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Blogpause – wie jedes Jahr

Gabi Reinmann - Juli 30, 2016 - 08:57

Auch im August 2016 ist wieder Blogpause. Im September 2016 geht es weiter. Bis dahin allen noch schöne Tage!

Eine zu respektierende Entscheidung

Gabi Reinmann - Juli 28, 2016 - 15:10

Ich bin Psychologin – „von Haus aus“, wie man so schön sagt. 1990 habe ich mein Diplom gemacht. Und sogar meine Habilitation fand immerhin (2000) noch in der Psychologie statt. Aber von einer „theoretischen Psychologie“ hatte ich nie (bewusst) gehört. Psychologie war für mich immer eine „empirische Wissenschaft“. Und heute ist sie eine naturwissenschaftlich-empirische Wissenschaft, und den Dr. phil. (wie meiner noch lautet) gibt es vermutlich auch kaum noch irgendwo in der Psychologie. Und jetzt, 2016, lese ich dieses Buch von Uwe Laucken mit dem spröden Titel „Theoretische Psychologie“ – und von einem spröden Text kann nicht die Rede sein. 434 Seiten – unscheinbar gedruckt an der Universität Oldenburg, gebunden wie eine Dissertation, die vor allem dazu bestimmt ist, im Regal zu stehen. Wie schade! Denn dieses Buch hat mich beeindruckt; dieses Buch sollte genau nicht im Regal verstauben, sondern gelesen werden; dieses Buch hat mir „meine“ Psychologie wieder ein bisschen zurückgegeben.

Aber von vorne. Worum geht es? Der Kern des Buches dreht sich um drei Denkformen: die physische, die semantische und die phänomenale; dazu gehören drei verschiedene Sozialpraxen. Erklärt und erläutert werden die drei Denkformen und Sozialpraxen nicht nur, aber vor allem anhand des Gebiets „Gefühle“ – einem Gebiet, das insbesondere um die Jahrtausendwende zunehmend durch die Neuropsychologie und Neurowissenschaften unter Beschuss geraten ist (prominentes Beispiel: die neuwissenschaftliche Entlarvung des freien Willens als Illusion).

Interessant ist schon mal die Entstehungsgeschichte des Buches: „Der Inhalt dieses Buches ist über Jahre hinweg entstanden. Gedanken- und texterzeugender Motor waren Seminare, die ich im Rahmen des Grundlagenvertiefungsfaches ´Emotion und Kommunikation´ abgehalten habe.“ (S. 11)*. Den Aufbau seines Buches umschreibt Laucken so: (1) gedankliche Unordnung zeigen – (2) Ordnung durch Unterscheiden schaffen – (3) das Unterschiedene aufeinander beziehen – (4) Unordnung klären (S. 13). Das heißt: Es geht in diesem Buch viel darum, Begriffe zu klären und zu sortieren, logische Ebenen auseinanderzuhalten und konsistente Argumentationen aufzubauen. Das also muss man schon gutheißen, wenn man zu diesem Buch greift.

Bevor Laucken zum Kern – zu den drei Denkformen – kommt, liefert er erstens exemplarisch Belege für seine These, dass eine theoretische Psychologie notwendig ist. Zweitens unternimmt er ein paar Setzungen zu der Frage, was genau wissenschaftliches Erkennen ist, und stellt angesichts der „forschungspraktischen Unbekümmertheiten“ (S. 52), die allenthalben zu beobachten sind, klar: Auseinanderzuhalten sind Objekte des Erkennens (Gegenstände), Mittel des Erkennens (Methoden) und Ergebnisse des Erkennens – und zwar als „basissemantische Leerstellen“. Strukturierender Kern einer jeden Denkform sei der sie kennzeichnende Gegenstand des Erkennens; die Mittel und Ergebnisse unterscheiden sich ebenfalls, entfalten sich aber vorrangig um den Gegenstand herum (S. 46 f.). Die praktische Relevanz der drei Denkformen berücksichtig Laucken über drei dazugehörige Sozialpraxen.

Der Kern des Buches ist entsprechend in drei große Teile untergliedert: (1) die physische Denkform der Naturwissenschaften, deren gemeinsamer Gegenstand(smodus) die materielle Welt (Dingwelt, Körperwelt) bzw. das physische Sein ist, innerhalb dessen man etwas berechnet und misst, Vorhersagen trifft und herstellt; (2) die semantische Denkform, deren Größen in Bedeutung, Sinn und Inhalt liegen, und die in das semantische Sein mündet, innerhalb dessen man inhaltliche Differenzen feststellt, gestaltet, beeinflusst und regelt; (3) die phänomenale Denkform, die in der Formulierung „erlebend-gelebtes In-der-Welt-Sein“ (S. 320) sicher erst einmal am schwersten nachzuvollziehen ist (doch verständlich wird das, wenn Laucken diesen „Kosmos“ anhand von Gefühlen als phänomenale Einheiten aufzeigt); hier geht es um erlebte und gelebte Sinneinheiten, um reflexives Begreifen bzw. Verstehen.

Jede Denkform verfolgt nach Laucken eigene Formen von Zusammenhängen und Erkenntnisergebnissen: bedingungskausale Zusammenhänge in der physischen Denkform (z.B. Ursache-Wirkungsbeziehungen zwischen neuronalen Erregungen) mit dem Ziel Gesetzesordnungen zu erstellen; verweisungskausale Zusammenhänge in der semantischen Denkform (z.B. Wenn-Dann-Beziehungen zwischen psychischen Zuständen und Handlungen) mit dem Ziel, Verweisungsordnungen zu erstellen; und sinnkausale Zusammenhänge in der phänomenalen Denkform (z.B. Beziehungen zwischen Situationen und dem Erleben von Handlungen) mit dem Ziel, Sinnordnungen herzustellen. Die Erkenntnismittel sind in allen drei Denkformen vielfältig, bisweilen auch ähnlich oder gar gleich. Und immer wieder weist Laucken darauf hin, dass die Mittel nicht mit dem Gegenstand gleichgesetzt werden dürfen. Am Ende des Buches diskutiert Laucken die möglichen Beziehungen zwischen den drei Denkformen.

Ich habe das Buch einmal in der Gänze gelesen. Ich werde es sicher nochmals zur Hand nehmen, denn die Ausführungen zur physischen, semantischen und phänomenalen Denkform inklusive der damit verbundenen Sozialpraxen scheinen mir auch für die Hochschuldidaktik fruchtbar zu sein, denn: Zum einen haben Lehren und Lernen selbstverständlich immer auch mit psychologischen Faktoren zu tun, auf die Laucken sich konzentriert. Zum anderen sind seine Ausführungen ohnehin grundlegender Natur und keineswegs nur auf die Psychologie zu beziehen. Was mir fehlt, ist eine Verknüpfung der Sozialpraxen mit den Denkformen im wissenschaftlichen Kontext – so wie das etwa im Rahmen von entwicklungsorientierter Bildungsforschung (siehe hier) nötig wird und eine neue Forschungsqualität erzeugt. Hier aber läge denn eben auch die Herausforderung einer Übertragung von Lauckens Überlegungen und Erkenntnisse auf das Gebiet der Didaktik.

Leider hat sich Uwe Laucken aus der Wissenschaft zurückgezogen – das jedenfalls hat er mir geschrieben, nachdem ich ihm meinen Gewinn aus seinem Buch einfach mal  versuchsweise via E-Mail mitgeteilt hatte. Das ist ein großer Verlust, aber eine zu respektierende Entscheidung, die ihre Gründe haben wird.

* Laucken, U. (2003). Theoretische Psychologie. Denkformen und Sozialpraxen. Oldenburg: Bibliotheks- und Informationssystem der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg (BIS).

Weg aus der schulpädagogischen Engführung

Gabi Reinmann - Juli 23, 2016 - 12:30

Vor einiger Zeit habe ich das Buch „Allgemeine Didaktik. Ein erziehungstheoretischer Umriss“ von Rotraud Coriand gelesen (Kohlhammer Verlag 2015). Von besonderem Interesse war für mich, wie die Autorin die Allgemeine Didaktik konzipiert und in den erziehungs- und bildungswissenschaftlichen Gesamtzusammenhang einordnet, denn: Auch die Hochschuldidaktik ist in weiten Teilen eine allgemeine Didaktik und ist die Auseinandersetzung mit eben dieser ganz besonderes wichtig.

Vorweg: Das Buch fällt aus dem Rahmen im Vergleich zu anderen Büchern zur Allgemeinen Didaktik (z.B. das von Kron oder von Terhart). Coriand – das zeigt ein Blick in das Publikationsverzeichnis – ist Expertin für Johann Friedrich Herbart und leitet auch ihre Vorstellungen von Allgemeiner Didaktik aus dieser für die Pädagogik wichtigen historischen Person und ihren „Schülern“ ab. Hängen geblieben bin ich vor allem bei einem dieser Schüler, nämlich bei Otto Willmann (1839-1920).

Willmann argumentiert stellenweise ähnlich wie Klaus Prange (in seiner operativen Pädagogik) und versteht aber vor allem die Didaktik als eine eigenständige Bildungswissenschaft. Für die Hochschuldidaktik ist dieser historische Vorstoß interessant, weil eine Eingliederung in die Erziehungswissenschaft an vielen Stellen immer noch Probleme bereitet. Willmann untersuchte zu seiner Zeit auch schon die Beziehung der Allgemeinen Didaktik zu den Fachwissenschaften und Fachdidaktiken und bemühte sich darum, eine individuelle und eine Sicht auf das Verhältnis von Lehren und Lernen (= Gegenstand der Didaktik) zu etablieren. Die Inhalte der Didaktik als Wissenschaft sind laut Willmann (a) die Prinzipien der Inhaltsauswahl und -verbindung, (b) die sachlogische Strukturierung des Lernprozesses und (c) die Art und Weise der Vermittlung (Coriand, 2015, S. 29 f.); als Ziel gehe es am Ende vor allem darum, das Denken zu lehren. Laut Coriand eröffnet Willmanns Ansatz einen Weg aus der schulpädagogischen Engführung hin zu einer Allgemeinen Didaktik im eigentlichen Sinne. Und eine solche sei auch dringend nötig. So gesehen kann man Willmann als eine Art Begründer der Hochschuldidaktik sehen, zumal da er auch für eine Verbindung von Forschungsmethoden und Lehrmethoden plädierte (und das Anfang des 20. Jahrhunderts).

Was ist noch über das Buch zu sagen? Coriand strukturiert es nach einführenden Kapiteln anhand von drei Ebenen der Theoriebildung in Anlehnung an Erich Weniger, wobei keine der Ebenen theoriefrei existiere: Theorien ersten Grades umfassen die subjektiven, persönlichen Theorien, die jemand hat, um praktische pädagogische Anforderungen zu bewältigen. Theorien zweiten Grades haben Konzeptcharakter und umfassen entsprechend auch Einsichten, Regeln, Erfahrungssätze. Theorien dritten Grades sind – um es plakativ zu sagen – Theorien des Theoretikers. Mir kommt diese Einteilung ähnlich vor wie Flechsigs Unterscheidung von Praxisbeschreibungen (Theorien ersten Grades), Unterrichtsmodelle (Theorien zweiten Grades) und Kategorial-Modelle (Theorien dritten Grades).

Was Coriands Buch aus meiner Sicht vorrangig lesenswert macht, ist der Versuch einer Emanzipation der (Allgemeinen) Didaktik als einer eigenen Wissenschaft. Auch wenn sie nicht so weit wie Willmann zu gehen scheint, plädiert sie doch ganz deutlich für eine Befreiung der Didaktik aus den Fängen der Schulpädagogik. Mir persönlich ist Willmanns weitergehendes Konzept sehr sympathisch, scheint es mir doch gerade für die Hochschuldidaktik ein geeignetes Vorbild zu sein.

Sommerpause

Weiterbildungsblog - Juli 22, 2016 - 21:53

Der Weiterbildungsblog macht wieder Sommerpause. Mitte August geht es weiter. Bis dahin wünsche ich allen eine schöne und erholsame Zeit!

JR

Quelle: Brooklyn Morgan/ Unsplash

How trees talk to each other | Suzanne Simard

TEDTalk - Juli 22, 2016 - 15:11
"A forest is much more than what you see," says ecologist Suzanne Simard. Her 30 years of research in Canadian forests have led to an astounding discovery -- trees talk, often and over vast distances. Learn more about the harmonious yet complicated social lives of trees and prepare to see the natural world with new eyes.

Baby diapers inspired this new way to study the brain | Ed Boyden

TEDTalk - Juli 21, 2016 - 15:14
Neuroengineer Ed Boyden wants to know how the tiny biomolecules in our brains generate emotions, thoughts and feelings -- and he wants to find the molecular changes that lead to disorders like epilepsy and Alzheimer's. Rather than magnify these invisible structures with a microscope, he wondered: What if we physically enlarge them and make them easier to see? Learn how the same polymers used to make baby diapers swell could be a key to better understanding our brains.

7 Fragen an Prof. Jürgen Handke: “Digitales Lernen und Lehren: Davor kann man sich nicht mehr wegducken”

Weiterbildungsblog - Juli 20, 2016 - 20:47

Johannes Zeh (Pink University) hat Jürgen Handke (Universität Marburg) sieben Fragen gestellt: von “1. Herr Professor, was genau ist Ihr Forschungs-, Lehr- und Aufgabenbereich an der Universität Marburg?” bis “7. Ein Gedankenexperiment: Wenn Sie verantwortlich wären für die „digitale Lehre“ in ganz Deutschland, welche 3 Maßnahmen würden Sie als erstes umsetzen?” Seine wichtigste Empfehlung: Bitte keine Vorlesungsaufzeichnungen! Die Antworten gibt es bei Jürgen Handke, natürlich, im Videoformat.
Johannes Zeh, Interview mit Jürgen Handke, Pink University, 20. Juli 2016

How the Panama Papers journalists broke the biggest leak in history | Gerard Ryle

TEDTalk - Juli 20, 2016 - 15:19
Gerard Ryle led the international team that divulged the Panama Papers, the 11.5 million leaked documents from 40 years of activity of the Panamanian law firm Mossack Fonseca that have offered an unprecedented glimpse into the scope and methods of the secretive world of offshore finance. Hear the story behind the biggest collaborative journalism project in history.

Is Instructional Design Dead?

Weiterbildungsblog - Juli 20, 2016 - 12:06

Die Frage “Is Instructional Design Dead?” ist sicher berechtigt, wenn alle Welt vom informellen Lernen und den Grenzen formaler Lernangebote spricht. Helen Blunden hat lange Zeit im Bereich Learning & Developement von Unternehmen gearbeitet, ist jetzt selbstständige Beraterin und blickt zurück. Interessant ist ihre Aufzählung, welche Fähigkeiten sie als Instructional Designer entwickelt hat. “Making complex things simple” lautet ihre Kurzformel.

Und ihre Kunden? Die fragen erstaunlicherweise wieder oder immer noch danach, Inhalte und Informationen attraktiv zu verpacken und zu verkaufen. ”This is when I realised that instructional design isn’t dead. Not yet.”
Helen Blunden, Active Learning Solutions, 16. Juli 2016

A project of peace, painted across 50 buildings | eL Seed

TEDTalk - Juli 19, 2016 - 15:07
eL Seed fuses Arabic calligraphy with graffiti to paint colorful, swirling messages of hope and peace on buildings from Tunisia to Paris. The artist and TED Fellow shares the story of his most ambitious project yet: a mural painted across 50 buildings in Manshiyat Naser, a district of Cairo, Egypt, that can only be fully seen from a nearby mountain.

Die Digitalisierung als Chance für die Bildung: Interview mit Ralph Müller-Eiselt

Weiterbildungsblog - Juli 19, 2016 - 04:37

Ralph Müller-Eiselt ist Koautor des Buches „Die digitale Bildungsrevolution” und führt noch einmal aus, worin aus seiner Sicht diese Revolution besteht: “…. hin zu globalen Massenangeboten; … hin zur individuellen Förderung für jeden; … hin zu tatsächlichen Kompetenzen des Einzelnen.” Kurz: Digitalisierung nicht als Problem, sondern als Chance, Antworten auf einige drängende Fragen in Bildung und Weiterbildung zu finden.

Mit der hier vorgestellten Personalisierung des Lernens ist das so eine Sache: Im Rahmen einer Plattform kann ich mir auf Grundlage intelligenter Algorithmen vieles vorstellen (und Ralph Müller-Eiselt weist auch auf bereits bestehende Beispiele hin). Doch wie funktioniert eine Personalisierung, die auf den wechselnden Kontexten des Lerners und den im Netz verstreuten Lernressourcen aufbaut? Sind wir hier doch wieder bei der individuellen Kompetenz, bei der Web Literacy des Einzelnen?
Michael Lindner, Interview mit Ralph Müller-Eiselt, Digitalistbesser.org, 15. Juli 2016

A forgotten Space Age technology could change how we grow food | Lisa Dyson

TEDTalk - Juli 18, 2016 - 15:06
We're heading for a world population of 10 billion people -- but what will we all eat? Lisa Dyson rediscovered an idea developed by NASA in the 1960s for deep-space travel, and it could be a key to reinventing how we grow food.

Immer einen Plan B zur Hand #innolehre

Sandra Hofues - Juli 18, 2016 - 15:05

Mal fällt spontan der Beamer aus, wie beim Symposium zu Innovationen in der Lehre an der Universität zu Köln (Programm-Flyer). Mal möchte die Blogfarm nicht, wie ich es für meine aktuellen Seminare gerne hätte. Beides zeigt exemplarisch, was im Kontext von (digitaler) Lehre besonders wichtig ist: nämlich immer einen Plan B zur Hand zu haben. Beim Symposium bestand dieser in der vorgezogenen Pause, um der internen Vernetzung von Lehrenden besonders viel Raum zu geben, vor allem aber das Beamer-Problem zu lösen. Im Seminar poste ich stellvertretend für die Studierenden ihre Blogbeiträge, was nicht ganz im Sinne der Erfinderin ist. Immerhin erhalten die Studierenden so aber Einblick in die Arbeitsstände der anderen Gruppen, was Ziel der Aufgabe der Berichterstattung war/ist. Wim Gijselaers von der Universität Maastricht sprach in seiner Keynote übrigens auch von der Notwendigkeit eines Plan Bs: Mit der Lehre sei es ähnlich wie mit der Deutschen Bahn. Man verfolge einen Plan und doch komme es zu Verzögerungen. Auch wenn an der einen oder anderen Stelle die Analogie mit der Bahn hinkte (z.B. als es um die Zweiklassengesellschaft in Bezug auf Präsenz- und Online-Lehre ging), funktionierte sie für den Vortrag und das Symposium prächtig. Im Verlauf des Nachmittags bis zur anschließenden Podiumsdiskussion wurde sie immer wieder bemüht oder dankend aufgegriffen.

Studie Digitales Lernen

Weiterbildungsblog - Juli 18, 2016 - 12:01

114 Unternehmen in Europa haben 2015 an dieser Benchmark-Studie teilgenommen. 2011 wurde sie schon einmal durchgeführt. Allerdings wurde damals noch nach “E-Learning” gefragt, jetzt also nach “Digitalem Lernen”. Und die wichtigste (?) Botschaft lautet: Es ist “angekommen”. Auf den folgenden Seiten folgen die vertrauten Informationen über Zielgruppen, Themengebiete usw. Bei den Lernformen und der Frage “Welche Digital Learning Methoden werden Sie die nächsten zwei Jahre häufiger einsetzen?” habe ich noch einmal genauer hingesehen.
Haufe Akademie und CrossKnowledge, Juli 2016 (Registrierung erforderlich)

10 ways Pokemon Go portends AR in learning

Weiterbildungsblog - Juli 18, 2016 - 04:41

Natürlich ist Pokemon Go (hier der ausführliche Wikipedia-Artikel) auch ein Beispiel für Augmented Reality. Und natürlich zeigt es uns, was eLearning und Mobile Learning wirklich sein könnten. “Let’s identify some species of learning that can be enhanced or augmented by AR”, fordert uns Donald Clark auf und wirft in den Ring: 1. Explanations, 2. Problem solving, 3. Learn by doing, 4. Social learning, 5. Tutor-led, 6. Habitual learning, 7. Deliberate practice, 8. Simulations, 9. Assessment, 10. M-learning.

“Nevertheless, it is the deeper implications of AR in terms of adoption, mainstreaming and behaviours, that we want to watch. They signal a future where AR and VR are not just games and gadgets but new media in themselves.”
Donald Clark, Donald Clark Plan B, 17. Juli 2016

Blockchain for education … the „next big thing“?

head.zblog - Juli 17, 2016 - 20:33
Es gibt einen neuen Hype, der die Technologiewelt begeistert und – möglicherweise – auch den Bildungsbereich erfassen wird, ohne dass er in den meisten Trendberichten zu aktueller Bildungstechnologie je Erwähnung gefunden hat (Ausnahmen gibt es natürlich immer, siehe hier): Blockchain (Erklärung z.B. hier, hier). Es zeigt, dass Prognosen in der heutigen Zeit schwierig sind und der Bildungsbereich (mehr und […]

In den Ring steigen

Gabi Reinmann - Juli 17, 2016 - 15:21

Üblicherweise bezeichnet man eine Vortragsreihe dann als Ringvorlesung, wenn sich verschiedene Dozenten ein Semester lang (in der Regel im wöchentlichen Rhythmus) einem Thema widmen. Im Rahmen des neuen Master of Higher Education nun bemühen wir den Begriff, obwohl wir ein wenig davon abweichen und erst einmal „nur“ zwei Vorträge pro Semester (zu Beginn und am Ende jedes Semesters) zum akademischen Lehren und Lernen (mit allen dazu passenden Aspekten bzw. Themen) anbieten. Den Auftakt macht Rolf Schulmeister, was mich ganz besonders freut, ist er doch der Urheber des deutschlandweit einzigen Masterstudiengangs zur Hochschuldidaktik. Am Donnerstag, den 6. Oktober 2016 um 18:00 Uhr s.t. (Schlüterstraße 51, 2. OG.) wird er über „Workload, Motivation und Studierverhalten im Bachelor. Eine empirische Annäherung“ sprechen (siehe auch hier). Für den zweiten Vortrag haben wir bereits von Peter Baumgartner eine Zusage, dass er mit „in den Ring“ hochschuldidaktischer Vorträge steigt.

Borowoje: Die Perle Kasachstans

Tamara Specht - Juli 15, 2016 - 19:22

Rund 250 Kilometer nördöstlich von Astana und knapp 150 Kilometer von meiner alten Heimatstadt Alexejewka/Akkol entfernt liegt der Nationalpark und Kurort Borowoje. Inzwischen wurde auch dieser Nationalpark zurück-umbenannt und heißt jetzt offiziell Burabai. Aber die Einheimischen bevorzugen nach wie vor den Namen Borowoje. Als Kind war ich leider nie dort, habe aber alle, die mal dort waren, davon schwärmen hören. Also habe ich im Vorfeld unserer Reise mal recherchiert und war überwältigt, welch schöne Bilder man von diesem Flecken Erde im Netz so alles findet.

Daher steht es für uns außer Frage, dass wir einen Tagesausflug dorthin machen müssen. Die Badesachen lassen wir vorsorglich im Hotel. Bei 18 Grad und ständigen Regenfällen sind wir da nicht allzu optimistisch. Dafür ist die Straße nach Borowoje um Welten besser als die in das Dorf, in dem meine Oma gewohnt hat. Im Reiseführer steht geschrieben, dass die Straße zwischen Astana und Borowoje die am besten ausgebaute im ganzen Land ist. Denn viele Kasachen verbringen ihre Ferien gerne dort.

Und seid wir dort waren, versteh ich auch warum. Nicht umsonst wird Borowoje “die Perle Kasachstans” oder “die kasachische Schweiz” genannt. Es ist einfach wunderschön dort, selbst bei verregnetem grauem Wetter. Nach der eineinhalbstündigen Fahrt durch die Steppe inmitten von Birken und Kiefernwäldern mit einigen Bergen und 14 großen sowie mehreren kleinen Seen. Prägend sind auch die unterschiedlich großen Felsformationen, um die sich diverse Legenden ranken und die mit ihrer Form unterschiedlichen Tieren oder Menschen ähneln. Der Anblick ist wirklich atemberaubend und die vielen Felsen laden zum Klettern ein. Selbst mein Vater klettert mit uns. Die frische Luft hier wirkt wahrlich verjüngend. ^^ Und wir können uns ausmalen, wie schön es sein muss, bei gutem Wetter in den Seen zu baden oder mit einem der vielen Ruder- oder Tretboote zu den Felsen im Wasser rauszufahren. Einige lassen sich selbst von schlechtem Wetter nicht davon abhalten. Zum Baden ist mir aber definitiv zu frisch an dem Tag.

Auch die Tour im Hinterland der Seen lohnt sich. Vor allem für mich, denn hier entdecke ich noch einen bekannten Duft und Geschmack aus meiner Kindheit: Walderdbeeren. Auf der Fahrt sehen wir an vielen Stellen Menschen, die sich über die Wiesen beugen und etwas sammeln. Der typische Anblick, wenn es wieder Zeit wird, Walderdbeeren zu sammeln. Also nerve ich Flo so lange, bis er eine gute Stelle zum Parken findet. Schon beim Aussteigen strömt einem der Duft nach diesen kleinen leckeren Beeren in die Nase. Also mache ich mich an die Suche und werde schnell fündig. Ich könnte den halben Tag damit zubringen, Walderdbeeren zu sammeln. Aber irgendwann wollen meine Begleiter doch weiter. Zum Glück, denn es gibt noch viel zu sehen. So viel, dass wir an einem Tag nicht alles schaffen. Daher nehmen wir uns vor, auf jeden Fall wieder hierherzukommen und dann ein paar Tage mehr Zeit mitzubringen.

My love letter to cosplay | Adam Savage

TEDTalk - Juli 15, 2016 - 15:07
Adam Savage makes things and builds experiments, and he uses costumes to add humor, color and clarity to the stories he tells. Tracing his lifelong love of costumes -- from a childhood space helmet made of an ice cream tub to a No-Face costume he wore to Comic-Con -- Savage explores the world of cosplay and the meaning it creates for its community. "We're connecting with something important inside of us," he says. "The costumes are how we reveal ourselves to each other."

Fünf Übergänge zu Arbeit & Bildung 4.0

Weiterbildungsblog - Juli 15, 2016 - 06:35

Ein programmatischer Text, der irgendwo zwischen Vision und Handlungsempfehlung zu Hause ist. Christoph Schmitt, “Bildungsnomade & Bildungsdesigner”, startet mit vier Thesen, in denen er tägliche Beobachtungen in der Bildung einmal ausformuliert: Unsere Vorstellungen von Wissensvermittlung, von Lehre, von Präsenzpflicht sowie von Curricula & Zertifikaten sind nicht mehr zeitgemäß. An ihre Stelle müssen zum Beispiel “social workgroup learning”, “mentoring”, “coaching” und “enabling” sowie “personal learning networks” und “e-portfolios” treten.

Doch, so Christoph Schmitt, das ist nur die Oberfläche, der kulturelle Wandel geht tiefer. Er betrifft fünf Übergänge:

1. From competition to compassion (Vom Wettbewerb zur Empathie)
2. From fear of failure to stories of faith (Von Versagensängsten zu Geschichten des Zutrauens)
3. From success to succeeding (Vom Erfolg zum Gelingen)
4. From meet to match (Bedingungen gemeinsam schaffen statt (sie) nur zu stellen)
5. From effects to efficacy (Vom Messbaren zum Wirksamen)

Wie gesagt, ein programmatischer Text mit Manifest-Charakter. Viel Stoff zum Nach- und Weiterdenken. Reibungspunkte und Fragezeichen inklusive, weil an vielen Stellen Kapitalismuskritik und Netzutopien Hand in Hand gehen. Es fehlt halt heute, anders als in den 1960/70er Jahren, eine politische oder soziale Bewegung, die diesen Ideen eine Heimat bieten könnte. Wer sich davon nicht aufhalten lassen will, ist eingeladen, den Wandel auf die eigene Bildungs- und Lernarbeit vor Ort herunterzubrechen.
Christoph Schmitt (in Kollaboration mit Angelica Laurençon und Anja C. Wagner), FlowCampus, 13. Juli 2016

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