Sammlung von Newsfeeds

Tagungsrückblick | Digitalisierung der Lehre und Lernorte

head.zblog - September 24, 2016 - 10:22
Letzte Woche war ich auf der gemeinsamen ZKI-Herbsttagung und 17. DINI-Jahrestagung zum Thema „Digitalisierung der Lehre“ in Ulm eingeladen. Am Donnerstag standen dann inhaltlich „künftige, virtuelle und reale Lernorte“ im Fokus, denn: Neben all der Digitalisierung lernen wir immer noch in und an der Hochschule, virtuelle Universitäten und neue Lehr-Lernformen haben sich nicht flächendeckend durchgesetzt. Und […]

We can fight terror without sacrificing our rights | Rebecca MacKinnon

TEDTalk - September 23, 2016 - 14:17
Can we fight terror without destroying democracy? Internet freedom activist Rebecca MacKinnon thinks that we'll lose the battle against extremism and demagoguery if we censor the internet and press. In this critical talk, she calls for a doubling-down on strong encryption and appeals to governments to better protect, not silence, the journalists and activists fighting against extremists.

Wandel der didaktischen Gestaltung „neuer“ Lernformen

scil - September 23, 2016 - 08:00
Im Wildwasser einer veränderten Welt Die letzte Ausgabe der Zeitschrift Erwachsenenbildung (Heft 2/2016) steht unter dem Thema „Neue Formate“. Dabei herrschten in der Redaktion wohl auch tiefe Diskussionen darüber, was nun neu oder alt ist – so steht es im Vorwort. Sabine Seufert und ich haben einen Beitrag mit dem Titel „Im Wildwasser einer veränderten Welt“ in diesem Heft eingebracht…
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The era of personal DNA testing is here | Sebastian Kraves

TEDTalk - September 22, 2016 - 14:35
From improving vaccines to modifying crops to solving crimes, DNA technology has transformed our world. Now, for the first time in history, anyone can experiment with DNA at home, in their kitchen, using a device smaller than a shoebox. We are living in a personal DNA revolution, says biotech entrepreneur Sebastian Kraves, where the secrets buried in DNA are yours to find.

Andreas Wittke im Silicon Valley: Was können wir lernen?

Weiterbildungsblog - September 22, 2016 - 04:02

Andreas Wittke (@onlinebynature, oncampus & mooin) hat es in eine Delegation aus Schleswig-Holstein geschafft, die letzte Woche zuerst Silicon Valley und dann Washington besuchen durfte. In seinem kurzweiligen Reisebericht schwärmt auch er natürlich von der Reise und den Eindrücken, von SAP & Design Thinking, von Twitter sowie vom innovativen Spirit, der dort gelebt wird. Überhaupt: “Innovation”! Über seine 55 Begleiter merkte er ganz charmant an, dass sie zwar alle sehr interessiert über Digitalisierung reden, aber nur die Wenigsten die Digitalisierung auch leben. Deshalb hat er für seine Mitstreiter gleich eine Slack-Gruppe eingerichtet.
Anja C. Wagner, Interview mit Andreas Wittke, YouTube, 21. September 2016 (via ununi.TV | FLOWCAMPUS)

Studierwirklichkeit(en)

Sandra Hofues - September 21, 2016 - 21:36

Am Ende meines (virtuellen) Impulsvortrags im Workshop „Forschendes Lernen und E-Learning“ auf der Delfi 2016 (zu den Folien | zum aufgezeichneten Vortrag) habe ich einige Befunde meiner Vorlesung vorgestellt. Diese Befunde machen deutlich, dass in der Forschung um forschendes Lernen auch die unterschiedlichen Studierwirklichkeiten einbezogen werden sollten.

In meiner Vorlesung wurde dies mindestens an zwei Aspekten klar: So ist das Interesse 1) an einer Einführungsvorlesung zur Mediendidaktik in medien- und bildungswissenschaftlichen Fächern sehr unterschiedlich ausgeprägt; gleichwohl fordert 2) der professionelle Mediengebrauch Studierende mehr heraus als das forschungsorientierte Setting an sich.

Dazu kommen spezifische Studienherausforderungen in Köln bzw. NRW: Speziell die Abschaffung der Präsenzpflicht wird hier als ein Grund diskutiert, warum die Verpflichtung der Studierenden ggü. Vorlesungen sehr gering ausgeprägt sei (siehe weiterführend beim Wissenschaftsministerium NRW). Diesen Aspekt habe ich (noch) nicht untersucht, kann mir aber vorstellen, dass die Rahmenbedingungen des eigenen Studiums und der Universität stark beeinflussen, wie sich Studierende in forschungsorientierten Lehr-Lernszenarien wohlfühlen. Dies merke ich nicht zuletzt im eigenen Vergleich zwischen den Universitäten und Hochschulen, an denen ich selbst tätig war. Vor allem gilt es, forschendes Lernen konsequent zu Ende zu denken.

Subjektives Erleben mag auch in anderen Lehr-Lernszenarien von Bedeutung sein, aber: Gerade offene, mediengestützte Lehr-Lernsettings profitieren in erheblichen Maße davon, wie selbstbestimmt sich Lernende (hier: Studierende) darin bewegen. Zusammen mit der Hochschuldidaktik und meiner Tutorin haben wir daher auch in der genannten Vorlesung versucht, das subjektive (Kompetenz-)Erleben der Studierenden und ihre soziale Eingebundenheit im Sinne Deci und Ryans zu steigern. Für eine Vorlesung konnten wir ebenfalls erhebliche Freiräume zur Bearbeitung von forschungsorientierten Aufgaben schaffen; angesichts der obigen Befunde haben diese aber offenbar nicht ausgereicht. Oder anders gesagt: Eine forschungsorientierte Vorlesung passt(e) zumindest nicht vollständig in die Studierwirklichkeit(en).

Seither mache ich mich auf Ursachensuche, wie die Studierwirklichkeit(en) und spezifischen Herausforderungen im Kontext Massenstudium/Köln aussehen. Persönliches Interesse und Selbstbestimmtheit beim Lernen sind hier einzelne, auffällige Faktoren. Gedanklich hänge ich aber mehr an den „unerwarteten“ Herausforderungen, denn:

  • Wie kann es sein, dass Studierende weniger Schwierigkeiten mit der Forschungsorientierung als mit der professionellen Nutzung digitaler Medien haben?
  • Welche Support-/Unterstützungsangebote in der Präsenzvorlesung wären nötig, um diese Hürden zu überwinden?
  • Welche (weiteren) Support-/Unterstützungsangebote soll es in der Präsenzvorlesung nicht geben, da mir eine gewisse technisch-funktionale Medienkompetenz-Entwicklung innerhalb von Vorlesungen (auch) wichtig ist?

Mir fällt zudem auf, dass die Studierenden – zumindest teilweise – Schwierigkeiten damit haben, ihre eigenen Ressourcen, insbesondere ihre zeitlichen Ressourcen, zu handhaben. Dieser Befund geht größtenteils einher mit der ZEITLast-Studie, wird aber noch erschwert um den Punkt der Kollaboration in der Vorlesung: Während Tandems in der Vorlesung initiiert wurden, um Forschungsfragen zu entwickeln und zu begutachten, werden diese vor allem als lästig (wg. etwaiger Abstimmungsprozesse) empfunden. Positive Effekte für die Aufgabenbearbeitung/hinsichtlich des forschenden Lernens können zumindest direkt nach Vorlesungsende nicht festgestellt werden (siehe dazu auch Hofhues, Pensel & Rottlaender, in Druck*).

Sehr unterschiedlich fallen überdies die Werte zur Selbstwirksamkeit der Studierenden aus: Manche können das Forschen voll und ganz für sich nutzen, andere wiederum gar nicht; das Spektrum dahingehender Meinungen und Befunde ist auffällig breit. Ein Zusammenhang mit den unterschiedlichen Erfahrungsgraden im Studium sowie mit dem Vorwissen/weiteren (auch medienbezogenen) Erfahrungen ist wahrscheinlich.

Wie weiter? Gerne hätte ich mehr über die Studierwirklichkeit(en) der Teilnehmenden in der Vorlesung erfahren, hätten sie mir doch dabei geholfen, einige Antworten auf die derzeit offenen Fragen (siehe Folien S. 18) zu erhalten. Leider hatten im Sommersemester aber nur sehr wenige Studierende Interesse an einem oder Zeit für einen Partizipationsworkshop zur Weiterentwicklung der Vorlesung. Auch hier könnte ich wieder auf Ursachensuche gehen …

Ziel ist es nun, im kommenden Wintersemester die Schlüsse, die ich als Lehrende bzw. wir als Team aus der Begleitforschung gezogen haben, mit den Studierenden zu teilen. Dazu gehört auch, dass ich die seither getroffenen didaktischen Entscheidungen transparent mache (z.B. hinsichtlich eines Inverted-Classroom-Modells). Durch die gemeinsame Reflexion hoffe ich dann, dass Studierende ihre individuellen Wege durch die Vorlesung finden und vor allem wieder „mehr Bock auf Mediendidaktik“ haben als zuletzt.

 

* Hofhues, S., Pensel, S. & Rottlaender, E.-M. (in Druck). Mit vielen Studierenden auf Forschungsreise gehen: Einblicke in ein forschungsorientiertes Vorlesungsformat. In B. Berendt, A. Fleischmann, J. Wildt, N. Schaper & B. Szczyrba (Hrsg.), Neues Handbuch Hochschullehre. Hamburg: Raabe. (Weitere Daten noch nicht bekannt.)

Why open a school? To close a prison | Nadia Lopez

TEDTalk - September 21, 2016 - 14:59
Our kids are our future, and it's crucial they believe it themselves. That's why TED Fellow Nadia Lopez opened an academic oasis in Brownsville, Brooklyn, one of the most underserved and violent neighborhoods in all of New York City -- because she believes in every child's brilliance and capabilities. In this short, energizing talk, the founding principal of Mott Hall Bridges Academy (and a star of Humans of New York) shares how she helps her scholars envision a brighter future for themselves and their families.

Personal Learning Networks: It’s who you know

Weiterbildungsblog - September 21, 2016 - 07:13

Das britische Chartered Institute of Personnel and Development (CIPD) hat einige Statements, Beispiele, Stichworte (”seek - sense - share”, “working out loud”) und Argumente zusammengetragen, um seine Community von den Vorteilen persönlicher Netzwerke zu überzeugen. Vor allem mit Blick auf die Möglichkeiten, die die sozialen Netzwerke heute HR- und L&D-Professionals bieten. Aber der wichtigste Punkt steht am Ende des Artikels:

“The future for L&D, in part, could be in encouraging employees to build PLNs rather than being the direct facilitators of learning.”
Georgi Gyton, People Management, 24. August 2016

Erklären, was Philosophen tun

Gabi Reinmann - September 21, 2016 - 03:15

Was hat Hochschuldidaktik mit Philosophie zu tun? Vermutlich würden viele darauf antworten: Nichts! Faktisch ist es auch so, dass sowohl im deutsch- als auch im englischsprachigen Bereich Forschung auf Datensammeln beschränkt wird und philosophisches Argumentieren darin eher nichts zu suchen hat. Zu diesem Schluss kommt auch der Neuseeländer Clinton Golding in einem Text von 2013:

Golding, C. (2013). Must we gather data? A place for the philosophical study of higher education. Higher Education Research & Development, 32 (1), 152-155.

Über Forschung ohne Daten, so Golding, scheint in der Hochschuldidaktik bzw. im Kontext Higher Education kaum jemand nachzudenken. Daten aber sagen uns nicht, was wir tun sollten. Eine Kernfrage sei aber doch mindestens auch, was sein soll bzw. wie Konzepte, Normen, Praxen sein sollen (p. 153). Golding fordert eine epistemologische und ontologische Forschung und damit einen Platz für die Philosophie und das philosophische Denken und Handeln in der Hochschuldidaktik (p. 155). Einschränkend räumt Golding ein, dass das Vorgehen von Philosophen oft implizit bleibt, was eine Integration in andere Forschungsansätze schwierig macht: Philosophen denken, schreiben, diskutieren, aber, so Goldings Einschätzung, sie können schlecht erklären, was sie da genau tun (p. 154).

Über die Beziehung der Philosophie zu „Einzelwissenschaften“ generell machen sich Thomas Reydon und Paul Hoyningen-Huene (zu Hoyningen-Huene siehe auch hier) in folgendem Text Gedanken.

Reydon, T.A.C. & P. Hoyningen-Huene (2011). Philosophie und ihr Verhältnis zu den Einzelwissenschaften. In M. van Ackeren, T. Kobusch & J. Müller (Hrsg.), Warum Philosophie? Historische, systematische und gesellschaftliche Positionen (S. 127-145). Berlin: De Gruyter. (online hier).

Ich meine, eine der Kernbotschaften des Textes kommt in folgendem Zitat gut zum Ausdruck: „Während die Einzelwissenschaften positives Wissen über die Beschaffenheit der Welt hervorbringen wollen, hat die Philosophie unserer Auffassung nach u. a. die Aufgabe, das von den Einzelwissenschaften hervorgebrachte Wissen kritisch zu reflektieren. Eine solche Tätigkeit kann für die Einzelwissenschaften zwei verschiedene Arten von Ergebnissen haben. Zum einen kann die kritische Reflexion von positivem wissenschaftlichem Wissen zur Klärung der darin gebrauchten Begriffe oder der darin beschriebenen Sachverhalte führen, so dass man ein tieferes Verständnis dieser Begriffe oder Sachverhalte gewinnt. In diesem Modus kann die Philosophie als eine Fortführung der Arbeit der Einzelwissenschaften verstanden werden, indem sie zur Vertiefung und Interpretation des einzelwissenschaftlichen Wissens beitragen kann. Zum anderen kann eine solche Tätigkeit auch zu einer Destruktion der involvierten Begriffe oder Sachverhalte führen, weil sich bei der genaueren Nachfrage die entsprechende Sache als unhaltbar herausstellt. Hier kann die Philosophie als Kritik der Wissenschaften verstanden werden, indem sie Probleme im einzelwissenschaftlichen Wissen aufzeigt und damit die Wissenschaften herausfordert, bestimmte Fragestellungen erneut zu untersuchen“ (S. 127).

Im Verlauf des Textes werden drei verschiedene Verhältnisse der Philosophie zu den Einzelwissenschaften diskutiert: (1) Die Philosophie agiert normativ im Sinne einer normativen Wissenschaftsphilosophie und erforscht, wie Wissenschaft funktioniert, um die Einzelwissenschaften auf diesem Wege zu unterstützen. (2) Die Philosophie kooperiert im Sinne einer partizipativen Wissenschaftsphilosophie mit den Einzelwissenschaften und nimmt an deren Theorieentwicklung teil (sie arbeitet also mit ihnen und nicht über sie). (3) Die Philosophie generiert primär nicht wie die Einzelwissenschaften „positives Wissen“, sondern stellt als „fragende Wissenschaft“ primär Dinge in Frage – vor allem solche, die als selbstverständlich gelten (S. 140 f.) Die Autoren selbst vertreten die dritte Auffassung.

Reydon und Hoyningen-Huene liefern also mögliche Wege einer Integration der Philosophie in andere Disziplinen – so auch in die Hochschuldidaktik. Außerdem explizieren sie bis zu einem gewissen Grad das, was Philosophen machen – auch wenn das in der Tat auf einem anderen Abstraktionsniveau liegen dürfte als das, was man z.B. an „Anleitungen“ und Standards etwa für die Experimentalforschung kennt. In meinem Artikel von 2015 zur Rolle der Forschung in der Hochschuldidaktik (hier) hatte ich den philosophischen Ansatz ebenfalls mit aufgenommen (die beiden hier genannten Texte kannte ich beim Schreiben des Textes leider noch nicht). Aber das reicht freilich nicht: Die Frage ist, wie man die Philosophie denn nun konkret auch an der Hochschuldidaktik beteiligen kann. Beide Texte liefern zumindest ein paar Impulse. Falls jemand noch mehr davon hat: Bitte gerne hier kundtun!

Why you should know how much your coworkers get paid | David Burkus

TEDTalk - September 20, 2016 - 15:09
How much do you get paid? How does it compare to the people you work with? You should know, and so should they, says management researcher David Burkus. In this talk, Burkus questions our cultural assumptions around keeping salaries secret and makes a compelling case for why sharing them could benefit employees, organizations and society.

Top 10 Tools for Learning 2016

Weiterbildungsblog - September 20, 2016 - 13:37

Was Luis Suarez’ Aufstellung für mich so interessant macht, ist die Tatsache, dass er ein langjähriger IBM-Mitarbeiter war, jetzt selbständig ist und nicht unmittelbar zur Learning & Development-Community zählt. Welche Tools ruft er also Jane Hart zu, die noch bis 23. September auf Rückmeldungen wartet? Zuerst IBM Connections (Stichwort: “learning from your clients”); dann Twitter (”has become my main Personal Learning Network”); dann Slack (”one of my favourite use cases that one of a personal knowledge hub”!); WordPress (”this blog … an extension of my own brain”); und schließlich Feedly (”an integral part of my day to day learning activities”). Es folgen die Plätze 6-10.

Vielleicht schaffe ich es ja noch bis Freitag, meine eigene Liste zu erstellen …
Luis Suarez, elsua, 13. September 2016

Digitales Leben ¦ Lernen ¦ Leisten – Rückblick auf den scil Trend- & Community Day 2016

Weiterbildungsblog - September 20, 2016 - 11:20

Letzte Woche hatte ich das Vergnügen, am scil Trend- & Community Day in St. Gallen teilzunehmen (nochmals besten Dank an das scil-Team!). scil, nur ganz kurz, steht für “swiss centre for innovations in learning”. Jetzt hat Christoph Meier, scil-Geschäftsführer, sehr schön und ausführlich den Tag, die Referenten und ihre Themen beschrieben, so dass ich kaum noch etwas hinzufügen kann. Das Umfeld der Kunstgiesserei Sitterwerk bot jedenfalls einen interessanten Kontrast zu den Themen der scil-Community. Das Ordnungsprinzip der dortigen Kunstbibliothek mit RFID-Chips und Scan-Vorrichtung war richtig zum Staunen! Der thematische Bogen des Tages spannte sich mit vielen Beispielen und Impulsen von den “großen” Fragen der Kompetenzentwicklung im Zeichen der Digitalisierung bis zu konkreten Projekten zur Entwicklung von “digital literacy”. Aber dazu mehr bei Christoph Meier …
Christoph Meier, scil-Blog, 20. September 2016

Was hängen bleibt… – Delegationsreise „Digitales Studium“ der #UzK

Sandra Hofues - September 20, 2016 - 08:23

Nach vier Uni-Besuchen in Kanada und den USA und gut einer Woche „drüben“ weiß ich kaum, wo ich anfangen soll, zu berichten. Die Eindrücke der vergangenen Delegationsreise „Digitales Studium“ sind wirklich sehr vielfältig und gar nicht so digital, wie man angesichts der Reiseüberschrift meinen könnte.

So boten die unterschiedlichen Technologien, die sich für Lehre und Studium einsetzen lassen, zwar den Reiseanlass; gleichwohl kamen wir als Gruppe von +/- 11 Kolleg*innen der Universität zu Köln (UzK) unter der Leitung des Prorektors für Studium und Lehre (Prof. Dr. Stefan Herzig) immer wieder auf pädagogische bzw. (hochschul-)didaktische Fragen zu sprechen. All diejenigen, die im Feld selbst tätig sind, wird das nicht überraschen. Gleichwohl halte ich es für positiv, dass auf der Delegationsreise sowohl praktische als auch theoretisch motivierte Fragen gestellt wurden, dass Wissenschaft und Verwaltung gemeinsam reisten und dass wir mehrfach die Gelegenheit hatten, unsere Eindrücke untereinander zu teilen. Letzteres finde ich persönlich sehr wichtig, wenn die Reisetage voll sind und man die besuchten Unis hinsichtlich ihrer Ideen zum „digitalen Studium“ verorten möchte.

Für mich war es die zweite Reise dieser Art, da ich im Jahr 2013 bereits einmal mit den „Educational Experts“ (Fulbright) in San Francisco war (zu den Blogbeiträgen von damals). Insofern hatte ich (auch) den direkten Vergleich, was Entwicklungen an den Universitäten Stanford und Berkeley betrifft. Letzteres war ganz interessant, da ich beide Universitäten in diesem Jahr anders wahrgenommen habe als noch vor drei Jahren:

Von der unternehmerischen Kultur und Denkart war ich in Stanford nicht mehr besonders überrascht, im Gegenteil. Es zeigte sich einmal mehr, dass hier bottom-up-Initiativen von Lehrenden und Studierenden vor dem Hintergrund einer unternehmerischen Kultur besonders geschätzt werden. Dies gilt nicht zuletzt für Initiativen rund um das digitale Studium. MOOCs sind (im Gegensatz zu 2013) zur Normalität geworden; sie werden initiiert, um Lehre und Studium zu bereichern und ggf. vor Studienbeginn auf die spezifische Lehr-Lernkultur in Stanford aufmerksam zu machen. Die Verschränkung der MOOCs mit grundständiger Lehre und Studium ist auffällig, weil MOOCs vielerorts „nur“ zu Marketingzwecken eingesetzt werden. Darüber hinaus werden jegliche (digitale) Initiativen unterstützt, die für Lehre und Studium förderlich sind – passend zur unternehmerischen bottom-up-Kultur des Silicon Valley.

Von meinem letzten Besuch in Berkeley war ich nicht ganz so überzeugt (siehe Blogpost aus 2013). Insbesondere fehlten mir weiterführende Ideen dazu, wie MOOCs oder allgemeiner gesprochen: digitale Medien, für Lehre und Studium eingesetzt werden könnten. Seit dem letzten Besuch hat sich hier aber einiges getan: Zum einen sind sichtbare Infrastrukturen geschaffen worden, die in dieser Form vor drei Jahren nicht erkennbar waren. Zum anderen hat mir die hochschulische Strategie der Verschränkung von zentralen (Digitalisierungs-)Initiativen und dezentralen Unterstützungsangeboten äußerst gut gefallen. Die damit verbundenen Visionen und Strategien wirkten durchdacht, gemäßigt (hinsichtlich des Technologie-Einsatzes) und vor allem von unten getragen. Letzteres ist bedeutsam, da man in Berkeley nicht so deutlich auf die unternehmerische Kultur verwies wie in Stanford. Hier steht vor allem „Research“ im Fokus (was sich nicht zuletzt an sechs Parkplätzen für Nobelpreisträger*innen zeigte :D).

Die jeweiligen Lehr-Lernkulturen haben uns auch in Vancouver (Kanada), an der University of British Colombia (UBC) und der Simon Fraser University (SFU), beschäftigt. Allerdings war die Auseinandersetzung damit zu Beginn unserer Reise noch (eher) implizit. So haben wir dort vor allem versucht zu erfassen, wie an den beiden Universitäten digitale Dienste und Services organisiert werden, welche Bedeutung Bibliotheken „heute“ haben, wie hochschuldidaktische Angebote „gestrickt“ werden etc. Immerhin ging es uns um die (organisatorische) Frage, wie sich ein „digitales Studium“ realisieren lässt.

Der sehr tiefe Einblick in die UBC war gleich zu Beginn der Reise sehr hilfreich:

So wurde rasch deutlich, wie zentrale und dezentrale Dienste/Abteilungen zusammengreifen können und wie sich aufgrund der digitalen Medien auch ganz neue organisationale Strukturen ausprägen. Auffällig war, dass die gesamten Aktivitäten rund um Digitalisierung in einem Zentrum („Centre for Teaching, Learning and Technology“ (CTLT)) gebündelt wurden und dort in interdisziplinären Teams an unterschiedlichen Problemen gearbeitet wird. D.h. Hochschuldidaktiker*innen und Informatiker*innen, Mediendidaktiker*innen (Instructional Designer) und Bibliothekare usw. lösen aktuelle Probleme gemeinsam innerhalb einer (Groß-)Abteilung. Angesichts der gegenwärtigen Strukturen von Hochschule finde ich diese Zusammenlegung in Hubs bemerkenswert und dem Gegenstand angemessen; auch konnte so dezidiert über neue Aufgaben von Bibliothek (z.B. Gestaltung von Lernräumen) diskutiert werden. Die bis dato geglückte Implementierung dürfte nicht zuletzt an strahlenden und kompetenten Personen wie auch an der Verbindung von zentralen und dezentralen Strategieelementen liegen.

Am Tag darauf haben wir die SFU besucht, eine deutlich kleinere Universität mit deutlich weniger Studierenden und Budget. Gleichwohl erlebten wir hier einen starken Kontrast: So habe ich die Personen auf Arbeitsebene als sehr kommunikativ und nett wahrgenommen, was für gelungene, problemorientierte Zusammenarbeit entscheidend ist. Gerade die Medien- und Hochschuldidaktiker*innen wirkten – bezogen auf das Lösen einzelner, lehrveranstaltungsbezogener Probleme – engagiert. Der verfolgte, strategische top-down-Ansatz in der Hochschul-IT passte hierzu nur eingeschränkt, wenn man wieder das Argument der hochschulischen Kulturen heranzieht. Denn die verfolgten Strategien sollten immer auch zur eigenen Kultur passen.

Es kommt daher nicht von ungefähr, dass wir uns als Gruppe mit unseren Fragen und Interessen nach den Besuchen in Kanada neu sortiert haben und „plötzlich“ Kultur- und Implementierungsfragen an Bedeutung gewonnen haben. Die erlebten Kulturen lassen sich dabei nur schemenhaft umreißen: Keine der besuchten Universitäten glich der anderen; die größten Schnittmengen sehe ich persönlich zwischen UBC (Vancouver, Kanada) und Berkeley (Kalifornien, USA).

Wie unsere Delegationsreise schließlich (und nochmals) klar aufgezeigt hat, gibt es nicht die „one size fits all“-Lösung für die Nutzung digitaler Medien über alle Universitäten hinweg. Vielmehr zeigen sich im Detail beträchtliche organisationale Unterschiede, wie mit digitalen Medien, Medienwandel, Studierwirklichkeiten etc. umgegangen wird. Die identifizierten Gemeinsamkeiten und Unterschiede sind oft kulturell verankert und teils auch normativ geprägt. Dies betrifft im Übrigen auch, wie Studierende gesehen werden: als Lernende, als Forschende, als Kund*innen und/oder als mitgestaltende Akteure von Universität. Es zeigt sich allerdings die Tendenz, Studierende in Studium und Lehre, aber auch in hochschulische Entscheidungsprozesse als Akteure stärker als bisher zu involvieren.

Vor uns liegt nun die Aufgabe, die vielen, großen und kleinen Erkenntnisse zuhause zusammenzutragen und für unsere Zwecke zu strukturieren. Dazu gehören kleine Tool-Tipps (z.B. das in den USA beliebte Kommunikationswerkzeug Piazza), aber auch strukturelle Fragen auf unterschiedlichen Gestaltungsebenen von Universität. Sicherlich werden wir auch die drei Bildungssysteme (Deutschland, Kanada, USA) rückblickend miteinander vergleichen müssen. So sollte es möglich sein, dass nach einer solchen Delegationsreise mehr bleibt als die schöne Erinnerung daran.

Digitales Leben ¦ Lernen ¦ Leisten – Rückblick auf den scil Trend- & Community Day 2016

scil - September 20, 2016 - 04:53
Am letzten Mittwoch, 14. September 2016, fand unser diesjähriger scil Trend- & Community Day statt. Wir waren zu Gast im Sitterwerk, einer Kunstgiessererei am Rande der Stadt im Sittertal. Das Sitterwerk verströmt den Charme eines in die Jahre gekommenen Industriebetriebs – ein interessanter Kontrast zu unserem Thema „Digitales Leben ¦ Lernen ¦ Leisten“. Was auf den ersten Blick nicht zu…
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Who are the founding fathers of distance education?

Weiterbildungsblog - September 19, 2016 - 19:31

Die Fortsetzung. Tony Bates, eben noch selbst als “founding father” bezeichnet, gibt den Staffelstab bescheiden weiter. Isaac Pitman, The University of London External Program, Chuck Wedemeyer, Harold Wilson and Jennie Lee sowie Sir Walter Perry zählt er auf. Über Isaac Pitman heißt es in Wikipedia:

“The first distance education course in the modern sense was provided by Sir Isaac Pitman in the 1840s, who taught a system of shorthand by mailing texts transcribed into shorthand on postcards and receiving transcriptions from his students in return for correction. The element of student feedback was a crucial innovation of Pitman’s system. This scheme was made possible by the introduction of uniform postage rates across England in 1840.”

Das ist natürlich die britisch/ amerikanische Sicht und einige Namen, die Tony Bates aufführt, haben bei der Einführung der Open University mitgewirkt. Wer sind eigentlich hierzulande die “founding fathers of distance education?”
Tony Bates, e-learning and distant education resources, 17. September 2016

Let's make voting fun again | Eric Liu

TEDTalk - September 19, 2016 - 15:03
Many people like to talk about how important voting is, how it's your civic duty and responsibility as an adult. Eric Liu agrees with all that, but he also thinks it's time to bring joy back to the ballot box. The former political speechwriter details how he and his team are fostering the culture around voting in the 2016 US presidential election -- and closes with a powerful analysis of why anyone eligible should show up on Election Day.

Preußische Strenge und rheinische Gelassenheit

Gabi Reinmann - September 17, 2016 - 04:03

Den „Expertenworkshop Lehr-/Lernformen“, veranstaltet von der Koordinierungsstelle der Begleitforschung des Qualitätspakts Lehre kann man wohl auch als eine Art Netzwerkveranstaltung (wie hier) bezeichnen. Sechs Begleitforschungsprojekte, darunter unser FideS-Projekt, haben am ersten Tag den Stand ihrer Arbeiten präsentiert und – sofern dazu jeweils noch Zeit war – mit den Zuhörern diskutiert. Die Einblicke in die verschiedenen Studien waren für mich sehr interessant und haben die Eindrücke aus der Forschungstagung am HUL wenige Tage zuvor sehr gut ergänzt bzw. erweitert. Eileen, mit der ich zusammen auf der Veranstaltung war, und mir waren die Ergebnisse aus dem Projekt ForschenLernen am vertrautesten, weil wir angesichts der thematisch großen Nähe mit diesem Projekt in einem engen Austausch stehen. Zu den anderen Projekten dagegen hatte ich wenige Kenntnisse. Deutlich geworden ist, dass die psychologisch orientierte Lehr-Lernforschung dominiert: Kompetenzmodelle und dazugehörige Instrumente, Kompetenzen zu erfassen (bei Lehrenden – hier – wie auch bei Tutoren – hier), spielen eine zentrale Rolle in zwei Projekten. Forschung zur Wirkungsweise von Beratungen auf der Basis von Evaluationen – hier – lassen sich ebenfalls gut in diesen thematischen Rahmen einordnen, d.h. auch hier liegt eine lernpsychologische Herangehensweise vor. Mit dem Einsatz digitaler Medien als Interventions- und Forschungsinstrument experimentiert ein Projekt zur studentischen Selbstregulation – hier.

Am zweiten Tag präsentierte das Oldenburger Team der Koordinierungsstelle Ergebnisse aus eigenen Erhebungen zu den QPL- wie auch Begleitforschungsprojekten. Hier ist mir nochmal klar geworden, dass eine solche Metasicht und die damit verbundenen Versuche wichtig sind, nicht nur die Erkenntnisse einzelner Forschungsprojekte zu beachten, sondern diese auch in ihrer – im besten Fall – bestehenden Komplementarität, vielleicht auch Überschneidung oder Widersprüchlichkeit, in den Blick zu nehmen.

Im Anschluss an die Befunde der Koordinierungsstelle hat Heribert Nacken zunächst seine Beobachtungen und Eindrücke aus der Veranstaltung in einer Reihe von Fragen und Thesen zusammengefasst und die Teilnehmer der Veranstaltung mit einem Clicker System „abstimmen“ lassen (z.B. über meine Aussage, dass es genau genommen keine „Theorie“ zum forschenden Lernen gibt, sondern allenfalls Ordnungsvorschläge). Das hat mir gut gefallen, weil es einen Einblick in die Rezeption der Inhalte bei den Zuhörern ermöglicht hat. Schade, dass wir dann über die Ergebnisse so rasch hinweg gegangen sind, denn das wären Anlässe für eine vielleicht ertragreiche Diskussion gewesen. Allerdings hatte Heribert Nacken ja auch noch einen eigenen Vortrag dabei. Und der beschäftigte sich damit, wie man – am Beispiel der RWTH Aachen – „einen Tanker steuert“, wenn man die Qualität der Lehre verbessern will: Anschaulich hat Nacken die aus seiner Sicht erfolgreiche Strategie der RWTH Aachen als eine gelungene Balance aus preußischer Strenge und rheinischer Gelassenheit am Beispiel Blended Learning beschrieben. Hier lautet die Devise: 50+X Prozent Blended Learning als Vorgabe seitens der Unileitung (das ist sozusagen der preußische Part) und Freigabe der Art und Weise, wie man Blended Learning umsetzt (das wäre dann gewissermaßen der rheinische Part). Das klang aus Nackens Mund alles sehr plausibel; dem einen oder anderen in der Zuhörerschaft war es aber ganz offensichtlich auch ein wenig zu „technisch-pragmatisch“.

Der letzte Vortrag von Ada Pellert hat denn auch wieder den Fokus auf die zahlreichen offenen Fragen gelegt, mit denen speziell Reformmaßnahmen in der Lehre zu kämpfen haben. Interessant waren hier Ada Pellerts Erfahrungen aus verschiedensten Reformprojekten. Anhand dieser machte sie deutlich, dass und warum Veränderungen in Experten-Organisationen wie Hochschulen mit ihren Autonomie-bewussten Akteuren mintunter so schwerfällig bis unmöglich sind.

Im letzten Part der Veranstaltung, so meine Einschätzung, ging die Rolle der Forschung für Veränderungen und Verbesserungen der Hochschullehre etwas unter. Es scheint nach wie vor schwierig, jenseits der Evidenzbasierung die Forschung und die Praxis der Hochschuldidaktik zusammenzubringen. Umso wichtiger erscheinen mir denn auch die Begleitforschungsprojekte zum QPL zusammen mit Veranstaltungen dieser Art.

Why some people are more altruistic than others | Abigail Marsh

TEDTalk - September 16, 2016 - 14:47
Why do some people do selfless things, helping other people even at risk to their own well-being? Psychology researcher Abigail Marsh studies the motivations of people who do extremely altruistic acts, like donating a kidney to a complete stranger. Are their brains just different?

Clippy and the History of the Future of Educational Chatbots

Weiterbildungsblog - September 16, 2016 - 05:53

Ich habe erst eine Weile gebraucht, bis ich Clippy in der Überschrift der kleinen Büroklammer zuordnen konnte, die Teil früherer Microsoft-Programme war. Clippy’s Geburtsjahr war 1997. Ein weiterer Meilenstein in der Geschichte von Chatbots, den kleinen, virtuellen Assistenten, die uns das Leben leichter machen sollen. Audrey Watters erinnert auch an ELIZA, Siri und Alexa. Aber sie findet keine Erfolgsgeschichten, die als Rollenmodelle im Lehr- und Lernkontext herhalten können. Heute sprechen wieder alle von Bots, auch in der Weiterbildung und im Vertrauen auf die Fortschritte künstlicher Intelligenz. Aber Audrey Watters bleibt skeptisch:

“Do pedagogical agents work?” – the question, perhaps unintentionally, underscores the labor of teaching and caring we seem so eager to replace with machines. Instead of relationships, we’ll get “chat.” Instead of people, we’ll have robots.

All this gets to the heart of why Clippy remains (ironically perhaps) so instructive: Clippy was a pedagogical agent that urged Office users to utilize a step-by-step “wizard.” It referred them to the software’s knowledge base. Templated knowledge. Templated writing. Templated and scripted responses based on key words not on cognition or care.”
Audrey Watters, Hack Education, 15. September 2016

Learn from three founding fathers of distance education interviewed

Weiterbildungsblog - September 16, 2016 - 05:13

Die “three founding fathers of distance education” sind Tony Bates, John Daniel und Michael G Moore, und Steve Wheeler hat sie im Rahmen der #EDEN16 in Budapest interviewt. 15:40 Min.
Steve Wheeler, YouTube, 12. September 2016

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