Sammlung von Newsfeeds

Auf dem Weg zum virtuellen Hörsaal

Weiterbildungsblog - März 24, 2017 - 19:05

Die Titel der ausgewählten Förderprojekte lauten zum Beispiel “LearnMap”, “CaTS” oder “FAMULUS”. Insgesamt sind es 20 Einzel- und Verbundprojekte, die bis 2020 mit mehr als zwölf Millionen Euro vom BMBF gefördert werden. Im Rahmen der “Bildungsoffensive für die digitale Wissensgesellschaft” sollen sie untersuchen, wie digitales Lernen und Lehren ein Studium verbessern kann. Die Ziele einzelner Projekte sind zum Teil sehr ambitioniert formuliert. Zum Beispiel: “Im Projekt LearnMap sollen bestehende Produkte, Projekte und Initiativen im Bereich der digitalen Hochschullehre auf nationaler Ebene identifiziert und analysiert werden. Das Ziel ist, daraus Erfolgsfaktoren für wirksame und effiziente Lehr-/Lern-Arrangements abzuleiten und auf dieser Basis die nationale Vernetzung der Akteure zu fördern.” (LearnMap) Die Budgets einzelner Projekte überschreiten deshalb schon mal die Millionengrenze. Am 13. März wurde der neue Forschungsschwerpunkt auf einer Pressekonferenz vorgestellt. In der Mitteilung finden sich auch Links zu den einzelnen Projekten. Man darf, wieder einmal, gespannt sein.
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Pressemitteilung, 13. März 2017

If you want more people to use the intranet at work

Weiterbildungsblog - März 24, 2017 - 18:29

“… a fully-functional enterprise social network, could make a dramatic difference in how people worked”, schreibt John Stepper. Aber der Weg, der von dieser Erkenntnis in eine neue Arbeitspraxis führt, ist bekanntermaßen weit, und er dauert. Davon berichtet John Stepper. Vor allen Dingen müssen liebgewordene Routinen und der gerne angeführte Mangel an Zeit überwunden werden. Hier kann Working Out Loud (WOL) helfen.

“People won’t start using new digital tools because of IT training or because someone told them to. But they will use them if, as in a WOL Circle, they feel it’s related to a goal they care about, that it gives them more control over their career and access to opportunities.”
John Stepper, Working Out Loud, 22. März 2017

3 ways to spot a bad statistic | Mona Chalabi

TEDTalk - März 24, 2017 - 14:48
Polls that predict political candidates' chances to two decimal places are a problem. But we shouldn't count out stats altogether ... instead, we should learn to look behind them. In this delightful, hilarious talk, data journalist Mona Chalabi shares handy tips to help question, interpret and truly understand what the numbers are saying.

Auf den Kopf gestellt

Gabi Reinmann - März 24, 2017 - 14:15

600 waren eingeladen – ob alle gekommen sind, kann man schlecht sagen bei dieser Größe der zweiten Programmkonferenz zum Qualitätspakt Lehre (QPL). Die Veranstaltung begann gestern mit viel (Eigen-)Lob. Kritische Nachfragen oder gar substanzielle Hinweise, wie es weitergeht nach 2020, wie Hochschulen mit der Forderung nach Nachhaltigkeit umgehen und was sich tatsächlich ändert, gab am ersten Tag nur vereinzelt, am zweiten schon etwas öfter, wenn auch in der Gesamtheit verhalten.

Johanna Wanka beschwor zu Beginn der Veranstaltung die Zahlen, also die Milliarden Euro, die seit einigen Jahren an die Hochschulen fließen, gab ein paar Anekdoten aus dem eigenen Studium zum Besten und ließ freilich auch die Digitalisierung nicht aus, die uns alle herausfordert. Für die Länderseite sprach kurz auch Eva Quante-Brandt, machte sich für die Verbindung von Forschung und Lehre stark und lobte den durch QPL angestoßenen Kulturwandel, für den es deutliche Signale gäbe.

Lehre und Forschung gegeneinander nicht auszuspielen, war mehrfach eine Forderung, aber ganz offensichtlich gibt es da unter anderem zwischen den Hochschultypen und zwischen eher hochschulpolitischen und hochschulpraktischen Blickrichtungen große Unterschiede, wie die Verbindung von Forschung und Lehre überhaupt gesehen und gerahmt wird und wie man letztlich damit umgeht. Wie wichtig aber genau diese Frage ist, zeigte sich sowohl in der Podiumsdiskussion am ersten Tag als auch im Vortrag von Harm Hospers von der Universität Maastricht: Die Tendenz, eine „exzellente Lehre“ mit einer „Professionalisierung“ in dem Sinne zu verbinden, dass man sich entscheidet, Personen an Hochschulen nur noch für die Lehre einzustellen, damit sie sich auf Lehre konzentrieren können, scheint mir inzwischen unverkennbar auch bei uns an Fahrt aufzunehmen. Und ob das speziell für Universitäten der richtige Weg ist, bezweifle ich doch sehr (leider aber werden inzwischen ja offenbar alle Hochschultypen unterschiedslos in den Diskussionen behandelt).

In der Podiumsdiskussion des ersten Tages fand ich vor allem die Beiträge von Karin Donhauser von der Humboldt-Universität zu Berlin interessant: Sie war es dann auch, die nach den Lobeshymnen der ersten Stunden endlich auch mal auf den strukturellen Fehler des QPL hinwies, dass dieser nicht die langfristig erforderliche Erhöhung der Grundausstattung der Hochschulen wird auffangen können. Aus der Begutachtung der QPL-Anträge war klar geworden, dass nahezu alle Hochschulen ihre Ausführungen zur Nachhaltigkeit mit zwei Argumenten bestritten haben: Erstens werde man, wenn in den Projekten Investitionsarbeit geleistet worden ist, nachher ja nicht mehr so viele Ressourcen brauchen; zweitens werde man in absehbarer Zeit etwas weniger Studierenden haben. Wir alle wissen, dass beides falsch ist.

Der QPL hat – und das ist jetzt meine eigene Schlussfolgerung – die übliche Projektlogik auf den Kopf gestellt und daher schauen alle jetzt schon bange in das Jahre 2021, weil keiner so recht weiß, wie es weitergehen soll: Üblicherweise investiert man in Projekte, weil diese dazu beitragen sollen, ein neues Konzept, ein neues Programm o.ä. im Kleinen, sozusagen als Piloten, zu entwickeln und zu implementieren, um dann auf der Basis der gemachten Erfahrungen und Beobachtungen entscheiden zu können, ob und wie man die in diesem Piloten steckende Grundidee auf eine breitere Basis stellen oder vertiefen oder transfieren – jedenfalls irgendwie vergrößern kann. Beim QPL ist das genau umgekehrt: Man stellt viele Leute ein, beginnt mit einer Breite, wohl wissend, dass nachher gegebenenfalls (!) ein kleiner Teil davon verstetigt, das ganze also wieder verkleinert wird – die Projektlogik wird auf den Kopf gestellt. Im Alltag der Hochschulen nimmt das an einigen Stellen groteske Züge an, die man freilich immer nur in informellen Gesprächen erfährt und keineswegs das Problem einzelner Hochschulen sind – natürlich nicht, denn es ist ein strukturelles Problem.

Am zweiten Tag immerhin wurde diese Problematik in einer weiteren Podiumsdiskussion durchaus thematisiert – verbunden mit der bekannten, aber deswegen nicht minder wichtigen Botschaft, dass weder Forschung noch Lehre überhaupt dazu geeignet sind, diese vor allem oder auch nur schwerpunktmäßig wie ein Projektgeschäft zu behandeln, denn es sind Daueraufgaben – logisch. Also sind Rahmenbedingungen gefragt und damit auch die Politik sowie eine bessere Abstimmung verschiedener Logiken. Dass der Moderator Himmelrath diese Diskussion mit dem Hinweis abwürgte, jetzt käme das Politik-Bashing, fand ich reichlich unangemessen. Denn die Diskutanten waren nun alles andere als unsachlich.

Die Vorträge von Manfred Prenzel sowie von Uwe Schmidt und Susanne Heinzelmann (zur Evaluation des QPL) waren jetzt für mich persönlich nicht so ertragreich, weil ich deren Inhalte schon kannte – aus der dghd-Jahrestagung (siehe hier) sowie aus dem Expertenworkshop, veranstaltet von der Koordinationsstelle zur QPL-Begleitforschung (siehe hier). Das Thema Lehre, deren strategische Verankerung und wissenschaftliche Beforschung ist halt dann doch am Ende so begrenzt, dass man ständig auf dieselben Leute und Erkenntnisse trifft ;-). Dass wir mehr Forschung neben all den praktischen Bemühungen um eine Verbesserung der Lehre bräuchten, wurde mehrfach betont. Das ist gut! Nur müsste man dann noch mehr die Forschungsförderer mit ins Boot und zu solchen Tagungen holen.

Was ich über die Digitalisierung gehört in den letzten beiden Tagen gehört habe, enttäuscht mich immer mehr, denn wo ist der Fortschritt zum Stand von „vor der MOOC-Welle“, als das Thema wieder (mal) ins Bewusstsein der Öffentlichkeit drang? Immerhin habe ich nach langer Zeit wieder Nicos Apostolopoulos getroffen, der das viel besser beurteilen kann als ich. Ich meine herausgehört zu haben, dass er die engagierte Kreativität vermisst, die es offenbar doch noch leichter hatte, als Strategie, Management und Führung noch nicht in alle Winkel hineingekrochen waren

Lernen und Arbeiten 4.0 – Das Lernen verschmilzt mit der Arbeitswelt

Weiterbildungsblog - März 23, 2017 - 17:36

Rüdiger Keller und Sebastian Lesch (Apollo-Optik) beschreiben, wie Arbeiten und Lernen immer mehr zusammenfallen und welche Rolle die Digitalisierung in diesem Prozess spielt. Die Stichworte sind bekannt: sie reichen von der 70:20:10-Formel, über ein verstärktes Angebot kurzer Lernbausteine bis zur stärkeren Praxisorientierung aller Lernaktivitäten. Formales Lernen hat seinen Platz, wird sich aber auch verändern: kürzer, individueller, arbeitsplatzbezogener. Leider lassen die Autoren einen nicht über die Schulter schauen, um zu zeigen, wie sich unter diesen Vorzeichen die Personalentwicklung bei Apollo-Optik verändert. Aber vielleicht gibt es ja eine Fortsetzung …
Rüdiger Keller und Sebastian Lesch, Bertelsmann Stiftung/ Blog “Zukunft der Arbeit”, 22. März 2017

Who would the rest of the world vote for in your country's election? | Simon Anholt

TEDTalk - März 23, 2017 - 15:19
To make the world work, we need leaders who consider the needs of every man, woman, child and animal on the planet -- not just their own voters. With the Global Vote, an online platform that lets anybody, anywhere in the world vote in the election of any country on earth, policy advisor Simon Anholt hopes to fill the gap between the few people who elect the world's most powerful leaders ... and the rest of us.

Warum E-Learning gescheitert ist

Weiterbildungsblog - März 22, 2017 - 17:52

Wenn Andreas Wittke schreibt, dass E-Learning gescheitert ist, so meint er das Geschäftsmodell E-Learning, nicht die pädagogischen Konzepte hinter E-Learning. Denn wenn man nur einen einzelnen Kurs “digitalisiert” oder um Online-Komponenten erweitert, wenn Lehrende neben ihren Präsenzpflichten jetzt auch noch in die Entwicklung, Durchführung und Betreuung von Online-Kursen involviert sind, wird das neue Bildungsangebot teurer. Es rentiert sich nicht. Das ist absurd, meint Andreas Wittke, wo doch die Digitalisierung in allen anderen Bereichen zum gegenteiligen Effekt führt. Digitale Bildung, so die Konsequenz, muss endlich zu Ende gedacht werden, skaliert, automatisiert. MOOCs sind ein Anfang. Wenn ich alles richtig verstanden habe …

“Das Problem des E-Learning sind die Grenzkosten. Wenn wir weiterhin in analogen Strukturen denken, das heisst wir unterrichten in Semestern, in Klassengrößen und prüfen zu einer bestimmten Zeit alle Lerner gleichzeitig, wird E-Learning scheitern bzw. ist gescheitert. Das kann niemand bezahlen. Man kann in digitalen Prozessen jedoch nahezu unendlich denken, ähnlich wie Amazon, die auch mehr E-Books im Lager haben, als jede Bibliothek der Welt, denn digital kostet kein Geld.”
Andreas Wittke, Online by Nature, 21. März 2017 

Why civilians suffer more once a war is over | Margaret Bourdeaux

TEDTalk - März 22, 2017 - 15:17
War doesn't just kill people; it destroys the institutions that keep society running, like utilities, banks and hospitals. Physician and global health policy analyst Margaret Bourdeaux proposes a bold approach to post-conflict recovery that focuses on building strong, resilient health systems that protect vulnerable populations.

Sorglosigkeit, Arroganz, Verführbarkeit

Gabi Reinmann - März 22, 2017 - 05:54

Zu Themen, die mich über längere Zeit interessieren bzw. zu Fragen, die mich ohnehin dauerhaft beschäftigen, suche ich von Zeit zu Zeit nach neuen Beiträgen in Datenbänken, in Zeitschriften – und ja auch in Google Scholar oder Research Gate. Zu diesen Themen oder Fragen gehört unter anderem das Peer Review als eine besondere und besonders wichtige Routine, auch Haltung, in der Wissenschaft. Und so bin ich auf einen neuen Beitrag von Peter Weingart gestoßen: Vertrauen, Qualitätssicherung und Open Access – Predatory Journals und die Zukunft des wissenschaftlichen Publikationssystems.

Weingarts Lösungsvorschlag in Form eines großen Forums für die Wissenschaft finde ich jetzt weder sonderlich originell noch ist er ansatzweise ausgearbeitet. Aber seine Analyse des Problems, dass und wie die Digitalisierung und Ökonomisierung bzw. das New Public Management das Publikationssystem gerade mit der an sich nach freier Publikation strebenden Open Access-Bewegung ins Schleudern bringen, ist lesenswert. Und in der Tat: „Niemand wäre auf die Idee gekommen, dass ausgerechnet die Wissenschaft zu einer Einnahmequelle für Geschäftemacher werden könnte, aber NPM hat es möglich gemacht“ (S. 284) und dazu geführt, dass es heute zunehmend mehr Wegelagerer des wissenschaftlichen Publikationssystems gibt.

Die Praxis, für Open Access Gebühren von Autoren einzunehmen, ist gewissermaßen das Einfallstor für die neuen, sich ausbreitenden sittenwidrigen Machenschaften: Angesehene Zeitschriften werden nachgemacht, um Wissenschaftler zu locken, die möglichst schnell möglichst viel publizieren wollen und/oder müssen. Dafür wird bereitwillig Geld bezahlt, mitunter finanzieren Universtäten oder Forschungsförderer mit. Dann aber entfällt ganz oder teilweise die Qualitätskontrolle durch Peer Review, was eben auch zu der gewünschten höheren Geschwindigkeit und zu einer hohen Annahmequote führt. Selbst Impact-Berechnungen werden neu erfunden. Die Zahlen, die Weingart mit Rückgriff auf eine Studie zu diesem Thema nennt, sind durchaus alarmierend, vor allem was die Dynamik der Entwicklung betrifft.

Wichtiger aber noch erscheint mir in Weingarts Analyse die Erkenntnis, dass die Politik wie auch die Wissenschaft selbst an dieser Misere beteiligt sind: Er macht aufmerksam auf die Sorglosigkeit und Arroganz der Politik, aber eben auch auf die Verführbarkeit der Wissenschaft und darauf, dass diese relativ bereitwillig indikatorenbasierte Leistungsbewertungen übernommen hat. Die Folgen tragen Nachwuchswissenschaftler und Wissenschaftler: Da nämlich herrscht nun ein immenser Konkurrenzkampf, „in dem nicht mehr primär Ideenreichtum und innovatives Denken Kriterien des Erfolgs sind, sondern entsprechend der Leistungsmaße zählbare Produkte: in erster Linie Publikationen, die in Fachzeitschriften publiziert werden, für die wiederum Leistungs- bzw. vermeintliche Qualitätsmaße (Impact-Faktoren) verbindlich gemacht worden sind“ (S. 283).

2017 Human Capital Trends (Deloitte University)

scil - März 22, 2017 - 05:09
Jochen Robes hat in seinem Weiterbildungsblog bereits auf diesen Bericht von Deloitte aufmerksam gemacht. Ich habe mir die Ressourcen auch noch mal angeschaut und folgende Stichworte zu zwei Themenbereichen mitgenommen. Careers and learning: Real time, all the time "In the past, employees learned to gain skills for a career; now, the career itself is a…

Aktuell: EBmooc, SeLC und Corporate Learning 2025 MOOCathon

scil - März 22, 2017 - 05:09
Drei aktuelle Kurse bzw. Veranstaltungen in Österreich, der Schweiz und Deutschland: Der EBmooc ist ein offener Onlinekurs zu digitalen Werkzeugen für ErwachsenenbildnerInnen. Die Träger dieses MOOC sind in Österreich zuhause: CONEDU, ein Beratungs- und Dienstleistungsunternehmen für Weiterbildung (und gleichzeitig einem Verein für Bildungsforschung und – medien); Martin Ebner, TU Graz; David Röthler, WerdeDigital. In der…

DigiCompToTeach: Neues Forschungsprojekt gestartet

scil - März 22, 2017 - 05:08
Forschungsprojekt „DigiCompToTeach“ gestartet Die Digitale Transformation stellt die gesamte Gesellschaft vor grosse Veränderungen. Experten überschlagen sich mit Prognosen zur Bedeutung der Digitalisierung und deren Einfluss auf alle Teile der Gesellschaft und Wirtschaft. Klar ist, dass die Digitalisierung die Unternehmen vor eine Vielzahl an Herausforderungen stellt. Besonders betroffen von den Veränderungen sind die kaufmännischen Tätigkeiten, das…

Potenzialwirtschaft. Die zweite Etappe der Zukunft der Arbeit

Weiterbildungsblog - März 21, 2017 - 15:41

Joël Luc Cachelin hat sich wieder mit der Zukunft der Arbeit auseinandergesetzt und dieses Mal das Bild der “Potenzialwirtschaft” als Fixpunkt für seine neue Studie gewählt. Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen, heißt es einleitend klar und deutlich: “Die Zukunft der Arbeit findet in der digitalen Matrix statt.” Und das heißt vor allem, Roboter, KI und Bots, die uns Arbeit ab- und wegnehmen werden; und das bedingt eine Re-Organisation der Arbeit, um mit diesen Veränderungen umzugehen. Die Studie beschreibt notwendige Veränderungen und Anpassungsleistungen, plakativ und auffordernd. Die soziale Seite dieser Veränderungen ist allerdings kein Thema.

Die einzelnen, schön illustrierten Kapitel bieten verschiedene Perspektiven zum Weiterdenken und -handeln an:
- Perspektive: Potenzial statt Kafka
- Räume: Tätigkeiten statt Strukturen
- Arbeitsteilung: Marktplätze statt Organigramme
- Positionierung: Stories statt Produkte
- Führung: Signale statt Kommandos
- HR: Allianzen statt Prozesse
- Gesellschaft: Potenzialwirtschaft statt Vollbeschäftigung

Zum “Re-Design der Wirtschaft” gehört selbstverständlich auch ein Re-Design der Weiterbildung: “Unser Bildungssystem nimmt zu wenig Bezug auf eine Arbeitswelt, die von Maschinen und digitalen Hilfsmitteln geprägt ist und unsere Kreativität, Kommunikationsfähigkeit und Initiative besonders gefragt sind. … die didaktischen und pädagogischen Konzepte der Weiterbildung sind heute noch zu wenig potenzialorientiert. Sie sind gemäss eigener Erfahrung zu lehrerzentriert, präsenzorientiert und wissensfokussiert. Dabei verpasst man es die von den Lernenden gemeinsam verbrachte Zeit für das Vernetzen und Diskutieren zu nutzen.”
Dr. Joël Luc Cachelin’s Wissensfabrik, März 2017

Asking for help is a strength, not a weakness | Michele L. Sullivan

TEDTalk - März 21, 2017 - 14:55
We all go through challenges -- some you can see, most you can't, says Michele L. Sullivan. In a talk about perspective, Sullivan shares stories full of wit and wisdom and reminds us that we're all part of each other's support systems. "The only shoes you can walk in are your own," she says. "With compassion, courage and understanding, we can walk together, side by side."

Publikationshinweis | Forschungsorientierung und Schulpraktika in der Lehrer*innenbildung

head.zblog - März 21, 2017 - 09:20
Im Projekt FideS bearbeiten wir den Schwerpunkt der Lehrer*innenbildung. Hierzu haben wir Ende des letzten Jahres einen vertieften Blick in die Umsetzung von Forschungsorientierung in Schulpraktika geworfen. Daher freuen wir uns nun, dass unser Artikel zur Gestaltung forschender Schulpraktika im Herausgeberband von Urban Fraefel und Andrea Seel mit dem Titel „Konzeptionelle Perspektiven Schulpraktischer Studien“ erschienen ist. Im Klappentext des Buches […]

Microdesign

Weiterbildungsblog - März 21, 2017 - 07:46

Microlearning ist derzeit ein gerne zitierter Begriff, der es manchmal sogar bis zum Trend schafft. Anlass für Clark Quinn vor zwei Missverständnissen zu warnen: Wenn es nur darum geht, etwas schnell nachzuschlagen, um ein Problem zu lösen oder eine Frage zu beantworten, sollte man lieber von Performance Support und nicht von Learning sprechen. Das gilt auch, wenn ein bestehender Kurs nur in kurze Bausteine aufgeteilt wird. Das, so Clark Quinn, ist zu wenig: “We have to design an experience!” Microdesign eben.

“Microlearning is the right thing to do, given our cognitive architecture. Only so much ‘strengthening’ of the links can happen in any one day, so to develop a full new capability will take time. And that means small bits over time makes sense. But choosing the right bits, the right frequency, the right duration, and the right ramp up in complexity, is non-trivial.”
Clark Quinn, Learnlets, 14. März 2017

Lifelike simulations that make real-life surgery safer | Peter Weinstock

TEDTalk - März 20, 2017 - 14:57
Critical care doctor Peter Weinstock shows how surgical teams are using a blend of Hollywood special effects and 3D printing to create amazingly lifelike reproductions of real patients -- so they can practice risky surgeries ahead of time. Think: "Operate twice, cut once." Glimpse the future of surgery in this forward-thinking talk.

Vage Begriffe im Digitalisierungszeitalter

Weiterbildungsblog - März 20, 2017 - 10:59

In Blended Learning-Veranstaltungen wechseln sich Präsenz- und Online-Phasen ab. Was auf den ersten Blick klar erscheint, ist es, so Gabi Reinmann, bei näherem Hinschauen nicht mehr. Vor allem den Begriff der Online-Phase hält sie inzwischen für irreführend: “Vielleicht wäre die Bezeichnung „dezentrale Phase” treffender als „Online-Phase” - als Abgrenzung zum „Lernen vor Ort” in der Präsenz?” Wobei auch die Präsenz-Phase, möchte ich ergänzen, zum Beispiel mit Blick auf Webinare weniger eindeutiger ist, als es scheint.
Gabi Reinmann, Hochschuldidaktik, 19. März 2017

Lerngruppen im Corporate Learning 2025 MOOC

Weiterbildungsblog - März 20, 2017 - 04:41

Für alle, die mit einer Teilnahme am Corporate Learning 2025 MOOCathon liebäugeln: Warum sich nicht in einer Lerngruppe zusammenschließen und sich dort über die Kurserfahrungen austauschen? Simon Dückert empfiehlt und beschreibt einen Rahmen, der sich am Konzept von Working Out Loud (WOL) orientiert.
Simon Dückert, Corporate Learning Community, 17. März 2017

Vage Begriffe im Digitalisierungszeitalter

Gabi Reinmann - März 19, 2017 - 04:36

Wenn Veranstaltungen als Blended Learning-Veranstaltungen angeboten werden, dann dürfte seit langem (ich sage mal: mindestens seit 2000) klar sein, was damit gemeint ist: ein Wechsel von Präsenz-Phasen und Online-Phasen. Ist das tatsächlich so klar? Ein genauer Blick ist durchaus lohnenswert.

Was man unter einer „Präsenz-Phase“ versteht, ist relativ eindeutig: Gemeint ist in der Regel, dass es eine Präsenz-Veranstaltung gibt, also eine Veranstaltung zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten physischen Ort, an dem sich Lernende und Lehrende treffen: Dann sind alle präsent – an einem zentralen Ort. In der Präsenz werden allerdings zunehmend auch digitale Medien genutzt, z.B. um etwas im Netz zu zeigen oder zu suchen, um Ergebnisse digital festzuhalten und online sofort verfügbar zu machen, um Artefakte aus „Online-Phasen“ zu besprechen etc. Präsenz kann also auch Online-Tätigkeiten integrieren.

In sogenannten Online-Phasen ist es zumindest an Hochschulen keineswegs so, dass damit tatsächlich nur die Zeiten und Tätigkeiten gemeint sind, die es erforderlich machen, dass Lernende im Netz sind, sich also online in irgendwelchen digitalen Räumen bewegen. Online werden z.B. Texte, Audios oder Videos angeboten, die man zwar via Netz lesen, anhören oder ansehen kann; speziell Texte aber werden oft heruntergeladen, immer noch ausgedruckt und irgendwo gelesen; auch Audios und Videos kann man sich meistens herunterladen und dann auf einem mobilen Gerät an einem Ort seiner Wahl auch offline rezipieren. Online dagegen erfolgt dann wieder meist die Ablage irgendwelcher Artefakte, die das Ergebnis von eigenständigen (individuellen oder kooperativen) Arbeiten sind, die in der „Online-Phase“ eingefordert werden. Auch hier kann es natürlich sein, dass man sich dazu im Netz bewegt, etwas recherchiert oder sich mit jemanden, der nicht vor Ort ist, digital austauscht. Aber das ist nicht zwingend. Viele selbstorganisierte Tätigkeiten in der Auseinandersetzung mit Inhalten und Aufgaben erfolgen an selbst gewählten Orten und laufen nicht online ab (außen vor lasse ich jetzt mal virtuelle Labore und andere 3D-Welten, doch selbst die verschmelzen zunehmend mit der physischen Welt). Vielleicht wäre die Bezeichnung „dezentrale Phase“ treffender als „Online-Phase“ – als Abgrenzung zum „Lernen vor Ort“ in der Präsenz?

Digitale Medien sind bereits in vielen Fällen allgegenwärtig. Blended Learning an Hochschulen bedeutet also zumeist einen Wechsel von Präsenz-Veranstaltungen und Phasen dezentralen Lernens, die mit den Zielen und Inhalten der Präsenz-Veranstaltungen in irgendeiner Form verknüpft und daher in der Regel über offene oder geschlossene Aufgaben angeleitet und darüber hinaus begleitet sind (etwa in dem Sinne, dass es in den dezentralen Phasen auch Feedback gibt). Digitale Medien haben ausgeprägte dezentrale Phasen des Lernens in einer neuen Qualität möglich gemacht (durch Online-Ressourcen, Online-Kommunikation und -Feedback, natürlich auch durch Virtual Reality), bereichern aber zugleich Präsenz-Veranstaltungen auf unterschiedliche Weise. Von daher ist der Begriff „Online-Phase“ vermutlich inzwischen irreführend, suggeriert unnötigerweise, dass man dabei ständig vor einem Bildschirm sitzt und lässt außer Acht, dass digitale Medien ohnehin stets da, griff- und einsatzbereit sind.

Unwichtig? Nur begriffliche Kleinkrämerei? Ich denke nicht, denn immer noch ruft die Ankündigung von „Online-Phasen“ Skepsis oder unangemessene Assoziationen hervor. Zudem ist begriffliche Präzision gerade im Kontext der Digitalisierung meiner Einschätzung nach wichtig. Zu viele vage Begriffe, deren Aufmerksamkeitswert wichtiger ist als der Sinngehalt, haben da ohnehin schon lange die Oberhand.

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