Tagen landete ein Buch in meiner Post: „Forschungsgeleitete Lehre in einem Massenstudium“, herausgegeben von Rudolf Egger, Cornelia Wustmann und Anke Karber (Wiesbaden: Springer VS, 2015). Schon allein der Titel ist eine Provokation: Massenstudium klingt nach notwendig effizienter Massenabfertigung in der Lehre – prinzipiell schlecht vereinbar mit dem unsicheren und zweitaufwändigen Prozess des Forschens. Die Beiträge des Buches beschäftigen sich vor allem mit der Lehrerbildung und anderen bildungs- und erziehungswissenschaftlichen Studiengängen, beinhalten aber auch einige übergreifende Themen, die wohl für alle Disziplinen relevant sein dürften.

An einem Beitrag bin ich besonders hängen geblieben: „Unterricht an Universitäten? Systematische Überlegungen zum intradisziplinären Transfer“ von Claudia Gerdenitsch.

Die Autorin geht der Frage nach, ob und inwiefern man aus der Perspektive einer Phänomenologie des Unterrichts, Lehre an Universitäten begrifflich als Unterricht fassen kann (ja, kann man), welche Ähnlichkeiten dabei mit dem Schulunterricht zutage treten (die Grundstruktur) und welche Differenzen sich zeigen (z.B. der Bezug der Lehre zu Wissenschaft und Forschung – und damit forschungsgeleitete Lehre – und die Tatsache, dass Lehre nicht der einzige Zweck von Universitäten ist).

Im ersten Teil des Textes hat mich gefreut, dass da noch jemand die unselige Gegenüberstellung von Lehren und Lernen (siehe z.B. hier) kritisiert und feststellt: „Die Aktivität des Lehrens ist auf allen Gebieten darauf gerichtet, dass diejenigen, die belehrt … werden, selbst tätig werden und zwar durch Lernen …“ (S. 79 f.). Zudem fand ich einige Parallelen zu meinem Aufsatz zur Vermittlungswissenschaft (siehe hier). Unter anderem wertet die Autorin den Gegenstand des Lehrens und Lernens auf, der in der allgemeinen Kompetenzdiskussion zu verschwinden droht: „Forschungsgeleitete Lehre kann … nicht umhin, den Gegenständen Aufmerksamkeit zu schenken, um die es geht“ (S. 85). Gleichzeitig biete gerade forschungsgeleitete Lehre nicht nur Lernanregung, sondern Bildungsoptionen (S. 88).

Im Unterschied zur Schule, so stellt die Autorin fest, ist Lehre zwar Funktion und Zweck der Universität, aber: Zweck der Universität ist natürlich auch die Forschung, und Lehre ist eine nicht nur pädagogische Tätigkeit (S. 84). Zur oft genannten „Verschulung“ (also einer Gleichsetzung von Schulunterricht und universitärer Lehre) komme es vor allem dann, wenn die Lehre „berufsmäßig autonomisiert“ werde, wenn sich also Lehrende nur noch auf das Lehren konzentrieren (und nicht mehr forschen).

Zwei Bücher, die im Artikel zitiert werden, scheinen mir zudem sehr interessant zu sein: „Die Abschaffung der Zeit. Wie man Bildung erfolgreich verhindert“ von Dörpinghaus und Uphoff (2012) sowie „Philosophie des Lehrens“, herausgegeben von Koller, Reichenback und Rocken (2012). Das kommt jetzt beides auf meine Leseliste.

Modernising Learning: Delivering Results (2014)

Weiterbildungsblog - November 28, 2014 - 20:37

Towards Maturity, die britische Non-Profit-Organisation, hat wieder ihren jährlichen Benchmark Report herausgebracht. 85 Seiten mit einer Fülle von Themen und Perspektiven. Dafür wurden Daten von über 600 Organisationen und über 5.700 Lernern  ausgewertet. Aus diesen Informationen haben die Experten “trends in the use and implementation of learning technologies in the workplace” herausgefiltert. Themen sind u.a. die in Unternehmen eingesetzten Lerntechnologien, die Präferenzen der Lerner und die Skills von Learning & Development-Teams. Und wie immer wurden die Resultate mit denen der “Learning Leaders” verglichen. Über diese heißt es zusammenfassend:

“… these organisations are all aligning learning to business; providing their learners with an active voice; supporting learning beyond the course and are proactive in connecting with staff. As a result they are twice as likely to report that they are achieving the benefits they seek and three times as likely to report positive changes in staff behaviour (compared to the average).”

Die Ergebnisse des Benchmark Reports liegen in unterschiedlichen Formaten vor - vom gesamten Report, über Slides bis zur Management Summary, mit vielen interessanten und nützlichen Schaubildern.
Towards Maturity, 5. November 2014

Didaktisches Design für Blended Learning – Wie die Weiterbildung von neuen Formaten profitieren kann

Weiterbildungsblog - November 27, 2014 - 19:59

Erstens steht Blended Learning auf den meisten Listen der wichtigsten Formen des Online-Lernens ganz oben (siehe z.B. das MMB Learning Delphi 2013); und zweitens bildet es einen guten Ausgangspunkt, um traditionelle Lernkonzepte zu öffnen und zu erweitern. Von daher lohnt sich der Blick auf diese Folien von Katja Bett, die zuerst Blended Learning in einzelne Bausteine zerlegt und diese dann wieder systematisch zusammensetzt.

Die Folien wurden präsentiert auf der 10. wbv Fachtagung am 29. Oktober 2014 in Bielefeld (”Perspektive Didaktik - Bildung in erweiterten Lernwelten”). Im Netz findet sich inzwischen eine umfangreiche Dokumentation dieser Tagung, zu der u.a. auch Präsentationen über MOOCs, Badges sowie ein BarCamp gehörten.
Katja Bett, SlideShare, 25. November 2014

Blended-Learning_Katja-Bett from Katja Bett

EduBattle #1: Wagner vs. Wittke

Weiterbildungsblog - November 27, 2014 - 04:47

Ein neues, unterhaltsames Format. Der Rahmen: Zwei Spieler bzw. Spielerinnen treten in einem Live-Hangout gegeneinander an: Wer findet das beste Fundstück zu einem bestimmten Edu-Thema? Präsentation, Fragen & Antworten, Präsentation, Fragen & Antworten, insgesamt zehn Minuten lang. Angetreten zum ersten EduBattle sind Andreas Wittke und Anja C. Wagner. Ihr Thema waren Badges, und auch, wenn sie vielleicht aus “Edu-Sicht” nicht die besten Fundstücke erwischt hatten, war es sehr kurzweilig.
Anja C. Wagner, ununi.tv, 26. November 2014

TED: Pico Iyer: The art of stillness - Pico Iyer (2014)

TEDTalk - November 26, 2014 - 16:00
The place that travel writer Pico Iyer would most like to go? Nowhere. In a counterintuitive and lyrical meditation, Iyer takes a look at the incredible insight that comes with taking time for stillness. In our world of constant movement and distraction, he teases out strategies we all can use to take back a few minutes out of every day, or a few days out of every season. It’s the talk for anyone who feels overwhelmed by the demands for our world.

Business Education Faces a Challenging and Disruptive Future, finds Global Research

Weiterbildungsblog - November 26, 2014 - 13:13

Im Teaser zum Report (48 S.) heißt es: “Traditional business education models are being disrupted by technology, the introduction of MOOCs, market competition, university fees and increasingly demanding employer and employee needs, finds a wide-ranging new report called See the Future.”

Auch wenn die aktuellen Stichworte wie “disruption” und “MOOCs” fallen, sind die Ergebnisse wenig spektakulär. Ich denke, man wollte vor allem hören, ob und wie die aktuellen Veränderungen im Online-Lernen bei den Betroffenen angekommen sind. Grundlage des Reports war eine Online-Befragung. Durchgeführt wurde sie von CarringtonCrisp im Auftrag von ACCA (Association of Chartered Certified Accountants) und EFMD (European Foundation for Management Development).
Martine Plompen, EFMD Blog, 25. November 2014

Kinder-Uni: Macht der Computer dumm oder schlau ? Die Rückschau

scil - November 26, 2014 - 13:07
Ein absolut intensives Erlebnis – als die Türen sich kurz vor 15 Uhr öffnen, rennen die Kinder mit lautem „Hurra“ in den Hörsaal. Sie wollen die vordersten Ränge ergattern. Ich rufe laut „wow“ ins Micro, ich bin so ergriffen. Aber keiner hört mich, die Kinder erobern den Audimax. Als es dann losgeht, sind doch alle

Makerspaces in Bibliotheken. Kreativwerkstätten des 21. Jahrhunderts

Weiterbildungsblog - November 26, 2014 - 05:29

Die Stadtbibliothek Köln tut es. Und die Sächsische Landesbibliothek in Dresden. Sie haben für Makerspaces (FabLabs) ihre Räume geöffnet. Im Artikel ist die Rede von “ersten Experimenten mit offenen Kreativräumen”, davon, “dass Bibliotheken und die Do-it-yourself-Bewegung durchaus gut zusammenpassen”. Die Leiterin der Stadtbibliothek Köln, Hannelore Vogt, ergänzt: weil es “viele Übereinstimmungen mit den traditionellen Aufgaben der Bibliothek als Lernort, als Ort der Kommunikation und der Teilhabe”, gibt.
Dagmar Giersberg, Goethe-Institut, Oktober 2014

Role of Community Management in Workplace Learning Today

Weiterbildungsblog - November 25, 2014 - 21:35

Community Management rückt auf die Unternehmensagenda, sobald “enterprise social platforms” eingeführt werden. Dann braucht es Community Manager, und Personaler oder Personalentwickler sind mögliche Job-Kandidaten. Für Letztere ist es zugleich die Chance, formelle und informelle Lernprozesse zu verbinden. Unternehmen wie Bosch gehen diesen Wandel aktiv an und bereiten auf die neuen Aufgaben vor (”Community Management: qualifiziert-zertifiziert-los gehts!”) Sahana Chattopadhyay geht noch einen Schritt weiter und beschreibt, was Community Management bedeutet bzw. welche Hüte sich ein Community Manager aufsetzen muss: z.B. “the hat … of a Change Agent, … a Content Curator, … a Brand Ambassador”.
Sahana Chattopadhyay, ID and Other Reflections, 22. November 2014

“Kompetenzanerkennungskompetenz” – #Dukannstwas – Blogstöckchen Teil 1

Weiterbildungsblog - November 25, 2014 - 20:17

Da ich versprochen habe, in den nächsten Tagen den Staffelstab aufzunehmen, sei hier auf den Startschuss von Julia Behrens (Bertelsmann Stiftung) verwiesen. Sie möchte eine Diskussion zum Thema “Kompetenzanerkennung” starten und springt dafür in das Jahr 2020. Wir können lesen, wie Alexander mit Hilfe eines Jobcenter-Beraters sein Recht auf Kompetenzanerkennung wahrnimmt. Erfolgreich. Ihr Fazit:

“Schön wäre das. Eine echte Chance das sonst oft so selektive deutsche Bildungssystem zu öffnen und von der Defizitorientierung zur Ressourcenperspektive zu wechseln - und damit vielen Menschen endlich die Möglichkeit zu geben zu zeigen, was in ihnen steckt. Wir haben dann im wahrsten Sinne des Wortes die „Kompetenzanerkennungskompetenz”. Was werden wir daraus machen?”
Julia Behrens, Blog “Aus- und Weiterbildung”/ Bertelsmann Stiftung, 17. November 2014

TED: Emily Balcetis: Why some people find exercise harder than others - Emily Balcetis (2014)

TEDTalk - November 25, 2014 - 16:06
Why do some people struggle more than others to keep off the pounds? Social psychologist Emily Balcetis shows research that addresses one of the many factors: Vision. In an informative talk, she shows how when it comes to fitness, some people quite literally see the world differently from others -- and offers a surprisingly simple solution to overcome these differences.

Digital wird normal. Wie die Digitalisierung die Hochschulbildung verändert

Weiterbildungsblog - November 25, 2014 - 08:49

Die Autoren des Centrums für Hochschulentwicklung, allen voran Jörg Dräger, legen noch einmal nach. Im Nachklang des Villa-Hügel Gesprächs 2014 erinnern sie die Hochschulen in plakativen Formulierungen daran, ihre Hausaufgaben zu erledigen, kurz: ihre Digitalisierungsstrategien zu entwerfen. Denn nur so können die Möglichkeiten der Digitalisierung, allen voran eine Personalisierung von Lehre und Lernen via Massifizierung, realisiert werden.

Wer sich bisher an den Weckrufen des CHE gerieben hat, wird auch in diesem Transkript seine Aufreger finden. Geht es in der Hochschulbildung auch um Produktivität? Um “Bologna Digital”? Ist Venture Capital die Lösung, wie es an einer Stelle heißt? Auf der anderen Seite haben die Autoren in den letzten Monaten gelernt, weisen auf den Stellenwert der Persönlichkeitsbildung sowie die “persönliche Bildung zwischen Lehrer und Lerner” hin, die nicht durch Computertechnik zu ersetzen ist.

Was die Lektüre erschwert: Die ökonomische Notwendigkeit der Digitalisierung steht ohne Komma neben den Chancen, die sich auf didaktischer Ebene mit den neuen Netztechnologien ergeben. Hier würde ich gerne stärker gewichten und klarer trennen, auch wenn es in letzter Konsequenz schwerfällt.
Jörg Dräger, Julius-David Friedrich und Ralph Müller-Eiselt, CHE - Centrum für Hochschulentwicklung, 20. November 2014

The persistence of distance (learning)

Weiterbildungsblog - November 24, 2014 - 18:06

Es geht um Begriffe. Zum Beispiel “Distance Learning”. Hat sich dieser Begriff nicht längst erledigt in einer Welt, in der wir von Technologien umgeben sind und in der immer mehr Lernprozesse ganz oder in Teilen im Netz stattfinden? Hierzulande ist der Begriff ja - als Fernunterricht - sogar staatlich abgesegnet. Oder “e-learning”? Steve Wheeler springt etwas zwischen Begriffen, ihren Bedeutungen, ihrer Geschichte und einem konkreten Ort wie #EDENChat, an dem solche Themen diskutiert werden.
Steve Wheeler, Learning with ‘e’s, 24. November 2014

TED: Mark Plotkin: What the people of the Amazon know that you don’t - Mark Plotkin (2014)

TEDTalk - November 24, 2014 - 15:50
"The greatest and most endangered species in the Amazon rainforest is not the jaguar or the harpy eagle," says Mark Plotkin, "It's the isolated and uncontacted tribes." In an energetic and sobering talk, the ethnobotanist brings us into the world of the forest's indigenous tribes and the incredible medicinal plants that their shamans use to heal. He outlines the challenges and perils that are endangering them — and their wisdom — and urges us to protect this irreplaceable repository of knowledge.

Hamburg gründet eine Online-Universität

Weiterbildungsblog - November 24, 2014 - 09:20

Der Artikel im Hamburger Abendblatt bildet die Brücke zur Campus Innovation, die mich letzte Woche wieder einmal nach Hamburg geführt hatte. Aber ich will an dieser Stelle gar nicht auf die Veranstaltung selbst eingehen. Das mache ich lieber, wenn die Vortragsmaterialien online stehen. Denn die Nachricht der Konferenz steckte dieses Mal nicht in den Vorträgen, sondern in der Ankündigung des Bürgermeisters Olaf Scholz, der den zweiten Tag einleitete. Er stellte nichts Weniger als eine “Hamburg Open Online University” in Aussicht. Nun könnte man einwerfen, dass in Hamburg schon eine Weile das Online-Lernen praktiziert wird, dass es keinen Mangel an Lernplattformen gibt und anderes mehr. Was ist also der Neuigkeitswert dieser Initiative? Es ist, so Scholz, ein gemeinsames Projekt aller Hamburger Hochschulen, es soll etwas “Eigenes” sein (also keine Initiative, die auf einer bestehenden, kommerziellen Online-Plattform aufsetzt), und die Angebote sollen offen für alle (Hamburger?) Bürger sein.

Natürlich fiel auch hier das Stichwort “Digitalisierungsstrategie”, und natürlich ist diese Initiative auch eine Reaktion auf die laufende MOOC-Diskussion. Es soll sogar zusätzliche Mittel für die Plattform sowie die Fortbildung der Lehrkräfte geben. Und schon im ersten Halbjahr 2015 soll man etwas sehen können. Gabi Reinmann spricht in ihrem Blog von Déjà-vus. Der AStA war am Freitag skeptisch. Ich bin es auch.
Marc Hasse, Hamburger Abendblatt, 22. November 2014

JIM Studie 2014 und LehrerOnline: Das “echte” Leben?

head.zblog - November 24, 2014 - 08:07

Auf lehrer-online habe ich einen Hinweis auf die diese Woche erscheinende JIM-Studie gefunden. Nun ist es schon Ritual, im Herbst einen Blick auf die neuen Ergebnisse zu werfen, aber dennoch lässt mich der Beitrag von Lehrer online stutzen.

Überschrift und Unterüberschrift rufen kurze Irritation hervor: “JIM-Studie 2014: Immer online, aber sozial engagiert. Auch wenn Jugendliche immer länger online sind, nehmen sie sich die Zeit, sich sozial zu engagieren. Das zeigt die aktuelle JIM-Studie.” heißt es da.

Und ich frage mich: Woher kommt eigentlich das aber? Warum geht nicht beides, online sein und sozial engagiert? Ich vermute, hier hat man eine ganz gewisse Vorstellung von “online sein”. Und tatsächlich, liest man weiter, präzisiert sich diese Vorstellung:

Bei mehr als drei Stunden Online-Aktivität kommt Engagement im echten Leben keineswegs zu kurz. (Hervorhebung durch mich)

Online sein wird also als “Gegenkonzept” zum echten Leben gesehen. Ich denke, hier liegt das Problem: Spätestens seit dem mobilen Internetzugang von jedem Ort zu jeder Zeit sind online und offline keine “Gegenkonzepte” mehr; das Netz ist ebenso “real” wie das vermeintlich “echte” Leben. Und die Sache mit dem Engagement? Hier schwimmt m.E. latent eine “alte” Sorge mit: Durch die Nutzung des Internets werden wir alle einsam und unsozial (Journalistische Beiträge zu dieser Thematik hier oder hier), daher doch die scheinbare Überraschung in der Überschrift.  Dass diese Vereinsamung durch Medien nicht per se und zwangsläufig zutrifft, wissen Medienpädagogen schon länger. Und auch Kommunikation findet medial vermittelt statt, ist aber deswegen nicht “unrealer” als im direkten Gespräch.

Mit der Dichotomie von online vs. offline schaffen wir es aus meiner Perspektive nicht, die aktuellen Herausforderung einer mediatisierten Gesellschaft zu bearbeiten, auch und gerade in der Schule nicht. Dort sehen wir aktuell eine immer größere Notwendigkeit, sich mit dieser Grauzone auseinanderzusetzen – und dazu sind aus meiner Perspektive differenziertere Betrachtungen als on- und offline notwendig.

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