Sammlung von Newsfeeds

Besser geht immer

Gabi Reinmann - April 21, 2017 - 16:17

Es war schon ein Schock im Herbst 2016, als klar wurde, dass der langjährige Weiterbildungsmaster Higher Education an unserem Hamburger Zentrum für Universitäres Lehren und Lernen (HUL) nicht länger gebührenfrei angeboten werden kann – noch dazu, wenn die errechnete Gebühr weit über dem liegt, was man an Zahlungsbereitschaft erwarten kann. Gerade erst hatten wir den Master aufwändig reformiert, nämlich in Richtung Forschungsorientierung, und parallel dazu die ersten Schritte hin zu einem praxisorientierten Zertifikatsprogramm getan (siehe hier), um eine breite Palette an Lehrangeboten vorhalten zu können. Allerdings möchte ich hier festhalten, dass man mit der üblichen Unterscheidung zwischen Theorie oder Wissenschaft einerseits und Praxis oder Beruf andererseits genau genommen nicht sehr weit kommt bei diesem Thema – aber dazu ein anderes Mal.

Nun hat es sich nämlich doch gelohnt, dass wir den großen Reformschritt gegangen sind, denn: Das war die inhaltliche Voraussetzung dafür, dass es gelungen ist, den Master of Higher Education als konsekutiven Studiengang an der Fakultät für Erziehungswissenschaft einzurichten. Dazu waren einige formale Änderungen von Ordnungen und Satzungen erforderlich – ein Ritt durch den formalen Dschungel, aber gut begleitet durch Mitstreiter aus dem HUL, der Fakultät und der Verwaltung (dafür allen Beteiligten ein großes Dankeschön). Der Master bleibt berufsbegleitend, umfasst weiterhin „nur“ 60 Leistungspunkte (setzt also einen Abschluss mit mind. 240 LP voraus) und wird im Blended Learning-Format angeboten (zum Konzept geht es hier). Unsere Erfahrungen mit einer ersten und letzten Kohorte im reformierten Weiterbildungsmaster (beispielhaft hier), die jetzt im zweiten Semester ist, können wir bereits, so denke ich, konstruktiv nutzen, um noch einiges (trotz weitgehend gleich bleibendem Konzept) zu verbessern. Besser geht es ja letztlich immer.

How I learned to read -- and trade stocks -- in prison | Curtis "Wall Street" Carroll

TEDTalk - April 21, 2017 - 15:00
Financial literacy isn't a skill -- it's a lifestyle. Take it from Curtis "Wall Street" Carroll. As an incarcerated individual, Caroll knows the power of a dollar. While in prison, he taught himself how to read and trade stocks, and now he shares a simple, powerful message: we all need to be more savvy with our money.

A doctor's case for medical marijuana | David Casarett

TEDTalk - April 20, 2017 - 15:04
Physician David Casarett was tired of hearing hype and half-truths around medical marijuana, so he put on his skeptic's hat and investigated on his own. He comes back with a fascinating report on what we know and what we don't -- and what mainstream medicine could learn from the modern medical marijuana dispensary.

A video game to cope with grief | Amy Green

TEDTalk - April 19, 2017 - 14:59
When Amy Green's young son was diagnosed with a rare brain tumor, she made up a bedtime story for his siblings to teach them about cancer. What resulted was a video game, "That Dragon, Cancer," which takes players on a journey they can't win. In this beautiful talk about coping with loss, Green brings joy and play to tragedy. "We made a game that's hard to play," she says, "because the hardest moments of our lives change us more than any goal we could ever accomplish."

How radio telescopes show us unseen galaxies | Natasha Hurley-Walker

TEDTalk - April 18, 2017 - 15:02
Our universe is strange, wonderful and vast, says astronomer Natasha Hurley-Walker. A spaceship can't carry you into its depths (yet) -- but a radio telescope can. In this mesmerizing talk, Hurley-Walker shows how she probes the mysteries of the universe using special technology that reveals light spectrums we can't see.

Osterferien

Weiterbildungsblog - April 18, 2017 - 07:37

Der Blog ist derzeit in der Osterpause …

Quelle: Biegun Wschodni

Schicke Web-Seiten und Broschüren

Gabi Reinmann - April 17, 2017 - 15:57

Wenn es um digitale Medien in der Hochschullehre geht, kennt man ihn in der Regel: Jörn Loviscach – Professor an der FH Bielefeld, zuständig für den Lehrbereich Ingenieurmathematik und Technische Informatik. Inzwischen dürfte er auch den weniger medienaffinen Hochschullehrenden bekannt sein, denn Journalisten suchen ihn gerne auf, wenn es mal wieder um die „Digitalisierung der Lehre“ geht. In einem Papier von 2016, also relativ aktuell, setzt sich Loviscach mit einigen zentralen Fragen zur „Digitalisierung der Hochschulbildung“ auseinander – nämlich hier.

Ich fange mal von hinten an und zitiere den letzten Absatz (S. 14): „Bei jedem Aspekt des Lebens, der von der Digitalisierung erfasst wird, stellen sich fundamentale Fragen nach dessen tieferem Sinn und eigentlicher Funktion. Gerade im Bereich der Hochschulbildung besteht die Gefahr, dass wir im Digitalen die dysfunktionale Kopie eines vielleicht schon selbst über weite Strecken dysfunktionalen – weil unverstandenen – analogen Vorbilds erschaffen. Welche Digitalisierung an welcher Stelle sinnvoll ist, hängt nicht zuletzt davon ab, was man unter Hochschulbildung versteht – was viele Aspekte einschließt, die weniger offensichtlich sind, zum Beispiel willens und fähig zu sein, sich wirklich autonom zu bilden und mit Blick auf das Ganze zu handeln, statt nur für das persönliche Fortkommen“ (S. 14).

Dieser Absatz hat es in sich: Die Frage nach dem „tieferen Sinn“ und der „eigentlichen Funktion“ scheint in der aktuellen Digitalisierungswelle nicht ganz oben auf der Agenda zu stehen. Loviscach ist entsprechend zu danken, dass er (wieder) darauf aufmerksam macht. Ich würde ergänzen, dass man auch mal diverse Interessen an der Digitalisierung offen legt: Was erhoffen sich Politik und Wirtschaft? Was erwarten Hochschulleitungen und ggf. Dekanate? Und was wollen die Lehrenden und Studierenden? Vermutlich gibt es mehr Interessenskonflikte als es die schicken Web-Seiten und Broschüren zu diesem Thema auf den ersten Blick vermuten lassen. Die Frage danach „was man unter Hochschulbildung versteht“ ist vermutlich noch komplexer – und in der Tat so zentral, dass es völlig legitim, ja nötig ist, sie in regelmäßigen Abständen zu stellen, um sich zu vergewissern, welche Ideale man noch hat, wie weit diese von dem entfernt sind, was gegenwärtig machbar erscheint, wieviel man (nicht nur an Geld, sondern auch an Lebenszeit und persönlicher Energie) zu investieren bereit ist, um sich bestimmten Idealen anzunähern etc.

Aber damit will ich nun freilich nicht sagen, dass man nur den letzten Absatz des Textes von Loviscach zu lesen braucht ;-). Auch der Rest des Textes liefert interessante Einblicke in die Erfahrungen des Autors und diese sind zahlreich. Loviscachs Diagnose in Kürze: Die Digitalisierung kann die Industrialisierung von Bildung befördern. Das ist eine wichtige Mahnung und Loviscach ist nicht der erste, der diese ausspricht, aber es gilt eben doch auch das Wort von Pionieren in Sachen Digitalisierung, denen man nicht unterstellen kann, sie würden genau das abstrafen wollen, was sie selbst nicht beherrschen oder wozu sie selbst keine Lust haben.

„Bei der Digitalisierung fällt es allzu leicht, sich vom scheinbar Offensichtlichen blenden zu lassen und dieses sozusagen in Holz und Stroh nachzubauen, ohne zu verstehen, wie und warum es funktioniert (oder schon vorher nicht funktioniert hat) – oder was überhaupt seine tiefe und vielleicht versteckte Funktion ist (über die ich mehr und mehr ins Grübeln gerate)“ (S. 12). Vielleicht sollte man das mal systematische erheben – die Zweifel, das Grübeln, das wachsende Unverständnis derjenigen, die schon lange und immer gerne vorne dran gewesen sind, aber sich zunehmend fragen, wohin die Reise eigentlich gehen soll.

In jedem Fall kann ich Loviscachs Beschreibung der Folgen allzu forscher, nach Marktlogik forcierter Digitalisierungswellen gut nachvollziehen: „Die Digitalisierung vereinfacht und forciert die Entbündelung der verschiedenen Tätigkeiten einer Hochschule im Großen; im Kleinen vereinfacht und forciert sie die Taylorisierung: Eine Person ist für Fachinhalte zuständig, eine andere für das pädagogische Konzept, wieder jemand anders für Grafikdesign und so weiter. Alles lässt sich in standardisierte und überprüfbare Arbeitspakete zerschneiden, zu deren Erledigung man nicht mehr breit qualifiziertes und damit teures und schwer austauschbares Personal benötigt. Man mag diese Standardisierung mit „Professionalisierung“ betiteln, aber ihr Effekt ist der einer Deprofessionalisierung, weil es immer weniger um kreative Entscheidungen mit breitem Horizont geht, sondern immer mehr um (automatisierbare?) Arbeit nach Vorschrift“ (S. 13).

Zu fragen wäre jetzt, was wir dem entgegensetzen können: den Präsenzunterricht oder vielleicht das Darknet?

How do you build a sacred space? | Siamak Hariri

TEDTalk - April 17, 2017 - 14:48
To design the Bahá'í Temple of South America, architect Siamak Hariri focused on illumination -- from the temple's form, which captures the movement of the sun throughout the day, to the iridescent, luminous stone and glass used to construct it. Join Hariri for a journey through the creative process, as he explores what makes for a sacred experience in a secular world.

Learning & business impact (CLO Webinar mit Scott Schaffer, Ericsson)

scil - April 15, 2017 - 06:08
Anfang März fand ein CLO-Webinar zum Thema „Learning & Business Impact“ statt, bei dem Scott Schaffer (Global Head of Learning Measurement & Analytics, Ericsson) als Experte eingeladen war. Im Rahmen seines Vortrags zeigte Schaffer auf, wie bei Ericsson die Ausrichtung von Trainingsaktivitäten an Unternehmenszielen erfolgt. Zentral sind hierbei priorisierte Geschäfts- bzw. Entwicklungsziele (z.B. „Increase Cost…

Autorinnendebut

Sandra Hofues - April 14, 2017 - 15:58

Es gibt wenige Studierende, die sich überhaupt trauen, während ihres eigenen Studiums einen Weblog zu schreiben und diesen auch noch mit studienbezogenen Inhalten zu füllen. Innerhalb von Lehrveranstaltungen wird zwar ständig und bis auf weiteres dazu angeregt – aber über die Veranstaltung hinaus gelingt es aus eigener Erfahrung nur sehr selten, dass Studierende am Prozess des öffentlichen Schreibens Gefallen finden. Die Gründe hierfür sind sehr unterschiedlich, ein zentraler ist sicherlich dieser: Für viele wurde das Bloggen formal in einer Lehrveranstaltung initiiert und es würde einige Zeit brauchen, dass sie den Modus des Bloggens für sich aufnehmen können. Man müsste sie daher wie die E-Portfolio-Arbeit in vielen Studiengängen ans Curriculum binden und dem öffentlichen Schreiben zudem normativ einen Wert zuschreiben. Weil beides selten geschieht, bewegt sich das Bloggen wie auch die E-Portfolio-Arbeit ständig zwischen Kontrolle und Selbstkontrolle, wie es Torsten, Kerstin, Stephan und Christina in einer vergleichsweise frühen Publikation zur E-Portfolio-Arbeit zusammengefasst haben. Auch das Spannungsfeld zwischen Selbst- und Fremdbestimmung ist in der Mediendidaktik hinlänglich bekannt.

Aber: Ausnahmen bestätigen die Regel und es gibt Anlässe, die Studierende von selbst dazu anregen, ein digitales Werkzeug dazu zu nutzen, ihre Erfahrungen mit dem (studentischen) Forschen zu dokumentieren. Mehr noch: Es geht ihnen auch darum, mit einer nicht klar umrissenen Gruppe an Lesenden in Kontakt zu treten, ja darum, über die eigenen Fragen mit anderen Forschenden zu diskutieren. Es kommt daher nicht von ungefähr, dass Juliane gerade jetzt ihr „Autorinnendebut“ gibt. Aktuell steckt sie nämlich im Humboldt Jahr der Zeppelin Universität und beschäftigt sich in ihrem Forschungsprojekt im fünften und sechsten Semester damit, wie man „Offenheit an Hochschulen fOERdern“ kann. Wahrscheinlich ist der eigene Blog daher auch der Versuch zu klären, wie man eigentlich unter öffentlichen Bedingungen als Studentin agiert und wie sich eigene Handlungspraxen und -routinen durch das Führen eines Weblogs aufbrechen lassen (oder nicht). Denn das Bloggen ist für sie, sonst hätte sie selbst nicht vom Debut gesprochen, eher ungewohnt.

Ich freue mich daher sehr, jetzt und bald wieder auf dem Blog „Kritisch gedacht“ Einblick darin zu erhalten, wie Julianes studentische Überlegungen zur Veränderlichkeit hochschulischer (Handlungs-)Praxen mit/durch OER immer konkreter werden. Darüber hinaus gibt ihr mein Blogbeitrag hoffentlich den nötigen Motivationsschub, uns in der kommenden Woche gleich mit dem nächsten Blogbeitrag zu „versorgen“.

We should all be feminists | Chimamanda Ngozi Adichie

TEDTalk - April 14, 2017 - 14:52
We teach girls that they can have ambition, but not too much ... to be successful, but not too successful, or they'll threaten men, says author Chimamanda Ngozi Adichie. In this classic talk that started a worldwide conversation about feminism, Adichie asks that we begin to dream about and plan for a different, fairer world -- of happier men and women who are truer to themselves.

A simple birth kit for mothers in the developing world | Zubaida Bai

TEDTalk - April 13, 2017 - 15:06
TED Fellow Zubaida Bai works with medical professionals, midwives and mothers to bring dignity and low-cost interventions to women's health care. In this quick, inspiring talk, she presents her clean birth kit in a purse, which contains everything a new mother needs for a hygienic birth and a healthy delivery -- no matter where in the world (or how far from a medical clinic) she might be.

Scaffolding in Microlearning

Weiterbildungsblog - April 13, 2017 - 11:54

Diese Woche stolpere ich vor allem über konkrete Arbeitshilfen und kurze Statements. Christy Tucker geht es um Hilfestellungen beim Microlearning. Dabei spielt sie verschiedene Varianten durch: sie reichen von kurzen Lerneinheiten, die selbst als Hilfestellungen dienen; bis zu Lerneinheiten, die mit optionalen, weiterführenden oder aufeinander aufbauenden Hinweisen und Hilfen arbeiten.
Christy Tucker, Experiencing E-Learning, 13. April 2017

eLearning: Ein Hype und sein natürlicher Zyklus

Weiterbildungsblog - April 13, 2017 - 07:15

Noch immer viele Fragezeichen hinter eLearning, aber ein großes Interesse an MOOCs, also an offenen Online-Kursen im Netz. Wie geht das zusammen? Und was soll die Erwachsenenbildung tun? Nach einem Verweis auf Gartner’s Hype Cycle empfiehlt die Autorin (mit Unterstützung von Joachim Sucker): MOOCs als Chance sehen und mitmachen!
Birgit Aschemann, erwachsenenbildung.at, 12. April 2017

An intergalactic guide to using a defibrillator | Todd Scott

TEDTalk - April 12, 2017 - 14:56
If Yoda goes into cardiac arrest, will you know what to do? Artist and first-aid enthusiast Todd Scott breaks down what you need to know about using an automated external defibrillator, or AED -- in this galaxy and ones that are far, far away. Prepare to save the life of a Jedi, Chewbacca (he'll need a quick shave first) or someone else in need with some helpful pointers.

Learning in Bursts: Microlearning with Social Media

Weiterbildungsblog - April 12, 2017 - 12:45

In diesem langen Artikel geht es um die Frage, wie Microlearning, also das Lernen in kurzen Einheiten, durch den Einsatz von Social Media-Tools unterstützt werden kann. Die Autorinnen sprechen deshalb durchgehend von “Social Microlearning”. Hier muss ich auch gleich eine Anmerkung loswerden: Für die Beispiele, die sie beschreiben, hätte es nicht zwingend den Begriff “Microlearning” gebraucht. “Lernen mit Social Media” würde natürlich auch funktionieren.

Der Artikel besteht aus drei Teilen: Im ersten Teil wird das Konzept “(Social) Microlearning” vorgestellt; im zweiten Teil wird erläutert, wie man Social Media im Allgemeinen und Instagram, Snapchat, Twitter und Facebook im Besonderen für Microlearning-Aktivitäten einsetzen kann; und im dritten Teil werden einige Praxisbeispiele der Northeastern University (Boston) vorgestellt. Eine schöne Infografik fasst das Wichtigste zusammen.

“Microlearning in general has three aims: to reduce the quantity of information by organizing it into bite-size pieces, to restructure the overall process of learning and the environment in which students learn, and to motivate students to personalize their learning routines.”
Stephanie Trowbridge, Clair Waterbury und Lindsey Sudbury, EDUCAUSE Review, 10. April 2017

Ahnungslos bleiben

Gabi Reinmann - April 12, 2017 - 07:45

„Eine gute Pädagogik macht sich unsichtbar. Sie lässt Ernsthaftigkeit und Leidenschaft an einer Sache in den Vordergrund treten.“ Das steht auf der Einstiegsseite von lehr-lernforschung.org von Ines Langemeyer am KIT (ich habe hier bereits vom KIT berichtet). Ich habe jetzt erst entdeckt, dass auf dieser Seite – unter dem Reiter ENTDECKENderLEHRE – auch die Antrittsvorlesung nachzulesen ist.

Der Vortrag dreht sich um das Forschen und darum, forschen zu lernen. Im Zentrum stehen die Begriffe Können und Könnerschaft sowie folgende Fragen: Worin besteht Könnerschaft, wenn wir forschen? Wie lässt sich das Verhalten im Forschungsprozess als Können verstehen? Gibt es hier etwas, das man verallgemeinern kann? Woran erkenne ich, dass im Forschen Können und nicht Unwissenheit, Nachlässigkeit oder Dilettantismus vorliegen? Welches Können gilt es, durch Studium und Lehre zu entwickeln, damit auch Studierende forschen lernen?

Wie das bei Fragen für einen Vortrag so ist, der zeitlich begrenzt ist, lassen sich diese in der Regel nicht vollständig beantworten, sondern regen im besten Fall zum Nachdenken an. In diesem Sinne, so meine Einschätzung, bietet der Vortrag ein paar neue Denkangebote auf dem Themengebiet „forschendes Lernen“. Ich greife ein paar von diesen heraus:

Langemeyer greift in ihrer Argumentation auf die Expertiseforschung zurück und stellt diese den Postulaten der hochschulpolitisch und -praktisch dominanten „Kompetenzorientierung“ (inklusive der Forderung nach Festlegung und Überprüfung von „Learning Outcomes“) gegenüber. „Was in der Expertiseforschung deutlich wurde: Regeln oder fertige Wissensbestände sind für Können zwar relevant – insbesondere in gut definierten Domänen wie der Mathematik –, doch nicht immer konstitutiv.“ Können, so Langemeyer, lasse „sich als entwickelndes Handeln verstehen – und dies unterscheidet sich vom Wissen-Anwenden erheblich.“ Deshalb sei Wissen auch nichts Dinghaftes oder Fixiertes, sondern eine Relation: „Es ist kein Werkzeug, das ich einfach anwende, sondern eine Beziehung, die ich denkend zu einem Gegenstand aufbaue.“

Daher sei Wissen (oder Theorie) auch nicht, wie oft behauptet oder befürchtet, völlig unpraktisch wie ein Rohstoff oder eine neutrale Ressource, die erst in der Anwendung lebendig und praktisch werde, sondern: „Wissen ist uns grundsätzlich nur als eine bestimmte Art der Denkfähigkeit gegeben, als ein Horizont, in dem wir uns unser Handeln und unser Sein in der Welt antizipieren, vorstellen und organisieren können“. Umgekehrt sei praktisches Handeln zwar in seinen theoretischen Prämissen mitunter unreflektiert, aber nicht grundsätzlich untheoretisch. Und genau daran macht Langemeyer ihre Definition von Wissenschaft fest, die wiederum für das forschende Lernen handlungsleitend sein müsste: „Wissenschaft ist entsprechend der Versuch, durch Reflexion dieser Prämissen die menschliche Denkfähigkeit im Allgemeinen wie im Konkreten zu erweitern. Sie entwickelt dazu Begriffe und Theorien und ist auf diese Weise gleichermaßen theoretisch wie praktisch.“

Ein weiterer wichtiger Begriff im Vortrag ist die „theoretische Erfahrung“. Auch dieser Begriff signalisiert das Bemühen von Langemeyer, die Grenzen zwischen Theorie und Praxis zu überschreiten. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist die Erkenntnis, dass Verstehen in der Wissenschaft dem „Anwendung“ von Wissen nicht untergeordnet und zudem selbst eine Handlung ist: „Verstehen ist eine komplexe Tätigkeit, bei der wir unsere Denkhorizonte bewusst erfahren und zwar vor allem dann, wenn wir dabei einen begrenzten Denkhorizont zu überschreiten versuchen. Dann müssen wir nämlich auf Erfahrungen, die in der Wissenschaft durch einen generationenübergreifenden Erkenntnisprozess gemacht wurden, rekurrieren lernen.“

Diese Form des „theoretischen Erfahrens“ sein auch für das Forschen in der Wissenschaft wesentlich und der Begriff des Könnens müsse für die Wissenschaft „das Machen theoretischer Erfahrungen, das Überschreiten-Können und das Verantwortung-Tragen“ einschließen und gehe damit freilich auch über das übliche Verständnis von Können hinaus.

Am Ende ist für mich der folgende Satz einer der wichtigsten in diesem Vortrag: „Verantwortung verlangt Können. Aber die Verantwortung selbst lässt sich nicht unter den Begriff des Könnens bringen. Man übernimmt Verantwortung oder man wehrt sie ab – oder man bleibt ahnungslos, was auf dasselbe hinausläuft.“

Governments should fight corporations, not collaborate with them | Jonathan Marks

TEDTalk - April 11, 2017 - 15:07
Conflict is bad; compromise, consensus and collaboration are good -- or so we're told. Lawyer and bioethicist Jonathan Marks challenges this conventional wisdom, showing how governments can jeopardize public health, human rights and the environment when they partner with industry. An important, timely reminder that common good and common ground are not the same thing.

„Es steckt noch viel Potenzial für Open Access in der Bildungsforschung“

Weiterbildungsblog - April 11, 2017 - 14:05

Im Interview weist Christoph Schindler, Leiter des Arbeitsbereichs Literatur- und Informationssysteme im Informationszentrum Bildung des DIPF, darauf hin, dass Literatur nicht nur offen und frei verfügbar, sondern auch auffindbar sein sollte. Das wird gerne vernachlässigt.
Christine Schumann, Interview mit Christoph Schindler, BildungsserverBlog, 7. April 2017

Was Personalentwickler von Uber lernen können

Weiterbildungsblog - April 11, 2017 - 06:58

Der Taxi-Dienst Uber setzt auf verschiedene Mechanismen, um Fahrer, die ja nicht seine Mitarbeiter sind, zu motivieren. Das funktioniert über eine Fahrer-App, Kundenbewertungen und Big Data. Und das könnte auch für Unternehmen und ihre Personalentwicklung ein Ansporn sein, Mitarbeiter bzw. Lerner individueller anzusprechen. Adaptives Lernen ist das Stichwort. Natürlich, Gudrun Porath weist darauf hin, agiert kein Unternehmen, und Uber erst recht nicht, hier zweckfrei.
Gudrun Porath, Haufe/ Kolumne E-Learning, 5. April 2017

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