Sammlung von Newsfeeds

Eigensinnig studieren? #wtf

Sandra Hofues - November 28, 2016 - 19:40

Zugegeben, der Titel meines morgigen Vortrags in der Ringvorlesung des Master Intermedia klingt unkonventionell. Aber er greift vor allem eins auf: die Perspektive der Studierenden auf ihr Studium. Und ich gebe stellvertretend für einen größeren Verbund Einblick in ein neues Forschungsprojekt: Dies beschäftigt sich mit dem eigensinnigen Medienhandeln von Studierenden. Ich freue mich auf viele Zuhörer*innen und eine intensive Diskussion.

We need nuclear power to solve climate change | Joe Lassiter

TEDTalk - November 28, 2016 - 15:28
Joe Lassiter is a deep thinker and straight talker focused on developing clean, secure and carbon-neutral supplies of reliable, low-cost energy. His analysis of the world's energy realities puts a powerful lens on the stubbornly touchy issue of nuclear power, including new designs for plants that can compete economically with fossil fuels. We have the potential to make nuclear safer and cheaper than it's been in the past, Lassiter says. Now we have to make the choice to pursue it.

Veranstaltungshinweis(e) |u.a. Hochschulpraxistreffen ForschenLernen

head.zblog - November 27, 2016 - 21:27
Der 1.12. scheint ein beliebter Tagungstag zu sein: Zum einen findet dort die erste Fachtagung von U.EDU statt, aber auch die 5. Lehr-Lernkonferenz vom Stifverband. Und nicht zuletzt das Hochschulpraxistreffen ForschenLernen unseres Schwester-Projekts „ForschenLernen“. Zumindest letzteres kann nicht nur über twitter wie #uedu, sondern auch mit den Vorträgen live im Netz verfolgt werden. So schreibt Joachim Dinter: Alle Daheimgebliebenen sehen […]

Stiller

Gabi Reinmann - November 26, 2016 - 09:01

Aus traurigem privatem Anlass wird es aktuell etwas stiller sein in diesem Blog. Ich melde mich bald wieder zurück.

M2P025 Wissensmanagement 2.0 bei Swisscom

Weiterbildungsblog - November 25, 2016 - 20:48

Martin Geisenhainer (Swisscom) berichtet in diesem Podcast über den Einsatz der Plattform “Ask the Brain” beim Schweizer Telekommunikations-Unternehmen. Gelebte Wissensmanagement-Praxis: Jede/r kann Fragen stellen, jede/r kann antworten, man kann bewerten, kommentieren und sich ein Profil als “Experte” erwerben. Seit drei Jahren gibt es die Lösung, und bis heute sind 12.000 der 20.000 Mitarbeiter mindestens einmal aktiv im System gewesen. Im Rahmen dieser kurzweiligen Fallgeschichte, wie immer souverän moderiert von Simon Dückert, werden Fragen der Erfolgsmessung, der Struktur und Systematik sowie zur Experten-Rolle angesprochen. Der Podcast entstand übrigens im Rahmen einer Session auf dem KnowledgeCamp in Berlin.
Simon Dückert (u.a.) im Gespräch mit Martin Geisenhainer, Cogneon Akademie, 25. November 2016

JIM-Studie 2016

Weiterbildungsblog - November 25, 2016 - 15:46

Seit 1998 erhebt der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest in repräsentativen Umfragen, welche Medien bei Jugendlichen gerade hoch im Kurs stehen und wie ihr Medienalltag in Schule und Freizeit aussieht. So können wir zum Beispiel lesen, dass in den Familien von zwölf- bis 19-Jährigen heute Smartphones, Computer/Laptop, Fernsehgeräte sowie ein Internetzugang flächendeckend vorhanden sind. Also lenkt die erste Pressemitteilung unseren Blick gleich auf die angesagten sozialen Netzwerke:

“95 Prozent der Jugendlichen zwischen zwölf und 19 Jahren in Deutschland tauschen sich regelmäßig über WhatsApp aus. Auf Platz zwei der mindestens mehrmals pro Woche genutzten Kommunikationsanwendungen steht Instagram (51 %), knapp dahinter liegt Snapchat mit 45 Prozent regelmäßigen Nutzern, dicht gefolgt von Facebook (43 %).”

Die Studie enthält viele weitere Daten zur Mediennutzung. Zu Recht heißt es in die Studie einleitend: “Während man also durchaus noch diskutieren kann, wie man am besten mit Medien im Unterricht erfolgreich Wissen vermitteln und lernen kann, so sollte das Lernen über die Funktionsweise der Medien selbstverständlich sein. Da Medien ein wichtiger Bestandteil der heutigen Lebenswelt sind, gilt es bspw. als Internetnutzer zu verstehen, wie Algorithmen unsere Suchanfragen und auch unsere Wahrnehmung prägen.”
Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (mpfs), 25. November 2016

Kundenorientierung in der Weiterbildung: scil on Tour 2016

scil - November 25, 2016 - 04:52
Seit einigen Jahren führen wir bei scil Exkursionen durch, um interessante Entwicklungen im Bildungsmanagement vor Ort erleben und diskutieren zu können. Im letzten Jahr lautete das Motto „Innovationskultur“ und wir waren zu Gast beim IBM Research Center in Rüschlikon. Das Jahr davor beschäftigte uns das Thema „mobiles Lernen“ und wir waren zu Gast bei CYP in Zürich. Und davor waren…
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How to Conduct a Learning Audit

Weiterbildungsblog - November 24, 2016 - 08:01

Die eigene Lernstrategie, das eigene Curriculum oder einzelnes Programm auf den Prüfstand stellen: das sind gute Gründe, ein Learning Audit durchzuführen. Oder: Die Digitalisierung drängt, neue Mitarbeiter hinterfragen das Lernangebot, die Einführung von e-Learning ist schon 15 Jahre her … Tut man also das Richtige, um auch für zukünftige Anforderungen gewappnet zu sein?

Für die Durchführung eines Learning Audits gibt es mehr als eine Vorlage: Es gibt formale Audits, die an Zertifikats-, Akkreditierungsverfahren oder andere Prozesse des Qualitätsmanagements gekoppelt sind; es gibt informelle Readiness-Checks, die mit Audits verbunden werden können; und es gibt kontextspezifische Audits, in denen man selbst die Ziele, den Untersuchungsgegenstand und den Ablauf definiert. Und weitere Fragen: “Audits can be full scale, or smaller and less-time consuming; focused on inputs or outputs; conducted by an internal or an external auditor.” Im Artikel liefert McDonald das Beispiel und einen kleinen roten Faden.
AnnMarie Kuzel, Chief Learning Officer, 21. November 2016

Lights, camera, interaction. Making interactive video work for learning

Weiterbildungsblog - November 24, 2016 - 06:57

Ein Guide in 11 Kapiteln der e-Learning-Spezialisten von Kineo. Er will Bildungsexperten und -verantwortliche mit der nächsten bzw. neuesten Entwicklungsstufe von Video (oder: von e-Learning?) anfreunden: „In the last few years marketing and advertising agencies have given interactive video a shot in the arm using slick new digital techniques so it runs smoothly online with exciting new features like interactive hotspots, built in scoring and tracking (SCORM) and analytics.”

Der Guide erklärt in einfachen Worten:
“- what types of learning work well delivered as interactive video
- ideas on how to use interactive video for different learning needs
- top tips for delivering interactive video without breaking the bank
- tried and tested formats and templates
- examples of interactive video in action.”

City & Guilds Kineo, 22. November 2016 (Registrierung erforderlich)

How to speak up for yourself | Adam Galinsky

TEDTalk - November 23, 2016 - 16:17
Speaking up is hard to do, even when you know you should. Learn how to assert yourself, navigate tricky social situations and expand your personal power with sage guidance from social psychologist Adam Galinsky.

Fazit - Themengruppe Innovationen in Lern- & Prüfungsszenarien

Weiterbildungsblog - November 23, 2016 - 11:52

Das Hochschulforum Digitalisierung biegt nach drei Jahren auf der Zielgeraden ein. Jörn Loviscach (FH Bielefeld) ist Themenpate der Arbeitsgruppe “Innovationen in Lern- und Prüfungsszenarien” und fasst seine Erkenntnisse aus der Zusammenarbeit in drei Punkten zusammen:

  1. “Die Studierenden sind nicht die Treiber der Digitalisierung der Hochschulen … Sie greifen zu dem, was an ihrer Hochschulen verfügbar ist.
  2. Der Aufwand für Lehrende ist groß - “Digitalisierung ist nicht gratis”, so Loviscach. …
  3. Auch die Studierenden müssen mehr arbeiten - zum Beispiel müsse man sich für Veranstaltungen im Flipped Classroom intensiv vorbereiten … “

Jörn Loviscach, Hochschulforum Digitalisierung, 21. November 2016

Offen, vernetzt, digital: Wer braucht noch Learning & Development?

Weiterbildungsblog - November 23, 2016 - 11:14

Ich war gestern im schönen Bern und durfte auf dem 1st Learning Community Day der Swisscom präsentieren. Dabei habe ich versucht, vor allem auf die Chancen und Möglichkeiten hinzuweisen, die in neuen vernetzten Lernkonzepten für Learning & Development liegen. Denn gerade in der Frage, wie man den täglichen Erfahrungsaustausch und das informelle, selbstorganisierte Lernen unterstützen kann, liegen morgen die Aufgaben. Für Learning & Development, wenn es dafür bereit ist.
Jochen Robes, SlideShare, 23. November 2016

OFFEN, VERNETZT, DIGITAL: Wer braucht noch Learning & Development? von Jochen Robes

MOOCs – eine gute Option für die Vermittlung von Wissen

Weiterbildungsblog - November 23, 2016 - 05:40

Ich hätte zwar lieber den Titel gelesen: “MOOCs - eine gute Option für den Erfahrungsaustausch und das vernetzte Lernen”, aber so geht es auch. Denn Sarah Holstein, die am ZML - Zentrum für Mediales Lernen in Karlsruhe an der Entwicklung einiger MOOCs beteiligt war, stellt hier noch einmal das Format vor und kommt auch auf die unterschiedlichen Ausrichtungen (xMOOCs/ cMOOCs) zu sprechen.

“Was ich damit also sagen will, ist, dass die Bewertungsperspektive nicht von „zuerst hatte ich eine Präsenzveranstaltung und jetzt nur noch einen MOOC” sondern von „zuerst hatte ich zu bestimmten Informationen gar keinen Zugang und jetzt habe ich über einen MOOC immerhin digital vermittelten Zugang”hin reicht.”
Jennifer Eilitz, Interview mit Sarah Holstein, Netzpiloten Magazin, 21. November 2016

Vom Trainer zum Teaching Robot?

Weiterbildungsblog - November 22, 2016 - 21:45

Auf der Online Educa, ich hatte es bereits verlinkt, gibt es eine Debatte mit dem etwas provozierenden Titel “This house believes AI could, should and will replace teachers”. Matthias Rohs (TU Kaiserslautern) weist darauf hin, dass das Thema noch breiter ist, wenn man nicht nur an Programme und Algorithmen, sondern auch an Roboter und ihre Rolle denkt (wobei die Übergänge hier sicher fließend sind). Er zitiert in diesem Zusammenhang Amanda Sharkeys Unterscheidung: a) “Robot as Classroom Teacher” (Beispiel), b) “Robot as Companion and Peer” (Beispiel), c) “Telepresence Robot Teacher” (Beispiel) und d) “Robot as Care-eliciting Companion” (Beispiel).

Schließlich: “Wirklich interessant wird es, wenn Roboter nicht auf der Basis vorgegebener Programme reagieren, sondern selbständig lernen und die so gesammelten Erfahrungen untereinander austauschen … Dabei wird wieder einmal deutlich, dass der ethische Dimension hier eine besondere Bedeutung zukommt.”
Matthias Rohs, HEAD.Z | Blog, 20. November 2016

What will humans look like in 100 years? | Juan Enriquez

TEDTalk - November 22, 2016 - 16:19
We can evolve bacteria, plants and animals -- futurist Juan Enriquez asks: Is it ethical to evolve the human body? In a visionary talk that ranges from medieval prosthetics to present day neuroengineering and genetics, Enriquez sorts out the ethics associated with evolving humans and imagines the ways we'll have to transform our own bodies if we hope to explore and live in places other than Earth.

Coffee Talks: How To Brew Knowledge Share Culture In Your Company

Weiterbildungsblog - November 21, 2016 - 21:59

“It’s Friday afternoon: Do you know where your coworkers are?
If they’re Trello employees, since August 2016 the answer has likely been: at Coffee Talks. Coffee Talks (name inspired by MailChimp) are a Friday afternoon event where Trellists share their specialist knowledge about Trello the app or Trello the company with each other in the form of thirty minute to one hour presentations.”

Vielleicht ist das Format Coffee Talks nicht so ungewöhnlich. Aber Trello, das Unternehmen mit der Software fürs Projektmanagement 2.0, ist es, also fängt man an zu lesen. Was ins Auge springt: Das Mitarbeiterwachstum bei Trello sowie die Tatsache, dass mehr als zwei Drittel der Mitarbeiter “remote” arbeiten. Das macht Knowledge Sharing zum Thema. Bei Trello bedeutet das, dass die Coffee Talks zwar irgendwie vor Ort stattfinden, aber mit den Medien, Tools und Plattformen (natürlich auch Trello!), die heute zur Verfügung stehen. Interessant und inspirierend.
Emily Chapman, Trello/ Across the Boards, 15. November 2016

Mit Games lernen, wie sich die Wirklichkeit anfühlt

Weiterbildungsblog - November 21, 2016 - 16:59

Linda Breitlauch, Professorin für Game Design an der Hochschule Trier, beschreibt sehr anschaulich, welche Möglichkeiten interaktive Spiele bieten, Themen zu vermitteln, gerade weil diese Themen von Nutzern nicht einfach erfahren und konsumiert werden, sondern die Spiele sie in das Geschehen hineinziehen und zu Handlungen und Entscheidungen auffordern. Virtuelle Welten (”Virtual Reality”) erweitern diese Möglichkeiten noch einmal (”Immersion”).
Corina Niebuhr, Interview mit Linda Breitlauch, Merton. Onlinemagazin des Stifterverbandes, 8. November 2016

A political party for women's equality | Sandi Toksvig

TEDTalk - November 21, 2016 - 16:09
Women's equality won't just happen -- not unless more women are put in positions of power, says Sandi Toksvig. In a disarmingly hilarious talk, Toksvig tells the story of how she helped start a new political party in Britain, the Women's Equality Party, with the express purpose of putting equality on the ballot. Now she hopes people around the world will copy her party's model and mobilize for equality.

Vom Trainer zum Teaching Robot?

head.zblog - November 20, 2016 - 20:24
Es war nur eine Frage der Zeit, bis das Thema der „Teaching Robots“ auf der Tagesordnung der bildungstechnologischen Diskussion auftaucht. Checkpoint E-Learning und Jochen Robes haben bereits darauf hingewiesen, dass es auf der Online Educa „Die große OEB-Roboter-Debatte“ geben wird. Ist das der neue Megatrend? Erpenbeck und Sauter (2013) haben bereits futuristische Szenarien des Lernens skizziert, in […]

Zum dritten Mal

Gabi Reinmann - November 20, 2016 - 17:41

Zum dritten Mal (nach 2012 und 2014) hatte das BMBF zur „Bildungsforschungstagung“ am 17. und 18. November 2016 eingeladen. Ziel dieser Veranstaltungsreihe ist es (so auf der Webseite hier zu lesen), „Wissenschaft, Praxis und Politik zusammenbringen“. Es geht um eine „Standortbestimmung der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Bildungsforschung“. Allerdings – das muss man einschränkend dazu sagen – stand doch die Schulbildung ganz deutlich im Vordergrund. Es gab nur ein paar wenige Akzente in Richtung Hochschulbildung, die aber letztlich keine nennenswerte Rolle spielten. Ein wichtiges (sicher auf alle Bildungskontexte erweiterbares) Schlagwort für dieses Jahr lautete: „Zukunftsfähigkeit der Bildungsforschung“ und das angesichts komplexer, nicht eben leicht vereinbarer Forderungen wie: „Bildungsforschung soll zugleich wissenschaftlich exzellent, praxisorientiert und anwendungsnah sein.“ Die Tagung Bildungsforschung 2020 wollte genau dafür Diskussionsforen bieten.

Ich möchte an dieser Stelle über das Symposium berichten, an dem ich aktiv beteiligt war. Birgit Spinath und Johannes Bellmann richteten dieses mit dem Titel „Bildungsforschung der Zukunft – was heißt Zukunftsfähigkeit für die Bildungsforschung?“ aus und hatten dazu Martin Heinrich und mich eingeladen. Mein Auftrag war es, mit dem Thema Design-Based Research einen Beitrag zu den Fragen des Symposiums (Abstract zum Symposium hier) zu leisten. Das habe ich sehr gerne gemacht und es auch nicht bereut: Ich habe von den anderen drei Referenten viel mitgenommen und fand die entstandene „Mischung“ anregend.

Den Einstieg machte Martin Heinrich unter folgendem Titel: „Forschung und Entwicklung? Forschung oder Entwicklung? Forschung als Entwicklung? – Gretchenfragen zur Zukunftsfähigkeit der empirischen Bildungsforschung“. Ausgangspunkt seiner Ausführungen war die Feststellung, dass der FuE-Topos („Forschung und Entwicklung“) ursprünglich bildungsökonomischen Bemühungen entstammt. Der Bedeutungsgehalt von FuE in der deutschsprachigen Bildungsforschung sei dagegen breiter. Das „und“ bei FuE verweise auf das Problem, dass Forschung und pädagogische Praxis Teilsysteme mit je eigener Logik sind und eine Tendenz zur Schließung haben. Wenn man das „und“ zeitlich versteht, dann führe das zu der Vorstellung von Grundlagenforschung mit darauffolgender Übersetzung und Anwendung der wissenschaftlichen Erkenntnisse in Praxis – wobei es auch hier um die Schulpraxis ging. Heinrich regte an, Forschung als Entwicklung zu konzipieren und bei den Beteiligten einen „FuE-Habitus“ zu fördern. Gemeint ist damit, dass sich Forscher auch der Entwicklung sowie Praktiker auch den Forschungsergebnissen verpflichtet fühlen sollten. Mehrfach wies Heinrich auch darauf hin (u.a. in der Diskussion danach), dass man bei der Anwendung von Forschungsergebnissen genau unterscheiden müsse, ob diese eine Relevanz für die Politik (also für die Bildungssystemebene) oder für die Lehrpraxis (also für die Unterrichtsebene) haben. Im Zuge der Diskussion um evidenzbasierte Praxis gerate dies mitunter durcheinander.

In meinem eigenen Beitrag zu Design-Based Research (DBR) war mein primäres Ziel, den Ansatz möglichst einfach vorzustellen und das Zukunftspotenzial dieser Art von Bildungsforschung aufzuzeigen. Ich hatte also nicht den Anspruch, neue Erkenntnisse zu liefern, sondern DBR sozusagen mit in die Waagschale der Bildungsforschung zu werfen. Wer also meinen Reader kennt (siehe hier), hat nichts Neues gehört. Trotzdem stelle ich das Manuskript gerne online.

vortrag_berlin_nov2016

Birgit Spinath hat in ihrem Beitrag mit Beispielen vor allem deutlich gemacht, dass gut begründetes, verlässliches Wissen zu relevanten Bildungsthemen schon vorhanden ist und einen ermutigen sollte, diesen Weg weiterzugehen – noch dazu in einem „postfaktischen Zeitalter“. Im Anschluss an das Symposium habe ich meine Mit-Referenten gefragt, ob diese Argumentation nicht auch in Richtung einer neuen „Aufklärung“ gehen könnte – aber den Gedanken gibt es schon, wie ich heute morgen in der FAZ online hier gelesen habe, was freilich nicht gegen den Gedanken spricht ;-). Spinath brachte vor allem bildungssoziologische Beispiele, an denen man sehr gut erkennen kann, dass z.B. mehr Bildungsgerechtigkeit eine ganze Reihe positiver gesellschaftlicher Effekte hat (allerdings bringt z.B. Nida-Rümelin in seinem umstrittenen Buch zum Akademisierungswahn – siehe hier – auch so allerlei Fakten, die etwas andere Interpretationen zumindest in Einzelheiten nahelegen, was aber nicht neu ist: wissenschaftliche Belege finden sich nicht selten für eine Aussage und ihr Gegenteil gleichermaßen). Ein weiteres Plädoyer in Spinaths Vortrag ging dahin, nicht nur nach „guter Empirie“, sondern auch nach „guter Theorie“ zu streben und statt der vielen „Klein-Klein“-Projekte auch mal langfristig und „groß“ zu denken, wenn es um die Förderung der Bildungsforschung geht.

Den vierten Beitrag steuerte Johannes Bellmann bei. Unter dem Titel „Bildungsforschung jenseits der Theaterperspektive“, drehte sich der Vortrag zunächst einmal um die Notwendigkeiten, aber eben auch Grenzen der Beobachterperspektive, welche die Forschung üblicherweise einnimmt. Deren einseitige Nutzung führe dazu, dass das Wissen der Akteure in der Bildungspraxis nicht nur unberücksichtigt bleibe, sondern auch abgewertet werde, während die wissenschaftliche Evidenz, also Forschungsergebnisse, eine enorme Aufwertung erfahren. Bellmann sprach sich für eine praxistheoretische Forschung, für Aktionsforschung und für eine pragmatistische Haltung (Erkenntnis als Funktion des Handelns) aus, um einen komplementären Forschungszugang zu schaffen, der die Theaterperspektive verlässt.

Wenn ich nochmal die Fragen nach den Vorträgen und die Diskussion am Ende so bedenke, dann komme ich zu dem Schluss, dass es zwischen uns Vieren doch ein paar geteilte Überzeugungen gibt: (a) Evidenzbasierung muss genauer aufgeschlüsselt werden; unter anderem ist präziser zu unterscheiden, welche wissenschaftlichen Erkenntnisse für welche Frage- und Problemstellungen für wen genau nützlich sind: Was der Politik hilft, bringt den Lehrenden im Unterricht in der Regel wenig weiter – und umgekehrt. (b) Bildungsforschung braucht multiple Zugänge, deren Komplementarität entscheidend ist, um ein wirklich umfassendes Bild von Bildung zu erlangen und den verschiedenen Akteuren in der Bildung jeweils sinnvolles Wissen anbieten zu können. (c) Bildungsforschung ist unerlässlich– auch eine empirische Bildungsforschung.

Was allerdings alles wissenschaftlichen Standards genügt und als empirische Bildungsforschung gelten darf, konnte nicht intensiver diskutiert werden. Ich denke, hier gibt es dann doch wieder unterschiedliche Einschätzungen. Nur an wenigen Stellen blitzten diese „Grundsatzfragen“ auf. Der Stellenwert von Normen und Normativität sowie die Frage, wie man damit als Forscher umgeht, scheinen mir ein Feld zu sein, auf dem die Unterschiede denn doch mal schneller größer werden. Auch hier, so denke ich, wäre eine vertiefte Diskussion fruchtbar, denn wenn es um Bildung geht, kommt man ja kaum um die Frage danach umhin, was uns in unserer Gesellschaft wichtig ist und wie wir unsere Ziele bestimmen wollen. Schließlich wäre es nochmal eine eigene Aufgabe, im Detail die Aussagen der vier Vorträge daraufhin zu prüfen, wo es mögliche Verbindungen gibt, die etwas Neues schaffen. Dazu aber wäre es wohl notwendig, alle vier Beiträge in schriftlicher Form zu haben.

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